Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Personenbeförderungsrecht, Taxitarife.
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IK
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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 01.04.2021, 20:15

Pirat hat geschrieben: Das OLG hat in der zweiten Instanz im Grunde das Urteil des Landgerichts bestätigt, mit der Ausnahme von Genossen.
So interpretiere ich das Urteil gegen Taxi Essen.
Ich denke, du hast das Berufungsurteil für Taxi Essen falsch verstanden.

Das Streitgegenstand war nicht die Satzung der eG, sondern die Teilnehmerverträge. Denn nur in diesen stand das Verbot. Liest man das Urteil sehr aufmerksam, weird das deutlich.

Würde das Urteil es erlauben, dass das Verbot für die Genossen gilt, wäre das ein harter Widerspruch zum BGH Urteil, denn das würde die gesamte Argumentation des BGH in Frage stellen. Im BGH Urteil ist klar ausgeführt, dass das GenG im Vergleich zum GWB nachrangig ist.

Was meinen Ausschluss betrifft, wird dieser nicht geheilt, indem man mich weiter vermittelt. Ich bin Genosse aus Überzeugung. Und ich verlasse die eG nur dann, wenn ich das will, oder wenn ich etwas schlimmes verbrechen würde.

Ein Ausschluss angesichts der schweren wirtschaftlichen Lage ist nach allen Prinzipen der Logik, der wirtschaftlichen Vernunft, aber auch der Moral verwerflich. Denn würde ich FN nicht nutzen, müsste ich meinen Betrieb einstellen. Die Stundenumsätze bei Hansa sind seit Coronaausbruch nicht ausreichend, um den Mindestlohn LEGAL zu bezahlen.

Auch der Vorwurf, ich würde die Bedienfähigkeit mindern, indem ich FN nutze, scheitert aus zwei Gründen:

1. Wir haben ein Überangebot an Fahrzeugen und nicht an Touren.
2. Vorstand hat seine Autos teilweise stillgelegt. Er müsste wegen der Schwächung der Bedienfähigkeit gegen sich selbst vorgehen. Eine Absurde Vorstellung ...
Zuletzt geändert von IK am 01.04.2021, 21:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von foxit » 02.04.2021, 09:28

@IK: Ich habe dir schon einmal versucht zu erklären wie du die Bedienfähigkeit durch deinen parallelen Betrieb von FN verminderst, ich versuche es jetzt nochmals.

Bei der Minderung der Bedienfähigkeit durch Fahrer ist es vollkommen egal, wie viele Fahrzeuge fahren, egal ob und wie viele still gelegt sind oder nicht fahren oder wie viele Touren es gibt.

Du schränkst die Bedienfähigkeit durch dein Verhalten ein:

Du hast dein Schicht bei Hansa gestartet, gleichzeitig hast du dich bei FN verfügbar geschaltet.
Jetzt bekommst du von FN eine Auftrag und nimmst diesen an. Bist also mit FN belegt.

In diesem Status möchte dir Hansa einen Auftrag zuteilen, weil du das näheste Fahrzeug zum Kunden bist und weil deine Merkmale zum Kundenauftrag passen.
Diesen Auftrag kannst du natürlich nicht annehmen weil du ja ében FN Kunden im Fahrzeug hast.

Damit muss Hansa jetzt versuchen, den Auftrag einem Fahrzeug anbieten, welches weiter weg vom Kunden ist oder die Anfahrtszeit zum Kunden etliches länger dauert = Bedienfähigkeit vermindert.

Durch dein Fehlverhalten erzeugst du somit 2 Minderungen der Bedienfähigkeit:

1. durch deine nicht - Annahme des Auftrags auf Grund der FN Fahrt müssen die Hansa Kunden länger warten
2. Hansa rechnet damit, dass alle Fahrzeuge,welche an der Vermittlung teilnehmen (angemeldet sind) auch verfügbar sind
(wenn von 400 angemeldeten Hansa Fahrzeugen nur 100 davon mit FN Aufträgen parallel unterwegs sind vermindert es die Bedienfähigkeit der Gesamtflotte)
Von den Umsatzeinbußen der restlichen HansafahrerInnen - welche durch FN Fahrten nicht beim Hansa vermittelt werden - einmal abgesehen.
Zuletzt geändert von foxit am 02.04.2021, 09:28, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von KlareWorte » 02.04.2021, 10:18

Würde die Hansaflotte bei 80-100% Auslastung fahren, könnte man dir zustimmen. So aber nicht, hört sich zwar schlüssig an, Belege fehlen gänzlich. Solange Dutzende Fahrzeuge rumstehen wird der Nachweis schwierig.
Ganz im Gegenteil, solange Hansa Zuviele Fahrzeuge in der Vermittlung lässt, sinkt die Auslastung. Vielleicht sollte Hansa mal für Arbeit sorgen?!

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von foxit » 02.04.2021, 10:56

KlareWorte hat geschrieben:
02.04.2021, 10:18
Würde die Hansaflotte bei 80-100% Auslastung fahren, könnte man dir zustimmen. So aber nicht, hört sich zwar schlüssig an, Belege fehlen gänzlich. Solange Dutzende Fahrzeuge rumstehen wird der Nachweis schwierig.
Ganz im Gegenteil, solange Hansa Zuviele Fahrzeuge in der Vermittlung lässt, sinkt die Auslastung. Vielleicht sollte Hansa mal für Arbeit sorgen?!
... ich hab es wirklich versucht zu erklären... bringt scheinbar nichts.

Es ist vollkommen egal, wie viele Fahrzeuge herumstehen.
Solange sie bei der Hansa Zentrale angemeldet sind und den Auftrag annehmen und somit den Kunden schnell bedienen können ist alles o.k.
Auch eine in Hamburg gut aufgeteilte kleine Flotte kann wenige Aufträge schnell bedienen.

Das PROBLEM ist, wenn Fahrer beim Hansa zur Schicht angemeldet sind und einen Hansa Auftrag nicht annehmen weil sie mit FN belegt sind.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von jusque » 02.04.2021, 12:11

Auch eine in Hamburg gut aufgeteilte kleine Flotte kann wenige Aufträge schnell bedienen.
Wovon träumst du Nachts? Mit einem Funksystem das auf Volllast gut funktionieren mag aber welches bei geringem Tourenaufkommen die absolute Lotterie darstellt?

Beispiel gefällig?
Du hast eine Tour nah ans AEZ, fährst du zurück oder bleibst du? Im moment bist du in ganz Nordost die einzige Taxe und auch wenn die Anfahrt lange ist würde es sich lohnen. Du stellst dich also 651Poppenbüttel. Nach 3 Stunden stellst du fest, dass es um dich rum 5 Touren gab, die Nachbarsektoren haben Kollegen bekommen die kurz vorher angekommen sind, die 2 in deinem Sektor waren App Touren welche an nähere Kollegen gingen die alle samt weit nach dir ankamen. Niemand der alle Sinne beisammen hat bleibt dort in Schwachlastzeiten stehen! Aber es gibt dann natürlich auch lange Zeiten wo dort niemand ist. Und niemand der alle Sinne beisammen hat nimmt dort Touren auf ferne an wenn er nicht genau weiß, dass es zuverlässige Kunden mit guten Touren sind. In Folge werden die Touren dort auch immer weniger... Man könnte dem mit Grips entgegenwirken in dem man so etwas wie Superposten/Supersektoren für die Gebiete definiert... sodass sich warten dort lohnt. Bessere (average) Bedienfähigkeit, mehr Kundenbindung mehr Tourenbindung.

Ich glaub beim Hansa wurde immer noch nicht realisiert, dass man nicht mehr der Platzhirsch ist und schon seit langem nicht mehr aus dem vollen schöpft, es ist eher noch ein Pfützchen über. Die Schuld wird den Fahrern zugeschoben, wir würden uns nicht genossenschaftlich genug verhalten, Touren ablehnen etc. Anstatt sein System zu modifizieren um mehr Gerechtigkeit und Fairness unter den neuen Bedingungen zu schaffen wird nur Druck ausgeübt und mit Strafen gedroht. Man missachtet, dass kaum ein Fahrer noch an faire Bedingungen in der Vermittlung glaubt, und als Folge auch einfach versucht das Maximum für sich rauszuholen.

Beim Hansa ist niemand "zur Schicht angemeldet"... dem Hansa ist ein Flottenmanagement immer schon egal. Weder nutzt man die Möglichkeiten eine volldigitalen Vermittlung und der Daten die man speichert um Fahrer bei der sinnvollen Sektorwahl/Bereitstellung zu unterstützen (man hat die Daten womit man Fahrern Empfehlungen geben könnte). Noch konnten man eine vernünftige Einsatzplanung vereinbaren (die Folge ist, dass alle länger aufm Bock sitzen um sich gegenseitig den immer kleineren Pool an Touren abzugraben).

Mit Einführung der App Bestellungen hat man auch noch das Paradigma der sektorbasierten Vermittlung aufgeweicht, als Folge ist es noch mehr Lotterie beim Hansa zu fahren. Mittlerweile sind die Daten, die einem das Funksystem zeigt nichts mehr Wert. Mit Pech stehst du an Posten 1 Funk 1 am Hofweg und die (Hansa)Kollegen hinter dir kriegen die Apptouren vom Mühlenkamp weil die Funkzentrale unterbesetzt ist und alles auf die App verwiesen wird, das wäre technisch möglich wenn man Cluster ermitteln würde (alle Fahrzeuge in x Metern umkreis werden als ein Cluster betrachtet und hier greift dann die Sektoranmeldezeit oder die Zeit seit der letzten Tour. Der Kunde kriegt genau so schnell ein Taxi und es wäre fairer.

Das Funksystem auf GPRS Edge Basis hat immer häufiger Aussetzer, auch hier hinkt man meilenweit hinterher.

Aber Genossen die versuchen zu überleben und genug Touren für anständige Bezahlung ranzuschaffen in dirsen Zeiten rauskegeln. Warum nicht auch gleich wieder empfehlen die Umsatzbeteiligung (auch wenn es sie offiziell nicht mehr gibt) zu senken um die Bedienfähigkeit nach dem Wegbrechen der pleite gegangenen Unternehmer zu verbessern.

RIP
Zuletzt geändert von jusque am 02.04.2021, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von foxit » 02.04.2021, 12:37

@jusque:
1. ... und was hat das mit IK und seinem Problem mit der Bedienfähigkeit bezüglich Hansa/FreeNOW zu tun?
2. ... wenn du an Pos1 stehst und hinter dir am Standplatz raschelt es nur so an Aufträgen, vielleicht liegt das Problem dabei an dir und deinen geringen Merkmalen?
3. ... niemand muss heute bei Hansa noch ein altes GPRS System verwenden. Mittlerweile ist auch da alles auf Vermittlung via Smartphone in den Fahrzeugen umgestellt.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pirat » 02.04.2021, 12:58

All die aufgezählten Punkte mögen für Taxifahrer in der alltäglichen Praxis von Bedeutung sein, fürs Gericht (Handelssachen) zählt nur, verstößt der Ausschluss IK's (in der Form) gegen Wettbewerbsrecht...(GWB).
Im besagten BGH-Urteil bedeutete der Ausschluss gleichzeitig Ausschluss von der Vermittlung/Fahrtenvergabe...
Hier liegt der Fall anders, IK hat kein Wettbewerbsnachteil im Sinne des GWB...
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 02.04.2021, 13:54

Pirat hat geschrieben:
02.04.2021, 12:58
All die aufgezählten Punkte mögen für Taxifahrer in der alltäglichen Praxis von Bedeutung sein, fürs Gericht (Handelssachen) zählt nur, verstößt der Ausschluss IK's (in der Form) gegen Wettbewerbsrecht...(GWB).
Im besagten BGH-Urteil bedeutete der Ausschluss gleichzeitig Ausschluss von der Vermittlung/Fahrtenvergabe...
Hier liegt der Fall anders, IK hat kein Wettbewerbsnachteil im Sinne des GWB...
Stellen wir uns vor, Du hast recht. Ich habe keinen Wettbewerbsnachteil, weil ich weiterhin vermittelt werde. Aber nur unter dieser Voraussetzung.

Bedeutet das dann, dass die anderen Kollegen, welche nicht wie Genossen vermittelt werden - alle, die weder Genossen noch Mitglieder sind - einen Wettbewerbsnachteil haben? Und können sie sich aufgrund dieses Nachteils in die Vollvermittlung einklagen?

So lege ich Deine Aussage aus. Wie siehst Du das?

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pirat » 02.04.2021, 14:27

Sehe ich auch so...
Vorausgesetzt das Gericht stellt die marktbeherrschende Rolle (Fahrtenvermittlung) Hansa in HH fest..
Durch die Zukäufe ist das nicht unwahrscheinlich..
Nur dann spült das unter Umständen sehr viel Geld in Hansa-Kassen..
Hansa kann Eintrittsgeld und Beiträge verlangen..
Wie das allerdings in der jetzigen Zeit (Corona) aussieht, an Bereitschaft bei Taxiunternehmer Geld zu investieren, kann ich schlecht beurteilen..

Vielleicht ist das sogar der eigentliche Grund der Satzungsänderung bei Hansa.
Der Gedanke geht mir schon länger durch den Kopf.
Nur bei der Satzungsänderung 2019 hat keiner an Corona gedacht...
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 02.04.2021, 14:29

@foxit
Ich versuche Deine Ausführung zu verstehen und stoße dabei auf Ungereimtheiten. Ich nenne Dir ein paar Beispiele:
foxit hat geschrieben: Du hast dein Schicht bei Hansa gestartet, gleichzeitig hast du dich bei FN verfügbar geschaltet.
Jetzt bekommst du von FN eine Auftrag und nimmst diesen an. Bist also mit FN belegt.

In diesem Status möchte dir Hansa einen Auftrag zuteilen, weil du das näheste Fahrzeug zum Kunden bist und weil deine Merkmale zum Kundenauftrag passen.
Diesen Auftrag kannst du natürlich nicht annehmen weil du ja ében FN Kunden im Fahrzeug hast.
Wenn ich einen FN Auftrag habe, melde ich mich bei Hansa ab, indem ich eine Pause eintippe (man hat auf die Schnelle keine bessere Möglichkeit im FMS System - Warum eigentlich nicht). In diesem Zustand rechnet der Zentralen-Computer gar nicht mehr mit mir, denn für ihn bin ich nicht verfügbar.

Steigt der FN Kunde ein - vergleichbar mit einem Anläufer - und ich einen Fahrziel eingebe, bin ich für den Hansa Rechner wieder vermittelbar, denn Hansa vermittelt auch im Besetztzustand, was in letzten 12 Monate wenige Male zustande kam.
foxit hat geschrieben: Damit muss Hansa jetzt versuchen, den Auftrag einem Fahrzeug anbieten, welches weiter weg vom Kunden ist oder die Anfahrtszeit zum Kunden etliches länger dauert = Bedienfähigkeit vermindert.
Ich frage mich, wie Du zu dieser Schlussfolgerung kommst? FMS System bei Hansa vermittelt - App-Touren einschließlich - nur Position im Sektor. Hier gilt nicht die Entfernung zum Kunden, sondern die Länge der Wartezeit. Das bedeutet, nicht der nächste Wagen bekommt den Auftrag, sondern der, der am längsten wartet (von den Sondermerkmalen mal abgesehen).

Ein Beispiel:
Ich habe Position 2 im Sektor 503 (Bornkampsweg). Ich habe gerade einen FG im Winsbergring 10 abgesetzt. Der Wagen mit der Position 1 steht am Posten in der Hegarstraße. Ein anderer Kunde in Winsbergring 10 bestellt im dem Moment, in welchem ich meine Position 2 bekommen habe. Nach Deiner Ausführung würde ich den Auftrag bekommen. Das ist aber falsch. Den Auftrag bekommt der Kollege mit der Position 1 in der Hegarstraße. Er ist 3 KM entfernt und braucht 8 Minuten. Wie Du erkennen kannst, bin ich nicht derjenige, der die Schnelligkeit bei der Bedienung drosselt, sondern FMS System.

Nun stellen wir uns vor, der Wagen mit der P1 nimmt in der Hegarstraße eine FN Tour an. Gleich danach bestellt der Kunde im Winsbergring 10. Dieser Kunde wäre von mir blitzschnell bedient, dank der Tatsache, dass der Kollege aus der Hegarstraße FN benutzt hat.


foxit hat geschrieben: Durch dein Fehlverhalten erzeugst du somit 2 Minderungen der Bedienfähigkeit:

1. durch deine nicht - Annahme des Auftrags auf Grund der FN Fahrt müssen die Hansa Kunden länger warten
2. Hansa rechnet damit, dass alle Fahrzeuge,welche an der Vermittlung teilnehmen (angemeldet sind) auch verfügbar sind
(wenn von 400 angemeldeten Hansa Fahrzeugen nur 100 davon mit FN Aufträgen parallel unterwegs sind vermindert es die Bedienfähigkeit der Gesamtflotte)
Wenn die Prämissen falsch sind muss die Conclusion auch falsch sein.
foxit hat geschrieben: Von den Umsatzeinbußen der restlichen HansafahrerInnen - welche durch FN Fahrten nicht beim Hansa vermittelt werden - einmal abgesehen.
Diesen Satz kann ich überhaupt nicht verstehen. Hat er einen Sinn und wenn ja, welchen. Bitte in einfachen Worten erklären!!!
foxit hat geschrieben: Das PROBLEM ist, wenn Fahrer beim Hansa zur Schicht angemeldet sind und einen Hansa Auftrag nicht annehmen weil sie mit FN belegt sind.
Ich frage mich, ob Du überhaupt Taxi fährst, oder bist eine(r) der/die auf meine Kosten sich finanziert ...
Du kennst offenbar die Überbelegung der Sektoren mit den Taxen nicht und beschreibst etwas, was Dir Deine Phantasie als Realität des Taxifahrens in den Zeiten der Corona vorgaukelt ...
Zuletzt geändert von IK am 02.04.2021, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 02.04.2021, 14:35

Pirat hat geschrieben:
02.04.2021, 14:27
Sehe ich auch so...
Vorausgesetzt das Gericht stellt die marktbeherrschende Rolle (Fahrtenvermittlung) Hansa in HH fest..
Durch die Zukäufe ist das nicht unwahrscheinlich..
Nur dann spült das unter Umständen sehr viel Geld in Hansa-Kassen..
Hansa kann Eintrittsgeld und Beiträge verlangen..
Wie das allerdings in der jetzigen Zeit (Corona) aussieht, an Bereitschaft bei Taxiunternehmer Geld zu investieren, kann ich schlecht beurteilen..

Vielleicht ist das sogar der eigentliche Grund der Satzungsänderung bei Hansa.
Der Gedanke geht mir schon länger durch den Kopf.
Nur bei der Satzungsänderung 2019 hat keiner an Corona gedacht...
Dann wäre das für die Genossen ein Supergau. Die Genossen brauchen Touren pro Stunde und ihnen ist wenig geholfen, wenn Leute von außen aufgenommen werden müssen, denn das verdünnt das Geschäft mehr, als ihnen die Kosten durch mehr Zahler gesenkt werden.

Der Vorstand aber kann eine solche Entwicklung freuen. Denn sein Gehalt richtet sich nach der Bilanzsumme der eG. Mit der Aufnahme aller willigen würde diese spürbar steigen ... :shock: :shock: :shock:

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 02.04.2021, 14:36

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von jusque » 02.04.2021, 15:03

Mein Wissensstand ist, dass der Hansa App Touren rein nach Entfernung vermittelt. Passt auch zu dem Bild, dass App Touren gerne mal z.B. an 5. Position einflattern.


@ Foxit: Es war eine Erläuterung aus der Erfahrung eines (ehemaligen, vor 6 Monaten hab ich es aufgegeben) Hansa Fahrers zu dem Thema Bedienfähigkeit sicher stellen.
Die Bedienfähigkeit hakt nicht am Überangebot von Touren (wo FN Annahmen ein Problem darstellen könnte) sondern an schlechter Planung/IT die es Fahrern unmöglich macht umsatzverträglich Bedienfähigkeit zu generieren. Wenn ich unzuverlässig mit den wenigen Touren versorgt werde meide ich Gebiete -> Bedienfähigkeit sinkt.
Wenn ich dann noch eine schlechte Auftragslage habe und mir nicht anderswo Touren zum Auffüllen besorgen kann (Hansa wird aufgrund der Kosten immer FN zu bevorzugen sein) dann meide ich das Geschäft und die Bedienmöglichkeit des Hansas ist insgesamt geringer. Natürlich kann auch mal ein FN Auftrag den Hansa binden aber er ist den Rest der Zeit halt verfügbar. Du klingst aber echt stark wie ein Hansa Sesselfurzer, die ja auch mal forderten man solle Anläufer/Postenkunden zugunsten von Funktouren stehen lassen.
Die jetztige Funktechnik wurde übrigens zu Zeiten als Tablets verbreitet waren eingezwungen, wie oft sollen die Unternehmer den noch sauteure Geräte umrüsten?

Zu den Merkmalen, der Hansa hat z.B. auch Kollegen die zum eigenen Schutz 3 Kunden(Sinnvoll mit Trennwand) angegeben haben getäuscht. Es wurde suggeriert, dass man lediglich auf Touren mit 4 Personen verzichtet. Es wurde verschwiegen, dass das nur in einem Bruchteil der Touren abgefragt wurde und der Rest pauschal auf 4 Personen vermittelt wurde.

Meiner Meinung ist es einfach falsch in der gegenwärtigen Lage Unternehmern lebensrettende Umsätze (FN) zu untersagen. Man sollte sich an die eigene Nase fassen, niemand wird bereits bezahlte Hansa Touren für kostenintensive FN Touren liegenlassen. Ansonsten habt sie Eier eine Schichtplanung durchzusetzen und schafft Anreize Touren (sollte es je beim Hansa wieder zum Überschuss kommen) abzunehmen. Das Gesabbel " uns hilft das alles langfristig" mag stimmen, aber zieht nicht. Der Mensch braucht kurzfristige, erreichbare Ziele zur Motivation. Jeder Leitfaden zu Erfolg (egal in welchem Feld) rät kurzfristige erreichbare Ziele zu haben die ein Erfolg versprechen. Hat FN nebenbei auch eingebaut, ... beim Hansa haste max. das ominöse "5Sterne, top fahrer" gedöns, hatte ich immer aber das hat mich nie motiviert, weil ich nicht mal wusste wie genau man dazu kommt.
Zuletzt geändert von jusque am 02.04.2021, 15:04, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 02.04.2021, 15:47

jusque hat geschrieben: Mein Wissensstand ist, dass der Hansa App Touren rein nach Entfernung vermittelt. Passt auch zu dem Bild, dass App Touren gerne mal z.B. an 5. Position einflattern.
Das wurde wegen Corona abgeschafft ...

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von am » 03.04.2021, 02:51

foxit hat geschrieben:
02.04.2021, 09:28
@IK: Ich habe dir schon einmal versucht zu erklären wie du die Bedienfähigkeit durch deinen parallelen Betrieb von FN verminderst, ich versuche es jetzt nochmals.

Bei der Minderung der Bedienfähigkeit durch Fahrer ist es vollkommen egal, wie viele Fahrzeuge fahren, egal ob und wie viele still gelegt sind oder nicht fahren oder wie viele Touren es gibt.

Du schränkst die Bedienfähigkeit durch dein Verhalten ein:

Du hast dein Schicht bei Hansa gestartet, gleichzeitig hast du dich bei FN verfügbar geschaltet.
Jetzt bekommst du von FN eine Auftrag und nimmst diesen an. Bist also mit FN belegt.

In diesem Status möchte dir Hansa einen Auftrag zuteilen, weil du das näheste Fahrzeug zum Kunden bist und weil deine Merkmale zum Kundenauftrag passen.
Diesen Auftrag kannst du natürlich nicht annehmen weil du ja ében FN Kunden im Fahrzeug hast.

Damit muss Hansa jetzt versuchen, den Auftrag einem Fahrzeug anbieten, welches weiter weg vom Kunden ist oder die Anfahrtszeit zum Kunden etliches länger dauert = Bedienfähigkeit vermindert.

Durch dein Fehlverhalten erzeugst du somit 2 Minderungen der Bedienfähigkeit:

1. durch deine nicht - Annahme des Auftrags auf Grund der FN Fahrt müssen die Hansa Kunden länger warten
2. Hansa rechnet damit, dass alle Fahrzeuge,welche an der Vermittlung teilnehmen (angemeldet sind) auch verfügbar sind
(wenn von 400 angemeldeten Hansa Fahrzeugen nur 100 davon mit FN Aufträgen parallel unterwegs sind vermindert es die Bedienfähigkeit der Gesamtflotte)
Von den Umsatzeinbußen der restlichen HansafahrerInnen - welche durch FN Fahrten nicht beim Hansa vermittelt werden - einmal abgesehen.
Ich bin nun wirklich kein FN Freund, aber deine Argumentation ist nun wirklich absoluter Blödsinn und mit einer einzigen Frage als solcher zu entblößen:

Wieviele Genossen hat man bisher versucht, auszuschliessen, weil sie Einsteiger aufgenommen und gefahren haben, obwohl sie in der Vermittlung angemeldet waren?

Und versuch jetzt bitte nicht, mir auch nur im Ansatz zu erklären, dass dies etwas anderes sei, denn das ist es nicht.

Ich bin hier absolut bei IK. Wenn selbst Vorstandsmitglieder Wagen abmelden, weil es sich schlichtweg wirtschaftlich nicht rechnet, da einfach nicht genügend FUNKaufträge reinkommen, dann muss es jedem weiteren Unternehmer absolut freistehen, alles tun zu dürfen, sein Unternehmen am Leben zu halten.

IK setzt m. E. die Bedienfähigkeit des Hansa nicht herab, sondern stellt sie ganz im Gegenteil sogar sicher, indem er seinen Betrieb aufrecht erhält, während andere die wirtschaftliche Notbremse ziehen und auf die Genossenschaft pfeifen.
Zuletzt geändert von am am 03.04.2021, 02:53, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Jim Bo » 03.04.2021, 08:22

IK hat geschrieben:
02.04.2021, 14:29

Ein Beispiel:
Ich habe Position 2 im Sektor 503 (Bornkampsweg). Ich habe gerade einen FG im Winsbergring 10 abgesetzt. Der Wagen mit der Position 1 steht am Posten in der Hegarstraße. Ein anderer Kunde in Winsbergring 10 bestellt im dem Moment, in welchem ich meine Position 2 bekommen habe. Nach Deiner Ausführung würde ich den Auftrag bekommen. Das ist aber falsch. Den Auftrag bekommt der Kollege mit der Position 1 in der Hegarstraße. Er ist 3 KM entfernt und braucht 8 Minuten. Wie Du erkennen kannst, bin ich nicht derjenige, der die Schnelligkeit bei der Bedienung drosselt, sondern FMS System.

Nun stellen wir uns vor, der Wagen mit der P1 nimmt in der Hegarstraße eine FN Tour an. Gleich danach bestellt der Kunde im Winsbergring 10. Dieser Kunde wäre von mir blitzschnell bedient, dank der Tatsache, dass der Kollege aus der Hegarstraße FN benutzt hat.


foxit hat geschrieben: Durch dein Fehlverhalten erzeugst du somit 2 Minderungen der Bedienfähigkeit:

1. durch deine nicht - Annahme des Auftrags auf Grund der FN Fahrt müssen die Hansa Kunden länger warten
2. Hansa rechnet damit, dass alle Fahrzeuge,welche an der Vermittlung teilnehmen (angemeldet sind) auch verfügbar sind
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Zunächst zum Beispiel von IK:

Wenn das Taxi am Taxistand mit Position 1 diesen Auftrag nicht angeboten bekommen würde, würde dieser noch länger warten müssen, bis ein Auftrag kommt. Folglich würde ich mir an seiner Stelle als Taxifahrer Gedanken machen, ob es sich noch lohnt diesen Sektor anzufahren. Solche Situation auf Dauer würde sich auch der Unternehmer Gedanken machen, ob es sich lohnt, mein Taxi auf die Straße zu schicken.

Die Argumentation von foxit kann ich nachvollziehen, seine Aufregung kann ich nicht nachvollziehen. Es ist kein Drama, wenn der Fahrgast warten muss. Welche Sorgen quälen dich?

Stehe ich im Supermarkt an einer Kasse, 5 Kassen sind geöffnet, habe meinen Einkauf auf das Band gelegt, ist es auch egal ob es an den anderen Kassen schneller geht. Ich warte bis ich dran bin und räume den Einkauf nicht um.

Es ist genau dieses Kriterium, das den Job so stressig macht: Der Kunde muss, der Kunde will...
Der Kunde ist derjenige, der viel zu spät plant, auf den letzten Drücker losfährt. Daran muss sich was ändern.
Zuletzt geändert von Jim Bo am 03.04.2021, 08:25, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von foxit » 03.04.2021, 10:00

Jim Bo hat geschrieben:
03.04.2021, 08:22

Es ist kein Drama, wenn der Fahrgast warten muss.
Bin du sicher, dass das die richtige Einstellung für diesen Job ist?
Genau solche Aussagen schädigen die Taxibranche.

Und ja, es ein Drama, wenn der Fahrgast unnötig lange warten muss.

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von Pirat » 03.04.2021, 10:31

Ich bin hier absolut bei IK. Wenn selbst Vorstandsmitglieder Wagen abmelden, weil es sich schlichtweg wirtschaftlich nicht rechnet, da einfach nicht genügend FUNKaufträge reinkommen, dann muss es jedem weiteren Unternehmer absolut freistehen, alles tun zu dürfen, sein Unternehmen am Leben zu halten.
Mir kommen gleich die Tränen..

Wenn man in fremden Gewässern fischt, wird der Fischbestand doch nicht größer.
„alles tun dürfen“ gefährdet andere Unternehmen...

Ein Argument, „ich will auch weiter meinen Arbeitnehmern den Mindestlohn zahlen“,ist doch in den Ohren von Richtern nur Gesülze, wenn sie es gut meinen, vielleicht gehst noch als Schutzbehauptung durch.

Für wie blöd haltet ihr eigentlich Richter ???
Jeder halbwegs Gescheite weiß, Taxifahrer denken u. Handeln solange solidarisch, wie es ihnen persönlich nutzt, ändert sich schlagartig wenn's nur anderen nutzt...

Da ist mir ein Unternehmer dreimal lieber, der sein Unternehmen stilllegt...
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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 03.04.2021, 15:18

Pirat hat geschrieben:Da ist mir ein Unternehmer dreimal lieber, der sein Unternehmen stilllegt...
Bist du eigentlich ein Taxiunternehmer?

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Re: Ausschlussverfahren aus Hansa Funktaxi eG wegen Free Now

Beitrag von IK » 03.04.2021, 15:21

Pirat hat geschrieben:„alles tun dürfen“ gefährdet andere Unternehmen...
Jetzt kommen mir aber die Tränen ...

Ich schätze Deine Beiträge, wenn sie sachlich sind. Wenn du Stimmung machst, frage ich mich, wo deine Motivation her kommt.

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