Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Neuigkeiten aus dem Taxigewerbe.

Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon pauline » 17.04.2019, 21:58

Der Uber-Partner Safedriver Ennoo wurde in Düsseldorf von der dortigen Aufsichtsbehörde vorerst rausgekickt. Ennoo ist der m.W. der größte "Sub" von Uber.
guckst du hier :

https://www.nrz.de/staedte/duesseldorf/ ... 78415.html
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Volker-Hamburg » 18.04.2019, 02:48

Vielleicht haben sich auch 62 Unternehmer angemeldet um "mal zu gucken/testen?"
Wenn sich jedoch jemand selbst dazu anmeldet und gleichzeitig die anderen Tester diskreditiert.. diskreditiert sich "jemand" selbst.. :evil:

Wenn das surge pricing von MyTaxi/freenow "richtig" funktionieren würde, hätten wir doch eine ganz andere Diskussionsgrundlage.. Kommt die beschriebene Kurztour für einen Match-Angebots-Price von 20,- daher (jaja, übertrieben!) würde niemand meckern.. sondern annehmen.

Es funktioniert jedoch nicht und deshalb werden die Touren logischerweise auch nicht abgenommen..

So what?

= MT sollte vielleicht dringlichst am Tuning arbeiten..
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon FD » 18.04.2019, 03:37

@Volker-Hamburg

Irgendwie verwechselst Du Angebot und Nachfrage.

Du bist das Angebot, lieferst aber nicht. Schon komisch, daß hier niemand sich offen dazu bekennt, zu den 62 Unterzeichnern zu gehören.

Auf Kundenseite wird Euer Angebot jedenfalls angenommen. Ihr seid wie die Discounter vor 20 Jahren. Werbt mit einem schweinegünstigen Angebot und könnt(wollt) dann nicht liefern. Es hat sich für die Kunden jedenfalls nichts geändert. Dumpingangebot wie immer eben bei mytaxi. Wer das Dumping bezahlt war und ist den Kunden schnurzpiepegal, denn bisher wart ihr es, die breit grinsend an den ehrlichen Kollegen vorbei die Dumpingfahrt weggefahren habt.

In absehbarer Zeit wird mytaxi die Gangart verschärfen. Zwar darf niemand gezwungen werden, den Sondertarif zu fahren. Das wird mytaxi auch nicht machen. Aber mytaxi darf die Fahrer belohnen, welche die Matchtouren annehmen, indem sie bei der Vermittlung von normalen Touren und Vorbestellungen bevorzugt werden. Je mehr Matchtouren, desto weiter vorn in der Vermittlungspriorität.

Und nun mal etwas Marktwirtschaft von jemandem der im Elend der Planwirtschaft aufgewachsen ist. Wenn ihr wollt, daß das sourge pricing funktioniert, müßt ihr einfach nur jede Matchtour bedienen. Im Augenblick steht einer großen Nachfrage auch ein großes Angebot gegenüber. Dadurch, daß ihr die Nachfrage nicht bedient, steigt diese nicht. Auch wird dadurch kein Angebotsmangel simuliert, sondern nur störrische, faule Unprofessionalität zur Schau gestellt. Denn nicht der Kunde erhöht sein Zahlungsgebot, sondern der Server von mytaxi legt diesen Preis fest. Und dieser Server sieht stets ein gleichbleibend hohes Beförderungsangebot einer konstanten Nachfrage gegenüber. Übrigens, der Server zählt jeden Kunden nur einmal, auch wenn er in 10 Minuten 20 Mal versucht ein Taxi zu bekommen.

So läuft das nunmal mit den Lockangeboten. Die muß man bedienen, will man dann die Preise erhöhen. Oder wie glaubt ihr, bekommt Ryanair die Flieger voll. Garantiert nicht dadurch, indem die Lockangebote nicht verkauft werden.

Funktionieren wird es dennoch nicht, weil die Poolingquote auf lange Sicht nicht über 1,4 liegen wird. Das wiederum liegt schlicht in der Natur von TAXI und läßt sich nicht beeinflussen.
Sag das noch mal! * Das noch mal. * Nein, das andere! * Nein, das andere. * Nein, das davor! * Nein, das davor.
FD
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Poorboy » 18.04.2019, 03:58

MyTaxi liest hier mit.

Heute Morgen hatte ich eine Mail von einem Mitarbeiter der ersten Stunde mit der Einbestellung zum Rapport am Dienstag. Das war ein Scherz, es war eine freundliche Einladung. Hingewiesen wurde ich darauf, dass meine obige Berechnung der theoretischen Touren falsch ist, weil auch bei Match ein Grundpreis von € 2,- erhoben wird. Also vom Baumwall zur Rambachstraße nicht € 1,- sondern fulminante € 3,- bei regulärem Startpreis von € 3,50!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Nun aber weiter zum Match-Blödsinn. Und zum Blödsinn von Babsi, die schon an den Grundrechenarten scheitert, aber meint, anderen die Welt erklären zu können.

Am frühen Abend stehe ich am Bahnhof Altona, also Anläufer-Posten, weil fast alle myTaxi-Angebote Match-Touren sind, die ich nun selber sponsern soll, um binnen kürzester Zeit meine Miete nicht mehr zahlen zu können.

Und nun kommt eine Rechenaufgabe für Babsi.

Zu diesem Zeitpunkt sagt mein Taxameter, dass ich exakt 54,8 Kilometer gefahren bin und € 90,60 erlöst habe.

1. Frage an Babsi: Wie ist mein Kilometer-Schnitt zu diesem Zeitpunkt???

Da Babsi meint, durch Annahme von Eigen-Dumping-Touren könnte ich meinen Kilometer-Schnitt verbessern, sehen wir nun weiter.

Direkt vom Bahnhof wird nun über eine halbe Stunde immer wieder eine solche Tour angeboten, die keiner, der über Display identifizierten zehn myTaxi-Teilnehmer, die am Bahnhof stehen, annimmt. Auch weiter entfernte Fahrer, es wird ja nach Distanz das Angebot immer weitergereicht, wollen diese Riesen-Tour haben. Niemand ist also so begrenzt denkfähig wie unsere Babsi. (Hoffe, diese Formulierung passiert die automatische Zensur)

Die angebotene Tour, die niemand haben will, führt nach Jork, was normal € 60,- bringt. Google-maps meint, das sind 30 Kilometer und es dauert 33 Minuten. Bedeutet aktuell, für 30 Kilometer bekomme ich € 30,-, für 33 Minuten noch einmal € 3,30, Dann noch die Startgebühr von € 2,- plus den Bonus von € 5,- (nur für noch gut drei Wochen) von myTaxi!

2. Frage an Babsi: Wie viele Kilometer fahre ich und was erlöse ich dafür??
3. Frage an Babsi: Wenn die Hinfahrt 30 Kilometer sind, wie viele Kilometer sind dann Hin- und Rückfahrt???????????
4. Frage an Babsi: Welchen Kilometer-Schnitt hatte ich vor der Annahme der Tour??
5. Frage an Babsi: Welchen Kilometer-Schnitt hätte ich nach Annahme dieser Tour gehabt???
6. Frage an Babsi: Um wie viel verbessere ich meinen Kilometer-Schnitt durch Annahme dieser Tour???

Das ist übrigens ein wenn nicht das Grundproblem dieser Gesellschaft, dass Leute wie Babsi wahlberechtigt sind und nicht unter gesetzlicher Betreuung stehen.

Weiter im Thema. Von den Angeboten, die bei mir ankommen, sind geschätzte 80 % Match-Touren, die zu diesen Bedingungen niemand bedient. Das wird mir eine Anfahrt von Eimsbüttel nach Wandsbek von acht Kilometern für eine Match-Tour von 3,4 Kilometern angeboten!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und das reihenweise!!

Ich vermute mal, Einblick in das System habe ich natürlich nicht, dass myTaxi mit diesem Geniestreich seine Vermittlungsquote von nahe 100 % auf deutlich unter 50 % gedrückt hat.
Selbst hatte ich heute nur vier Vollzahler-Touren von myTaxi.

Und der Vollzahler in Blankenese wird natürlich nicht bedient, weil kein myTaxi-Wagen mehr vor Ort. Großes Kino!!

Poorboy
Zuletzt geändert von Poorboy am 18.04.2019, 04:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon am » 18.04.2019, 07:21

Ich las in dem Tarifantrag, dass sich die Preise +- 30% zum Normaltarif bewegen würden. Bei einer derart schleppenden Annahme, sprich knappen Angebot, müssten die Preise doch auch mal dynamisch in die Höhe schießen?

Mal davon abgesehen würde ich das Zustandekommen einer Matchfahrt tatsächlich immer genau davon abhängig machen und so sehe ich auch den Sinn darin, dass wenigstens zwei Mitfahrer pro Match gefunden werden.

Ich meine, bei Tinder habe ich auch noch nie etwas von einem Stand Alone Match gehört, eher von einem One Night Stand, was ja einer geteilten Taxifahrt sehr nahe käme.

Also eventuell sollten die Jungspunde doch mal einen persönlichen Exkurs bei Tinder wagen, um
Sie Erkenntnis, was ein erfolgreiches Match ist, wachsen zu lassen.
Zuletzt geändert von am am 18.04.2019, 07:26, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon PoppyHH » 18.04.2019, 08:46

Ob Mytaxi oder MOIA, wer dort als Taxler teilnimmt ist Gehirntod. Ob die Fahrt Baumwall--Rammbachstrasse bei MT EUR 3,- oder bei MOIA 4,- kostet ist doch Banane. Beide schädigen mutmasslich das Gewerbe und müssen daher wech.
Das einzige was beruhigend ist, das sowohl MT als auch MOIA dem Hansa die Suppe gewaltig ausduennen.
Da werden auch strafbewehrte Handlungen wie früher von EX Vorständen nicht mehr helfen.
Ob das Still halten ggü der neuen "Konkurrenz" künftig Vorteile bei der Stadt bringt bezweifle ich auch.
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Campo » 18.04.2019, 11:25

Frage an mytaxi auf twitter:
"Liebes MyTaxi-Team, ich hatte vor ein paar Tagen bereits einmal gefragt: Bekommen die Taxifahrer bei mytaximatch weniger Geld als bei herkömmlichen Touren? Herzlichen Dank!"
Antwort von mytaxi:
"Jeder Fahrer kann frei wählen, ob er eine match Tour fahren will oder nicht. Bei einer geteilten Tour verdient der Fahrer mehr, findet sich kein Mitfahrer verdient er geringfügig weniger als bei einer "normalen" Tour. Durch die hohe match Nachfrage ist das aber die Ausnahme."
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon PoppyHH » 18.04.2019, 11:33

Der ehrliche Fahrer verdient immer gleichviel, da der Stundenlohn fest ist. Nur der Unternehmer, der den Blödsinn mitmacht wird langfristig mit Pleite bestraft. Selber Schuld!
.
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon E. G. Engel » 18.04.2019, 12:21

Unter:

viewtopic.php?f=47&t=11590&start=1420 (Klage gegen Moia) schreibt der Kollege CPL….

Zitat:

„Und zum Nachtisch gibt es sogar ein Leckerli zu der Sache mit MyTaxi!“


Das „Leckerli“ bedeutet das der match-Tarif von mytaxi vom VG als rechtlich fragwürdig eingestuft wurde. Man kann das so verstehen dass das Gericht schon einmal vorbeugend die Beteiligten – Taxibehörde, Taxenunternehmer, mytaxi - dazu aufruft auf dem Teppich zu bleiben nach dem Motto: Wir wollen nicht laufend irgendeinen Sch.eiss aus dem Gewerbe auf dem Tisch haben, kümmert euch. Eine entsprechende Feststellungsklage beim VG welche die Taxenbehörde zwingt sich an geltendes Recht zu halten dürfte ein Selbstgänger sein.


Ich vertrete die gleiche Auffassung. Vor einiger Zeit als der match-Tarif erstmals von mytaxi „angedacht“ wurde habe ich mich hier im Forum dahingehend geäußert dass Herr Mönch von mytaxi doch seinem Namen alle Ehre machen möchte und sich in ein Kloster verziehen soll weil der angedachte match-Tarif nicht den personenbeförderungsrechtlichen Vorgaben entspricht. Man muss sich immer wieder wundern mit welchem IQ Personen in verantwortliche Positionen kommen. Ein klein wenig intelligenter zu sein wie ein Taxifahrer/-unternehmer reicht nicht immer, Herrr Mönch. Fragen Sie Ihren Abt.


Ich will meinen Behauptungen, die ich auch schon nachweislich vor Kollegen gemacht habe, ein wenig Futter geben.


Personenbeförderungsgesetz (PBefG)

§ 51 Beförderungsentgelte und -bedingungen im Taxenverkehr

(2) Sondervereinbarungen für den Pflichtfahrbereich sind nur zulässig, wenn

1. ein bestimmter Zeitraum, eine Mindestfahrtenzahl oder ein Mindestumsatz im Monat festgelegt wird,
2. eine Ordnung des Verkehrsmarktes nicht gestört wird,



(3) Bei der Festsetzung der Beförderungsentgelte und -bedingungen sind § 14 Abs. 2 und 3 sowie § 39 Abs. 2 entsprechend anzuwenden.



(5) Für die Anwendung der Beförderungsentgelte und -bedingungen gilt § 39 Abs. 3 entsprechend.


Ich will das jetzt nicht weiter verdichten oder ausführen, kann jeder selber machen.


Nur ein Beispiel wie solch eine Ausnahmegenehmigung aussehen könnte.


Taxiunternehmer x beantragt mit der Fa. Beiersdorf einen Sondertarif zu vereinbaren. Im Gegenzug verpflichtet sich Beiersdorf vertraglich dazu dem Taxenunternehmer x einen Mindestumsatz für eine ebenfalls zu vereinbarende Leistung zu garantieren. Die Taxibehörde prüft nun dieses konkrete vertragliche Agreement auf Wirtschaftlichkeit und ob dadurch die Ordnung des Verkehrsmarktes unberührt bleibt. So in der Kürze. Was mytaxi und die hirnrissigen Taxiunternehmer da machen ist Bullshit hoch drei.

Übrigens dürften auch die meisten Krankenfahrten mit Abrechnung über die Leistungsträger an diesem Paragraphen scheitern. Aber wo kein Kläger, da ist auch kein Richter.
So. Schluss. Die Sonne scheint.
E. G. Engel
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Marvin » 18.04.2019, 15:14

E. G. Engel hat geschrieben:Unter:

viewtopic.php?f=47&t=11590&start=1420 (Klage gegen Moia) schreibt der Kollege CPL….

Zitat:

„Und zum Nachtisch gibt es sogar ein Leckerli zu der Sache mit MyTaxi!“


Das „Leckerli“ bedeutet das der match-Tarif von mytaxi vom VG als rechtlich fragwürdig eingestuft wurde. Man kann das so verstehen dass das Gericht schon einmal vorbeugend die Beteiligten – Taxibehörde, Taxenunternehmer, mytaxi - dazu aufruft auf dem Teppich zu bleiben nach dem Motto: Wir wollen nicht laufend irgendeinen Sch.eiss aus dem Gewerbe auf dem Tisch haben, kümmert euch. Eine entsprechende Feststellungsklage beim VG welche die Taxenbehörde zwingt sich an geltendes Recht zu halten dürfte ein Selbstgänger sein.


Ich vertrete die gleiche Auffassung. Vor einiger Zeit als der match-Tarif erstmals von mytaxi „angedacht“ wurde habe ich mich hier im Forum dahingehend geäußert dass Herr Mönch von mytaxi doch seinem Namen alle Ehre machen möchte und sich in ein Kloster verziehen soll weil der angedachte match-Tarif nicht den personenbeförderungsrechtlichen Vorgaben entspricht. Man muss sich immer wieder wundern mit welchem IQ Personen in verantwortliche Positionen kommen. Ein klein wenig intelligenter zu sein wie ein Taxifahrer/-unternehmer reicht nicht immer, Herrr Mönch. Fragen Sie Ihren Abt.


Ich will meinen Behauptungen, die ich auch schon nachweislich vor Kollegen gemacht habe, ein wenig Futter geben.


Personenbeförderungsgesetz (PBefG)

§ 51 Beförderungsentgelte und -bedingungen im Taxenverkehr

(2) Sondervereinbarungen für den Pflichtfahrbereich sind nur zulässig, wenn

1. ein bestimmter Zeitraum, eine Mindestfahrtenzahl oder ein Mindestumsatz im Monat festgelegt wird,
2. eine Ordnung des Verkehrsmarktes nicht gestört wird,



(3) Bei der Festsetzung der Beförderungsentgelte und -bedingungen sind § 14 Abs. 2 und 3 sowie § 39 Abs. 2 entsprechend anzuwenden.



(5) Für die Anwendung der Beförderungsentgelte und -bedingungen gilt § 39 Abs. 3 entsprechend.


Ich will das jetzt nicht weiter verdichten oder ausführen, kann jeder selber machen.


Nur ein Beispiel wie solch eine Ausnahmegenehmigung aussehen könnte.


Taxiunternehmer x beantragt mit der Fa. Beiersdorf einen Sondertarif zu vereinbaren. Im Gegenzug verpflichtet sich Beiersdorf vertraglich dazu dem Taxenunternehmer x einen Mindestumsatz für eine ebenfalls zu vereinbarende Leistung zu garantieren. Die Taxibehörde prüft nun dieses konkrete vertragliche Agreement auf Wirtschaftlichkeit und ob dadurch die Ordnung des Verkehrsmarktes unberührt bleibt. So in der Kürze. Was mytaxi und die hirnrissigen Taxiunternehmer da machen ist Bullshit hoch drei.

Übrigens dürften auch die meisten Krankenfahrten mit Abrechnung über die Leistungsträger an diesem Paragraphen scheitern. Aber wo kein Kläger, da ist auch kein Richter.
So. Schluss. Die Sonne scheint.


Nachfolgend die Stellungnahme einer kleinen hamburger Zentrale. Die meisten der Bedenken wurden in der Genehmigung für Mytaxi von der Behörde einzeln aufgeführt und (m. E. rechtlich nicht stichhaltig) abgebügelt. Aus der Genehmigung darf ich vermutlich nicht zitieren.

Sehr geehrter Herr Werner,
sehr geehrter Herr Ritter,

wir lehnen die von der Firma Intelligent Apps GmbH beantragte Sonderpreisvereinbarung in der vorliegenden Form ab. Generell halten wir es für sinnvoll, dem Taxengewerbe die Möglichkeit zu geben, dem Wunsch einiger Fahrgäste nach einer Kostenersparnis durch gemeinsame Nutzung von Taxen mit vorher nicht bekannten Personen Rechnung zu tragen. Der in Rede stehende Antrag dient jedoch erkennbar nicht dem Ziel, dem gesamten Taxengewerbe neue Marktchancen zu verschaffen. Vielmehr möchte sich offensichtlich ein Taxenvermittler einen Wetbewerbsvorteil durch einen Sondertarif mit umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten sichern. Das widerspricht dem Tenor des PbefG und tangiert möglicherweise einschlägige wettbewerbsrechtliche Bestimmungen.

Nachfolgend eine kurze Auflistung unserer Bedenken:

• Die Bindung eines Sondertarifs an einen Vermittlungsdienstleister und insbesondere an dessen proprietäre Software ist nicht durch den §51 Abs.(3) PbefG gedeckt. Die Bindung würde sowohl Fahrgäste als auch Unternehmer diskriminieren, die nicht über die entsprechenden technischen Möglichkeiten verfügen.
• Die durch §51 Abs.(3) Satz 1 PbefG geforderte Festlegung einer Mindestfahrtenzahl und eines Mindestumsatzes wird nicht hinreichend belegt und ist somit als reine Spekulationen zu werten.
• Die Preisgestaltung ist intransparent. Die willkürliche Bewertung der Nachfrage- und Angebotssituation bzw. der Trefferwahrscheinlichkeit durch die Antragstellerin zur Preisermittlung eröffnet ihr beliebige Möglichkeiten der Rabattierung und dürfte als Einführung des „surge pricing“ durch die Hintertür gewertet werden. Wir befürchten, dass die öffentlichen Verkehrsinteressen dadurch gefährdet würden.
• Die Antragstellerin beabsichtigt, für die angeschlossenen Unternehmen variable Preise festzulegen, ohne diesen einen Einfluss auf die zugrunde liegenden Parameter zu gewähren. Im Gegensatz zur Anwendung des allgemeingültigen Taxametertarifs könnte es sich bei diesem Vorgehen um eine Preisbindung handeln, die mit dem Kartellrecht kollidiert. Die Antragstellerin könnte aufgrund ihrer marktbeherrschenden Stellung imstande sein, angeschlossenen Unternehmen nach belieben Preise zu diktieren und auf diese Weise den Wettbewerb unzulässig zu beschränken.
• Es wäre geradezu absurd, dem Taxengewerbe seit Jahren einen angemessenen Ausgleich für verkehrsbedingte Wartezeiten mit dem Argument zu verweigern, dass der Kunde klare reproduzierbare Fahrpreise wünsche, um dann einem einzelnen Vermittlungsdienstleister eine willkürliche Sonderpreisgestaltung zu genehmigen, die zu starken Preisschwankungen führen kann.
• Die Ersparnis im Vergleich zum Normaltarif im nicht unwahrscheinlichen Fall, dass ein Fahrgast eine Sammelfahrt gebucht, die Taxe jedoch nicht teilen muss, ist derart exorbitant, dass mit erheblichen Marktverschiebungen durch diese Form der Rabattierung zu rechnen wäre. Die Genehmigung des Antrags verstieße deshalb mutmaßlich gegen §51 Abs.(3) Satz 2 PbefG.
• Da die Trefferwahrscheinlichkeit für Sammelfahrten zumindest temporär eher gering sein dürfte, würden die teilnehmenden Unternehmen viele Fahrten zu einem Preis ausführen, der nicht kostendeckend wäre. Die Genehmigung eines solchen Tarifs verstieße unseres Erachtens gegen §39 Abs.(2) PbefG.
• Es erscheint uns nicht rechtskonform, wenn ein Teil des Gewerbes Fahrpreise auschließlich auf der Basis geeichter Messgeräte fordern darf, der Antragstellerin jedoch zur Preisermittlung die Nutzung eines ausländischen Dienstes genehmigt wird, der bekanntermaßen sehr große Genauigkeitsschwankungen aufweist und zudem keinerlei Einblick in seine Messmethodik gestattet.
• Die Nutzung des Sondertarifs bedingt eine Beschneidung wesentlicher Fahrgastrechte. Wir vermuten, dass der in Rede stehende Antrag nicht im Einklang mit den einschlägigen Gesetzen steht.

Wir möchten betonen, dass wir einem diskriminierungsfreien Tarifmodell für Sammelfahrten, das das gesamte Taxengewerbe einbezieht, positiv gegenüberstehen. Der in Rede stehende Antrag grenzt hingegen den überwiegenden Teil des Gewerbes und auch wesentliche Teile der Kundschaft aus. Wir bitten Sie deshalb, den Antrag abzulehnen und statt dessen gemeinsam mit Verbänden und Zentralen ein Modell für Sammelfahrten zu entwickeln, das die Interessen des gesamten Gewerbes berücksichtigt.

Mit freundlichen Grüßen
"Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert."
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon arne13 » 18.04.2019, 19:38

Klagen?? Die Erfolgsaussichten wären wirklich prächtig. Nur müsste es einer mit Zeit und Muße und vor allem A*** in der Hose sein. A*** in der Hose kann man von denjenigen, die es am meisten betrifft, sprich den mytaxlern allerdings am wenigsten erwarten. Wenn ich hier schon diese Wehklagen lese, anstatt zu handeln, überkommt mich schon ein leichter Würgreiz. Mich fragte neulich einer schon fast flehentlich, dagegen zu klagen. Ich war verwundert und sagte ihm dann, dass ich nur sekundär betroffen bin und hierzu keine Lust habe. Jetzt fährt er diese Touren und wird sich bei ein Matchingquote von ca.3-4% am Monatsende noch schwer umgucken. Der Schaden für das Gewerbe dürfte tatsächlich immens sein. Man sagt dem Kunden, eigentlich: Wir waren immer schon viel zu teuer, geht auch viel günstiger.....

Vielleicht sollte man schon vorsorglich eine Mietwagenkonzession beantragen, da wird man von Uber anfangs wenigstens ordentlich gepampert. Okay, ein Strohfeuer aber immerhin. Mytaxler kennen das Spielchen ja schon.
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Poorboy » 19.04.2019, 03:02

Vorab: TaxiBabsi, wie weit bist Du mit den Rechenaufgaben, die ich Dir gestellt habe? Oder hast Du wenigstens den VHS-Kurs gebucht, um die Aufgaben in einigen Jahren lösen zu können?

Aus dem Hauptquartier erreichte mich, wie bereits berichtet, ob meiner Stellungnahme hier, eine sehr lange und freundliche Mail. Tenor: „Ziel ist es, dass sich das Taxi-Gewerbe dem Wettbewerb stellt!“

Da wurde offenbar das Ziel des Gesetzgebers nicht verstanden. Damals von Volksvertretern und nicht vom Großkapital gekauften Berufslosen verabschiedet.

Das umfangreiche Regelwerk Personenbeförderungsgesetz hat den Zweck, im Taxi-Gewerbe einen Wettbewerb über den Preis zu verhindern. Das dient dem Allgemeinwohl, dem sich die Volksvertreter damals noch verpflichtet sahen, nicht der Profitmaximierung des Großkapitals, was nun vorrangig politisches Ziel ist.

Der Markt, mithin der Wettbewerb soll da greifen, wo Dinge nicht notwendig sind, Krankenhäuser, sozialen Wohnungsbau etc dem Markt zu überlassen, ist darum glatter Verrat an den Interessen der Allgemeinheit.

Das gilt auch für Taxitarife. Ich gebe nun einen Ausblick auf mein kommendes Weihnachtsfest im Vergleich zu meinem vergangenem.

Durch den Match-Irrsinn, stünde auf dem Tisch nicht mehr die Weihnachtsgans sondern das Weihnachtsrührei. Nach dem Essen gönne ich mir nicht mehr ein Glas Glenmorangie Signet (schottischer Whisky, die Flasche zu € 130,-) sondern ein Glas Brennspiritus. Fahrtüchtig bin ich dann sowenig, wie im vergangenen Jahr. Beide Einschränkungen findet der Gesetzgeber in Ordnung, ist eben der Markt.

Zum Ende rufe ich dann ein Taxi, das meine hochbetagte Mutter wieder nach Pinneberg fährt. Im vergangenen Jahr, die Tour kostet € 35,-, habe ich dem Fahrer € 40,- in die Hand gedrückt mit dem Hinweis, mir wäre es egal, ob der Fiskus an dieser Tour beteiligt werden würde.

In diesem Jahr könnte die Tour nun € 120,- kosten, weil eben surge pricing und extrem hohe Nachfrage. Und genau deshalb hat der alte Gesetzgeber hier einen Wettbewerb über den Preis kategorisch ausgeschlossen. Und genau das meinte das Verwaltungsgericht in seinem Beschluss in Sachen MOIA, falls Ihr an der Großen Elbstraße das nicht kapiert habt.

Nun der Tagesbericht. Via App gibt es eine Jubelmeldung von myTaxi: Irre Nachfrage match, Wahnsinnsquote an tatsächlich zusammengelegten Touren. Die Autoren sollten dringend den achten Band der Harry-Potter-Reihe schreiben.

Das System muss extra für mich manipuliert worden sein. Auf meinem Display sind Vollzahler-Angebote sofort weg, die Mehrzahl der Matches bleibt liegen, einige werden nach quälend langer Wartezeit offenbar doch bedient. Wir haben natürlich auch TaxiBabsis oder Babsos, die die Grundrechenarten nicht beherrschen.

Selbst bekomme ich aus kürzester Distanz eine Flughafentour von der Sierichstraße als match angeboten. Lasse ich natürlich passieren. Kommt nach wenigen Minuten als Vollzahler-Tour wieder. Nun nehme ich an. Fahrgast Anna hat sich schon gedacht, warum sie nicht bedient wurde beim ersten Versuch und darum umgestellt.

Zwei weitere gescheiterte Versuche mit „matschi“ aus der Heckscherstraße und dem Falkenried sehe ich, die beim erneuten Versuch als Vollzahler kommen. Haben es also auch begriffen und werden sofort angenommen.

Vollzahler in Farmsen, Lehmsal und Blankenese werden nicht bedient, weil keine Wagen mehr vor Ort, um mit „Matschi“ in den Konkurs zu fahren.

Knüller, den ich nur vermuten kann: Bei Einfahrt in die Große Bergstraße wird mir aus 400 Metern ein „Matschi“ von Ikea angeboten, ich lasse passieren. Vor Ikea stehen offenbar Mutter und Tochter samt Einkauf. Während Tochter mich stoppen will, hat Mama bereits das Handy am Ohr, ruft wohl eine Zentrale an, und drückt Töchterchens Arm herunter! Glückwunsch, Arne! Wenn Du klagst, kann myTaxi vor Dir knien, weil sie so ohne Gesichtsverlust aus der Nummer rauskommen!

Und zu Schluss das Perfide. Da „Matschis“ ja zum „Festpreis“ angeboten werden, gehe ich davon aus, dass dem Fahrgast dieser vor Bestellung auch genannt wird. Anders würde es keinen Sinn ergeben. Nur wird dieser Preis dem Fahrer nicht angezeigt. Ich bekomme die Info, dass diese Tour aktuell mit € 1,50 pro Kilometer und € 0,15 pro Minute vergütet wird. Wieviel Zeit für die Tour das System geschätzt hat, weiß ich nicht. Ich kann nur die Länge der Tour plus den Grundpreis von € 2,- berechnen und dann raten, welche Zeit myTaxi vermutet.

Also keinerlei Transparenz für den Fahrer, den Kunden schon. Offenbar hält man uns alle für TaxiBabsis. Dazu wird der Festpreis unter Mitwirkung von Google-Maps berechnet.
Das Navi wollte mich gestern vom Axel-Springer-Platz in die Wexstraße schicken, diese Einfahrt ist seit Wochen wegen Bauarbeiten geschlossen. Bei Festpreis also mein Schaden. Heute sollte ich von Altona zum Schaarsteinweg nicht am Rödingsmarkt abbiegen, sondern erst an der Holzbrücke und dann über Deichstraße zurück zum Rödingsmarkt, Nachteil für den Fahrgast.

Alles ein Irrenhaus!!



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Zuletzt geändert von Poorboy am 19.04.2019, 03:09, insgesamt 3-mal geändert.
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Poorboy » 19.04.2019, 03:53

arne13 hat geschrieben: Wenn ich hier schon diese Wehklagen lese, anstatt zu handeln, ....


Es wird doch gehandelt, und zwar mit Boykott!! Nur Vollidioten (also Babsis und Babsos) nehmen die Touren. Meine Tagesmeldungen sind doch deutlich!

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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon Volker-Hamburg » 25.04.2019, 03:12

@fd
Also ich habe akzeptiert um "mal unverbindlich zu gucken.."
Aber und wie ich schon schrieb, funktioniert das "price surging" bei mt überhaupt nicht bzw. findet nicht statt..

Sehr gut auch von am 18.04.2019, 07:21 beschrieben.

Wenn mt vor Anmeldung 1,-/Km und 0,10/Min + 2,- angekündigte hätte... = no way..
Haben sie aber nicht!
Nun 1,50/Km + 0,15/Min + 2,-
Hmmh, mit 5,- Prämie kann sich das bei Touren <4 km rechnen..
ABER, letztendlich sind es, wie du ganz richtig sagst, Lockangebote, die alsbald die Fahrer finanzieren sollen.

DAS ist jedenfalls keine (angekündigte) dynamische (!) Preisgestaltung!
Es bleiben simple Dumping-Angebote.
Vermutlich auch logisch, kein Anbieter wagt es als erster dem Besteller auch mal höhere Preise zu präsentieren..

Einig sind wir uns wohl alle, das es aber wesentlich günstiger nicht funktioniert.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich zeitnah sehr viel ändern wird, weil die Politik es einfach will und die Gesetze ändern wird.

Wenn dann echtes "price surging" auch bei Taxi kommt (davon gehe ich persönlich aus..) dann wäre es gut, wenn die Spitzen nicht von den Vermittlern abgegriffen werden sondern auch bei uns bleiben. Dann würden sich vielleicht ja auch Chancen ergeben.

Daran gilt es zu arbeiten... Durch Konkurrenten zu mt oder aber durch sowas wie eine schlagkräftige Gewerkschaft der Fahrer... Wie sagt Jörn so schön: "Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will!" Stellt euch nur mal vor, wir Fahrer wären wirksam(!) organisiert!!

Ansonsten würde ich mir wünschen, dass hier mit mehr Respekt gegenüber anderen Meinungen umgegangen wird.. Macht manchmal echt keinen Spaß..
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon N8tfahrer » 25.04.2019, 03:17

@Poorboy....jetzt ist auchmal ein Lob fällig.....
Sind sie das Taxi ? ............NEIN, Der Fahrer !
Das müssen sie doch wissen, sie sind doch der Taxifahrer !
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Re: Der Selbstmord von myTaxi - Hansa im Glück!!!

Beitragvon CPL5938 » 25.04.2019, 04:15

N8tfahrer hat geschrieben:@Poorboy....jetzt ist auchmal ein Lob fällig.....

Und? Kommt es noch oder wars das schon?
"The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing.”
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