[MiLoG] Mindestlohn

Löhne, Arbeitsbedingungen, Recht.
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Beitrag von am » 19.07.2013, 20:13

nightdancer hat geschrieben: Taxen wären endgültig nicht mehr wettbewerbsfähig. Warum?! Weil Mietwagen und FVO den ML fröhlich unterlaufen könnten und würden. Genau das würde in der Fläche eintreten, was Sie und am ignorieren. Soviel zu Ihrem Gesamtkonzept für Deutschland.
Ich und ich kann hier nur für mich sprechen, ignoriere dies keinesfalls. Ich halte die Gefahr aber für nicht so gross, als das wir hier bereits jetzt schwarz malen müssten.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

nightdancer
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Beitrag von nightdancer » 19.07.2013, 20:23

PS-Taxi hat geschrieben:Ab 2017 haben wir den alle drin. Richtig ist das es an der Überwachung scheitern wird. Dagegen halte ich ML so aus dem Hut heraus für alle keine gute Idee.

Du hast es nicht verstanden, in der Fläche teilen sich Taxen, Mietwagen und FVO zu 80% den gleichen MArkt. Die Fahrzeuganzahl ist heute schon pari.
Nur Taxen haben den FT und Kontrollen zu befürchten.

Anders ausgedrückt, für uns ist so, also ob von 3300 Taxen in HH, die Hälfte dem FT und den Prüfungen unterworfen werden und die andere Hälfte muß weder noch befürchten und zu Krönung wird der Tarif um 20% abgesenkt(wir fahren viele Touren stark unter Tarif). Jetzt sag mir einer der Anhänger von Herrn Grün, welche Hälfte wohl überlebt.

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Beitrag von nightdancer » 19.07.2013, 20:25

am hat geschrieben:
Ich halte die Gefahr aber für nicht so gross, als das wir hier bereits jetzt schwarz malen müssten.
Wie begründest du deinen Optimismus?!

In den größeren und Groß-städten mag es funktionieren, in der Fläche nicht. Deswegen sprechen ich eben von Insellösung und spreche Herrn Grün das Gesamtkonzept ab.

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Beitrag von am » 19.07.2013, 20:55

Wenn Anna von Konzept spricht, dürfen wir getrost von Hamburg ausgehen. Ein bundesweites Gesamtkonzept lässt sich daraus nicht ableiten.

Im städtischen Bereich begründe ich ich meinen Optimismus, wie es in meinem gestrigen Beitrag bereits tat. Mietwagen haben im grosstädtischen Bereich schwer zu überwindende Nachteile. Da man sich aber im Taxigewerbe grundsätzlich dieser Gefahr bewusst ist, wird man sich darauf einstellen und handeln können.
Im ländlichen Bereich las ich hier immer wieder, dass man bereits heute das diskutierte Mindestlohnniveau oder mehr bezahle. Das lässt vermuten, dass die Schwarzarbeitsquote bei Landtaxiunternehmen deutlich geringer als bei Stadttaxen ist. Darauf kann sich also eine Flucht in den Mietwagensektor nicht gründen.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Beitrag von nightdancer » 19.07.2013, 21:03

am hat geschrieben:Wenn Anna von Konzept spricht, dürfen wir getrost von Hamburg ausgehen. Ein bundesweites Gesamtkonzept lässt sich daraus nicht ableiten.
Danke.
Im städtischen Bereich begründe ich ich meinen Optimismus, wie es in meinem gestrigen Beitrag bereits tat. Mietwagen haben im grosstädtischen Bereich schwer zu überwindende Nachteile. Da man sich aber im Taxigewerbe grundsätzlich dieser Gefahr bewusst ist, wird man sich darauf einstellen und handeln können.
Soweit ich dies beurteilen kann, sehe das ähnlich.
Im ländlichen Bereich las ich hier immer wieder, dass man bereits heute das diskutierte Mindestlohnniveau oder mehr bezahle. Das lässt vermuten, dass die Schwarzarbeitsquote bei Landtaxiunternehmen deutlich geringer als bei Stadttaxen ist.
Beides hast du mißverstanden und stimmt nicht.

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PS-Taxi
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Beitrag von PS-Taxi » 19.07.2013, 21:16

nightdancer hat geschrieben:
PS-Taxi hat geschrieben:Ab 2017 haben wir den alle drin. Richtig ist das es an der Überwachung scheitern wird. Dagegen halte ich ML so aus dem Hut heraus für alle keine gute Idee.

Du hast es nicht verstanden, in der Fläche teilen sich Taxen, Mietwagen und FVO zu 80% den gleichen MArkt. Die Fahrzeuganzahl ist heute schon pari.
Nur Taxen haben den FT und Kontrollen zu befürchten.

Anders ausgedrückt, für uns ist so, also ob von 3300 Taxen in HH, die Hälfte dem FT und den Prüfungen unterworfen werden und die andere Hälfte muß weder noch befürchten und zu Krönung wird der Tarif um 20% abgesenkt(wir fahren viele Touren stark unter Tarif). Jetzt sag mir einer der Anhänger von Herrn Grün, welche Hälfte wohl überlebt.
Ich bin immer von der Diskussion um Taxen ausgegangen.

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Beitrag von IK » 19.07.2013, 21:16

@ eichi
eichi hat geschrieben:Ivo, also wirklich!
Mit einem Sitzkontakt gibt es keine unbaren Fahrten, von Kurierfahrten abgesehen.
Ein gedanklicher und bedenklicher Kurz-/ Fehlschluss.
Auf die logische Beweiskette bin ich aber sowas von gespannt...
Ich habe den von mir zitierten Text vervollständigt ( Rot ).

Woraus besteht jetzt mein Kurz-/ Fehlschluss?

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Beitrag von nightdancer » 19.07.2013, 21:18

PS-Taxi hat geschrieben:
Ich bin immer von der Diskussion um Taxen ausgegangen.
In Berlin und HH mag das ja zu treffen, aber allgemein eben nicht.

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Beitrag von PS-Taxi » 19.07.2013, 21:28

nightdancer hat geschrieben:
PS-Taxi hat geschrieben:
Ich bin immer von der Diskussion um Taxen ausgegangen.
In Berlin und HH mag das ja zu treffen, aber allgemein eben nicht.
Die Kanzlerine hat wiederholt dem ML eine Absage erteilt. Maximal wird es Lohnuntergrenzen geben. Und das Rot/Grün die Wahl gewinnt glaubt ja wohl keiner mehr. Und wo wird die Lohnuntergrenze liegen??????
Ich bin immer noch der Meinung wir sollten erstmal die Wahlen abwarten um dann zu sehen was von der Lohnuntergrenze noch übrig ist.

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Beitrag von Poorboy » 19.07.2013, 21:33

IK hat geschrieben:@ eichi
eichi hat geschrieben:Ivo, also wirklich!
Mit einem Sitzkontakt gibt es keine unbaren Fahrten, von Kurierfahrten abgesehen.
Ein gedanklicher und bedenklicher Kurz-/ Fehlschluss.
Auf die logische Beweiskette bin ich aber sowas von gespannt...
Ich habe den von mir zitierten Text vervollständigt ( Rot ).

Woraus besteht jetzt mein Kurz-/ Fehlschluss?
Unbar heißt nicht bar bezahlen, sondern mit Karte! Mit Sitzkontakten, so Deine Aussage, ist Kartenzahlung also nicht möglich! :mrgreen:

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Beitrag von Devil » 20.07.2013, 01:12

nightdancer hat geschrieben:.... Ich forder 10-12 Euro mit konsequenter Kontrolle....

Das ist Wunschdenken ...... :D
Was sollte denn mein Chef kontrollieren ?
Wie ich 2 Stunden am Halteplatz stehe und dann die Kneipe mit 5,60 Euro Umsatz bekomme ? .... er zahlt mir dann 10,00 Euro pro Stunde ?..... :mrgreen:
Bild......Da bin ich ja voll dabei ..........

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Beitrag von Freddy_AC » 20.07.2013, 08:14

...dem kann ich mich bedenkenlos anschließen! Bei dem Mindestlohn vekauf ich meine Konze und stell mich 10 Stunden als Fahrer an den Bahnhof.
Da kann ich das Lachen nicht mehr sein lassen!!! :lol: :lol:
Wenn 2 Mann in einem Raum sind und 3 gehen raus, muss einer zurückgehen damit keiner mehr drin ist!

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Beitrag von TWG » 20.07.2013, 08:38

Hallo,

ich hab lange mitgelesen, bevor ich mich zu Wort melde. Vieleicht war mein Vorschlag hier auch schonmal Thema und ich habs überlesen.

Nun mal meine Meinung als Arbeitnehmer:
In schwachen Zeiten gibt es einfach zu viele Autos auf den Strassen.
MWU sind aber daran interessiert, das Ihre Autos laufen, jeder Umsatz zählt, die Fahrer werden wie auch immer angehalten auch an schwachen Tagen die Autos zu besetzen.
Wenn in einer 12Std. Schicht 100,- Euro eingefahren werden, denkt der Unternehmer, besser als nichts, dafür hat der Fahrer ja andere Tage, an denen es besser läuft. (3,33 € brutto/Std. bei 40%)
Aber an schwachen Tagen gibt es reichlich unzufriedene Arbeitnehmer, die sich für einen Mindestlohn stark machen.
Wenn nun an schwachen Tagen jedes zweite Auto stehen bleibt, (wie auch immer das zu regeln ist), hat der Unternehmer nicht weniger (ein Auto bringt 200,- statt zwei Autos je 100,-) aber der Stundenlohn des Fahrers verdoppelt sich, da ja nur einer fährt.

Nur mal so zum Nachdenken!

Gruß aus Düsseldorf
Thomas

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Beitrag von nightdancer » 20.07.2013, 10:07

Devil hat geschrieben:
nightdancer hat geschrieben:.... Ich forder 10-12 Euro mit konsequenter Kontrolle....

Das ist Wunschdenken ...... :D
Nö, du hast es nur nicht verstanden.

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Beitrag von am » 20.07.2013, 10:39

@TWG
Das scheitert nicht nur an den Unternehmern, sondern auch an den Fahrern. Und zwar so lange, wie es Möglichkeiten gibt, ohne grössere Umstände mit dem Taxifahren Schwarzgeld zu generieren.

Gäbe es die nicht, würde genau das passieren. Unternehmer würden ihre Fahrzeuge bedarfsgerecht einsetzen.

Der Mindestlohn alleine, da kann man nightdancer selbstverständlich Recht geben, löst dieses Problem nicht.
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Anna Chronismus
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Beitrag von Anna Chronismus » 20.07.2013, 11:19

TWG hat geschrieben:In schwachen Zeiten gibt es einfach zu viele Autos auf den Strassen. MWU sind aber daran interessiert, das Ihre Autos laufen, jeder Umsatz zählt, die Fahrer werden wie auch immer angehalten auch an schwachen Tagen die Autos zu besetzen.
Deine Anmerkung trifft ins Schwarze. Weshalb, meine These, sich mit dem Mindestlohn die Zahl der MWU-Fahrzeuge, hier wiederum insbesondere bei den Vielwagen-Unternehmern ohne starken oder gar ganz ohne Tourvermittler, in Städten siginifikant nach unten bewegen wird, teilweise kompensiert durch (vielfach alleinfahrende) EWUs und kleine MWUs, bei denen der Chef noch selbst (mit)fährt.

Wer von großen Vielwagen-Taxenbetrieben geträumt hat, ohne das dazu passende Eigengeschäft zu haben, der wird mit der Einführung eines Mindeslohnes aus einem Albtraum erwachen. Dieses Gewerbe wird, analog klassischem Handwerk, ein Refugium für kleinere Betriebe sein bzw. bleiben.
Action speaks louder than words
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Otis Redding - Hard To Handle
Single "Amen" (1968), B-Seite


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Beitrag von IK » 20.07.2013, 11:24

Poorboy hat geschrieben:
IK hat geschrieben:@ eichi
eichi hat geschrieben:Ivo, also wirklich! Ein gedanklicher und bedenklicher Kurz-/ Fehlschluss.
Auf die logische Beweiskette bin ich aber sowas von gespannt...
Ich habe den von mir zitierten Text vervollständigt ( Rot ).

Woraus besteht jetzt mein Kurz-/ Fehlschluss?
Unbar heißt nicht bar bezahlen, sondern mit Karte! Mit Sitzkontakten, so Deine Aussage, ist Kartenzahlung also nicht möglich! :mrgreen:

Poorboy
Danke Poorboy
In der Tat, habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Ich wollte natürlich sagen, dass es mit den Sitzkontakten keine Fahrten ohne Taxameter gibt.
Mea culpa!

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Beitrag von Devil » 20.07.2013, 11:29

Devil hat geschrieben:
nightdancer hat geschrieben:.... Ich forder 10-12 Euro mit konsequenter Kontrolle....

Das ist Wunschdenken ...... :D
Was sollte denn mein Chef kontrollieren ?
Wie ich 2 Stunden am Halteplatz stehe und dann die Kneipe mit 5,60 Euro Umsatz bekomme ? .... er zahlt mir dann 10,00 Euro pro Stunde ?..... :mrgreen:
Bild......Da bin ich ja voll dabei ..........
nightdancer hat geschrieben:....Nö, du hast es nur nicht verstanden.
Ja , das vermute ich auch .......... :mrgreen:

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Beitrag von nightdancer » 20.07.2013, 11:42

Anna Chronismus hat geschrieben: Dieses Gewerbe wird, analog klassischem Handwerk, ein Refugium für kleinere Betriebe sein bzw. bleiben.
Wieder dieses Loblied, dass es im Handwerk längst Marktkonzentrationen gibt, ist Ihen wohl entgangen. Sollte es in den nächsten Jahren zu einer Altersvorsorgepflicht für Selbstständige kommen, was für die Sozialkassen notwendig ist und ich (wäre ich Großstädter) nur als fair empfinden würde, dann würden die EWu ist kürzester Zeit verschwinden.

Normalerweise setzt man für einen Selbstständigen, je nach Auslastung, Aufwand und Qualifikation, pro Stunde die einem Kunden in Rechnung gestellt wird, schon heute zw. 30 und 120 Euro netto an. Wie Herr Grün, soll das gehen? Es ist schon sehr widerspürchlich, Ihr Einsatz für AN und MWU-Bashing und andererseits haben Sie nichts gegen Selbstausbeutung. Sowas inkonsequent zu nennen, wäre noch geschmeichelt.

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Beitrag von reasoner » 20.07.2013, 12:17

nightdancer hat geschrieben:Es ist schon sehr widerspürchlich, Ihr Einsatz für AN und MWU-Bashing und andererseits haben Sie nichts gegen Selbstausbeutung. Sowas inkonsequent zu nennen, wäre noch geschmeichelt.
Da ist was dran.
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf

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