Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Personenbeförderungsrecht, Taxitarife.
Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 18.04.2021, 16:49

sivas hat geschrieben:
18.04.2021, 14:18
Wie sieht's denn bei den Zentralen aus, nutzen die ein eigenes Vermittlungssystem oder ein auf dem Markt angebotenes ?
Ist letzteres der Fall, wäre es schön zu wissen, welche Kosten sich dadurch ergeben und ob diese von der Nutzung abhängig sind (Anzahl der angeschlossene Fahrzeuge / der vermittelten Aufträge).
Wie kann eine Zentrale nach Fahrten abrechnen, wenn sie selbst pauschal bezahlt ?
Hansa benutzt FMS Sort- und Hardware.

Die Kosten sind pro Fahrzeug fix ...

Diese Kosten sind aber nur ein kleiner Kostenfaktor bei der Zentrale ...

Beispiel: Man kann sich von FMS mittels einer Driver App vermitteln lassen. Dieser Dienst würde pro Wagen und Monat 15€ kosten. Sicherlich kommen nich Kosten für die Zentralensoftware und Server. Aber das ist überschaubar ...

Benutzeravatar
Marvin
Vielschreiber
Beiträge: 465
Registriert: 08.01.2012, 02:30
Wohnort: Hamburg

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Marvin » 20.04.2021, 22:27

Wattwurm hat geschrieben:
18.04.2021, 09:33
Eine pauschale monatliche Funkgebühr zu erheben, die nicht die Anzahl der von mir gefahrenen Angebotsaufträge durch die Zentrale berücksichtigt, ist heute nicht mehr zeitgemäß.
Eine Aufteilung in Grundbeitrag und Tourengebühren macht Sinn, wenn man zwischen mehrfach- und einfachbesetzten Taxen unterscheiden will. Oder danach, ob jemand Vollzeit oder Teilzeit fährt. Ansonsten gilt (zumindest in einer Genossenschaft) das Solidarprinzip: Die Kosten der Infrastruktur müssen von Allen getragen werden. In einer vernünftigen Zentrale machen Stammkunden keinen Sinn. Ziel ist, dass alle Mitglieder eine Vollauslastung haben und die Kunden mit allen Kollegen gleichermaßen zufrieden sind.

Tourengebühren machen auch ausschließlich in solidarisch betriebenen Zentralen Sinn, denn ansonsten fährt der rechnende Unternehmer bei gutem Geschäft eher kostenlose Anläufer, statt die Stammkunden der Zentrale zu bedienen. Oder sie fahren den Plattformkapitalistenkunden und die eigenen Kunden werden versetzt. Das Alles schadet dem eigenen Geschäft, denn die Plattformvermittler machen mit den Kunden bekanntlich, was sie wollen.

Zu den Indizien, dass Taxifahrer nicht rechnen können gehört die Tatsache, dass immer noch stumpf die Kosten pro Tour oder die Monatsbeiträge betrachtet werden. Das Einzige was jedoch zählt, ist die zeitliche Abfolge der angebotenen Touren und die dauerhafte Zuverlässigkeit des Angebotes. Auch die Qualität der Touren muss mitbetrachtet werden. In Bezug auf Lukrativität und Stressarmut.

Freenow ist ausschließlich für Leute interessant, die nicht langfristig vom Taxifahren existieren wollen.
"Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert."

Benutzeravatar
Taxi Georg
Vielschreiber
Beiträge: 8939
Registriert: 10.06.2007, 09:09
Wohnort: Düsseldorf am Rhein

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Taxi Georg » 20.04.2021, 23:30

Marvin hat geschrieben:
20.04.2021, 22:27
FreeNow ist ausschließlich für Leute interessant, die nicht langfristig vom Taxifahren existieren wollen.
Sarkasmus?
Bitte betrachtet meine Postings nicht als Verpflichtung, sondern nur als gutgemeinte Hinweise!
Diese Hinweise sollen auch keine Rechts-/Steuerberatung darstellen oder sollen diese ersetzen. ☑

Benutzeravatar
Thomas-Michael Blinten
Vielschreiber
Beiträge: 7103
Registriert: 03.02.2005, 17:52
Wohnort: Düsseldorf

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Thomas-Michael Blinten » 21.04.2021, 02:13

Taxi Georg hat geschrieben:
20.04.2021, 23:30

Sarkasmus?
Nein, eher Realismus...
„Alle sind irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht wird Philosoph genannt" (Ambrose Bierce)

Pascha
User
Beiträge: 222
Registriert: 11.01.2018, 14:55
Wohnort: Berlin

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pascha » 21.04.2021, 06:06

Digitalrealer Fortschritt im Mobilitätsgewerbe bedeutet Zukunft und zeigt den Genossen wie Entwicklung funktioniert.

Jede weitere Tariferhöhung, jeder weitere Hilferuf nachVater Staat und jeder weitere hupende Demogroll vergrößert das Loch im sinkenden Taxischiff.

Pirat
Vielschreiber
Beiträge: 2112
Registriert: 17.05.2012, 17:22
Wohnort: Essen

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pirat » 21.04.2021, 07:50

Jetzt wieder sachbezogen...
@ IK
Auf der GV Taxi Essen e.G am 8.09.2017...
Zitat : Herr Dr. Graute erklärt den anwesenden Mitgliedern die Konsequenzen der Verfügungsklage der Firma Mytaxi.

1) Das Urteil verlangt die Abschaffung des Plus-Taxi in der von uns geforderten Form.
2) Die von uns gewünschte Form wäre nur mit Genossenschaftsmitgliedern durchsetzbar.


Herr Dr. Graute (Rechtsanwalt) und das Urteil (Mytaxi) bestätigt, eine e.G kann von seinen Genossenschaftsmitgliedern besondere Pflichten verlangen, soweit sich die Pflichten mit dem Wettbewerbsrecht vereinbaren lassen...

Übertragen auf Deinen Fall, Hansa hat Dich nicht von der Vermittlung ausgeschlossen und somit ist der Ausschluss rechtens..
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 21.04.2021, 12:06

@Pirat

Danke für die Info. Wenn es dem so wäre, würde Taxi Essen den Genossen die FN Nutzung verbieten.

Ist das so, dass die Genossen der eG unter einem solchen Verbot stehen? Mir ist das nicht bekannt.

Wenn der Anwalt sagt, dass ein solches Verbot nur für die Genossen möglich WÄRE, bedeutet das, dass ein solches Verbot für die Genossen 2017 nicht in der Satzung WAR, sonst würde der Anwalt nicht „WÄRE“ sagen, sondern „IST“.

Soweit mein Verständnis des Textes.

Außerdem, wenn es dem so wäre, wie der Anwalt behauptete, wären die Urteile des BGHs sowie die Folgeurteile gegenstandslos, weil da immer um die Genossen ging ...

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 21.04.2021, 12:18

Marvin hat geschrieben: Tourengebühren machen auch ausschließlich in solidarisch betriebenen Zentralen Sinn, denn ansonsten fährt der rechnende Unternehmer bei gutem Geschäft eher kostenlose Anläufer, statt die Stammkunden der Zentrale zu bedienen. Oder sie fahren den Plattformkapitalistenkunden und die eigenen Kunden werden versetzt. Das Alles schadet dem eigenen Geschäft, denn die Plattformvermittler machen mit den Kunden bekanntlich, was sie wollen.
@Marvin
Gibt es eine Impfung gegen Kreativität bei der Problemlösung, mit welcher Chefs der Zentralen geimpft werden? Denn ich sehe und lese immer dieselbe Gedankengänge. Das Wesen dieser Impfung scheint zu sein, dass man ausschließlich auf das Auftauchen potenzieller NEUER PROBLEME schaut und deswegen lieber in der gewohnter Position beharrt ...

Beispiel: Solche Leute würden bei einem Schiffsunglück ablehnen, in ein Rettungsboot zu steigen, weil da wenig Platz ist (Problem 1), das Ding schaukelt (Problem 2), unbequem ist (Problem 3), das Vier-Gänge-Menü nicht serviert wird (Problem 4), die Bordkapelle nicht spielt (Problem 5) ...

Marvin, wie hat denn FN das von Dir beschriebene „Problem“ gelöst?

Pirat
Vielschreiber
Beiträge: 2112
Registriert: 17.05.2012, 17:22
Wohnort: Essen

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pirat » 22.04.2021, 09:52

IK hat geschrieben:
21.04.2021, 12:06
@Pirat

Danke für die Info. Wenn es dem so wäre, würde Taxi Essen den Genossen die FN Nutzung verbieten.

Ist das so, dass die Genossen der eG unter einem solchen Verbot stehen? Mir ist das nicht bekannt.
Anscheinend kennst Du die Verhältnisse in Essen nicht.
Warum sollte die e.G ihren 30 Genossen die Zusammenarbeit mit FN verbieten, wenn 216 Teilnehmer mit FN zusammenarbeiten..., macht keinen Sinn...
Das auf der GV beschlossene Formular „PLUS-Fahrerprofil“ musste von allen Teilnehmer und Genossen unterschrieben werden.
Dafür bedarf es auch keine Satzungsänderung oder ein Änderungsbeschluss.
Gegen dieses Formular hat FN geklagt.
Das Gericht hat der Klage in Sachen Teilnehmer stattgegeben.


Und Dein Hinweis aufs BGH-Urteil ist nicht vergleichbar.
Zitat Urteil: Der Ausschluss der Doppelmitgliedschaft wirkt in dem vom Beschwerdegericht festgestellten Beziehungen wettbewerbsbeschränkend (...)
(von mir hervorgehoben)

Ich wiederhole mich, im BGH-Urteil war Ausschluss aus der e.G. gleich auch Ausschluss von der Vermittlung, anders wie in Deinem Fall...
Nur auf der Ebene der Fahrtenvermittlung sind wettbewerbsrechtliche Regelungen zu beachten.
Eventuelle andere Nachteil des Ausschlusses aus der e.G. entzieht sich dem Wettbewerbsrecht.
Zuletzt geändert von Pirat am 22.04.2021, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 22.04.2021, 13:51

@Pirat

Erstmal danke ich für einen weiteren Blickwinkel auf das Thema.

Bei meinem Fall - anders FN vs. Hansa - geht es nicht NUR um Wettbewerbsrecht. Auch das GenG in Rahmen der genossenschaftlichen Treuepflicht sieht es NICHT vor, dass man „die Ware“ zu 100 % bei eigener Genossenschaft bezieht oder beziehen muss. Entscheidend ist die Frage, ob mein Verhalten den Förderzweck der eG stört. Dafür gibt es bis jetzt keinen Beweis ...
Warum sollte die e.G ihren 30 Genossen die Zusammenarbeit mit FN verbieten, wenn 216 Teilnehmer mit FN zusammenarbeiten..., macht keinen Sinn...
Im Urteil beklagt die Essener eG, dass die Touren liegenbleiben, weil die Fahrer FN Touren bevorzugen. In diesem Sinne hätte die eG ein sehr starkes Motiv zumindest die eigenen Mitglieder mit einem Verbot der FN-Nutzung zu überziehen. Wenn sie das dennoch nicht tun - du sagst, den Genossen dürfen sie FN verbieten - dann ist das erklärungsbedürftig.

Pirat
Vielschreiber
Beiträge: 2112
Registriert: 17.05.2012, 17:22
Wohnort: Essen

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pirat » 22.04.2021, 15:18

Das Touren liegen blieben hat vermutlich mit dem Umstand zu tun, das sie finanziell völlig unattraktiv sind.. (Sondervereinbarung Krankenkassen)
30 Genossen, die selbst nicht vom Tagesgeschäft abhängig sind, beschließen Sondervereinbarungen, die Teilnehmer zum Selbstkostenpreis fahren sollen..
Die meisten Genossen sind mit finanziell entschädigenden Aufgaben versorgt und deren Fahrer sind Umsatz-beteiligt beschäftigt..
Und sollten die Genossen ihren Fahrern aufzwingen, keine FN Fahrten machen zu dürfen, müssten sie sich alsbald selbst ans Steuer setzen...

IK, wie man mit der Zusammenarbeit eines Mitbewerbers die eigene e.G. fördern kann, leuchtet mir auf Anhieb nicht ein... :o :?:

Wobei die Klagen von FN gegen Hansa Sinn macht...
Auf dem Weg lässt sich klären, welchen Status in Sachen Fahrtenvermittlung (Marktbeherrschung) Hansa inzwischen erreicht hat..
Eine gerichtliche Feststellung der Marktbeherrschung würde weitreichende Konsequenzen mit sich bringen..
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 22.04.2021, 16:53

@Pirat
IK, wie man mit der Zusammenarbeit eines Mitbewerbers die eigene e.G. fördern kann, leuchtet mir auf Anhieb nicht ein... :o :?:
Auch wenn ich die Gefahr laufe kleinlich zu wirken, sage ich folgendes:
Ein Genosse fördert die eG nicht, sondern umgekehrt. Die eG hat nur einen einzigen Zweck: Die Förderung der Mitglieder ...

Aber wenn wir schon die Logik einer eG aus dem Kopfstand betrachten wollen, sage ich gerne folgendes:

Meine eG hat mich nicht gefragt, ob ich die 500 € Netto im Monat zahlen kann. Sie hat uns gesagt, dass wir zahlen müssen, sonst Ausschluss. Ich habe bei Hansa alle meine Rechnungen pünktlich bezahlt. Auch die 12 Cent pro Tour sowie die 4% auf unbare Zahlungen. Dazu kommt, dass die FN-Kunden und die Anläufer manchmal mit Karte bezahlen, wobei Hansa unverdient von mir 4% der Summe bekommt. Außerdem sind meine Autos ständig auf der Straße, um die eG-Kunden zu bedienen. Gilt das nicht als Förderung der eG seitens eines Genossen? Oder müsste ich mich noch ans Kreuz nageln lassen, um meine „Loyalität“ zu beweisen?

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 22.04.2021, 16:55

@Pirat
Eine gerichtliche Feststellung der Marktbeherrschung würde weitreichende Konsequenzen mit sich bringen..
Aus diesem Grund habe ich den Vorstand eindringlich gebeten, den juristischen Streit zu vermeiden. Aber ich konnte mich nicht durchsetzen ...

Sollte die Marktbeherrschung festgestellt werden, entsteht mir als Genosse ein erheblicher Schaden ...
Zuletzt geändert von IK am 22.04.2021, 16:56, insgesamt 1-mal geändert.

Benutzeravatar
miamivice
Vielschreiber
Beiträge: 436
Registriert: 28.11.2013, 22:35
Wohnort: all over

Beitrag von miamivice » 22.04.2021, 20:52

Pirat hat geschrieben:
22.04.2021, 15:18
Eine gerichtliche Feststellung der Marktbeherrschung würde weitreichende Konsequenzen mit sich bringen..
Der Taxifahrer darf nicht zur gehetzten Ra.tte degradiert werden unter dem Deckmantel der Brechung von "Marktmacht". Taxigewerbe ist nur voll funktionsfähig, wenn alle Taxiunternehmen EINER Taxizentrale angeschlossen sind. Taxizentralen werden nicht durch Konkurrenz-Taxizentralen oder FREE NOW "kontrolliert", sondern vom Volk, welches in keine Slum- und Raubtaxis einsteigen will.

BPB über Marktmacht und Wettbewerbspolitik:
Marktmacht

Marktmacht liegt vor, wenn Anbieter oder Nachfrager auf einem Markt eine beherrschende Stellung einnehmen, also entweder ohne Konkurrenz oder keinem wesentlichen Wettbewerb ausgesetzt sind oder im Vergleich zu anderen Wettbewerbern eine überragende Marktstellung einnehmen. Wenn nur eine kleine Anzahl von Unternehmen auf einem Markt eine beherrschende Stellung einnimmt, kann es leicht zur Ausnutzung dieser wirtschaftlichen Macht, z. B. durch überhöhte Preise, Ausbeutung von Lieferanten oder Abnehmern, Behinderung anderer Unternehmen durch Belieferungsstopp oder Herabsetzung der Wettbewerber, kommen. Die bestmögliche Versorgung über den Markt ist in einer Volkswirtschaft jedoch nur gewährleistet, wenn sich die einzelnen Marktteilnehmer durch ausreichenden Wettbewerb in der wirtschaftlichen Macht gegenseitig ausgleichen. Eine Situation, in der einzelne oder auch wenige Anbieter oder Nachfrager über so viel Macht auf einem Markt verfügen, dass sie diese für ihre einseitigen wirtschaftlichen Interessen missbrauchen können, erfordert daher staatliche Maßnahmen der Wettbewerbspolitik zur Erhaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs.
Wettbewerbspolitik
Wettbewerbsbehörden

alle staatliche Maßnahmen, die der Sicherung des Wettbewerbs und dem Abbau von Wettbewerbsbeschränkungen dienen. Der Wettbewerb als eines der wesentlichen Gestaltungsmerkmale der sozialen Marktwirtschaft sorgt für die bestmögliche Verwendung der knappen Produktionsfaktoren. Seine Erhaltung ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Die Wettbewerbspolitik bedient sich verschiedener gesetzlicher Regelungen wie des Kartellgesetzes (Kartellverbot, Missbrauchsaufsicht, Fusionskontrolle) oder des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (Verbot unwahrer Werbung, Vorschriften über Sonderverkäufe), um auf die Wettbewerbssituation Einfluss zu nehmen, die Unternehmenskonzentration und eventuelle Marktmacht zu begrenzen. Träger der Wettbewerbspolitik ist der Staat. Zuständig für Wettbewerbsbeschränkungen sind als Wettbewerbsbehörden das Bundeskartellamt (siehe dort) und auf europäischer Ebene die Europäische Kommission.
Die beiden Zitate enthalten philosophische Elemente, welche von der Verrechtung in ihr Gegenteil verkehrt werden.

Verrechtung versteht die rot markierten Worte und Sätze falsch.

Verrechtung bezieht FREE NOW in den Diskurs ein, als ob es sich bei FREE NOW um einen legalen Player handelte. Damit wird die Verrechtung zum Kollaborateur.

Verrechtung unterscheidet nicht zwischen Wettbewerb und Slum.
Verrechtung unterscheidet nicht zwischen Konkurrenz und Vernichtungskonkurrenz.

eichi
Vielschreiber
Beiträge: 3923
Registriert: 16.06.2009, 13:25
Wohnort: Hamburg Nord

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von eichi » 25.04.2021, 16:37

./.
Zuletzt geändert von eichi am 25.04.2021, 16:39, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Immanuel Kant)

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 28.04.2021, 20:50

Am 20.07.2021 wird vor dem Gericht verhandelt und zwar:

1. Um 10 Uhr Free Now vs. Hansa Funk
2. Um 11 Uhr IK vs. Hansa Funk


Hansa Funk hat die Klage erwidert. Im Prinzip stellen sie alle meine Behauptungen in Frage und bestreiten diese. Dazu wird einiges mit "Nichtwissen" bestritten.

Abgesehen davon, behauptet der Hansa Funk, dass ein Umsatz von 13-19 € pro Stunde alleine mit Hansa möglich ist und war. Dazu kommt, dass behauptet wird, dass Hansa nur 600 Wagen hat und die gekauften Zentralen völlig eigenständige Firmen sind. Somit rechnet Hansa den eigenen Marktanteil auf 19 % (600/3150).

Es wird auch behauptet, dass jedes Fahrzeug gebraucht wird, um die schnelle Bedienung der Kunden zu erreichen und ich deswegen FN nicht nutzen darf. Den Tourenrückgang der vergangenen Jahre führt Hansa auf den Umstand zurück, dass die Genossen FN benutzt haben und die eG die Touren nicht vermitteln konnte.

Im Bezug auf die Frage der Wettbewerbsverhinderung wird behauptet, dass Free Now genug Taxifahrer in HH hat, mit denen ein Vertrag abgeschlossen werden kann und dass die Fahrzeuge der Genossen (600) für die Marktpräsenz nicht notwendig sind.

Ich kann binnen vier Wochen auf die Behauptungen eingehen, wenn ich es will.

Benutzeravatar
miamivice
Vielschreiber
Beiträge: 436
Registriert: 28.11.2013, 22:35
Wohnort: all over

Beitrag von miamivice » 30.04.2021, 09:51

IK hat geschrieben:
28.04.2021, 20:50
Abgesehen davon, behauptet der Hansa Funk, dass ein Umsatz von 13-19 € pro Stunde alleine mit Hansa möglich ist und war. Dazu kommt, dass behauptet wird, dass Hansa nur 600 Wagen hat und die gekauften Zentralen völlig eigenständige Firmen sind. Somit rechnet Hansa den eigenen Marktanteil auf 19 % (600/3150).
Hansa-Funk hat im Rahmen wirtschaftlicher Notwehr nur 600 Taxen anstatt 3150. Die Aussage "gekaufte Zentralen, welche völlig eigenständige Firmen sind" ist sinnlos. Sämtliche Taxifunkzentralen sind für das jeweilige Beförderungsgebiet unter ein Dach zu bringen. ALLES ANDERE IST ASOZIAL.
IK hat geschrieben:
28.04.2021, 20:50
Es wird auch behauptet, dass jedes Fahrzeug gebraucht wird, um die schnelle Bedienung der Kunden zu erreichen und ich deswegen FN nicht nutzen darf. Den Tourenrückgang der vergangenen Jahre führt Hansa auf den Umstand zurück, dass die Genossen FN benutzt haben und die eG die Touren nicht vermitteln konnte.

Anfahrten werden insgesamt weiter, da das Gewerbe aufgespalten ist. Ein illegaler Zustand.

Die Administration hat so große Not unter die Taxler gebracht, daß viele illoyal und suizidal geworden sind und zu MyTaxi übergelaufen sind. Einige Fahrer verfallen sogar auf die Idee eine "App der Taxifahrer" begründen zu wollen, also das Genossenschaftsprinzip neu erfinden zu wollen statt die bestehenden Genossenschaften zu regulieren. Diese administrativ implementierte Funktionsunfähigkeit (ungepoolte Taxizentralen, MyTaxi, FREE NOW Ride, MOIA, CleverShuttle, UBER etc.) muß behoben werden.

Die Fahrer von IK haben selbstverständlich Anspruch auf sämtliche FREE-NOW-Fahrten, welche ja tatsächlich ihr Eigentum sind. Es ist ein Paradoxon entstanden. Man paktiert mit dem Zerstörer FREE NOW um sich das zurückzuholen was einem gehört. Illegitime Werbung hat MyTaxi bereits zu viele Kunden zugeführt. Blanke Not wie auch ein tief sitzendes Ressentiment (gegenüber ihrer eigenen Funkzentrale) seitens der Taxiunternehmen entschuldigt gewissermaßen Gier und Asozialität. Die enteigneten Taxler können sich leider nicht mehr darauf einigen sich NICHT von FREE NOW zurückzuholen was ihnen gehört (konzertante Unterlassung). Somit würde FREE NOW ausgetrocknet und desinformierte irregeführte Bürger würden die FREE NOW-App von ihrem Smartphone löschen.
IK hat geschrieben:
28.04.2021, 20:50
Im Bezug auf die Frage der Wettbewerbsverhinderung wird behauptet, dass Free Now genug Taxifahrer in HH hat, mit denen ein Vertrag abgeschlossen werden kann und dass die Fahrzeuge der Genossen (600) für die Marktpräsenz nicht notwendig sind.
MyTaxi braucht die 600 Hansa-Taxen zum Abgreifen nicht. Gerichte bewegen sich in pervertierten Systemen, wenn sie wollen, daß ausreichend "Partner" für MyTaxi vorhanden sein sollen. Im Rahmen einer allgemeinen Ethik aber sollen gerade keine Partner für MyTaxi vorhanden sein, damit MyTaxi untergeht bzw. seinen Kundenstamm an Taxi.eu überführt. Der hohe Betrag an Verwahrlosung zeigt sich u.a. darin, daß Überlegungen in der Welt sind, daß UBER MyTaxi (FREE NOW) aufkauft.

In pervertierten Systemen haben unterbeschäftigte Hansa-Funker also anzunehmen, daß man nicht auf die Solidarität im Gewerbe rechnen kann. Also müsse man die MyTaxi-Kröte schlucken und für Bestellaufträge eben nochmal bezahlen, obgleich im Rahmen einer Pauschale an die Taxizentrale für sämtliche vermittelten Aufträge bereits alles bezahlt ist.

Jeder Richter in einem Rechtsstaat wäre von dem unbedingten Wollen erfüllt derart perfide Systeme zu zerschlagen. Der verrechtete Richter aber ist Sklave seiner selbst.

Wie könnte man das Hamburger Taxigewerbe vernichten? Man geht von einem Verhältnis von einem App-Taxi auf 2000 Einwohner aus. Man kann mit 900 hochmotivierten FREE-NOW-Funkern, welche nicht mit dem Hansa-Funk verbunden sind, den gesamten Hamburger Taxiapp-Bestellmarkt bedienen. Dann transformiert man diese FREE-NOW-Funker in FREE-NOW-Ride-Funker mit "Preiskorridor" für noch mehr Zulauf. UBER könnte FREE NOW übernehmen (Daimler Benz in der Funktion einer globalen Nutte) und den Hansa-Funk für Nicht-App-Aufträge aufkaufen (Bezeichnungsvorschlag: UBER-Call).

Der Uninformierte bzw. der Unmündige beabsichtigt irgendeine idiotische Balance zwischen MyTaxi und Hansa-Funk herzustellen als Konzept fortwährenden gegenseitigen Aufträge-Abjagens zur Perfektionierung von Ressourcenvergeudung.

Man hat zwischen Wettbewerb einerseits und andererseits Dumping, Ressourcenvergeudung und Verslumung zu unterscheiden. Verrechtung ist dazu nicht in der Lage. Entstellte Begrifflichkeiten ("Wettbewerbsverhinderung", "Marktpräsenz", "Marktanteil") führen zu hanebüchenen Argumentationslinien und Schlußfolgerungen, welche zu Urteilen zur Perpetuierung von Schieflagen und zum Untergang führen.

"Wettbewerb" findet statt zwischen Taxlern mit gleichen Zugangschancen in Form von Fahrstrategie und Stil.

Benutzeravatar
IK
Vielschreiber
Beiträge: 3952
Registriert: 30.10.2009, 18:57
Wohnort: Hamburg
Kontaktdaten:

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 02.05.2021, 02:24

@miamivice

Wir leben in einer Welt, welche Stillstand nicht kennt ...
Der Versuch von Uber und anderer PBefG zu zerschlagen, ist gescheitert. Zwar geht der Krieg weiter, aber wir haben eine wichtige Schlacht gewonnen ...

Ich denke, dass Taxigewerbe Wettbewerb vertragen kann ...
Und wenn in diesem Wettbewerb FN und Uber Taxi-Vermittler spielen wollen, dann kann es mir recht sein.

Benutzeravatar
titanocen100
Vielschreiber
Beiträge: 855
Registriert: 20.07.2018, 00:34
Wohnort: möglichst weit weg von Berlin

Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von titanocen100 » 02.05.2021, 02:55

IK hat geschrieben:
02.05.2021, 02:24
FN und Uber Taxi-Vermittler spielen wollen, dann kann es mir recht sein.
Egal, ob Du jetzt TU oder Fahrer bist, ergibt sich bei mir keine Logik. Ein Umsatzverlust ist Dir gewiß. Es sei denn, Du gehörst zu UBER/FN.
Anyway.
Mich betrifft es bald nicht mehr.
Denn wenn unser Karlchen den CIA einführt, suche ich schnellstmöglich ein Land fernab von der EU, Tansania wäre gut.
CIA - Corona-Impf-Ausweis
THEY are watching YOU !!
Noch 69 Tage bis zum Impfziel- der Kontrolle der Regierung über alle Bürger
egal, was Du tust, Deine CIA, Luca-App, Corona-Warn-App überwachen Dich.
Also ja kein Cunnilingus oder Fellatio.

Benutzeravatar
miamivice
Vielschreiber
Beiträge: 436
Registriert: 28.11.2013, 22:35
Wohnort: all over

Beitrag von miamivice » 03.05.2021, 05:14

IK hat geschrieben:
02.05.2021, 02:24
Wir leben in einer Welt, welche Stillstand nicht kennt ...
Der Versuch von Uber und anderer PBefG zu zerschlagen, ist gescheitert. Zwar geht der Krieg weiter, aber wir haben eine wichtige Schlacht gewonnen ...
Die PBefG-Reform wurde ad absurdum geführt per Klimaschutz- und Nachhaltigkeitslüge, Fortsetzung der Taxi/Mietwagen-Konfusion, Rückkehrpflicht-Beibehaltung inklusive Rückkehrpflicht-Aufweichung (Beispiellos: Ein Gesetz befiehlt Umweltverschmutzung), Irreführung mit Termini wie "Mobilitätsplattformen" und "gebündelter Bedarfsverkehr", Phantasmagorie "Bündelungsquoten", Dumping Tür und Tor öffnen in Form von Preiskorridor und Mindestbeförderungsentgelte, "in Verantwortung der Kommunen" statt einer allgemeinen Ethik, kein Regelungsbedarf bei per App vermitteltem Verkehr mit Mietwagen bis zu einem Marktanteil von 25 Prozent, grünes Licht für UBER und FREE NOW Ride, "Fachkunde" statt Ortskenntnisse etc.
IK hat geschrieben:
02.05.2021, 02:24
Ich denke, dass Taxigewerbe Wettbewerb vertragen kann ...
Und wenn in diesem Wettbewerb FN und Uber Taxi-Vermittler spielen wollen, dann kann es mir recht sein.
FREE NOW Ride und UBER ("Ein Ar.schloch namens Taxi") streben die vollständige Vernichtung des Taxigewerbes an. Wenn man gegen das Tarn-Sammeltaxi MOIA vorgeht, wieso sollte man dann FREE NOW Ride und UBER auch nur in irgendeiner Weise gutheißen (Irrweg: "Konkurrenz belebt das Geschäft").

Erschreckend ist der Administration überhaupt erklären zu müssen, daß Discounttaxen, Gewerbe-Zersplitterung und weite Anfahrten keinen Sinn machen.

Modellhaft (den Markt teilen sich Hansa-Funk, UBER, MyTaxi, FREE NOW Ride, CleverShuttle, MOIA und Graupen):
  • Hansa-Funk-Auftrag für Hotel Atlantik:
    UBER steht in der Nähe Halte Atlantik

    Hansa-Taxi kommt von Halte Hotel Royal Meridien

    MyTaxi-Auftrag für Statista:
    CleverShuttle steht in der Nähe Halte Musikhalle

    MyTaxi kommt von Halte Großneumarkt

    UBER-Auftrag für Phoenix-Viertel:
    Hansa-Taxi steht Halte BHF-Harburg

    UBER kommt von S-Wilhelmsburg

    MOIA-Auftrag für Generalkonsulat von Spanien:
    FREE NOW Ride steht in der Nähe Halte Mittelweg/Kirche

    MOIA kommt von in der Nähe Halte BHF-Dammtor

    FREE NOW Ride-Auftrag für Bäderland Eisland:
    MyTaxi steht Halte U Farmsen

    FREE NOW Ride kommt von in der Nähe Halte U Berne.
Das Gros der Kunden will keine Sammeltaxis: Umständlichkeit und Zeitverlust sind die bestimmenden Faktoren, die Sammeltaxis zu Ausnahmen machen. Sammelfahrten sollten im Voraus App-unabhängig geplant werden. Beispielsweise sammelt der Taxifahrer für ein Reiseverkehrsunternehmen Kunden ein, die zu einem bestimmten Treffpunkt wollen. Ein eigenes Gewerbe "Gebündelter Bedarfsverkehr" (Sammeltaxi-Kastraten) zu begründen und kein richtiger Taxifahrer sein zu dürfen, erscheint unsinnig, da weniger gebündelt als vielmehr Einzeltouren abgefischt werden, was eine solche Tätigkeit zu einem Elendsjob macht.

Antworten