[MiLoG] Mindestlohn

Löhne, Arbeitsbedingungen, Recht.
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SindSieFrei?
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Beitrag von SindSieFrei? » 06.06.2013, 21:37

Ich überlege gerade, ob ich mich nicht mit dem Gebiet: "Abrechnungstuning für Taxiunternehmer- pimp up your taxes" selbständig machen sollte. Ich kann das! Das ist eine Marktlücke! :mrgreen:

N8 @ all.
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Beitrag von am » 06.06.2013, 22:43

Otto126 hat geschrieben:
am hat geschrieben: wenn aber 30% des eingesetzten Kapitals latent keinen Ertrag bringen, wirft das zwangsläufig Fragen auf.
Welche z.B.?

Warum von Mo.-Do.-Nacht weniger gesoffen wird und deswegen weniger Taxis benötigt werden?
In dem Beispiel gehen wir von 30% aus, die nie besetzt sind. Täglich, 24h.

Neben der Frage nach der nicht erfüllten Betriebspflicht, stellt sich die der Finanzierung einer 30% Überkapazität.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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nightrider
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Beitrag von nightrider » 07.06.2013, 01:39

am hat geschrieben: In dem Beispiel gehen wir von 30% aus, die nie besetzt sind. Täglich, 24h.

Neben der Frage nach der nicht erfüllten Betriebspflicht, stellt sich die der Finanzierung einer 30% Überkapazität.
Da gibt es ettliche Fälle aus denen ich auch nicht wirklich schlau werde.

Einwagenunternehmer deren Taxi als „Nebenerwerb” läuft und das obwohl jeder bei der Konzessionsvergabe, oder Verlängerung dafür unterschreiben muss, dass er das Taxi als Haupterwerb betreibt. Solche Taxen sind oft tagelang gar nicht, oder nur ein paar Stunden unterwegs.

Mehrwagenunternehmer deren Taxen zu fast 50 % nur rumstehen, ein Grund es gibt keine Fahrer, ein anderer Grund die wurden teilweise zugekauft, dürfen aber einzeln nicht mehr verkauft, höchstens mit Abmeldekosten zurückgegeben werden.

Abgesehen von der nicht eingehaltenen Betriebspflicht, stellt sich auch mir die Frage wie das überhaupt finanziert werden kann.

Entweder gibt es Leute die tatsächlich gar nicht merken dass sie draufzahlen, weil sie scheinbar im Hauptberuf gut verdienen, oder da ist irgendwie was Anderes im Spiel.
Ohne jetzt jemanden konkret etwas zu unterstellen, aber mit einem Betrieb der viel mit Bargeld zu tun hat lässt sich trefflich Geld „waschen”, oder das evtl. hohe sonstige Einkommen auf ein „erträgliches” Steuerniveau (Abschreibungen) bringen.

Letzte und noch einzige Möglichkeit sowas zu tun wäre nur noch absolute Dummheit, aber nein das unterstelle ich niemandem ;-)

Ein Hauptgrund warum sich kein Taxler darüber aufregt ist ganz einfach, Taxen die stehen sind gute Taxen, (für die Anderen). ;-)

Außenstehende merken es gar nicht und den Behörden scheint es egal zu sein, die werfen bei Verlängerungen nur einen eher vagen und schüchternen Blick auf die Buchhaltung, Hauptsache der wird überhaupt bewegt.

Wie auch immer, es gibt nichts was es nicht gibt ;-)
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Devil
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Beitrag von Devil » 07.06.2013, 03:29

nightrider hat geschrieben:Keine Angst, ich muss meinen Laden nicht dichtmachen denn ich arbeite nicht zusätzlich damit ich mir einen Angestellten leisten kann,.......
:mrgreen:
nightrider hat geschrieben:Leute, ich weiß gar nicht was ihr wollt, es dreht sich alles immer nur im Kreis, letztendlich haben wir doch alle die selben Interessen.

Wir, Fahrer wie Unternehmer wollen vernünftig verdienen, auch für Unternehmer gibt es doch nichts Besseres als zufriedene Fahrer und auch der Fahrer sollte Interesse an einem zufriedenem Unternehmer haben das gibt die wenigsten Reibungspunkte.
Das sehe ich genauso,... ich stehe zu meinem AG , ich hatte schon mehrmals abgewogen ob ich mich selbstständig mache oder nicht.So wie es ist ist es für mich ok und das muss ja jeder selbst für sich entscheiden.Wichtig für mich ist das der AG nicht xxx Umsatz verlangt und als Gegenleistung xxx Unfallschäden/Reparaturkosten bekommt sondern das es ein gegenseitiges Nehmen und Geben ist.Wo das AG/AN stimmt wird man zwar nicht reich aber das Betriebsklima stimmt und das ist für mich sehr wichtig.Ich kannte auch schon andere Betriebe mit einer Art Diktatur des AG .... ja was hat er davon gehabt ?? Die AN haben vermutlich (man sollte immer "vermutlich" sagen um nicht festgenagelt zu werden ) die Sicherung für den Tacho/Taxameter gezogen und auf eigene Rechnung gearbeitet.

Filou hat geschrieben: Konzessionen gibt es überall bald zu hauf, AN, die sich auf die speziellen Spielchen einlassen, auch. Alle haben mindestens zwei Jahre Ruhe, bis jemand in ihre Bücher schaut. Wenn man da nicht mal jemand wegen organisierter Kriminalität richtig verknackt, passiert auch weiterhin nicht merkbares Richtung Mindestlohn.
Die speziellen AN gehören ja vermutlich alle zur Großfamilie und können da kaum etwas daran ändern.Bevor die 2 Jahre um sind hat man schon Insolvenz angemeldet und den Betrieb an einen der 230 Mitglieder der Familie überschrieben ..... :mrgreen:
Filou hat geschrieben:Es kann nicht richtig sein, dass sich ein AN opfern soll, damit er aus seiner prekären Lage heraus kommt. Meistens kommt er da nämlich nicht heraus. Wenn er die Möglichkeit hätte, dann gäbe es diesen AG nicht, weil die AN dort nie angefangen hätten.
Ich persönlich bin als AN voll zufrieden....mag ja andere Fälle geben aber dann sind sie ja selber Schuld an ihrem Elend ..... 8)

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Beitrag von Poorboy » 07.06.2013, 04:22

[quote="nightrider"] Frage wie das überhaupt finanziert werden kann.

quote]

Mit Aufstockern von der Arge!

Poorboy

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Beitrag von Devil » 07.06.2013, 05:46

Poorboy hat geschrieben:
nightrider hat geschrieben: Frage wie das überhaupt finanziert werden kann.
Mit Aufstockern von der Arge!

Poorboy
trink mal noch was ........
oder was wolltest du sagen ?

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IK
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Beitrag von IK » 07.06.2013, 09:30

@ Am
am hat geschrieben:In dem Beispiel gehen wir von 30% aus, die nie besetzt sind. Täglich, 24h.
Neben der Frage nach der nicht erfüllten Betriebspflicht, stellt sich die der Finanzierung einer 30% Überkapazität.
Nehmen wir an, SSF hatte mit seiner Beobachtung recht. 30 % der Kapazitäten liegen brach und die Betriebspflicht ist zu 30 % nicht erfüllt. Ist das schlimm? Sollten wir uns auf "Ja" einigen, möchte ich ein weiteres Beispiel hinzufügen.

Ein alleinfahrender EWU, welcher 250 Stunden im Monat unterwegs ist, erfüllt die Betriebspflicht zu 35 %. Er hat, um der oberen Logik zu folgen, Überkapazität von 65 % aufgebaut, welche finanziert werden muss.

Was machen wir mit dem?

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nightrider
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Beitrag von nightrider » 07.06.2013, 10:39

IK hat geschrieben: Nehmen wir an, SSF hatte mit seiner Beobachtung recht. 30 % der Kapazitäten liegen brach und die Betriebspflicht ist zu 30 % nicht erfüllt. Ist das schlimm?
Ist nicht schlimm, wie gesagt, nur ein stehendes Taxi ist ein gutes Taxi ;-) (für die Anderen)
IK hat geschrieben: Ein alleinfahrender EWU, welcher 250 Stunden im Monat unterwegs ist, erfüllt die Betriebspflicht zu 35 %. Er hat, um der oberen Logik zu folgen, Überkapazität von 65 % aufgebaut, welche finanziert werden muss.
Was machen wir mit dem?
Das rechnet sich trotzdem, denn ein weiterer angestellter Fahrer bringt unterm Strich kaum Mehreinnahmen, im Gegenteil man muss heftig darauf achten nicht noch draufzuzahlen, die Kosten sind einfach insgesamt zu hoch.

Die Betriebspflicht wird ebenfalls erfüllt, das Taxi wird regelmäßig betrieben. Eine Betriebspflicht bis zu 24 Stunden am Tag kann von den Behörden bei besonderen Anlässen verlangt werden, ist aber nicht Standard.
Eine „One Man Show” kann keine 24 Stunden fahren und selbst wenn man wollte gibt es jetzt wo sich die Wirtschaft etwas erholt hat zu wenig Fahrer am Markt, also oft ein Ding der Unmöglichkeit.

Beim MWU sieht das etwas anders aus, er kann ja wohl schlecht mehr als 1 Auto selbst fahren und er wird die Kosten die er selbst verursacht entweder selbst einfahren, oder rechnerisch auf alle Wagen gleichmäßig verteilen. Bei ihm ist jedoch fatal, wenn gleich mehrere Wagen rumstehen.
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Beitrag von Filou » 07.06.2013, 11:15

Devil hat geschrieben:Die speziellen AN gehören ja vermutlich alle zur Großfamilie und können da kaum etwas daran ändern.Bevor die 2 Jahre um sind hat man schon Insolvenz angemeldet und den Betrieb an einen der 230 Mitglieder der Familie überschrieben ..... :mrgreen:
Es mag die ein oder andere "größere" Familie dabei sein, die Masse ist es nach meinen Erfahrungen aber nicht. Die Möglichkeit nutzen einige mehr, weil es eben möglich ist und meistens länger als 2 Jahre dauert, bis sie erwischt werden, zumindest in Berlin und bei uns.

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Beitrag von Lotterliese » 07.06.2013, 11:39

Mindestlohn läuft dem Sozialstaatsprinzip zuwider

"Was in der Debatte um den Mindestlohn übersehen wird: Mit dem Grundgesetz ist er schwer vereinbar, weil er dem Sozialstaatsprinzip widerspricht. Wie soll man einem Arbeitnehmer erklären, dass er seinen Job verliert, weil der Arbeitgeber keine 8,50 Euro in der Stunde bezahlen kann. Der Staat darf die Sicherung menschenwürdiger Existenzen nicht auf die Unternehmer abwälzen."

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.1689577

Es ist natürlich einfacher den vermeintlichen Feind in den eigenen Reihen auszumachen, als sich einzugestehen, dass wir alle miteinander von der Politik, in unserer Branche in Gestalt der Taxenbehörden u.a. im Stich gelassen werden.

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Beitrag von nightrider » 07.06.2013, 11:59

Lotterliese hat geschrieben: Der Staat darf die Sicherung menschenwürdiger Existenzen nicht auf die Unternehmer abwälzen."

Es ist natürlich einfacher den vermeintlichen Feind in den eigenen Reihen auszumachen, als sich einzugestehen, dass wir alle miteinander von der Politik, in unserer Branche in Gestalt der Taxenbehörden u.a. im Stich gelassen werden.
Das ist absolut richtig!!!!!!

Der Staat macht es sich zu einfach, da werden Mindestlöhne gefordert, aber keinen interessiert es wie man die bezahlen soll.

Mindestlöhne machen sich gut im Wahlkampf that`s it.

Würde der selbe Staat dafür sorgen, dass es auf der Einnahmenseite stimmt, hätten wir auch kein Lohnproblem.
Aber nur immer kontrollieren, regulieren ohne Rücksicht auf die Rentabilität der Unternehmen ist halt einfacher als Lösungen zu erarbeiten.
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Beitrag von Devil » 07.06.2013, 12:42

Filou hat geschrieben:Es mag die ein oder andere "größere" Familie dabei sein, die Masse ist es nach meinen Erfahrungen aber nicht. Die Möglichkeit nutzen einige mehr, weil es eben möglich ist und meistens länger als 2 Jahre dauert, bis sie erwischt werden, zumindest in Berlin und bei uns.
richtig,
es gibt vermutlich auch genug deutsche Firmen......wo von heute auf morgen nicht mehr die Frau Geschäftsführerin ist sondern ihr Mann ..... mehr sag ich nicht .... :wink:

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Beitrag von Otto126 » 07.06.2013, 13:49

nightrider hat geschrieben: jetzt wo sich die Wirtschaft etwas erholt hat zu wenig Fahrer am Markt,
Besser bezahlen: die Nachfrage nach der "Ware" Arbeitskraft steigt, also steigt der Preis. Ganz normaler Kapitalismus.

"zu wenig Fahrer" bedeutet zudem, dass der Mindestlohn gar nicht ausreicht. Mindestlohn oder staatliche Aufstockung des Lohnes ist nur dort angebracht, wo die Nachfrage nach der "Ware" Arbeitskraft ausgeschöpft sind.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"

"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
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Beitrag von Otto126 » 07.06.2013, 13:59

Lotterliese hat geschrieben:Mindestlohn läuft dem Sozialstaatsprinzip zuwider

"Was in der Debatte um den Mindestlohn übersehen wird: Mit dem Grundgesetz ist er schwer vereinbar, weil er dem Sozialstaatsprinzip widerspricht. Wie soll man einem Arbeitnehmer erklären, dass er seinen Job verliert, weil der Arbeitgeber keine 8,50 Euro in der Stunde bezahlen kann. Der Staat darf die Sicherung menschenwürdiger Existenzen nicht auf die Unternehmer abwälzen."

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/g ... -1.1689577

Es ist natürlich einfacher den vermeintlichen Feind in den eigenen Reihen auszumachen, als sich einzugestehen, dass wir alle miteinander von der Politik, in unserer Branche in Gestalt der Taxenbehörden u.a. im Stich gelassen werden.
Der Artikelschreiber hat wohl seit 2005 in einer Zeitkapsel geschlafen. Die Einführung von Hartz-IV hat er offensichtlich nicht mitbekommen, das Wort findet man deshalb auch nicht in seinem Artikel. Sucht selbst.

Er weiß offensichtlich nicht, dass durch Hartz-IV sowohl das Sozialstaatsprinzip wie auch die Tarifautonomie sowieso längst abgeschafft worden sind.

Na ja, von einem Professor, der 6000 Euro im Monat macht, erwarte ich aber nicht solche Fähigkeiten zur Differenzierung. Die zeigt sich dann in den Kommentaren zum Artikel:
Wenn Sie schon so ein herzergreifendes Plädoyer für das Grundgesetz halten, möchte ich sie doch an Art. 1 Abs. 1 Grundgesetz erinnern, wo es da heißt "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Wo bleibt diese Würde wenn ein Arbeiter 50-60 Stunden die Woche arbeiten geht, um am Monatsende zum Aufstocken aufs Amt zu laufen, weil er von seiner Hände Arbeit seine Familie nicht ernähren kann.
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Beitrag von am » 07.06.2013, 15:36

IK hat geschrieben:@ Am
am hat geschrieben:In dem Beispiel gehen wir von 30% aus, die nie besetzt sind. Täglich, 24h.
Neben der Frage nach der nicht erfüllten Betriebspflicht, stellt sich die der Finanzierung einer 30% Überkapazität.
Nehmen wir an, SSF hatte mit seiner Beobachtung recht. 30 % der Kapazitäten liegen brach und die Betriebspflicht ist zu 30 % nicht erfüllt. Ist das schlimm? Sollten wir uns auf "Ja" einigen, möchte ich ein weiteres Beispiel hinzufügen.

Ein alleinfahrender EWU, welcher 250 Stunden im Monat unterwegs ist, erfüllt die Betriebspflicht zu 35 %. Er hat, um der oberen Logik zu folgen, Überkapazität von 65 % aufgebaut, welche finanziert werden muss.

Was machen wir mit dem?
Wir schweifen viel zu weit vom Thema ab und sollten zum Ende kommen.

Aber, wir machen gar nichts, denn er darf es. Ob es gut ist, oder nicht, steht nicht zur Debatte. Fakt ist, dass er seiner Betriebspflicht nachkommt. Passen die Umsätze dann auch zu den 250 Stunden, hat er sich nichts vorzuwerfen.

Das Beispiel MWU bedeutet im Klartext, dass 12 seiner Taxen im Grunde genommen überhaupt nicht betrieben werden. Natürlich werden sie alle irgendwie mal gefahren werden, damit ein paar Kilometer auf den Tacho kommen. Wobei, dazu braucht man die Autos ja nicht zu bewegen. Kaufmännisch betrachtet ist es jedoch so, dass 12 von 40(?) Taxen überhaupt nie bewegt werden, dabei jedoch Kosten produzieren. Das macht kein vernünftig arbeitender Kaufmann so. Zumal dann, wenn sich der Bestand bei freiem Marktzugang relativ leicht an die betrieblichen Erfordernisse anpassen ließe. Mir würden jetzt einige Dinge einfallen, warum es sich möglicherweise doch rechnet, da hier aber möglicherweise ein konkreter Bezug hergestellt werden kann, lasse ich es, es kann sich ja ohnehin jeder denken.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Beitrag von Otto126 » 07.06.2013, 15:52

Wie kann das:
Gewerkschaften und Wohlfahrtsverbände kritisieren insbesondere die Änderung bei den Zumutbarkeitsbedingungen durch das Hartz-Konzept, die im Kern besagen, dass jede Arbeit (auch untertariflich bezahlte oder geringfügige Beschäftigung) zumutbar ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Hartz-Konz ... anuar_2005
damit in Einklang gebracht werden?:
Das Aushandeln von Tarifverträgen ist ein wesentlicher Zweck der Koalitionen (Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände) und deshalb Bestandteil der Koalitionsfreiheit nach Art. 9 Abs. 3 GG und dadurch verfassungsrechtlich garantiert.[1] Nicht nur der autonome, also frei von staatlicher Einflussnahme vonstattengehende Abschluss von Tarifverträgen ist geschützt, zu den verfassungsrechtlich geschützten Mitteln zählen auch Arbeitskampfmaßnahmen, die auf den Abschluss von Tarifverträgen gerichtet sind.
http://de.wikipedia.org/wiki/Tarifautonomie
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Beitrag von SindSieFrei? » 07.06.2013, 16:53

am hat geschrieben:...Mir würden jetzt einige Dinge einfallen, warum es sich möglicherweise doch rechnet, da hier aber möglicherweise ein konkreter Bezug hergestellt werden kann, lasse ich es, es kann sich ja ohnehin jeder denken.
Genau, weiss auch jeder. :mrgreen: Er sucht immer noch Alleinwagenfahrer!

Anderer Fall:

Mein armer Lieblingskollege A.. (wirklich ein netter Kollege) mußte leider die Kündigung entgegen nehmen. Vor vier Wochen. Natürlich ohne Kündigungsfristen und Bezahlung. Er arbeite als Alleinwagenfahrer bei einem Großbetrieb afghanischer Abstammung (Name unaussprechbar). Die Konzession wurde für seinen Wagen nicht verlängert. (siehe Ansichten unserer Behörde zur angestellten Alleinwagenfahrerthematik.)

Die gute Nachricht für ihn war, wie er mir heute erzählte, das der Bruder seines Chefs auch einen Betrieb hat mit noch gültigen Konzessionen, so das er jetzt dort weiterarbeiten kann, allerdings mit Nachtfahrer drauf. Immerhin. :wink:

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Beitrag von nightrider » 07.06.2013, 17:03

Der Mindestlohn verstösst zumindest in unserer Branche wie in einigen Artikeln bemerkt nicht nur gegen bestehende Gesetze, sondern vor allem auch gegen jede Logik.

So werden dadurch ganz sicher Arbeitsplätze vernichtet und zwar auch gegen den Willen der betroffenen Arbeitnehmer und es werden ebenso sicher Arbeitsplätze auf die eine, oder andere Weise staatlich subventioniert.

Was bringt das unterm Strich?
Ich meine gar nichts, so Mancher der gar keinen Mindestlohn will verliert zwangsläufig den Job, der Staat kommt für Differenzen bei Anderen auf.

Das bedeutet die Gesellschaft wird so, oder so finanziell belastet und die prekäre Situation bleibt prekär nur auf andere Weise.

Uns muss vielmehr die Gelegenheit gegeben werden selbst für Besserung zu sorgen indem endlich die Tarife bundesweit so angehoben werden, dass man damit auskommen und vernünftige Löhne zahlen kann.
Sie müssen nicht nur angehoben werden, sondern mindestens 1 x jährlich an die Inflation angepasst werden sowie min. alle 2 Jahre mit Inflationsverlust + Zugewinn gesteigert werden.

Zudem müssen Überkapazitäten gezielt abgebaut werden, keine Teilzeitunternehmer und keine MWU`s bei denen 30% der Fahrzeuge rumstehen. Für letzteres muss es eben auch die Möglichkeit geben einen Betrieb nur zum Teil zu verkaufen damit der Verlust halbwegs gemindert wird.

Kann der Unternehmer ordentlich verdienen, kann er auch ordentlich zahlen, wie in vielen anderen Branchen auch.

Nur so kann sich die Branche selbst helfen.

Mit Verordnungen von Oben Mindestlöhne Verschärfung der Kontrollen usw wird nur das Fiasko verstärkt und keine Wirkung erzielt, schon gar keine Langfristige.
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Beitrag von SindSieFrei? » 07.06.2013, 18:45

nightrider hat geschrieben:...
Uns muss vielmehr die Gelegenheit gegeben werden selbst für Besserung zu sorgen indem endlich die Tarife bundesweit so angehoben werden, dass man damit auskommen und vernünftige Löhne zahlen kann.
Sie müssen nicht nur angehoben werden, sondern mindestens 1 x jährlich an die Inflation angepasst werden sowie min. alle 2 Jahre mit Inflationsverlust + Zugewinn gesteigert werden...
Ist ja nicht falsch, was du schreibst. Allerdings "selbst" für Besserung zu sorgen, lieber Kollege, da sehe ich nicht nur schwarz, sondern eher den fortgeführten Betrug! Diese Branche ist aus sich selbst heraus nicht auf gesetzeskonforme Beine zu stellen. Ausnahmen mag es in Oberursel geben, die gelten aber nicht für uns.

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Beitrag von am » 07.06.2013, 18:52

Gegen diese interessengeleitete Behauptung [Anm: Mindestlohn koste Arbeitsplätze] sprechen schon die einfachsten Fakten: In 20 von 27 EU-Ländern gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn, und alle hatten im Schnitt der letzten Jahre eine stärkere Entwicklung der Beschäftigung als Deutschland.
Gegen Mindestlöhne ist, wer zu den Profiteuren von zunehmend maßlosem Lohndumping gehört. Gegen Mindestlöhne ist auch, wer die Empfänger von „Hartz IV“ zur Lohndrückerei gegen die noch Beschäftigten benutzen will. Nach der Abschaffung fast aller Zumutbarkeits- regeln für Arbeitslose würde der gesetzliche Mindestlohn eine Grenze nach unten einziehen.

Quelle: http://www.mindestlohn.de/hintergrund/f ... chland.pdf
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