[myTaxi] App - Infos + Erfahrungen

Anwendungen für Smartphones unter der Lupe.
Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 12.10.2011, 20:58

Also, ich hab 26 Jahre darüber nachgedacht und sehr viel Erfahrungen dazu gesammelt.

Ich denke, es gibt immer wieder Einzelne, die sich von der Masse abheben können und damit auch besser fahren, aber das geht immer auf Kosten der anderen, bzw. der Allgemeinheit.
Das Summum Bonum erreichte man nur durch eine Einheitszentrale.
Kontrolliert durch die Stadt und durch das Feedback der Kunden.

Aber man braucht da schon starken Gemeinsinn dafür, weil immer wieder welche ausscheren wollen und immer wieder Argumente dafür finden.

Nur, das ist letztlich reiner Eigennutz in meinen Augen.

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reasoner
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Beitrag von reasoner » 12.10.2011, 21:27

KehrenTAXI hat geschrieben:... Warum herrscht eigentlich bei so vielen die Meinung vor, wir (die Taxifahrer) müssten eine Gemeinschaft sein? Ist es nicht vielmehr so, dass wir alles selbständige Einzelhändler sind? ...
Ich habe den öffentlichen Auftrag zur Personenbeförderung im Gelegenheitsverkehr im Kopf, der immer noch mit der ermäßigten Umsatzsteuer für Dinge des täglichen Bedarfs bedacht ist. Reineweg deshalb darf ich mir diese Meinung erlauben. Die Praxis sieht anders aus? Schade.

Eine Einheitszentrale ist mir allerdings dann doch zu grau, ich bin im Westen aufgewachsen.
Jochen Lembke hat geschrieben:... Ich denke, es gibt immer wieder Einzelne, die sich von der Masse abheben können und damit auch besser fahren, aber das geht immer auf Kosten der anderen, bzw. der Allgemeinheit. ...
Beinahe jeder im Forum dürfte 5 Geschichten zum Thema erzählen können.

KehrenTAXI
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Beitrag von KehrenTAXI » 12.10.2011, 21:51

Ist es nicht vielmehr bei den Zentralen so, dass es genau dort diese "... Einzelnen ..." gibt, die auf Kosten der Mehrheit das Geschäft ruinieren?

Damit ist keineswegs nur das Fahrpersonal gemeint!
freundlichst ;-)

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amebabrainobserver
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Beitrag von amebabrainobserver » 12.10.2011, 22:45

Jochen Lembke hat geschrieben:
Jeder Kunde der Großzentrale sollte eigentlich die Möglichkeit haben alle Fahrzeuge der Flotte auf seinem Smartphone-Radar zu sehen, sein beauftragtes Fahrzeug anfahren sehen und die Möglichkeit haben Fahrer raten zu können. Und der Pool der Fahrzeuge sollte optimal groß sein!!!!
Mir fällt kein einziger Grund ein, warum ein Kunde diese Möglichkeiten haben sollte. Er sollte schnellstmöglich bedient werden und realistische Ankunftszeiten genannt bekommen. Ob in der Zwischenzeit beispielsweise noch ein anderer Kunde abgeladen werden muss, geht den Kunden nichts an.

Unfairer Wettbewerb a la Hansa - mit Schmiergeldern für Arzthelferinnen und Großkunden - ist natürlich schädlich. Es kann aber zum Vorteil Aller sein, wenn der Kunde ein Unternehmen wählen kann, das ihm sympathisch ist. Der Eine steht auf den Schleimer mit Krawatte, der Andere auf den lockeren Vogel. Es gibt schließlich auch viele Fahrgäste, denen der Stil des Hansas überhaupt nicht schmeckt.

Die Idee, dass eine "Einheitszentrale" irgendwelche Verbesserungen brächte, halte ich für abwegig. Vorstellen könnte ich mir technische Lösungen für Aufträge, die nicht in einer akzeptablen Zeit vermittelt werden können. Diese könnten, wenn der Kunde dies wünscht, einem Tourenpool zugeführt werden, aus dem sich jeder Teilnehmer mit den entsprechenden technischen Geräten kostenfrei bedienen kann. Die stadtweite Untertasse gewissermaßen.

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Thomas-Michael Blinten
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Beitrag von Thomas-Michael Blinten » 13.10.2011, 05:15

Jochen Lembke hat geschrieben: Das Summum Bonum erreichte man nur durch eine Einheitszentrale.
Kontrolliert durch die Stadt und durch das Feedback der Kunden.
Wirklich :?:
Dann müsste eigentlich der öffentliche Nahverkehr perfekt sein.
Eine Zentrale, eine durchgängige Qualität und Kontrolle durch die Stadt.
Das Feedback der Kunden ist auch da, allerdings hören sich dagegen die Klagen der Kunden im Taxigewerbe wie Lobhymnen an :roll:
Also das Summum Bonum bzw. Finis Bonum ist das nun wirklich nicht :wink:
„Alle sind irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht wird Philosoph genannt" (Ambrose Bierce)

Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 13.10.2011, 07:10

Die Zufriedenheit mit Bussen und Bahnen ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich, in Freiburg gibt es hier nichts zu wünschen und beschwerden gibt es nur von Querulanten, für die der Busfahrer nicht eine Vollbremsung hinglegt hat, dass sie auch noch einsteigen können.
Aber würde jetzt einer hergehen und sagen, wir brauchen zwei Busfirmen auf gleicher Strecke, damit wir eine Wahl haben?

Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 13.10.2011, 07:15

Ich kann nur wiederholen, als ich jetzt in England war, musste ich von Gatwick nach Brighton und eine Woche später zurück jeweils 7 Minuten auf den nächsten Zug warten, weil ich First Capital Connect Ticket hatte, jeweils aber Southern Service zu erst kam.

Die Kunden sind den Schwachsinn mit den vielen Zentralen hier gewöhnt, genauso wie Engländer den Schwachsinn mit den unerschiedlichen Bahnfirmen. Das macht es aber nicht sinnvoller.

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Beitrag von KehrenTAXI » 13.10.2011, 14:22

Der ÖPNV ist kein Monopol. Wenn man ein Bus Ticket kauft, weiß man doch nicht welche Bus-Firma kommt. Wenn das in Freiburg so sein sollte, verstößt das doch wohl gegen EU-Recht oder ist anders systematisch gesteuert worden.
freundlichst ;-)

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Thomas-Michael Blinten
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Beitrag von Thomas-Michael Blinten » 13.10.2011, 17:01

Stimmt Stefan, aber es ist nach den Regeln des Kommunalen Betreibers (hier z.B. dem VRR) und unter dessen Dach und Kontrolle.
Enbenso wie niemand der bei der TFZ bestellt weiß ob ein Kehren oder etwa ein Bauer Taxi kommt. Trotzdem sie einer zentrale angehören :wink:
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Beitrag von KehrenTAXI » 13.10.2011, 17:24

Ja, OK. Das passte nicht so ganz.

Aber, die Zeit, wo sich die Zentralen und Fahrer bequem in Ihren Sitz zurücklehnen konnten ist doch bereits seit der Verbreitung des Mobiltelefons vorbei.

Taxis ziehen schon lange reihenweise an denen vorbei, die sich nie bemüht haben.

Ich denke mal, dass etwa 15-25 % der Fahrten so vermittelt werden. Bei mir sind es erheblich mehr.

MyTaxi scheint mir da nur eine konsequente Fortsetzung dieser Entwicklung, die vorerst den Vorteil der Vereinfachung und Bequemlichkeit für die Fahrer hat, zu sein.
freundlichst ;-)

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Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 13.10.2011, 19:15

MyTaxi ist nix weiter als ein weiteres Mittel Pfiffikusse wie dir Extraeinnahmen auf Kosten des Genossenschaftsgedanken einzubringen, lieber Kehrentaxi. Solange Leute die Handykundschaft im Rahmen halten sag ich nix, aber wenn die große Abwerberei und Unterm-Preisfahrerei los geht mit kreuz und quer durch die Stadt fahren für ein paar Euro mehr, während sich der Kollege genau dort die Reifen platt steht - nein Danke!

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Beitrag von KehrenTAXI » 13.10.2011, 19:57

Ich bin MyTaxi nicht angeschlossen.

Von mir aus kann sich unsere Genossenschaft auflösen. Da habe ich aber auch gar nichts gegen.

Alle anderen von Dir geschilderten Negativauswirkungen sind keine Auswirkungen von Fahrtenvermittlungssystemen und gab es schon bereits nach dem ersten Weltkrieg in genau dieser beschriebenen Form.

Was ist eine "... Unterm-Preisfahrerei, für ein paar Euro mehr ..."?. - Der Widerspruch in sich.
freundlichst ;-)

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Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 13.10.2011, 20:12

KehrenTAXI hat geschrieben:Von mir aus kann sich unsere Genossenschaft auflösen.
Dann taugt sie auch nichts. Und warum erkennt sie das nicht selber?

Poorboy
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Beitrag von Poorboy » 13.10.2011, 20:14

Lembke as usual.

Poorboy

Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 13.10.2011, 20:23

Ist das ein Kompliment oder diese Bemerkung einfach nur poor von dir, boy? :wink:

KehrenTAXI
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Beitrag von KehrenTAXI » 13.10.2011, 20:44

Das wäre eine andere Geschichte.

In Freiburg gefiel es mir im Mai sehr gut!

Bild
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Jochen Lembke

Beitrag von Jochen Lembke » 13.10.2011, 21:54

Jaja, unsere Wohlfühlstadt! Hat aber auch Schattenseiten! Das Klima zum Beispiel, im sommer schwül, im Winter Smog.

RaimundHH
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Beitrag von RaimundHH » 14.10.2011, 02:34

Jochen Lembke hat geschrieben:Also, ich hab 26 Jahre darüber nachgedacht und sehr viel Erfahrungen dazu gesammelt.

Ich denke, es gibt immer wieder Einzelne, die sich von der Masse abheben können und damit auch besser fahren, aber das geht immer auf Kosten der anderen, bzw. der Allgemeinheit.
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Moin,

genau, schaffen wir den Wettbewerb ab, die Taxifahrer werden Beamte
auf Lebenszeit und die Bezahlung erfolgt nach Dienstjahre, blöde nur,
daß da noch Fahrgäste stören, die befördert werden wollen :lol:

Grüße

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Thomas-Michael Blinten
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Beitrag von Thomas-Michael Blinten » 14.10.2011, 03:37

KehrenTAXI hat geschrieben:
Aber, die Zeit, wo sich die Zentralen und Fahrer bequem in Ihren Sitz zurücklehnen konnten ist doch bereits seit der Verbreitung des Mobiltelefons vorbei.

Taxis ziehen schon lange reihenweise an denen vorbei, die sich nie bemüht haben.
Da stimme ich dir 100% zu.
Der Weg von der Genossenschaft der 80er ("...warum sollten wir uns um die Kunden bemühen, wer ein Taxi braucht ruft uns ja eh an...") über den Wettbewerber der an seiner Dienstleistung feilt bis zu einem immer noch sinnvollen Auftragsvermittler ist länger und steiniger als manche glaubten.
Wichtig ist die TFZ dennoch, die Vermittlung über APP und andere Direktmakler oder RT kann nicht Bedarfsdeckend sein.
Allerdings liegt es an den Genossen den Kahn wieder in die richtige Fahrrinne zu bringen.

edit: schon Mist wenn die Rechtschreibprüfung nicht mehr funktioniert :wink:
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Thomas-Michael Blinten
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Beitrag von Thomas-Michael Blinten » 14.10.2011, 03:47

Jochen Lembke hat geschrieben:Dann taugt sie auch nichts. Und warum erkennt sie das nicht selber?
Erst einmal erkennt man selber seine Fehler selten und noch seltener zieht man ohne Not Konsequenzen aus dieser Erkenntnis :wink:
Aber im ernst, die Genossenschaft an sich taugt schon.
Lediglich das Ergebnis des Handelns ist derzeit nicht produktiv.
Wenn man dies ändert hat die TFZ ihren Platz und ihre Berechtigung (dann ist auch Stefan wieder mit ganzem Herzen dabei und Großraum wird ein zufrieden schnurrender Fahrer :wink: )
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