Sinnvolle Kurzarbeit?

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Scotty6986
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Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Scotty6986 » 10.03.2021, 22:22

Ich stehe vor folgender Frage: Ich bin Fahrer bei meinem Vater. Dieser ist mit einem Auto der Unternehmer bei Hansi.

Seit Wochen/Monaten, krieche ich auf 40-80€ Umsatz am Tag herum, bei nur halber Arbeitszeit, um noch 50-60% Kurzarbeit anmelden zu können.
Nun hat man natürlich trotzdem noch Lohnkosten, Betriebsausgaben, Sprit, Steuer. Ebenfalls Privat Anfahrt zum Taxi von Gesamt 30 Km.

Trinkgelder ? Pah. Brauchen wir nicht drüber reden, reicht allenfalls für die Anfahrt zum und vom Taxi wieder nach Hause mit Privat PKW.

Nach meiner Meinung, bleibt hier Abzüglich allem, ohnehin kein Gewinn hängen, oder beläuft sich Max. auf 10 €.
Dafür Losfahren? Irgendwie sehe ich das nicht weiter ein, weil es eben keinen Sinn ergibt. Andererseits will ich meinem Vater nicht vor den Kopf stoßen, der immer
gleich beleidigt ist, wenn ich sage heute bleibe ich zuhause ( Beispielsweise Mittwochs, wenn die Arzt Praxen schon um 12 schließen oder Freitags.)

Was macht jetzt Wirtschaftlich mehr Sinn, zuhause bleiben auf 100% Kurzarbeit, oder so weiter rumpimmeln mit Schichtschnitt 49,70€ ?
Irgendwie ist es ja Blödsinn, ich bin zwar kein Unternehmer, aber wenn ich die Zahlen so an einer Hand abzähle, was soll der Unsinn?
Da kann man normal zuhause bleiben... :-( Achja, und den Papierkram hat Vaddern natürlich auch noch bei dem bisschen Umsatz jeden Tag.

Hätte dazu gerne mal eine zweite Meinung gehört, weil ich keine Erfahrung damit habe ( Wer hat die in dieser Situation überhaupt ist ja die Frage :lol: )

Danke!
Grüße Scotty

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sivas
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von sivas » 11.03.2021, 01:31

Wirtschaftlich Sinn macht es 100 % Kurzarbeit anzumelden und Vollzeit zu fahren.
Dann aber stellt sich die Frage, ob Vollzeit zu fahren den Aufwand lohnt.
Die Antwort gibt dir dein Geldbeutel.
Täter ...

Donald
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Donald » 11.03.2021, 07:40

Er muss dir ja den Mindestlohn zahlen, derzeit 9,50 € je Stunde.

Bei den Umsätzen, die du erwähnst ist es für ihn ein Zuschussgeschäft, also alles Andere als wirtschaftlich.

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miamivice
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von miamivice » 11.03.2021, 08:27

20 Touren zu 12 Euro in 8 Stunden kann man in der Großstadt als grobe Richtschnur ansehen. Es ergibt sich ein Bruttoumsatz pro Stunde von 30 Euro. Unterstellt wird ein Grundpreis von 4 Euro und ein Kilometerpreis von 1,80 Euro. Wartezeit bleibt unberücksichtigt. Die durchschnittliche Besetztfahrstrecke beträgt 4,4 Kilometer was zu 89 Besetzkilometern führt. Es wird eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h unterstellt, so daß ein Zeitaufwand von circa 3,5 Stunden entsteht. Dazu kommen die Anfahrtszeiten zu den Bestelltouren was mit 5 Minuten pro Tour veranschlagt wird. Bei 20 Touren werden 10 Bestelltouren unterstellt, so daß 50 Minuten zu den 3,5 Stunden addiert werden. Alles in allem beträgt die effektive Arbeitszeit 4,5 Stunden: Besetzfahrt-Zeit und Anfahrtszeit (56 % der gesamten Schichtzeit). Der Rest der Arbeitszeit (44 %) besteht aus Leerfahrt-Zeiten und Warten am Taxistand.

Bei 50 Euro Umsatz in 4 Stunden (bei überhöhten Hamburger Taxi-Tarifen, welche in diesem Rechenbeispiel keine Berücksichtigung finden) ist also von einem Umsatzdefizit von 70 Euro auszugehen (Soll: 4 Stunden mal 30 Euro Umsatz pro Stunde --> 120 € minus 50 €).

Die Zeitvergeudung in Anbetracht von 70 Euro Defizit beträgt 2 Stunden 20 Minuten. Für 50 Euro Umsatz wäre nur ein Gesamtzeitaufwand von 1 Stunde 40 Minuten notwendig gewesen und nicht 4 Stunden. Demnach war die Arbeit um 58 % reduziert. Der Staat nötigt Taxifahrern Dauer-Kurzarbeit auf (pathologische Unterbeschäftigung unabhängig von SARS-CoV-2; Lebenszeit-Vergeudung) und hätte entsprechend aufzustocken oder die Zahl der Konzessionen zu regulieren und als "Mietwagen" getarnte Discount- und Sammeltaxis aus dem Verkehr zu ziehen.

Scotty6986
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Scotty6986 » 11.03.2021, 09:33

sivas hat geschrieben:
11.03.2021, 01:31
Wirtschaftlich Sinn macht es 100 % Kurzarbeit anzumelden und Vollzeit zu fahren.
Dann aber stellt sich die Frage, ob Vollzeit zu fahren den Aufwand lohnt.
Die Antwort gibt dir dein Geldbeutel.
Na, das könnte schwer werden, hatten wir auch schon überlegt, aber hier in HH werden ohne Ende Stichproben vom Fiskus ( Fiskaltaxameter ) gemacht, gerade erst neulich war wieder eine Ankündigung der Behörde, die Taxameterrohdaten für 2020 auszulesen.

Das geht also schon mal nicht.

Ich sag mal, die paar € im Ein- Maximal Zweistelligen Bereich, machen aktuell wirklich keinen Gewinn. Zumal hierdurch die Buchhaltung auch nicht gerade erleichtert wird.
Sicherlich geht es hunderten Taxenbetrieben genau so, aber es ist gut mal eine zweite Meinung zu hören. Immerhin sollte dies mal meine Zukunft werden, mein alter Herr geht bald in Rente.
Aber so? Ist bis zur Übernahme nix mehr davon übrig... :?

Danke für die Meinungen!
Grüße Scotty

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sivas
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von sivas » 11.03.2021, 12:31

Die Taxibehörde und das Arbeitsamt arbeiten nicht zusammen und das Finanzamt ist nur an Steuern interessiert.
Kollegen solltet Ihr es nicht sagen :wink: da wird schnell denunziert ...

Dein Vater muss dir auch den Mindestlohn nicht bezahlen, weil Du zur Mitarbeit in der Familie verpflichtest bist, zur Not auch unentgeltlich.
Zuletzt geändert von sivas am 11.03.2021, 12:39, insgesamt 2-mal geändert.
Täter ...

Scotty6986
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Scotty6986 » 11.03.2021, 14:55

Na ob das so klappt? Immerhin würde es auffallen, wenn Plötzlich ~2000€ mehr Umsatz drin sind, und trotzdem 100% Kurzarbeitergeld ausgezahlt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das AA dies nicht zumindest Stichprobenartig kontrolliert. Des weiteren spielt der Steuerberater das Spiel bestimmt nicht mit. Ich bin auch kein Freund davon, dem Fiskus zuzuarbeiten, aber ich glaub die Art von Beschiss machts nicht besser. Dann hat man jetzt für paar Tausend was gerettet, die du dann nachher am Ende wieder drauf zahlst. Aktuell sind fast jedes Jahr hier Prüfungen bis zum geht nicht mehr, da haben schon ganz andere dumme Ideen gehabt.
Grüße Scotty

KlareWorte
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von KlareWorte » 11.03.2021, 15:16

sivas hat geschrieben:
11.03.2021, 12:31


Dein Vater muss dir auch den Mindestlohn nicht bezahlen, weil Du zur Mitarbeit in der Familie verpflichtest bist, zur Not auch unentgeltlich.
Mal wieder dummes Zeugs was du verbreitest.

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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von sivas » 11.03.2021, 15:29

Dementiere, berichtige, stelle klar, aber bezeichne etwas nicht als dumm.
Das tun nur Dumme.
Täter ...

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Jim Bo
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Jim Bo » 12.03.2021, 00:22

Ich sehe hier ein anderes Problem: Steht dir Kurzarbeit zu?

Normalerweise bekommst du einen Arbeitsvertrag ausgehändigt mit einer vereinbarten Arbeitszeit. Der Arbeitgeber, gleichgültig Familienmitglied oder nicht, muss dir für eine gewisse Arbeitszeit x das volle Gehalt bezahlen. Kurzarbeit tritt nur dann in Kraft, wenn aus unvorhersehbaren Gründen die Aufträge im Vergleich zu vorher rapide abgesunken sind. Der Chef kann dies beim Arbeitsamt beantragen, ist aber nach meiner Ansicht in der Beweispflicht, dass die Aufträge weniger geworden sind.
Der geringe Umsatz spielt keine Rolle. Dein Chef muss offenlegen, dass die Aufträge weniger geworden sind und dann wird entschieden, ob deinem Chef Kurzarbeitergeld zusteht. Außer dass bei dir auf dem Lohnzettel Kurzarbeitergeld draufsteht, bekommst du von all dem nicht viel mit.

Gehen wir mal davon aus, dass du berechtigt bist Kurzarbeitergeld zu beziehen. Dann ist es so, dass du dir nicht aussuchen kannst, ob du "Zuhause bleibst". Du bist rechtlich dazu verpflichtet, jedes Mal wenn dein Chef dich braucht, auf Arbeit anzutanzen. Die Zeit, die du tatsächlich arbeitest, wird dir von deiner Kurzarbeit abgezogen. Verstehst du? Kurzarbeit ist ledliglich ein Ausgleich für nicht vorhandene Aufträge/Arbeiten, die sonst laut Arbeitsvertrag von dir verrichtet werden. Steigen die Aufträge entsprechend, kann es auch sein, dass die Kurzarbeit beendet werden muss.

Und ein wesentlicher Punkt, der nach meiner Meinung auch greift: Ein Arbeitgeber kann nicht die ganze Arbeit selbst machen und nebenbei ein paar Angestellte durch Kurzarbeit durchschleusen. Wenn Arbeit vorhanden ist und beschäftigt der Arbeitgeber Angestellte, dann müssen diese Angestellten auch zur Arbeit erscheinen.

Es sei denn, du hast Familie. Meine Situation ist momentan so, dass die Kitas auf Anordnung der Bundesregierung geschlossen sind und lediglich eine Notbetreuung eingerichtet wurde. Diese greift aber nur dann, wenn beide Elternteile in systemrelevante Berufe tätig sein. Dies trifft auf meine Frau zu, in meinem Fall sieht es anders aus. Folglich habe ich das Recht auf Grund elterlicher Fürsorgepflicht, meine Arbeit niederzulegen und Zuhause zu bleiben. Ab nächste Woche ist eine Ganztagsbetreuung wieder möglich, dann werde auch ich wieder arbeiten gehen müssen.

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Taxi Georg
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Taxi Georg » 12.03.2021, 01:07

sivas hat geschrieben:
11.03.2021, 12:31
Dein Vater muss dir auch den Mindestlohn nicht bezahlen, weil Du zur Mitarbeit in der Familie verpflichtest bist, zur Not auch unentgeltlich.
Ich lese wieder mal "brrrr und bzzzz.

Ich bitte um Quellenangaben ansonsten hat KlarText recht! Dummes zeug!
Der Mindestlohn gilt auch für mitarbeitende Familienmitglieder.

Vom gesetzlichen Mindestlohn ausgenommen sind:
Auszubildende (egal welches Alter), alle Jugendlichen unter 18 ohne abgeschlossene Ausbildung,
Praktikanten in den ersten 3 Monaten des Praktikums und Langzeitarbeitslose in den ersten 6 Monaten.
Bitte betrachtet meine Postings nicht als Verpflichtung, sondern nur als gutgemeinte Hinweise!
Diese Hinweise sollen auch keine Rechts-/Steuerberatung darstellen oder sollen diese ersetzen. ☑

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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Donald » 12.03.2021, 08:19

Also er sagt, dass er Fahrer bei seinem Vater ist und KUG bezieht. Ein Anrecht auf KUG hat nur der, der sich in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befindet.

War das bis jetzt überhaupt so oder nur zur Aushilfe?

40 - 80 € pro halbem Arbeitstag. Was heißt Arbeitstag? 8, 10 oder 12 Stunden. Man kann sich drehen und wenden wie man will, der Mindestlohn wird nur mit Auffüllung möglich sein.

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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von sivas » 12.03.2021, 08:46

Kinder haben -auch wenn sie schon älter sind- gegenüber Eltern besondere Verpflichtungen: BGB § 1619 Dienstleistungen in Haus und Geschäft
Darüber wird auch in diversen Publikationen informiert: Die unentgeltliche Beschäftigung von Angehörigen - Risiken kennen und Möglichkeiten nutzen
Die Information darüber einfach als 'dumm' abzutun ist dümmlich.
Liegt eine familiäre Mitarbeit auf rein familienrechtlicher Grundlage vor, besteht mangels Arbeitnehmereigenschaft kein Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.
Zuletzt geändert von sivas am 12.03.2021, 08:57, insgesamt 1-mal geändert.
Täter ...

Scotty6986
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Scotty6986 » 12.03.2021, 10:14

Donald hat geschrieben:
12.03.2021, 08:19
Also er sagt, dass er Fahrer bei seinem Vater ist und KUG bezieht. Ein Anrecht auf KUG hat nur der, der sich in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befindet.

War das bis jetzt überhaupt so oder nur zur Aushilfe?

40 - 80 € pro halbem Arbeitstag. Was heißt Arbeitstag? 8, 10 oder 12 Stunden. Man kann sich drehen und wenden wie man will, der Mindestlohn wird nur mit Auffüllung möglich sein.
Bis hierhin erstmal vielen Dank für die Antworten von euch! :)

Nein, es ist schon so, dass ich seit 5 Jahren für meinen Vater fahre. Ein Vollzeit Monat, hat in etwa 160-180 Stunden bei uns. Was früher 10-15 Aufträge pro Schicht fahren, sind jetzt 2-4.
Also schon sehr deutlich gesunken.

Die Verpflichtung bei der Arbeit zu erscheinen, habe ich natürlich verstanden, das ist ja klar. Es geht mir jetzt rein um den finanziellen Vorteil aus Sicht meines Vaters, des Chefs. Welche Variante für ihn
günstiger ist. Wenn ich jetzt 3-4 Stunden am Tag herumdaddel für 2-4 Touren und dabei ja eigentlich nur kosten Verursache, oder ob es sinnvoller aus seiner Sicht ist, mich in 100% Kurzarbeit zu schicken, zuhause zu bleiben, aufgrund der ausbleibenden Aufträge. Ich bin leider " noch " kein Unternehmer, und habe hier das Zahlenverständnis noch nicht so. Daher habe ich mich an euch gewandt =)
Grüße Scotty

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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Taxi Georg » 12.03.2021, 12:03

sivas hat geschrieben:
12.03.2021, 08:46
Kinder haben -auch wenn sie schon älter sind- gegenüber Eltern besondere Verpflichtungen: BGB § 1619 Dienstleistungen in Haus und Geschäft
Darüber wird auch in diversen Publikationen informiert: Die unentgeltliche Beschäftigung von Angehörigen - Risiken kennen und Möglichkeiten nutzen
Die Information darüber einfach als 'dumm' abzutun ist dümmlich.
Liegt eine familiäre Mitarbeit auf rein familienrechtlicher Grundlage vor, besteht mangels Arbeitnehmereigenschaft kein Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.
Da ist die Quelle doch! Warum nicht gleich so?

Aber auch nur, solange er dem elterlichen Hausstand angehört! Wohnt er außerhalb, gilt das dann nicht!
Zuletzt geändert von Taxi Georg am 12.03.2021, 12:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von titanocen100 » 12.03.2021, 22:58

Taxi Georg hat geschrieben:
12.03.2021, 12:03

Aber auch nur, solange er dem elterlichen Hausstand angehört! Wohnt er außerhalb, gilt das dann nicht!
Typisch deutsche Bürokratie.
Erinnert mich mal wieder an Reinhard Mey "Antrag auf Erteilung..." oder Asterix und Obelix "Formular 13", nein war ja "Formular 0815" oder so.
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von Taxi Georg » 12.03.2021, 23:31

titanocen100 hat geschrieben:
12.03.2021, 22:58
Typisch deutsche Bürokratie.
Ich habe die Gesetzte nicht gemacht, aber wenn man hier schon eine Behauptung postet, dann bitte mit Quelle und vor allem vollständig!
Bitte betrachtet meine Postings nicht als Verpflichtung, sondern nur als gutgemeinte Hinweise!
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von titanocen100 » 12.03.2021, 23:39

titanocen100 hat geschrieben:
12.03.2021, 22:58
Typisch deutsche Bürokratie.
Erinnert mich mal wieder an Reinhard Mey "Antrag auf Erteilung..." oder Asterix und Obelix "Formular 13", nein war ja "Formular 0815" oder so.
Deutschland, das Schlar-affenland.
Jederman kennt Reinhard Mey oder Asterix erobert Rom.
Da ist eine Quellenangabe nicht mehr erforderlich.
Falls Du beides nicht kennen solltest, wofür Du mein vollstes Verständnis hast, suche mal.
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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von KlareWorte » 30.03.2021, 09:23

sivas hat geschrieben:
12.03.2021, 08:46
Kinder haben -auch wenn sie schon älter sind- gegenüber Eltern besondere Verpflichtungen: BGB § 1619 Dienstleistungen in Haus und Geschäft
Darüber wird auch in diversen Publikationen informiert: Die unentgeltliche Beschäftigung von Angehörigen - Risiken kennen und Möglichkeiten nutzen
Die Information darüber einfach als 'dumm' abzutun ist dümmlich.
Liegt eine familiäre Mitarbeit auf rein familienrechtlicher Grundlage vor, besteht mangels Arbeitnehmereigenschaft kein Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.

Naja, auch mal wieder direkt am Thema vorbei.
Alleine weil für die mitarbeitpflicht des BGB 1619, das Kind im selben Haushalt leben müsste. Hier nicht vorliegend. Des Weiteren ist das eine begrenzte anspruchsgrundlage für den Vater. Man müsste sich mal vertieft mit dem gesetzt vertraut machen, dann würde man das auch wissen. Die jobagentur kann jedenfalls darauf nicht begründen.

Das Zitat hört sich toll an mit dem Mindestlohn, ist aber auch wieder untauglich. Mal davon abgesehen, dass man schon den ganzen artikel kennen sollte und nicht nur eine Schlagzeile. Geht es bei dieser Thematik darum, ob der Mindestlohn nicht gezahlt werden muss, falls man sich darauf berufen möchte, da die Vorraussetzungen nicht erfüllt werden. Hierbei müssen sich erstmal Arbeitgeber u Arbeitnehmer einig sein. Weiterhin ist das keine Grundlage für die jobagentur, dass jemand unter Mindestlohn arbeiten muss.
Beide vermeintlichen Belege insofern wieder blödsinn.

Ob ein Familienmitglied der Sozialversicherungspflicht unterfällt und damit Anspruch auf kug haben könnte, kann bei der Rentenversicherung im Rahmen eines statusfeststellungsverfahren im Zweifel ermittelt werden. Hat man das nicht getan, holt die jobagentur das im Rahmen der kug Gewährung nach!

Wird nichtmal der Mindestlohn erwirtschaftet würde ich in der Großstadt sicherlich den Betrieb vorläufig einstellen und die Leute zu 100% in Kurzarbeit schicken.

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Re: Sinnvolle Kurzarbeit?

Beitrag von titanocen100 » 30.03.2021, 20:11

KlareWorte hat geschrieben:
30.03.2021, 09:23
Wird nichtmal der Mindestlohn erwirtschaftet würde ich in der Großstadt sicherlich den Betrieb vorläufig einstellen und die Leute zu 100% in Kurzarbeit schicken.
Bei mir ab März 2020 der Fall. Schon seit 4 Wochen gibt es bei mir nur noch Nudeln mit Suppe, Verbindlichkeiten, Tierversorgung. Spätestens Ende des Jahres läuft KUG Null aus -> ALGI und nur noch 60% netto, dann heisst es Abschied nehmen vom Schlemmen mit Lachs und Kaviar und saurer Sahne)
Ich habe schon 10 Kg abgenommen, aber mein BMI ist immer noch zu hoch mit 20.
Positiv: mein Idealgewicht hatte ich noch nie. Jetzt habe ich die große Chance...danke, Corona :D
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