Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Der virtuelle Taxitreff.
Guter_Kollege
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Guter_Kollege » 28.12.2014, 15:58

jr hat geschrieben:..., daß der Umstieg vom analogen Lohnmodell (schwankender Lohn bei sicherem Arbeitsplatz) auf das digitale (sicherer Lohn bei mangelnder Arbeitsplatzsicherheit) .....
Das Erfinden von neuen Begriffen ist wohl ein Hobby von Dir, was? Ob sich 'digitales Lohnmodell', zumal mit dieser Deiner Erklärung ((sicherer Lohn ....), in der Wissenschaft wohl durchsetzen wird? Ich fürchte eher nicht. Mal ganz unabhängig davon, dass der Kontext zu Deiner Grundaussage über die Arbeitsplatzentwicklung durchaus verständig und klug ist.
Wird aber nicht peppiger hierdurch, mein Gutster. :wink:
jr hat geschrieben:
Guter_Kollege hat geschrieben:Tatsache ist: Bei dem Konkurrenzdruck heutzutage ist Kollegialität wohl selten geworden.
Wird das besser, wenn künftig keiner mehr während der Schicht sein Taxi verlassen kann/darf?
Ich schätze mal nicht. Aber wer kommt denn auch darauf, dass man sein Taxi während der Schicht nicht verlassen dürfte? Oder hattest Du dabei eine 100 %ige Anwesenheit im Taxi zwecks Beobachtung des digitalen Funks im Sinn?

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IK
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 28.12.2014, 16:39

@ DuB
Donner und Blitz hat geschrieben:
IK hat geschrieben:Es wurde in diesem Forum hinreichend darauf hingewiesen, dass der ML für die Nieriglöhner nur Nachteile bringt.
Dann zählen wir mal die "Nachteile" auf:
- Höherer Bruttolohn
- Höhere Lohnfortzahlung
- Höhere Rente
- einhergehend mit Mindestlohn: Abbau von Überkapazitäten (führt zu mehr Auskömmlichkeit und sichereren Arbeitsplätze für die regen und kundenorientierten Mitarbeiter)
- einhergehend mit Mindestlohn: Korrekte Arbeitszeiten, Schluss mit gängigen 60-Stunden-Wochen

Ganz scheußlich, diese Nachteile. Das entfremdet den lernunwilligen Taxi-AG von frühkapitalistischen Verhältnissen, an die er sich so gewöhnt hatte. Scheiss Moderne ...
Du irrst wieder.
Der höhere Bruttolohn ist eine Illusion. Der sinkende Bruttolohn ist einzige logische Folge. Aus gutem Grund:
Der ML zwingt die AG die steuerfreien Lohnanteile fast vollständig abzubauen. Bliebe nach diesem Abbau Brutto gleich hoch, hätte der AG mehr Nebenkosten. Da er das nicht zahlen kann, wird er Brutto senken. Da wo der Abbau er steuerfreien Lohnanteile nicht ausreicht um den ML zu erreichen, wird entweder getrickst oder es folgt die Kündigung.

Auch die höhere Lohnfortzahlung stimmt größtenteils nicht. Die übliche LFZ wird für Krankheit und Urlaub bezahlt. Selten sind AN länger als 6 Wochen krank. Zahlt man steuerfreien Lohnanteile, sind diese meisten auch in den Fehlzeiten zu zahlen. Sinkt aber der Brutto, wie oben geschilldert, führt das zwangsläufig zu weniger LFZ, es sei denn der AN wird länger als 6 Wochen krank. Demgegenüber steht einerheblichef Nettolohnverlust. Diesen hast du leider vergessen.

Die höhere Rente bekommt man, wenn man den ML bekommt. Wer ML bekommt, lebt in der Zukunft von der Grundsicherung.

Den Abbau der Kapazitäten gab es in HH ohne den ML. Ob eine zweite Welle kommen wird, steht in den Sternen.
Wünschen kann man sich alles.

Das Gesetz verbietet nicht in einzelnen Wochen bis zu 60 Stunden zu arbeiten. Es sieht danach aus, dass du die Arbeitszeit nicht von der Schichtzeit sauber abgrenzst. Und was die Arbeitszeit ist, steiten wir uns hier gerade. Und was die korrekten Arbeitszeiten sein sollen, wird wohl dein Geheimniss bleiben.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Haschmich » 28.12.2014, 16:50

@IK

Wie Deine Arbeitsverträge ausschauen, würde mich schon interessieren.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Guter_Kollege » 28.12.2014, 17:32

IK hat geschrieben:Der ML zwingt die AG die steuerfreien Lohnanteile fast vollständig abzubauen.
Papperlapapp !!!
Der ML zwingt Taxiunternehmer dazu steuerfreie Lohnanteile überhaupt erstmal wirklich zu zahlen und nicht einfach bloß dazu zu erfinden.
IK hat geschrieben:...was die Arbeitszeit ist, steiten wir uns hier gerade. Und was die korrekten Arbeitszeiten sein sollen, wird wohl dein Geheimniss bleiben.
Die Einzigen die darüber streiten wollen was Arbeitszeit ist und gerne eine geheime Wissenschaft daraus machen würden, sind die Fuhrparkverwalter in diesem Forum.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 28.12.2014, 18:36

Guter_Kollege hat geschrieben:
IK hat geschrieben:Der ML zwingt die AG die steuerfreien Lohnanteile fast vollständig abzubauen.
Papperlapapp !!!
Der ML zwingt Taxiunternehmer dazu steuerfreie Lohnanteile überhaupt erstmal wirklich zu zahlen und nicht einfach bloß dazu zu erfinden.
Bei dir ist nie angekommen, dass Taxifahrer nach dem erzielten Umsatz entlohnt werden. Da es keinen ML gab, hatten die AN einen vom Monat zu Monat schwankenden Grundlohn. Auf diesen bekamen sie ihr Zuschläge. Allerdings sind diese Zuschläge größtenteils freiwillige Leistungen, welche dann gestrichen werden, wenn sie nicht mehr bezahlbar sind. So wird das geschehen.

Was die Nachtzuschläge nach ArbZG angeht, sind diese nur für wenige bezahlbar. Alle anderen, dazu gehören auch viele Hansis, werden ihre Schichten bis 01:00 beenden müssen. Dann sind sie im Sinne des ArbZG keinen Nachtarbeiter und müssen keine Nachtzuschläge bekommen.
GK hat geschrieben:
IK hat geschrieben:...was die Arbeitszeit ist, steiten wir uns hier gerade. Und was die korrekten Arbeitszeiten sein sollen, wird wohl dein Geheimniss bleiben.
Die Einzigen die darüber streiten wollen was Arbeitszeit ist und gerne eine geheime Wissenschaft daraus machen würden, sind die Fuhrparkverwalter in diesem Forum.
Auch da liegst du falsch. Die "Fuhrparkverwalter" sind sich einig, wie sie vorgehen werden und sie können wesentliche Begeiffe erstaunlich gut auseinanderhalten. Außerdem kenne ich keinen Betrieb, welches AN beschäftigt, wo die Arbeitszeiten nicht ein Thema sind.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Poorboy » 28.12.2014, 18:50


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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Pirat » 28.12.2014, 19:18

Vielleicht braucht es gerade deshalb immer mehr Regeln, weil die „ungeschrieben Regeln“ nicht mehr eingehalten werden.
Mal abgesehen vom „unkollegialen Verhalten“, ist der von IK beschriebene Vorfall in Essen anderes geregelt.
Hier muss/soll dem an erster Stelle stehenden Kollegen der Fahrgastwunsch mitgeteilt werden.
Dies hat den Vorteil - eventuelle Missverständnisse aufzuklären oder Notfälle frühzeitig zu erkennen.

Um im Thema zu bleiben, was regt sich IK so auf?
Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen AG und AN ob der ML gezahlt wurde, kann sich doch der AN direkt an den Auftraggeber (Hansa) wenden.
Und das Tolle ist, der Auftraggeber kann AN nicht darauf verweisen, dass sie sich zuerst an den Arbeitgeber wenden müssten.
Die neue Auftraggeberhaftung!!
Der AN hat die Wahl, also ich würde mich immer an den (solventeren) Auftraggeber halten!
Also IK, Ball immer schön flach halten und AN aufklären an wen sie sich wenden sollen.

Jetzt komm mir nicht mit, Hansa ist kein Auftraggeber!
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 28.12.2014, 19:35

@ Pirat

Hansa ist kein Auftraggeber.
Poste mal für euch gültige Taxiordnung.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Pirat » 28.12.2014, 19:48

@ IK
Hat Taxi Essen auch geglaubt.
Habe ich nicht zur Hand, schau bei google.
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Poorboy » 28.12.2014, 19:58

Natürlich nicht, die funken von Billstedt aus ihre Taxen nur zum Zeitvertreib an 8)

Poorboy
Zuletzt geändert von Poorboy am 28.12.2014, 19:59, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von mario » 28.12.2014, 22:04

"Poorboy http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 10473.html "
dann muss sich Daimler bald von vielen mT-Fahrer/Unternehmer auch trennen !!!
Zuletzt geändert von mario am 28.12.2014, 22:06, insgesamt 2-mal geändert.
Für meine Grammatik und Interpunktionsfehler übernehme ich keine Haftung

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 28.12.2014, 22:09

Pirat hat geschrieben:@ IK
Hat Taxi Essen auch geglaubt.
Habe ich nicht zur Hand, schau bei google.
Ja hier:
(2) Den Fahrgästen steht die Wahl des Taxis frei. Wünscht ein Fahrgast nicht von dem ersten Taxi in einer Wartereihe befördert zu werden, ist dies von dem/der Taxifahrer/in des gewünschten Taxis dem/der Taxifahrer/in des ersten Taxis in der Wartereihe mitzuteilen. Außerdem ist dieser Wunsch auch den Taxifahrer/innen mitzuteilen, die eventuell die Abfahrt des gewünschten Taxis behindern. Diese müssen unverzüglich die Abfahrt ermöglichen, sofern es die örtlichen Verhältnisse zulassen. Entsprechendes gilt auch für Taxis, die einen Funkauftrag erhalten.
Bitte wende das an meinen Beispiel an und erklär mir, was das mit dem Thema zu tun hat.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 28.12.2014, 22:12

Pirat hat geschrieben:@ IK
Hat Taxi Essen auch geglaubt.
Was willst du damit zum Ausdruck bringen?
Du kannst wohl beim Thema nicht sonderlich gut die Spur halten.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Pirat » 28.12.2014, 23:24

@ IK
Mit der Spur halten magst Du recht haben.
Da hilft Dir nur ignorieren.
Wobei, allzu Heftiges ignorieren auf mich entlarvend wirkt.

Du wirkst ja alles andere als gelassen.
Ist ja durchaus verständlich, bei dem was nächstes Jahr auf Dich zukommen kann.
Dein Bedürfnis Pausenzeitenregelung zu filetieren ist ein verständlicher Wunsch nach Orientierung.

Zu sagen, ich weiß nicht, was nächstes Jahr wird – fehlt Dir anscheinend der Mut.
Wenn es tröstet, damit bist Du nicht allein.
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 28.12.2014, 23:53

@ Pirat
Ich muss nicht gelassen wirken, denn es geht um was. Außerdem geht es nicht darum, wie ich wirke, sondern wie das Taxifahren demnächst zu organisieren ist. Ich wurde nicht wissend sondern klug geboren und ich weiß, wie man sich einer Herausforderung stellt. Bei einer Herausforderung habe ich meine Befürchtungen, aber ich ziehe den Schwanz nicht ein, sondern ich stelle mich.

ML ist eine Herausforderung für das gesammte Taxigewerbe. Es geht nicht nur darum Betriebe vor dem Untergang zu bewahren, sondern auch die Jobs der Fahrer, weil sie ohne diesen ärmer dran sein werden. Dazu halte ich einen ML volkswirtschaftlich für schädlich. Das ist ein Produkt der sozialisischen Denkweise der modernen SPD, welche völlig orientierungslos durch die politische Landschaft rumtrampelt.

Da der Wahnsinn nicht zu stoppen war, gilt es ab jetzt die schädliche Wirkung so viel wie möglich einzudämmen. Sicherlich könnte ich meine Graupe abschaffen, den Fahrer entlassen und mich gemütlich zurücklehnen. Aber so bin ich nun mal nicht. Das hätte dir bei dem Thema Fahrpersonalgesetz auffallen können.

Aber vielleichr zur Abwechslung klärst du uns auf, wie du deinen Job trotz ML behalten möchtest?
Vielleicht lernen wir was neues!!!

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Pirat » 29.12.2014, 00:08

Dein Wahnsinn ist unser Konsens!

Sei nicht besorgt, ich kann für mich sorgen!
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 29.12.2014, 00:14

@ pirat

Klär uns lieber auf, wie du für dich sorgen wirst?
(Kontext ist ML und Job behalten)
Zuletzt geändert von IK am 29.12.2014, 00:15, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Pirat » 29.12.2014, 08:53

@ IK
Arbeitsvertrag nach Gutdünken in Gutsherrenart ist natürlich was völlig anderes als ein einklagbarer gesetzlich garantierter ML.

Was den volkswirtschaftlichen Aspekt angeht.
Nicht ohne Grund steht der Wortbildung „(Volks)wirtschaft“, das Volk voran.
Ich verstehe das so, Wirtschaft sollte in erster Linie dem Volk dienen und nicht umgekehrt.

Auch wenn man selbst gewissen Grundsätzen nicht gerecht wird, heißt das ja nicht, dass die Grundsätze falsch sind.
Ich schließe mich da ausdrücklich mit ein.

Ich bitte um Verständnis, aber meine persönlichen (finanziellen) Verhältnisse gehen Dich nichts an.
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 29.12.2014, 08:59

@ Pirat
Ich bitte um Verständnis, aber meine persönlichen (finanziellen) Verhältnisse gehen Dich nichts an.
Habe ich mich so missverständlich ausgedrückt?
Natürlich reden wir über deine finanziellen Verhältnisse hier nicht. Hast du vollkommen Recht. Das soll geheim bleiben.
Mit meiner Frage wollte ich lediglich wissen, wie du den ML zu verdienen gedenkst. Denn ich nehme an, du möchtest auch nach dem 01.01.2015 Taxifahrer bleiben. Oder hast du einen neuen Job?

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Donner und Blitz » 29.12.2014, 14:57

jr hat geschrieben:Man könnte auch sagen: In gleicher Zeit mehr arbeiten. (...) Der Abbau von Überkapazitäten ist im übrigen keine zwingende Folge des Digitallohns sondern eher der behördlichen Bemühungen im Rahmen des Hamburger Modells.
Auch bei IK und anderen findet man Argumente gegen die These des höheren Bruttolohns durch den gesetzlichen Mindestlohns (ML).

Zum einen forciert die durch den gesetzlichen Mindestlohn endgültig eingeführte Zeitbezahlung auch im städtischen Taxigewerbe den Abbau von Überkapazitäten. Plötzlich zahlt nicht mehr der angestellte Taxifahrer mit kostenlosem Arbeitseinsatz für die Wartezeiten auf den nächsten Fahrgast, sondern der Taxiunternehmer mit richtigem Geld (wie in jeder anderen Branche auch). Und plötzlich werden die Fahrzeuge, die durch den beschriebenen Ausbeutungs-Mechanismus ("vom angestellten Taxifahrer quersubventionierte Touren") noch für den MWU lukrativ waren, defizitär. Das wird unweigerlich zu einem kräftigen Abbau der Überkapazitäten führen - dort, wo Schlupflöcher z.B. durch kriminell fehlerhafte Schichtaufzeichnungen, aktiv bekämpft werden schneller, anderswo langsamer.

Die dann weniger gewordenen Taxis teilen sich einen Tourenmarkt in vergleichbarer Höhe zu vorher. Heißt: Die Auslastung wird höher - pro Taxi allgemein und auch pro Stunde. Kommt dazu noch der Effekt, dass der Abbau von Arbeitszeit (keine 60-Stunden-Wochenarbeitszeit mehr) ebenfalls zu einem Abbau von Überkapazitäten auf Straße und am Taxiposten führt.

Wem letzteres nicht einleuchtet, möge sich erinnern, wie es zu den langen Schichtzeiten kam: Kollegen kamen mit dem eingefahrenen Geld nicht mehr aus. Also hängten sie eine Stunde hinten dran und hatten effektiv mehr Geld am Monatsende eingefahren. Bis die anderen Kollegen gleichzogen. Dann hängten einige eine weitere Stunde dran mit gleichem Effekt: Erst hatten diese Lang-Fahrer mehr Geld, dann zogen die anderen nach. Der Touren-Kuchen wird weder (nennenswert) größer, wenn mehr Taxis gleichzeitig auf der Straße sind. Umgekehrt geht das Beispiel auch: Würden alle Kollegen eine Stunde weniger fahren, hätten alle Kollegen in der Schicht das gleiche im Geldsäckel gegenüber ihrer eigenen früheren längeren Schichten. Weil sich die Auslastung und damit der Stundenumsatz erhöht.

Nun haben wir, mit ML und kommend flächigem Fiskaltaxameter, Mechanismen und Kontrollen, die kürzeren, legalen Schichtzeiten auch mehr und mehr durchzusetzen. Gemeinsam mit dem gesetzlichen Zwang zur Zeitentlohnung führt das zu einem Absenken der Präsenz von Taxis auf den Straßen und an den Taxiposten. Im Ergebnis steigt sowohl der Brutto-Stundenlohn als auch der Brutto-Monatslohn.

Als Einwand lasse ich nur noch gelten, dass durch kriminelle Taxiunternehmer diese Entwicklungen gestört werden könnte. Die Konsequenz sollte aber für ehrliche Taxiunternehmer nicht (noch einmal) sein, sich den Kriminellen in unserer Branche anzupassen (damit nicht der Ehrliche der Dumme sei), sondern konsequent gegen jede Form der Umgehung von ML und Arbeitszeitgesetz anzukämpfen. Davon hätten zumindest die weiterhin selbstfahrenden MWUs etwas ganz persönlich: Mehr Zeit für die Familie und weniger Zeit im Taxi bei gleichen Schichteinnahmen - wenn wir gemeinsam die Kriminellen aus unserem Gewerbe drängen.

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