Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

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Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon Guter_Kollege » 20.08.2015, 19:36

Das neueste Werk des Bundesarbeitsministeriums ist die Mindestlohndokumentationspflichtenverordnung (MiLoDokV)

In diesem steht u.a., dass die Aufzeichnungspflicht bereits dann entfällt, „wenn das verstetigte regelmäßige Monatsentgelt mehr als 2.000 Euro brutto beträgt und dieses Monatsentgelt jeweils für die letzten tatsächlich abgerechneten 12 Monate nachweislich gezahlt wurde."

Damit macht das BAM ausgerechnet vor denjenigen Arbeitgebern den Kotau, die schon bisher nicht grade durch anständige und regelgerechte Entlohnung und Abrechnung aufgefallen sind.
Armut, das heisst Einkommen im Mindestlohnbereich wird nun einmal mehr legitimiert durch Abrechnungsparaktiken (auch z. B. ungeklärte Nettoinklusiv-Lohnbestandtteile) denen die entfallene Aufzeichnungspflicht damit entgegenkommt.

Pfui !!!!

siehste woll: https://www.vbw-bayern.de/Redaktion/Fre ... zeiger.pdf
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon jr » 21.08.2015, 00:16

mehr als 2.000 Euro

Einkommen im Mindestlohnbereich

Wie paßt das zusammen?
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon Dschungeltaxi » 21.08.2015, 00:28

Guter_Kollege hat geschrieben:Das neueste Werk

HALLO???
ihr schreibt in ein bundesweit (wahrscheinlich im www ... weltweit meist gelesen Taxiforum) und erkennt erst jetzt wo und wie die 8,50 dargestellt werden.
Für mich war es (schon lange bekannt) noch nicht mal der Augenblick, Wo ich die Augen aufmachen !!!
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon Dschungeltaxi » 21.08.2015, 00:31

ups...sorry...durfte ich (als berliner taxe) hier überhaupt antworten???
Anmerkung ; ich habe PM vom Chef des janzen.
Das sich Berliner Taxen rauszuhalten haben....sonst droht SPERRE
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon am » 21.08.2015, 09:30

Bleib am Thema, dann droht Dir gar nichts.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon Guter_Kollege » 21.08.2015, 17:17

jr hat geschrieben:
mehr als 2.000 Euro

Einkommen im Mindestlohnbereich

Wie paßt das zusammen?
Ich sage nur: Wehret den Anfängen! Mit 2000 Euro brutto ist man noch nicht im Mindestlohnbereich, ist schon klar.
Aber in die Richtung gehts. Mit 2000 Euro brutto gehört man auch noch nicht zum Durchschnittsverdiener-Bereich. Und mit Nettolohn-Lohnbestandteilen ist ein Arbeitnehmer in dem Lohnbereich auch schnell unter 2000 Euro "schöngerechnet". Da fallen dann eigentliche Arbeitsstunden ausserhalb der Normalarbeitszeit leicht mal der Auszeichnungsentpflichtung zum Opfer.

Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund für Arbeitgeber sich Aufzeichnungspflichten zu entziehen, es sei denn sie wollen betrügen.
Schlußendlich sind es ausgerechnet immer die Unternehmer selbst gewesen die vor Zeiten von Mindestlohn unbedingt Aufzeichnungspflicht wollten.
Warum? Weil sie Angst davor hatten, das ihre Arbeitnehmer sie mit ungenehmigten Pausen um bezahlte Arbeitszeit beschei...en würden.
Auf einmal ist alles anders herum. Einfach nur lächerlich.
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon jr » 21.08.2015, 23:14

Mit 2000 Euro brutto ist man noch nicht im Mindestlohnbereich, ist schon klar.

Eben. Entscheidender Ansatz sollte doch sein, daß jemand möglichst mit seinem Einkommen auskommen kann. Oder nützt ein Stundenlohn von 20 €, wenn deine Arbeitszeit nur 50 Stunden im Monat beträgt? Die neue Aufzeichnungsgrenze kommt dem eigentlichen Ziel schon ein Stück näher. Daß sie im Taxibereich wirklich zur Massenerscheinung wird, bezweifle ich aber. Und wenn doch? Was ist an 2000 € (plus Trinkgeld) auszusetzen? Damit steckt man einen beträchtlichen Teil anderer Lohnempfänger locker in die Tasche.

Es gibt überhaupt keinen vernünftigen Grund für Arbeitgeber sich Aufzeichnungspflichten zu entziehen, es sei denn sie wollen betrügen.

Mag sein. Ursprüngliches Ziel war aber die Stärkung der Lohnempfänger und nicht die der Bürokraten.
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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon Poorboy » 22.08.2015, 03:43

Wie zahlt man einen Lohn nach geleisteter Arbeitszeit, ohne die geleisteten Stunden dokumentiert zu haben???
Bitte keine Antwort 8) 8) !

Warum wollen Taxivermieter das "BÜROKRATIEMONSTER" Schichtzettel??? Für sich, natürlich nicht für das Finanzamt 8) 8) !

Reicht doch, wenn der ach so freie Rund-um-die-Uhr-Fahrer die Kohle einfach auf den Tisch legt!

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Re: Mindestlohndokumentationsgesetz - Aufzeichnungspflichten

Beitragvon Guter_Kollege » 22.08.2015, 13:31

jr hat geschrieben:Oder nützt ein Stundenlohn von 20 €, wenn deine Arbeitszeit nur 50 Stunden im Monat beträgt?
Her mit dem Job, mache ich sofort!!! :D
jr hat geschrieben:Die neue Aufzeichnungsgrenze kommt dem eigentlichen Ziel schon ein Stück näher.
Wenn Du freundlicherweise noch darlegen könntest was das "eigentliche" Ziel ist?
Etwa das hier:
jr hat geschrieben:Ursprüngliches Ziel war aber die Stärkung der Lohnempfänger und nicht die der Bürokraten.
Und worin sollen Erstere mit dem MiLoDokV gestärkt werden?
Das MiLoDokV ist ein lupenreines Unternehmergesetz.
Zuletzt geändert von Guter_Kollege am 22.08.2015, 13:33, insgesamt 2-mal geändert.
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