Vorgabe Kilometerschnitt

Der Bereich für Fragen rund um das Taxigewerbe.
HRRONKH
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Beitrag von HRRONKH » 27.04.2013, 16:26

Sei Dir mal sicher, das auf der Quittung, sofern überhaupt ausgestellt, trotzdem 7% standen.

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nightrider
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Beitrag von nightrider » 27.04.2013, 17:37

Ihr redet hier zum Teil, als wäre Wirtschaftlichkeit ein theoretisches Hirngespinst und genau das führt letztlich mit dazu, dass wir grundsätzlich schlecht verdienen.

Was mich betrifft, ich muss wie jeder Andere hier auch vom Taxi leben und ich lebe schon eine geraume Zeit davon, nicht in Luxus, aber es geht. Ich bin auch fest davon überzeugt, dass es nur geht, weil ich NICHT unter Preis fahre, lieber lehne ich eine sogenannte „gute Tour” für 100,-Euro ab die mir mehr Kosten als Nutzen bringt und fahre in der Zeit einige kleine Touren mit denen ich unterm Strich zwar weniger Umsatz, aber deutlich mehr Gewinn habe.

Ihr solltet mal die Kosten sehen, die im Moment nicht anfallen sich aber auf Sicht summieren. Mehr Kilometer bedeutet eben mehr Werkstattaufenthalte, mehr Reifen, mehr Verschleiß, mehr Sprit. Wenn diese Kosten nicht wirklich auch gedeckt sind durch einen guten Schnitt, (Deckungsbeitrag) dann knapperst du immer am Existenzminimum herum, oder fährst früher, oder später in die Pleite.

Weniger ist manchmal (oft) mehr !

Die „Kampfpreistouren überlasse ich gern Anderen, die sind dann für 2 Stunden weg vom Markt das bedeutet ein paar Chancen auf rentable Touren mehr für mich ;-)
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SindSieFrei?
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Beitrag von SindSieFrei? » 27.04.2013, 18:50

Das hier so fahrlässig über den Kilometerschnitt diskutiert wird, ist beängstigend! Watti gestehe ich seinen bei seiner Arbeitsweise als EWU und Landfahrer zu, dafür kenne ich zu wenig vom Landleben. Aber in Großstädten ist alles unter 1,00 € auf Dauer nicht haltbar. Das habe ich damals sogar als Graupe im Monatsschnitt locker geschafft.

Bei mir wird jede Fernfahrt auf Uhr gefahren, Festpreise mache ich schon lange nicht mehr. Denn dann betrügt man sich selber meist noch um das Trinkgeld! Fertig aus. Wer das nicht will, soll mit Kollegen fahren, die sich selber das Wasser abgraben. Wer mit Dumping anfängt, erliegt früher oder später seinem eigenen Verhalten dadurch, das die Kunden zu "da geht noch was"-Jägern werden. Wenn man am Fischmarkt als fünfte Taxe steht und die Leute kommen nach der vierten erfolglosen Anfrage zu einem, dann bleibt das Fenster zu und der Daumen verweist nach hinten! Wenn das alle hier so machen würden, hätten wir keine Diskussionen über Kilometerschnitte und Preise!

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Beitrag von Canonizar » 27.04.2013, 20:53

Hmm, Ich fahre zwar auch in Hamburg, aber am Rande im Süden. Ich schaffe nie und nimmer einen Schnitt von einem Euro, denn die lukrativen Touren (zum Flughafen) bringen mir halt mal ca 53,- Euro und wenn ich gleich eine weitere Vorbestellung habe dann schnell die lange Route zurück sind mal kurz 75 km. Habe ich manchmal bis zu 4 mal am Tag, dafür aber immer Autobahn und weniger Verbrauch usw. Kann da nicht mithalten mit den in der Stadt Fahrern.... Mein Schnitt durchschnittlich liegt bei 0,85 Euro. Ich lebe eigentlich ganz gut damit. Nur Ferntouren nie unter 1,45 Euro(nach außerhalb) wegen der 19% Mwst eigentlich schon nicht mehr rentabel.

Achja, und den Kilometerschnitt rechnet jeder Pc oder Smartphone von alleine aus, simpel und einfach.

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Beitrag von nightrider » 28.04.2013, 06:20

@Canonizar

ob jetzt dein Schnitt bei 1,- Euro liegen muss, oder bei 85 Cent, oder bei 1,25 Eur weiß ich nicht. Das muss jeder selbst wissen, per Kostenkalkulation.

Die Kosten sind ja nicht bei jedem und überall absolut gleich, der 1,- Euro ist so eine Faustregel, ersetzt aber keine Kalkulation
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Beitrag von Anna Chronismus » 28.04.2013, 12:50

Canonizar hat geschrieben:Hmm, Ich fahre zwar auch in Hamburg, aber am Rande im Süden. Ich schaffe nie und nimmer einen Schnitt von einem Euro, denn die lukrativen Touren (zum Flughafen) bringen mir halt mal ca 53,- Euro und wenn ich gleich eine weitere Vorbestellung habe dann schnell die lange Route zurück (...) Mein Schnitt durchschnittlich liegt bei 0,85 Euro. Ich lebe eigentlich ganz gut damit.
In Deinem speziellen Fall wird vermutlich auch die Hamburger Verkehrsgewerbeaufsicht gut damit leben können, weil Deine € 0,85/km plausibel sind. Wenn nicht: Wieder melden.
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Beitrag von Pirat » 28.04.2013, 13:06

Seriös betriebswirtschaftlich (3% Verzinsung des eingesetzten Kapitals) rechnende Taxiunternehmer in Deutschland.
Wo, in welcher Stadt?
Bei mir geht’s nur noch um Schadensbegrenzung.
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Beitrag von eichi » 28.04.2013, 15:13

Angenommen ich kann mit einem Geschäft 1 Mio Umsatz machen, dann stelle ich fest mir entstehen dabei Kosten und Ausgaben von 999.900,- Euro, ist das dann noch ein Geschäft?
Natürlich ist das ein Geschäft, es darf nur nicht länger als 1 - 2 Stunden erfordern! 8)
Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Immanuel Kant)

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Beitrag von Emilie » 28.04.2013, 18:05

Also macht es Sinn, vor jeder Fahrt erst den Kilometerschnitt zu berechnen? :shock:

Nach der Formel des Gauß-Bonnet?: :roll:

∫M kdA+ ∫ ℓM kgds= ∏ X(M)

wobei, versteht sich X = M nach der Euler - Charakteristik. :wink:

von Kundenreklamationen wegen langen Wartens bitten wir abzusehen! 8)
Bloß kein Stress...

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Beitrag von dirke3 » 28.04.2013, 20:25

ich fahre in berlin und habe einen kilometerschnitt von 0,80-0,85 euro. hört sich erstmal nicht so dolle an und ich könnte den schnitt bestimmt auf 1euro hochzüchten, müsste dann aber viel mehr zeit investieren.
mit vorbestellungen und stammkunden habe ich meinen tagessoll( 140-150 euro) in 6-7 stunden zusammen. - nur mittwochs siehts bei mir mau aus.da brauch ich auch länger...
bin erst seit einem jahr dabei und bin bis jetzt eigentlich zufrieden, was die zahlen betrifft.

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Beitrag von nightrider » 28.04.2013, 21:14

dirke3 hat geschrieben: bin erst seit einem jahr dabei und bin bis jetzt eigentlich zufrieden, was die zahlen betrifft.
Glaub mir, nach einem Jahr ist noch alles offen, der erste Hammer kommt nach 2 Jahren, der heißt Steuernachzahlung, dann kommen die ganzen Vorauszahlungen, Gewerbesteuer, Einkommensteuer, usw....

Ob sich dein Betrieb rentiert, oder nicht weißt du erst nach 5 Jahren, ist hart, aber so ist das Leben.
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Beitrag von SindSieFrei? » 28.04.2013, 21:53

nightrider hat geschrieben:
Ob sich dein Betrieb rentiert, oder nicht weißt du erst nach 5 Jahren, ist hart, aber so ist das Leben.
Kompliment für diesen Beitrag. Im Optimieren liegt neben dem Einkauf der Gewinn. Wenn es denn einen nennenswerten geben soll. Hoenesse werden wir alle nicht. :wink:
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Beitrag von Emilie » 29.04.2013, 09:54

Och, sach`das nich`: ich arbeite noch daran! 8) :lol:
Bloß kein Stress...

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Beitrag von SindSieFrei? » 29.04.2013, 20:30

Emilie, ich sehe das anders: Gib die Kohle heute aus, denn du weißt nicht, ob du das morgen noch kannst! Wer alles spart, dem fehlt die vielleicht irgendwann die Zeit oder die Gesundheit, das Geld auszugeben.

Carpe diem.
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Beitrag von HRRONKH » 29.04.2013, 21:49

Unverantwortlicher Ratschlag zu sorgloser Verschwendungssucht und nachlässiger Vorsorge.

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Thomas-Michael Blinten
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Beitrag von Thomas-Michael Blinten » 29.04.2013, 23:21

Neee, eher der Rat zu Leben.
Grundsatz: "Das Leben wird von Tag zu Tag kürzer, es ist Zeit es zu genießen." 8)
„Alle sind irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht wird Philosoph genannt" (Ambrose Bierce)

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Beitrag von HRRONKH » 30.04.2013, 00:10

Hm ....... auch wieder wahr!

Wattwurm
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Beitrag von Wattwurm » 30.04.2013, 07:06

dirke3 hat geschrieben:ich fahre in berlin und habe einen kilometerschnitt von 0,80-0,85 euro. hört sich erstmal nicht so dolle an und ich könnte den schnitt bestimmt auf 1euro hochzüchten, müsste dann aber viel mehr zeit investieren.mit vorbestellungen und stammkunden habe ich meinen tagessoll( 140-150 euro) in 6-7 stunden zusammen. - nur mittwochs siehts bei mir mau aus.da brauch ich auch länger...
bin erst seit einem jahr dabei und bin bis jetzt eigentlich zufrieden, was die zahlen betrifft.
Das ist auch in Ordnung! Du fährst wie eine typische Graupe und hast viele Vorbestellungen von Stammkunden und vermutlich kaum Anschlußtouren, dann ist ein besserer Kilometerschnitt auch kaum möglich! Mein Kilometerschnitt sieht ähnlich aus und bewegt sich ebenfalls in dem von Dir genannten Rahmen! Die Fixierung auf einen bestimmten Kilometerschnitt halte ich für nicht geeignet für den Beweis einer Plausibilität! Ein Kilometerschnitt von 0,75 Euro kann, bei entsprechend guter Begründung und Beweisführung, genauso plausibel sein wie ein Kilometerschnitt von 1,15 Euro!

Die meisten Graupen sind auf Landtouren, Kurierfahrten und Fahrten auf Rechnung der Krankenkassen zwingend angewiesen, weil sich ansonsten im ausschließlich innerstädtischen Geschäftsbereichbereich kaum noch ausreichende Umsätze erzielen lassen! Für einen durchschnittlichen Tagesumsatz von 150 Euro benötige ich 20 Touren a 7,50 Euro. Wie bitte schön soll das innerhalb einer Schicht von 10-12 Stunden ohne Zentralenanschluß funktionieren? Ich bin also auf Fahrten die auch mal das Stadtgebiet verlassen dringend angewiesen und da lassen sich nun mal keine besonders herausragenden Kilometerschnitte erzielen!

Zum Thema Betriebskosten: Keiner wird bestreiten können, das Überlandfahrten deutlich weniger verschleißanfällig sind als Stadtfahrten und auch mehr Potential haben zum Sprit sparen!

Und noch etwas: Es ist ein Unterschied ob man am Wochenende Nachtschicht fährt, und einen Anläufer nach dem anderen am Taxiposten einkassiert, oder ob man an einem Dienstag Tagschicht fährt, wo sich die Anläufer nicht gerade um die Taxen streiten! Bitte keine verengte und einseitige Sichtweite! Telefon, ich muß los....!

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Beitrag von Anna Chronismus » 30.04.2013, 07:31

Wattwurm hat geschrieben:Die Fixierung auf einen bestimmten Kilometerschnitt halte ich für nicht geeignet für den Beweis einer Plausibilität! Ein Kilometerschnitt von 0,75 Euro kann, bei entsprechend guter Begründung und Beweisführung, genauso plausibel sein wie ein Kilometerschnitt von 1,15 Euro!
Weil das letztere richtig ist, stimmt der Anfangssatz nicht.

Je nach örtlicher Lage ist der eine oder andere durchschnittliche Kilometerschnitt plausibel. Für Hamburg ist sicher ein anderer Kilometerschnitt anzusetzen als für Neumünster oder Berlin. Beim Kilometerschnitt gibt es sicherlich unterschiedliche Spreizungen. Innerhalb eines Fahrgebietes ist noch die Tourvermittlung (ja/nein/wenn ja: welche Quantität und Qualität der Touren) zu berücksichtigen. Innerhalb dieses Rahmens gibt es allerdings einen Kilometerschnitt, der für das jeweilige Taxi anzulegen ist. Bei einem signifikanten Abweichen davon müssen nachprüfbare Gründe vorliegen, um nicht von Schwarzeinnahmen ausgehen zu müssen.
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Edelgard
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Beitrag von Edelgard » 30.04.2013, 07:39

dirke3 hat geschrieben:ich fahre in berlin und habe einen kilometerschnitt von 0,80-0,85 euro. hört sich erstmal nicht so dolle an und ich könnte den schnitt bestimmt auf 1euro hochzüchten, müsste dann aber viel mehr zeit investieren.
mit vorbestellungen und stammkunden habe ich meinen tagessoll( 140-150 euro) in 6-7 stunden zusammen. - nur mittwochs siehts bei mir mau aus.da brauch ich auch länger...
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22,3 € Umsatz/h im Schnitt. Alle Achtung für Berlin. Kannst Du Angaben machen zu der Herkunft der Touren, also wieviele Aufträge über Taxirufsäule, Einsteiger, Aufhalter, Taxifunk und Stammkunden im Schnitt und wann Du fährst.

Ein Schätzprofil wäre 175 Kilometer Gesamtkilometerleistung pro Schicht bei 12 Touren mit 145 € Umsatz und 67 Besetztkilometern was vermuten läßt, daß du so gut wie nie stehst, dafür umsomehr durch die Stadt jagst ;). Circa 60% Leerkilometer. Das Geschäftsmodell kann ökologisch gesehen optimiert werden.

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