taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Anwendungen für Smartphones unter der Lupe.
Pirat
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Pirat » 03.12.2013, 10:22

scarda hat geschrieben:Meinst Du einer von denen marschiert an deiner Seite....
Zu meiner Schande muss ich eingestehen, auf die Versprechungen eines Heiratsschwindlers reingefallen zu sein.
Von Wegen an meiner Seite...
Bei meinem Einkommen ist Scheidung einfach zu teuer.
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

der Clown
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von der Clown » 03.12.2013, 13:12

Ach AC,
die Gleichsetzung zwischen Zentrale und einem Wohnungsmakler ist doch nur für Dich von Vorteil, weil der Wohnungsmakler in der allgemeinen Wahrnehmung eine negative Bedeutung bekommen hat. Sind sie doch die Profiteure von der Wohnungsnot und ihre Provisionsforderungen sind für uns nicht immer nachvollziehbar. Schön wie Du mit solchen Vergleichen die Zentralen als Blutsauger hinstellen willst. Dein Vergleich zwischen Zentrale und dieser Deiner Argumentation dienlichen sehr speziellen Form des Maklers / Vermittlers ist nicht haltbar. Dazu folgende Anmerkungen.

1. Die direkte Beziehung zwischen Taxifahrer und Kunden besteht in seiner reinen Form nur beim Anläufergeschäft. Bei allen anderen Geschäftsverfahren bedarf es einen Vermittler. Ob nun nur die Technik und Infrastruktur für die Nutzung zur Verfügung gestellt wird oder darüber hinaus sich die Zentrale als Vermittler aktiv mit einbringt spielt für mich hierfür keine Rolle.

2. Die bisher vorhandenen Formen der Vermittlung in unserem Gewerbe stellen uns als Taxiunternehmer / -fahrer immer als Kunden des Vermittlers dar. Der Vermittler stellt uns seine Rahmenbedingungen vor, mit der dieser die Art seiner Vermittlungsbemühungen anbieten und gewährleisten will und wir bezahlen für diese Dienstleistung in Form von Beiträgen (wie bei den Funkzentralen üblich) oder Erfolgshonoraren (wie bei mytaxi). Wir haben zu jeder Zeit die Freiheit, ob wir diese Bindung zu den Bedingungen eingehen, daran festhalten oder diese auflösen wollen.

3. Der Vermittler ist aber auch dem Besteller verpflichtet, sobald er verbindliche Zusagen macht oder ernsthaft erweckt. Der Vermittler kann also in bestimmten Fällen vom Besteller haftbar gemacht werden.

Mag der Wohnungsmakler die erste Anmerkung ebenfalls erfüllen, so habe ich bei den anderen beiden Anmerkungen erhebliche Zweifel, ob sie auch dem Arbeitsalltag des Wohnungsmaklers entsprechen. Der Versuch Wohnungsmakler mit Funkzentralen zu vergleichen kann nur zur Erkenntnis führen, dass beide der Kategorie Makler zuzuordnen sind. Ein nutzloser Erkenntnisgewinn, welcher eigentlich nur der Täuschung und Ablenkung dienen kann. Denn die Möglichkeit der direkten Kommunikation zwischen Besteller und Fahrer, die Du als einziges Indiz für Deinen Vergleich anbringst, macht ja eine Zentrale nicht überflüssig und kommt, wie Du selber einräumst, eher selten bis gar nicht vor.

Ich weiß zwar nicht konkret was Du mit illegaler Vormachtstellung der Zentralen meinst, weil Du Dich mehr dem Anklagen hingibst, als nachvollziehbare Belege aus dem Arbeitsalltag eines Taxifahrers hinzuzufügen. Aber es können, sofern Du mich nicht berichtigst, ja nur die Rahmenbedingungen sein, die die Freiheit des Taxifahrers Deinen Stellungnahmen entnehmend beschneiden oder sogar ausschließen . Ich unterstelle mal, dass die Rahmenbedingungen aller Funkzentralen, welche von Dir das Prädikat unmodern verdienen, sich im Wesentlichen auf einen möglichst reibungslosen Geschäftsablauf von der Auftragsannahme, der Tourenvermittlung, der Ausführung und der Pflege des Kunden- / Bestellervertrauens sowie der Wahrung einer für alle Teilnehmer (Taxiunternehmer und -fahrer) als gerecht nachvollziehbaren Teilhabe konzentriert. Was ist daran illegal, diktatorisch, entartet, der Fremdsteuerung dienlich, willkürlich, diskriminierend.... habe ich noch was vergessen und widerspricht damit dem Prinzip der Vermittlung durch eine Funkzentrale und wie schließt mytaxi all diese Vorwürfe aus? Die im Alltag eher unbedeutende Dialogbox zwischen Bestellkunden und Fahrer kann dafür nicht den Ausschlag geben.

Lieben Gruß,
Clown
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arne13
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Re: Modernes Großstadt-Taxi contra Zentralen-Macht

Beitrag von arne13 » 03.12.2013, 13:29

Anna Chronismus hat geschrieben:"Pflichttouren" eines Stundenlohn zahlenden Unternehmers sind das Normalste von der Welt. "Pflichttouren" eines Tourenmaklers mit Strafandrohung gegenüber einem bei dem Tourenmakler nicht angestellten Fahrers sind das Perverste von dieser Taxi-Welt. Der Unterschied ist hoffentlich klar ... Bei manchen habe ich den Eindruck, dass sie das Verhalten herkömmlicher Taxenzentralen schon so verinnerlicht haben, dass ihnen die tägliche Perversion, dass hier der Dienstleister dem zahlenden Kunden Vorschriften macht, gar nicht mehr auffällt. Das aktuelle Verhältnis zwischen herkömmlichen Taxizentralen und Taxenunternehmern ist in etwa so, also würde die Putzfrau dem Hausherren vorschreiben wollen, welche Gardinen er aufzuhängen habe.
Jaja, die "Brave new world" des Taxifahrers, die mytaxi verspricht, oder zumindest Anna. Aber wie sieht zumindest die rechtliche Realität aus. Wenn man mal flugs in die AGBs von mytaxi sieht diese ziemlich trübe aus:
VII. Pflicht zur Annahme eines Beförderungsauftrages

(1) Da der Benutzer über die aktivierte Anwendung für teilnehmende potenzielle Fahrgäste im näheren Umkreis zu erkennen ist, ist er verpflichtet, im Rahmen der für ihn geltenden Gesetze offene Beförderungsaufträge anzunehmen solange die Anwendung aktiviert und sein Fahrzeug frei ist. Der Benutzer ist jedoch nicht verpflichtet, Beförderungsaufträge anzunehmen, die als Fahrten gekennzeichnet sind, für die eine höhere als die vereinbarte Standardvermittlungsprovision gilt.
Ist ja nen Ding bei mytaxi gibt es nuur Pflichttouren. :shock: Wie konsequent mytaxi bei Bedarf vorgeht, kann man den massenhaften Fahrersperrungen sehen, die es ja gegeben hat.

Okay weiter im Text, ganz übel wird es für den Fahrer beim Thema Vorbestellungen, explizit geregelt in den "Sonderbedingungen für Vorbestellungen". Dort ist zu lesen:
3.1 Storniert der Taxifahrer/Taxiunternehmer eine angenommene Vorbestellung, ohne hierzu unverschuldet gezwungen zu sein oder storniert er im Falle einer unverschuldeten Verhinderung die Vorbestellung nicht unverzüglich oder unternimmt er nach Stornierung einer Vorbestellung nicht alle angemessenen Bemühungen, einen Ersatztaxifahrer zur Annahme der erneut angebotenen Vorbestellung zu finden, so ist mytaxi berechtigt, den Taxifahrer/Taxiunternehmer für eine unbestimmte Dauer von der Taxifahrtenvermittlung und/oder von der Vermittlung von Vorbestellungen auszuschließen.
Oha, Vermittlungssperren, aber das ist ja noch harmlos, denn es kommt noch viel besser:
3.2 Sollten Dritte wie insbesondere vorbestellende Fahrgäste gegenüber mytaxi oder ihren verbundenen Unternehmen Ansprüche dahingehend geltend machen, dass der Taxifahrer/Taxiunternehmer eine angenommene Vorbestellung storniert oder die vorbestellte Fahrt nicht oder nicht rechtzeitig ausgeführt hat, wird er mytaxi von diesen Ansprüchen (sowie sämtlichen sich hieraus ergebenen Schäden, einschließlich der Kosten der Rechtsverteidigung) vollumfänglich freistellen.
Im Klartext, geht ne Vorbestellung in die Hose, die mytaxi ja AFAIK anachronistisch zum Zeitpunkt der Bestellung vermittelt und nicht wie üblich kurz vor dem Bestelltermin, wird es richtig teuer für den Kutscher. So ein verpasster Urlaubsflug einer Familie auf Fuerteventura kann mal eben € 4000,-- kosten. Verschuldet (Verpennt) oder unverschuldet (Panne, Verkehr,...) spielt dabei lt. AGBs keine Rolle. Mytaxi ist fein raus und der Kutscher hat den Schwarzen Peter. Na prima! Ich wünsche noch viel Spaß!!

Ach ja, wie clever die Jungs sind, zeigt sich dann noch, dass das eingehen eines solchen Risikos natürlich freiwillig ist (im Gegensatz zu den sonstigen "Pflichttouren"), sonst würde 3.2 von jedem Amtsrichter in der Luft zerrissen werden:
2.1. Dem Taxifahrer/Taxiunternehmer steht es frei, eine Vorbestellung anzunehmen.
Gruß
Arne

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von pauline » 03.12.2013, 17:41

Das sind ja hochinteressante AGB. Vielen Dank, Arne, für die Veröffentlichung.
Aber so ist nun mal die Rechtslage. MT hält sich aus allem raus. Es geht ihnen nur um Wertschöpfung. Das ist auch ok, aber unverständlich sind dann die teilweise euphorischen Loblieder hier über die "Freiheit", die man bei MT genießt. Ganz im Gegenteil zu den konventionellen Vermittlungsgenossenschaften, die ja die ach so freiheitsliebenden Kutscher nur gängeln.
Ich kann nur sagen, dass zumindest beim Hansa das Verschuldensprinzip nicht außer Kraft gesetzt ist.
Bei nachweislich unverschuldetem Misslingen einer Tour übernimmt die Solidargemeinschaft aller Genossen die Kosten der Rechtsverteidigung und gegebenenfalls auch den Schadensersatz.
Es gibt also nicht nur "Zentralen-Macht" sondern auch "Zentralen-Schutz".

Spätestens wenn die MT-Gebühren steigen, werden hier einige aufwachen.

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CPL5938
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von CPL5938 » 03.12.2013, 18:07

Wenn sich heraus stellt, dass man - aus welchen Gründen auch immer - nicht pünktlich beim Kunden sein kann, dann kann man bei einer Zentrale ja immer dort anrufen und einen Kollegen los schicken. Wie geht das eigentlich bei MayTaxi?
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von alsterblick » 03.12.2013, 18:56

pauline hat geschrieben: MT hält sich aus allem raus.
Bei 70 Ct für eine Tour ist ja auch kaum noch Luft für mehr (Risiko). :shock:
Loblieder hier über die "Freiheit", die man bei MT genießt.
Da trimuphiert so mancher (bei allen bisherigen Zentralen leidvoll rausgeflogen) eben gerne, plötzlich doch wieder „Anschluß“ gefunden zu haben. Aber wenn die Gedanken lediglich bis zum Mützenrand reichen und trotz zugesagter MT-Tour dem Kutscher der nächster Anläufer doch wieder näher ist, folgt ganz schnell das ewige Graupen-Abseits. :|
Spätestens wenn die MT-Gebühren steigen, werden hier einige aufwachen.
Nun ja, so mancher wird anderswo gar nicht die Gelegenheit haben, überhaupt zahlen zu „dürfen“. :lol:
„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott !“

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Juskwe » 03.12.2013, 20:07

VII. Pflicht zur Annahme eines Beförderungsauftrages

(1) Da der Benutzer über die aktivierte Anwendung für teilnehmende potenzielle Fahrgäste im näheren Umkreis zu erkennen ist, ist er verpflichtet, im Rahmen der für ihn geltenden Gesetze offene Beförderungsaufträge anzunehmen solange die Anwendung aktiviert und sein Fahrzeug frei ist. Der Benutzer ist jedoch nicht verpflichtet, Beförderungsaufträge anzunehmen, die als Fahrten gekennzeichnet sind, für die eine höhere als die vereinbarte Standardvermittlungsprovision gilt.


Ist ja nen Ding bei mytaxi gibt es nuur Pflichttouren. :shock: Wie konsequent mytaxi bei Bedarf vorgeht, kann man den massenhaften Fahrersperrungen sehen, die es ja gegeben hat.
Ähm was ist eigentlich der "nähere Umkreis"? 1km? 2km? 5km? 10km?

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von alsterblick » 03.12.2013, 20:17

Juskwe hat geschrieben:
Ähm was ist eigentlich der "nähere Umkreis"? 1km? 2km? 5km? 10km?
Denke, einstellbar. Z.B. 4km - eine Tour erscheint dann im grünen Lichtkegel,
"blitzerkennend" pfiffig gemacht irgendwie! :lol:
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von am » 03.12.2013, 21:32

Grundsätzlich kann der Kunde sämtliche mT Taxen auf seinem Handy sehen, egal, wie weit entfernt sie sich befinden.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

Pirat
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Pirat » 03.12.2013, 21:36

der Clown hat geschrieben:3. Der Vermittler ist aber auch dem Besteller verpflichtet, sobald er verbindliche Zusagen macht oder ernsthaft erweckt. Der Vermittler kann also in bestimmten Fällen vom Besteller haftbar gemacht werden.
Sobald der Vermittler verbindlich Zusagen macht ist er Auftraggeber.
Vermitteln heißt unverbindlich weiterleiten.
Auch ein Grundsatzurteil kann keine verinnerlichte Fehlvorstellung so ohne Weiteres beseitigen.

Leitsatz aus dem Urteil: BUNDESFINANZHOF vom 23.10.2012, VII R 41/10

Auftraggeber ist auch, wem die Steuerung von Personen verbindlich übertragen worden ist, so dass er den konkreten Einsatz dieser Personen frei von näheren Weisungen bestimmen kann und dadurch dazu beiträgt, dass ggf. Schwarzarbeit geleistet bzw. ermöglicht wird.

Weiter heißt es:
Denn auch derjenige, der in das Zustandekommen eines Dienst- oder Werkvertrags derart eingeschaltet ist, dass er Bestellungen nicht nur unverbindlich weiterleitet, sondern --wie die Klägerin (Taxigenossenschaft)-- die betreffenden Bestellungen in Wahrnehmung der ihm vom Auftragnehmer übertragenen Aufgaben entgegennimmt und diesen damit verpflichtend --wie im Streitfall nach Maßgabe des einvernehmlich festgelegten Vergabeplans-- zum Einsatz bringt, trägt dazu bei, dass ggf. Schwarzarbeit geleistet bzw. ermöglicht wird.

Weiter heißt es:
Denn sie ist nach ihrer Genossenschaftssatzung bzw. aufgrund der Teilnehmerverträge in das Zustandekommen und die Durchführung der Fahraufträge und damit auch in das Arbeits- bzw. Auftragsverhältnis zwischen den Taxiunternehmen und deren Fahrern in beträchtlichem Umfang eingebunden: nach Maßgabe des Genossenschafts- bzw. Teilnehmervertrags übt sie in erheblichem Umfang die diese Arbeits- bzw. Auftragsverhältnisse prägenden Weisungs- und Überwachungsrechte für die Taxiunternehmen aus. Sie registriert die Arbeitsaufnahme des jeweiligen Fahrers aufgrund seiner Anmeldung mit seiner PIN, nimmt die eingehenden Fahraufträge entgegen, vergibt diese nach festgelegten Kriterien an die gemeldeten Taxen und erstellt für besondere Fahrdienste die Rechnung
arne13 hat geschrieben:
3.2 Sollten Dritte wie insbesondere vorbestellende Fahrgäste gegenüber mytaxi oder ihren verbundenen Unternehmen Ansprüche dahingehend geltend machen, dass der Taxifahrer/Taxiunternehmer eine angenommene Vorbestellung storniert oder die vorbestellte Fahrt nicht oder nicht rechtzeitig ausgeführt hat, wird er mytaxi von diesen Ansprüchen (sowie sämtlichen sich hieraus ergebenen Schäden, einschließlich der Kosten der Rechtsverteidigung) vollumfänglich freistellen.
Im Klartext, geht ne Vorbestellung in die Hose, die mytaxi ja AFAIK anachronistisch zum Zeitpunkt der Bestellung vermittelt und nicht wie üblich kurz vor dem Bestelltermin, wird es richtig teuer für den Kutscher. So ein verpasster Urlaubsflug einer Familie auf Fuerteventura kann mal eben € 4000,-- kosten. Verschuldet (Verpennt) oder unverschuldet (Panne, Verkehr,...) spielt dabei lt. AGBs keine Rolle. Mytaxi ist fein raus und der Kutscher hat den Schwarzen Peter. Na prima! Ich wünsche noch viel Spaß!!
Im Klartext nichtssagende Ausführungen. colorandi causa
Müsste eigentlich jedem einleuchten...
Wie kann man einen Vertragspartner bei solchen Rechtsangelegenheiten im Vorhinein vollumfänglich freistellen.
Solch Vertragspassagen dienen nur zur Einschüchterung von Rechts-unkundigen.
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von am » 03.12.2013, 22:00

Es ist doch eindeutig, das mT rechtlich nicht anders einzuordnen ist, wie jede andere Zentrale auch. Die Tatsache, dass mT dem Verbraucher mehr Informationen zur Verfügung stellt, als es bisher üblich war, ändert ja an der Vermittlungstätigkeit nichts. Der Kunde erhält die Vermittlungszusage durch mT und nicht durch den Unternehmer/Fahrer. Das würde dann ja andersherum auch bedeuten, dass eine herkömmliche Zentrale, die zusätzlich über eine App vermittelt, urplötzlich aus der Verantwortung genommen wäre.
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Pirat » 03.12.2013, 22:16

@ am.
„Vermittlungszusage“ ist juristisch betrachtet die Zusage, dass die Bestellung vermittelt wird.
Anders sieht es aus, wenn die Vermittlung ein Fahrzeug zusagt!!
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von am » 03.12.2013, 22:54

Ok.

Also können wir es so betrachten, dass ab dem Moment, in dem der App Kunde die Meldung erhält, dass ein Taxi gefunden wurde, das App-System ein Fahrzeug zugesagt hat.

Eine Sprachvermittlung bleibt in diesem Fall unkonkret, es sei denn, es handelt sich um einen angenommene Vorbestellung.

Die weitergehende Betrachtung im Hinblick auf die Weisungsbefugnis ggü Fahrern sei an dieser Stelle mal ausgeblendet.
Zuletzt geändert von am am 03.12.2013, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von arne13 » 03.12.2013, 23:05

Pirat hat geschrieben:...
Im Klartext nichtssagende Ausführungen. colorandi causa
Müsste eigentlich jedem einleuchten...
Wie kann man einen Vertragspartner bei solchen Rechtsangelegenheiten im Vorhinein vollumfänglich freistellen.
Solch Vertragspassagen dienen nur zur Einschüchterung von Rechts-unkundigen.
Ach Pirat,

wer ist hier Vertragspartner???????? Mannohmann, es gab Zeiten, da hab ich dich ernst genommen! Die Tour ist vermittelt und myTaxi stellt lediglich eine Plattform bereit, die Käufer und Verkäufer zueinander bringt -das wird im Zweifelsfalle deren Argumentation sein-. Aus Ende, Punkt und Basta!! Der Taxifahrer hat sich mit Annahme der Tour verpflichtet, diese Tour auch auszuführen. Tut er dies nicht, aus welchen Gründen auch immer, hat er gerade im Falle von myTaxi-Vorbestellungen evtl. ein ernsthaftes Problem!!

Gruß
Arne
Zuletzt geändert von arne13 am 03.12.2013, 23:07, insgesamt 1-mal geändert.

Poorboy
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Poorboy » 03.12.2013, 23:23

arne13 hat geschrieben: es gab Zeiten, da hab ich dich ernst genommen!
Geht mir mit Dir ebenso. Was hat das alles mit der minderwertigen App von Herrn Waldner in Luxemburg zu tun??

Poorboy

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von arne13 » 03.12.2013, 23:39

Naja Pirat,

mir ging es nur auf den Zeiger wie AC hier nur über freie Taxler herum schwadroniert und andere an den Pranger stellt, obwohl gerade bei myTaxi sämtliche Touren eigentlich Pflichtfahrten sind.
VII. Pflicht zur Annahme eines Beförderungsauftrages

(1) ..., ist er verpflichtet, im Rahmen der für ihn geltenden Gesetze offene Beförderungsaufträge anzunehmen solange die Anwendung aktiviert und sein Fahrzeug frei ist.
Und mein lieber "Pirat" glaub mal ja nicht, dass myTaxi gerade bei Vorbestellungen, von diesem Prinzip unabsichtlich abweicht!! Dumm und naiv müsste man sein, um dies zu glauben!
2. Pflichten des Taxifahrers

2.1. Dem Taxifahrer/Taxiunternehmer steht es frei, eine Vorbestellung anzunehmen.
Schön finde ich auch die Präambel zu den "Sonderbedingungen für myTaxi Vorbestellungen":
mytaxi-Kunden können über mytaxi im Voraus eine Reservierung für eine Beförderung durch einen Taxifahrer/Taxiunternehmer platzieren (im Folgenden: „Vorbestellung“). mytaxi leitet die als Vorbestellung in Auftrag gegebene Taxisuchanfrage eines mytaxi-Kunden an die Taxifahrer/Taxiunternehmer weiter. Durch Annahme der Vorbestellung ist der Taxifahrer/Taxiunternehmer an die Ausführung des Beförderungsauftrages entsprechend der Reservierungsvorgaben des Kunden besonders gebunden.
Alles zufällig und da haben nicht jedemenge Rechtsanwälte dran rumgefummelt? Ach ja, ich vergaß, wir Kutscher wissen eh alles besser.

Gruß
Arne

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von arne13 » 03.12.2013, 23:56

@poorboy

Stimmt, du hast Recht, dies hat tatsächlich nichts mit taxi.eu zu tuen, sondern eher mit Geschäftspraktiken von myTaxi. Insofern sind wir tatsächlich offtopic. Soll aber in Taxenforen öfters vorkommen. Auch wenn es AC explizit vermieden hat, myTaxi zu erwähnen, wissen wir alle was ihn bewegt, wenn er so engagiert in einen taxi.eu-Thread einsteigt.

Nun gut, vielleicht sollte man mal meinen Thread zum Kleingedruckten bei myTaxi machen. Gerade beim Kleingedruckten hapert es ja hin und wieder, was aber im Zweifelsfalle kein Argument ist.

Arne
Zuletzt geändert von arne13 am 04.12.2013, 00:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Pirat » 04.12.2013, 08:45

@ arne13.
Nach deutschem Recht ist derjenige beweispflichtig, der eine Forderung stellt.
Bei mündlichen Verträgen – im Telefonat - äußerst schwierig.
Beispiel: Ich gebe Dir im Telefonat den Auftrag für mich bei Mercedes telefonisch die neue E-Klasse zu bestellen.
Glaubst Du im ernst Mercedes schmeißt das Band an?

Natürlich dient das sogenannte Serviceangebot von mytaxi (Direktverbindung Kunde Taxifahrer) einzig und allein um eventuelle Regressansprüche abzuwehren.
Denn wie wir alle wissen, kommt ein rechtsgültiger Beförderungsvertrag nur zwischen Kunde u. Taxifahrer zustande.
Vor diesem Hintergrund ist die AGB 3.2 von mytaxi völlig überflüssig - und dient ausschließlich der Einschüchterung.
Zuletzt geändert von Pirat am 04.12.2013, 08:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: taxi.eu jetzt auch in Luxemburg

Beitrag von Anna Chronismus » 04.12.2013, 10:31

Eine Antwort auf die AGB-Argumentation von arne13 habe ich in einen neuen Thread "Taxifahrer-Freiheit vs Zentralen-Herrschaft" ausgelagert.

-> Antwort lesen
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