Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Der virtuelle Taxitreff.
taxidriver_007
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von taxidriver_007 » 20.12.2014, 07:33

Zitat: "Die Arbeitsleistung eines Taxifahrers ist der Umsatz!"
In meinen Augen ist dies nur die halbe Wahrheit.

Die Arbeitsleistung besteht auch aus:
- Kilometergeld von im Schnitt 1,50 € (gerne mehr)
- günstig tanken (1,08 €)
- materialschonendes Fahren
- Stoppen der Schicht bei sich anbahnenden Schäden
- Information des Fahrzeugeigentümers über jegliche Wehwehchen des Fahrzeuges
- keine Unfälle über einen langen Zeitraum

Nur, um mal einige neue Variablen ins Spiel zu werfen. Ein Fahrer, der einmal im Jahr crasht,
oder den Motor lieber schlachtet, als die Schicht vorsichtshalber zu beenden, kann soviel
Umsatz einfahren, wie er will, er sorgt trotz allen Umsatzes für minus in der Kasse.

Dieser Aspekt ist hier noch nie beleuchtet worden. Ich lese immer nur Umsatz...
Ein sehr kurzfristiger Ansatz meiner Meinung nach.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von odelgunde » 20.12.2014, 11:50

taxidriver_007 hat geschrieben:Zitat: "Die Arbeitsleistung eines Taxifahrers ist der Umsatz!"
In meinen Augen ist dies nur die halbe Wahrheit.

Die Arbeitsleistung besteht auch aus:
- Kilometergeld von im Schnitt 1,50 € (gerne mehr)
- günstig tanken (1,08 €)
- materialschonendes Fahren
- Stoppen der Schicht bei sich anbahnenden Schäden
- Information des Fahrzeugeigentümers über jegliche Wehwehchen des Fahrzeuges
- keine Unfälle über einen langen Zeitraum

Nur, um mal einige neue Variablen ins Spiel zu werfen. Ein Fahrer, der einmal im Jahr crasht,
oder den Motor lieber schlachtet, als die Schicht vorsichtshalber zu beenden, kann soviel
Umsatz einfahren, wie er will, er sorgt trotz allen Umsatzes für minus in der Kasse.

Dieser Aspekt ist hier noch nie beleuchtet worden. Ich lese immer nur Umsatz...
Ein sehr kurzfristiger Ansatz meiner Meinung nach.

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:D 1+ Solche Mitarbeiter wünscht man sich!

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Jim Bo
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Jim Bo » 20.12.2014, 12:24

FD hat geschrieben:
eichi hat geschrieben:Wie man auf die waghalsige Annahme sich versteigen kann,Tourenglück hat was mit persönlicher Leistung zu tun, ist nicht nachvollziehbar. Der Taxifahrer stellt seine Arbeitsleistung zurVerfügung, u.U. sogar an dem Ort, den Scheff vorgibt. Fertig!

Falsch! Das gilt auf dem Lande. In der Großstadt ist es die ureigenste Aufgabe des Fahrers, die Kundschaft aufzuspüren. Der Chef versorgt Dich eben nicht mit Aufträgen. Die mußt Du Dir selbst besorgen. Ist wie beim Pilze sammeln. Da sucht Du doch auch. Du kannst natürlich Dich auch in den Wald stellen und darauf warten, daß sich der Korb von alleine füllt, oder Dein Chef vorneweg geht und Dir jeden Pilz einzeln zeigt. Ist aber unrealistisch. Und DAS weist Du auch!
Pilze sammeln, na da sind wir doch bei meinem Hobby. Nur kann ich mich nicht daran erinnern, dass ich für jemanden mich täglich bis zu 10 Stunden in den Wald stelle und ein von ihm gefordertes Mindestmaß an Pilze sammel, wovon ich nichtmal selbst die Hälfte abbekomme.

Und kommt mir jetzt nicht mit: "Da kennst du meine Frau nicht."

FD hat geschrieben: Und so kommen wir zum KSchG.

Das Taxengewerbe unterscheidet sich von ALLEN andern auch dadurch, das JEDER Arbeitsplatz für sich allein betrachtet werden muß. Es gibt kein Gesamtbild. Jeder Taxifahrer muß seinen Arbeitsplatz aus eigener Kraft vollständig selbst erwirtschaften. Schafft er das nicht, wird er gekündigt. Er kann nicht, wie in anderen Branchen, auf einen anderen Arbeitsplatz gesetzt werden.
Da werden dir Multikonzerne was anderes erzählen!!!

Möchtegernunternehmer nehmen diesen die Arbeit weg. Sie gehören vom Taximarkt ausgeschlossen, damit die ehrlichen Mehrwagenunternehmer existieren können. Die MWU sind es, die Arbeitsplätze schaffen und nicht mit externen Leistungsdruck vernichten.

Am Beispiel FD erkenne ich zumindest, wie einige Unternehmen gestrickt sind. Nennen wir mal als Beispiel 1000 Euro Gewinn pro Wagen. Die Kapitalisten setzen ihre Angestellten unter Druck, damit wirklich jeder Wagen mindestens diesen Gewinn erwirtschaften.
Ein Sozialist denkt sich dagegen:

"Ich habe 100 Wagen. Könnte mir noch mehr kaufen. Ich bin zufrieden, wenn jeder Wagen mir nur 500 Euro Gewinn bringt."

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von ilkoep » 20.12.2014, 13:04

eichi hat geschrieben:Wie man auf die waghalsige Annahme sich versteigen kann,
Tourenglück hat was mit persönlicher Leistung zu tun, ist nicht
nachvollziehbar. Der Taxifahrer stellt seine Arbeitsleistung zur
Verfügung, u.U. sogar an dem Ort, den Scheff vorgibt. Fertig!
Würdest du auf dem Dorf leben/fahren, könnte man diese Ansage noch verstehen, aber nicht in einer Großstadt.

Komischerweise sind es immer die gleichen "Kollegen" die mit magerer Kasse zur Abrechnung antanzen. Sich am Stadtrand hinterm Baum verstecken und hoffen keinen Auftrag zu bekommen, ist/war vielleicht eine Lösung für Rentner, die vor ihrer Ollen flüchten.

Andererseits sind es auch immer die gleichen Kutscher die den Chef über beide Ohren grinsen lassen.

Nichtsdestotrotz haben beide ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt. Zufall?

Aber so war es schon immer: es gibt Taxifahrer die auf Fahrgäste warten und es gibt Taxifahrer die Fahrgäste suchen. Erstere werden auf dem Müllhaufen der Geschichte landen.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von eichi » 20.12.2014, 13:45

Nochmal:
Stehen zwei Taxen am Posten, Fahrgast kommt
und steigt im eine der beiden ein. Leistung des Fahrers?

Stehen zwei Taxen am Posten, kommen zwei Fahrgäste
und steigen jeder in eine Taxe ein. Der eine bekommt eine
kurze Tour, der andere eine sogenannte "gute Tour".
Wieder, Leistung des Fahrers?

Von den Fahrern, die sich einen ruhigen Posten suchen,
um bei der Lektüre nicht gestört zu werden oder sich nicht mal
selbst auf die Suche machen und auch nicht wissen, was wo los ist,
rede ich nicht. Hier ist dann der Chef gefragt, um die Art des
Arbeitseinsatzes zu hinterfragen.

Wenn der Fahrer sich bemüht, ist es gut. Der Erfolg seiner
Bemühungen ist Glückssache.
Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Immanuel Kant)

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Jim Bo » 20.12.2014, 13:54

Genauso ist es eichi.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von odelgunde » 20.12.2014, 14:24

eichi hat geschrieben:Nochmal:
Stehen zwei Taxen am Posten, Fahrgast kommt
und steigt im eine der beiden ein. Leistung des Fahrers?

Stehen zwei Taxen am Posten, kommen zwei Fahrgäste
und steigen jeder in eine Taxe ein. Der eine bekommt eine
kurze Tour, der andere eine sogenannte "gute Tour".
Wieder, Leistung des Fahrers?

Von den Fahrern, die sich einen ruhigen Posten suchen,
um bei der Lektüre nicht gestört zu werden oder sich nicht mal
selbst auf die Suche machen und auch nicht wissen, was wo los ist,
rede ich nicht. Hier ist dann der Chef gefragt, um die Art des
Arbeitseinsatzes zu hinterfragen.


Wenn der Fahrer sich bemüht, ist es gut. Der Erfolg seiner
Bemühungen ist Glückssache.
Stimmt so nicht, statistisch gesehen müsste es sich ausgleichen wenn man nicht nur einen Zufallstag betrachtet, ist aber nicht so.
Manche Fahrer habens drauf und manche eben nicht.
Zuletzt geändert von odelgunde am 20.12.2014, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von ilkoep » 20.12.2014, 17:30

eichi hat geschrieben:Nochmal:
Stehen zwei Taxen am Posten, Fahrgast kommt
und steigt im eine der beiden ein. Leistung des Fahrers?

Stehen zwei Taxen am Posten, kommen zwei Fahrgäste
und steigen jeder in eine Taxe ein. Der eine bekommt eine
kurze Tour, der andere eine sogenannte "gute Tour".
Wieder, Leistung des Fahrers?
Das ist die klassische Ausrede der Loser: "Ich hätte ja gern gewollt, aber leider klappte es nicht. Zum Pech kam das Unglück hinzu."

Auch nochmal: Der Schnitt zählt. Und es sind immer die gleichen die einen guten Schnitt haben, und immer die gleichen... s.o..

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von am » 20.12.2014, 18:22

Die Diskussion guter Fahrer, schlechter Fahrer ist doch vollkommen überflüssig. Die Entscheidung kann ohnehin nur der Unternehmer treffen.
Im Zweifel ist der im Durchschnitt bessere Fahrer dies nur scheinbar, weil er gleichzeitig im Durchschnitt mehr Schaden am Material anrichtet.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von ilkoep » 20.12.2014, 19:00

am hat geschrieben: Im Zweifel ist der im Durchschnitt bessere Fahrer dies nur scheinbar, weil er gleichzeitig im Durchschnitt mehr Schaden am Material anrichtet.
Kannst du das morgen nochmal nüchtern erläutern? Danke.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von SindSieFrei? » 20.12.2014, 19:04

20-30% des Umsatzes hängen von dem ab, der vorne links sitzt! Diese sind kein Glück, sondern Können. Oder, um es wertneutraler zu sagen: Der richtige Riecher!

LG
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von bonscott » 20.12.2014, 19:09

Das gleiche habe ich eben auch gedacht, Herbert. Warst bloß etwas schneller.
Auf was für krude Begründungen man kommen kann. Die Looser werden auch die Verlierer bleiben, der Ml wird eine Bereinigung des Gewerbes sondersgleichen hervorrufen. Ob die BZP-Prognose von 50000 Fahrern eintreten wird wage ich zu bezweifeln. Die Hälfte davon kann ich mir allerdings vorstellen.Diejenigen, die sich jetzt noch sicher fühlen, werden bald das große kotzen bekommen. Kein Unternehmer wird auf Dauer 8,50 bei 2200 Umsatz zahlen können.
Zuletzt geändert von bonscott am 20.12.2014, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
UBERall illegal

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Jim Bo » 20.12.2014, 20:04

bonscott hat geschrieben:Kein Unternehmer wird auf Dauer 8,50 bei 2200 Umsatz zahlen können.
Kein "3000-Euro-Umsatz" - Taxifahrer wird weiterhin 3000 Euro Umsatz einfahren, wenn die Anfahrtswege länger werden. :wink:

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von IK » 20.12.2014, 20:49

ilkoep hat geschrieben:
am hat geschrieben: Im Zweifel ist der im Durchschnitt bessere Fahrer dies nur scheinbar, weil er gleichzeitig im Durchschnitt mehr Schaden am Material anrichtet.
Kannst du das morgen nochmal nüchtern erläutern? Danke.
Ich bin auf Erklärung auch gespannt.
Erinnert mich an die Debatte um das Fahrpersonalgesetz und die Gefahr für die Gemeinheit, weil die Fahrer wie Berserker unterwegs sein sollen.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von am » 20.12.2014, 20:56

ilkoep hat geschrieben:
am hat geschrieben: Im Zweifel ist der im Durchschnitt bessere Fahrer dies nur scheinbar, weil er gleichzeitig im Durchschnitt mehr Schaden am Material anrichtet.
Kannst du das morgen nochmal nüchtern erläutern? Danke.

Bewirbst Du Dich um die Warteschleife oder bist Du an der weiteren Teilnahme an einer vernünftigen Diskussion interessiert?
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von am » 20.12.2014, 20:59

Ihr wollt doch gar keine Begründungen. Ihr verschliesst doch lieber die Augen vor der Realität.

Zudem hat man bei einigen hier immer den Eindruck, sie bezögen alles Geschriebene auf sich persönlich. Dass auch andere die hier schreiben schonmal hinter einem Taxilenkrad gesessen und beibachtet haben, was draussen so abgeht, wird grundsätzlich ausgeschlossen. Das macht es immer Mühsamer, irgendwann auch mal zu einem Erkenntnisgewinn zu gelangen, ausser dem, dass hier in erster Linie Egozentriker unterwegs sind.

Die Augen vor der Wahrheit zu verschliessen, war dabei schon immer die schlechteste Wahl.

Zum Thema:
Kollegen die in derselben Zeit und unter prinzipiell denselben Grundvoraussetzungen im Schnitt mehr Umsatz einfahren, schaffen dies in aller Regel dadurch, dass sie gezielt auf Hotspots fahren. Das erfordert meist mehr Leerkilometer und höhere Geschwindigekeiten, um möglichst schnell wieder am Stich zu sein. Das sind zwei wesentliche Faktoren, die das Ergebnis für den Unternehmer nach unten abrunden, den Ertrag schmälern. Wir kennen sie alle, die stadtbekannten Tiefflieger.
Dass es darüber hinaus auch Fahrer mit erheblichem Eigengeschäft gibt, muss man ja nicht ausser Acht lassen, jedoch ist auch dieses nur mit erhöhtem Aufwand zu bedienen. Wobei mir als Unternehmer solche Fahrer ohnehin suspekt wären.
Zu guter letzt ist es wohl eher so, dass die Ausreisser nach unten eher die sind, die etwas schkechter machen als alle anderen und Ansonsten der Faktor Tourenglück tatsächlich nicht zu unterschätzen ist.
Zuletzt geändert von am am 20.12.2014, 21:30, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von am » 20.12.2014, 23:27

Am besten lasst ihr alle interpretationsfähigen persönlichen Ansprachen weg, FD, dann kommen wir alle viel besser miteinander klar und auch das Team muss nicht persönlich werden. Ob wir das zum Fest der Liebe wohl mal schaffen?
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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Txai » 21.12.2014, 00:11

Man kann sicherlich davon ausgehen, dass die meisten Arbeitgeber in
unserer Branche nicht wie Taschenrechner funktionieren und reagieren.
Kriterien wie Vertrauen (auf gegenseitige Redlichkeit, Zuverlässigkeit,
Loyalität), sich-riechen-können, passende "Chemie" etc, also Faktoren,
die nicht unmittelbar in Euro und Cent evaluierbar sind, spielen selbst-
verständlich ebenfalls eine große Rolle, wenn’s ums Jobbehalten geht.
‪
"Aber die andere Seite — sehr dunkel sie ist ..."
"Entweder du isst jetzt deinen Toast, Yoda, oder es knallt!"

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Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von Jim Bo » 21.12.2014, 01:01

FD hat geschrieben:Kündigungsschutzklagen hingegen werden keinen Erfolg haben, weil bei einem sich abzeichnenden Erfolg, die Firma eben ganz geschossen werden wird. Es gibt keine gesetzliche Pflicht, eine Firma bis zum Eintritt der Insolvenz weiter zu betreiben. Im Gegenteil! Die Weiterbeschäftigung solcher Fahrer gegen jedwede betriebswirtschaftliche Vernunft erfüllt den Tatbestand des betrügerischen Konkurses.
Ach, ist das so? Da bin ich aber ganz anderer Ansicht, denn jeder Anwalt für Arbeitsrecht wird dir sagen, dass ein Angestellter ein Recht auf Mindestlohn für Arbeits- und Standzeiten (ausgenommen Rufbereitschaft) hat und dieses Recht auch zugesprochen bekommt. Das ist für den Angestellten ein Erfolg. Was aus seiner alten Firma dann wird, kann und sollte ihm egal sein. Er sieht sich nach einer neuen Firma um oder gründet seinen eigenen Betrieb oder wechselt die Branche oder oder oder...
Diejenigen, die keine Klage einreichen, dürfen sich dann später nicht beschweren. Und diejenigen, die für eine Firma arbeiten, die legale Wege findet, den Mindestlohn durchzusetzen, die haben es am einfachsten. Alleinunternehmer sollten sich nur nicht allzuviel Hoffnungen machen, dass sie es zukünftig mit weniger Konkurrenz zu tun haben. Das Gegenteil wird der Fall sein, jedenfalls solange, wie es keine Konzessionsbegrenzung gibt.

FD hat geschrieben: @Jim Bo

Der Sozialist besitzt nicht ein Taxi. Sozialismus bedeutet Volkseigentum. Hatten wir schon. Hat nicht funktioniert, weil die Faulheit Vieler nicht durch den Fleiß Weniger finanziert werden kann. Denn jeder Fleißige fragt sich angesichts der Faulen, warum er sich eigentlich abrackert. Und wird dann selbst faul.
Du sprichst von Arbeitsverweigerung, welches ein Grund einer fristlosen Kündigung ist.

Ich rede von was ganz Anderem. Sagen wir es mal so:

Ein Kapitalist pickt sich die besten Fahrer heraus und versetzt Sie unter einem so enormen Leistungsdruck, dass man irgendwann an sich selbst zweifelt, weil man eine Pechsträne hatte. Man erfüllt somit nicht mehr die Anforderungen und einem Kapitalisten fällt nichts Besseres ein, als einen Angestellten zu mobben.

Ein Sozialist ist klüger, er macht sich Gedanken, wie man einfacher an Umsatz kommt. Er denkt vorausschauend. Während ein Kapitalist also denkt: "Plan A muss gehen.", denkt ein Sozialist: "Plan A kann nicht funktionieren, Plan B muss her."

Wisst ihr, was ich mit dem Begriff Multikonzern meine? Damit meine ich Firmen, die sich nicht nur von Taxigeschäft ernähren. Das sind Unternehmer, die einen Gewinn X erreichen wollen. Sie sind soweit expandiert, dass Sie insgesamt mehr als das Doppelte ihres geplanten Gewinns schaffen. Ihre Anforderungen an Angestellte liegt nicht nur niedriger, sie ist variabel. Es bleibt genügend Spielraum für Mitarbeitermotivation und wirtschaftliche Einbußen.

Komme ich auf den Kapitalist zurück: Wenn einer seiner Angestellten durch Krankheit ausfällt oder Urlaub beantragt, der bekommt doch gleich einen Herzkasper.
So nach dem Motto: "Oh Gott, oh Gott, wie soll ich das alles nur schaffen?"

Entschuldigung, aber solche Leute sind nur Ballast und hindern MWU daran ihr Konzept optimal durchzusetzen. Wenn bei den Sozialisten einer in Urlaub geht oder krank wird, sind dennoch genügend Angestellte aus der gleichen Firma am Halteplatz, die dann seine Aufträge miteinfahren. Dem MWU gehen keine Umsätze verloren. Die werden halt nur von andere Fahrer ausgeführt. Es gibt in Berlin Sektoren, wo unsere Firma durch Präsenz andere Firmen verdrängen kann. Mit anderen Worten: Von uns stehen schon zahlreiche Wagen an den Halten, dass sich andere Taxifahrer aus anderen Firmen denken, wieder wegzufahren. Ob ich für zwei Wochen mal im Urlaub bin, interessiert nicht die Bohne.

Jetzt stelle man sich vor, dass andere Taxifahrer aus andere Firmen zu uns wechseln. Jeder wird nur noch nach Arbeitszeit bezahlt, Umsatz ist nur noch für den Unternehmer relevant. Die Firma würde einen Gewinn erwirtschaften, der 10 mal so hoch ist, als den, den man eigentlich bräuchte.

Was sollte einem Unternehmer daran hindern, von diesem Gewinn seinen gesamten Betrieb zu unterstützen, die kurzzeitig Schwachen zu stärken?

Wie gesagt, ich rede nicht von Arbeitsverweigerung. Aber: mit einem 10fachen Gewinn kann man nicht nur die Schwachen stärken, man kann damit in andere Bereiche expandieren.
Wenn alles mit einer Taxe anfing, sich daraus ein MWU gebildet hat, die eigene Werkstatt folgte, ... es gibt auch Taxifirmen mit eigenem Autohaus ... vielleicht gibt es auch schon Taxifirmen mit eigener Tankstelle, Waschanlage, eigener Funkzentrale... usw. usw. Das sind doch alles Dinge, die Arbeitsplätze sichern, egal was die Politik plant.

Letzten Endes kommt es nicht auf die schwarzen Schafe an, die sich Tricks suchen, irgendwie durchzukommen. Es kommt auf Taxifahrer auf Angestelltenbasis an, die sich ihre Firma suchen, wo sie am besten mit zurecht kommen.

Arbeitsverweigerung lässt sich nachweisen, wie z.B. Ablehnen von Funkaufträge. Abmelden von der Vermittlungssoftware. Da wird auch jeder Unternehmer die Möglichkeit einer fristlosen Kündigung haben. Wie gesagt, das meine ich nicht, aber wie eichi schon sagt: Wer Einsatz zeigt, den Willen zur Arbeitsbereitschaft zeigt, den sollte man nicht mit Kündigung bestrafen, nur weil es nicht so läuft, wie man es sich dachte.
Zuletzt geändert von Jim Bo am 21.12.2014, 10:44, insgesamt 1-mal geändert.

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Registriert: 06.06.2014, 23:30
Wohnort: Berlin

Re: Wie behalte ich trotz Mindestlohn meinen Job....

Beitrag von ilkoep » 21.12.2014, 11:29

FD hat geschrieben:
Allerdings hast Du andererseits wieder Recht. Nur ist es so, daß der "stadtbekannte Tiefflieger" dem MWU wegen des Umsatzes lieber ist, solange sich Materialschäden in Grenzen halten.
Leute, lasst mal die Kirche im Dorf.

Die mittlere Geschwindigkeit eines Tagfahrers liegt bei ca. 22 km/h. "Tieffliegen" kann man nur in 30er oder verkehrsberuhigten Zonen.

Einen schlechten Umsatz und €/km-Schnitt hat in der Regel der Halteplatzschnarcher, der nach jeder Fahrt in sein Stammgebiet zurück fährt.

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