BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

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CPL5938
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BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von CPL5938 » 19.05.2020, 15:18

Um sich an der Novellierung des PBefG beteiligen zu können, hat der BZP (jetzt BVTM oder so) zusammen mit Moia, Clevershuttle und Viavan einen gemeinsamen "Appell" formuliert. Jeder soll seinen Teil vom Kuchen bekommen - und zwar unserem Kuchen.

Zum Einstieg in das Thema gab es einen ebenso aufklärenden, wie kritischen Text auf der Website der Taxiinnung in Berlin, der inzwischen auf Druck BZP freundlicher Kräfte entfernt wurde. Bis jener Text an anderer Stelle wieder online ist, kann man sich zum Thema dort informieren:

https://www.dieklage.de/blog-posts/appell.html
"The only thing necessary for the triumph of evil is for good men to do nothing.”
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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von CPL5938 » 20.05.2020, 02:23

Der Artikel der Autorin und Kollegin Yvonne Schleicher (Taxitimes, Taxiinnung Berlin) wurde vermutlich auf Druck des BMTV (ex BZP)nicht nur entfernt, sogar die ganze Domain (taxiinnung.de), auf der der Text erschienen war, wurde deswegen umgeleitet.

Aber der Artikel hat einen neuen Unterschlupf gefunden und zwar hier:

https://www.dieklage.de/yps-guest-post.html


PS: Verbands-Lurche aller Branchen: Zurück unter euren Stein!
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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von Mamil » 20.05.2020, 13:55

CPL5938 hat geschrieben:
19.05.2020, 15:18
Jeder soll seinen Teil vom Kuchen bekommen - und zwar unserem Kuchen.
Dieser Kuchen könnte in naher Zukunft für alle kleiner werden. Vor allem der lukrative Teil der Business-Kunden wird wahrscheinlich erheblich schrumpfen. Es gibt gute Gründe für diese Annahme. McKinsey hat ein Paper veröffentlicht, das sich "90-Tage-Plan" nennt. Neben vielen anderen Aspekten der Digitalisierung, die laut McKinsey durch die Coronakrise einen beschleunigten "Shift" erfahren haben sollen, wird die Verlagerung der administrativen Arbeit inklusive der höheren Management-Etagen ins Home-Office als enorme Effizienzsteigerung angepriesen. Ob man als "Nicht-Manager" diese Einschätzung von McKinsey für zutreffend hält oder nicht, spielt keine Rolle. Die Führungsebenen von Unternehmen messen allgemeinen Einschätzungen und Empfehlungen von McKinsey (und um eine solche handelt es sich bei dem Paper) einen hohen Wert bei. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass hier eine bedeutende Veränderung der "Geschäftstätigkeiten" stattfinden wird, die zwar mittelbare, aber erhebliche Auswirkungen auf die Mobilitäts- und Beherbergungsbranchen haben könnte.

https://www.mckinsey.com/business-funct ... st-90-days

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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von CPL5938 » 20.05.2020, 15:01

Gut bzw. schlecht. Hat jetzt aber direkt nichts damit zu tun, dass der BZP als Schaf in das Lied des Wolfes einstimmt, weil er glaubt so nicht gefressen zu werden.
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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von Mamil » 20.05.2020, 15:22

CPL5938 hat geschrieben:
20.05.2020, 15:01
Gut bzw. schlecht. Hat jetzt aber direkt nichts damit zu tun, dass der BZP als Schaf in das Lied des Wolfes einstimmt, weil er glaubt so nicht gefressen zu werden.
Es hat nur insofern etwas damit zu tun, als diese "miese Nummer" des BZP an Bedeutung verlieren könnte, weil die Novellierung des PBefG unter dem Vorzeichen angestrebt wurde, dass es sich um einen "leckeren Kuchen" handelt, von dem die neuen Anbieter etwas abhaben wollten. Es könnte aber sein, dass sie diesen Kuchen bald gar nicht mehr haben wollen. Von dem Rest des Kuchens, wenn die Annahme stimmt, dass es einen Rückgang der Geschäftskunden geben wird, werden Taxen auch nur schwer satt werden. Ob die "Taktik" des BZP gut oder schlecht ist, möchte ich hier gar nicht bewerten und Deine Kritik (und die, in dem Beitrag der Berliner Taxi-Innung) kann man meiner Meinung nach, vor allem in Bezug auf Transparenz, so stehen lassen.

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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von CPL5938 » 24.05.2020, 04:13

Ahh, jetzt verstehe ich. Sorry, man muss mir alles aufschreiben, bis ich es kapiere.

Ich glaube, dass dass die Geschäftskunden auf jeden Fall wieder zurück kommen werden und zwar auf dem Niveau wie vor dem Krie… vor der Krise. Die Frage ist nur wann dieses Niveau erreicht sein wird. Das hängt davon ab, ob sich Video-Konferenzen durchsetzen werden, wie die wirtschaftliche Entwicklung nach Ende der Krise sein wird und ob es einen Impfstoff gibt.

Zum Thema Video-Konferenzen erklärte mir vor Jahren ein leitender Manager dies:

1. Video-Konferenzen können Präsenz-Konferenzen nicht ersetzen, weil dabei doch immer etwas verloren geht. Details, Fragen, Zwischentöne im Gespräch, die eine andere Bedeutung rüber bringen, als das Gesagte. Die meisten Fragen oder Einwände kommen immer dann, wenn der Chat vorbei ist und die Leute Gelegenheit hatten drüber nachzudenken. Solche Dinge gehen dann verloren.

Häufig geht es bei Meetings darum Erkenntnisse von seinem Gegenüber zu bekommen, die er eigentlich nicht preis geben will. Dafür ist persönlicher Kontakt das Beste.

2. Das Entscheidende bei echten Meetings u.Ä. ist oft nicht der Inhalt der Sitzung, sondern das was auf dem Flur, in den Pausen, in der Taxe oder beim Abendessen passiert oder gesagt wird. Das geht bei Video-Calls verloren.

3. Die meisten Menschen fühlen sich unwohl bei Video-Konferenzen und haben das Gefühl, dass sie dabei nicht richtig "performen".

4. Oft findet auf Meetings eine Phase der Zusammenarbeit einzelner statt. So projekt-artig, im Hotel. Geht nicht gut über Video.

Seine Firma hatte es sehr früh versucht, aber es funktionierte nicht. Zu viele Friktionen entstanden dadurch.

Sobald Reisen wieder überwiegend uneingeschränkt möglich sind, wird es wieder los gehen. Nicht von einem auf den anderen Tag. Sicher werden viele Firmen Video-Calls weiterhin nutzen, aber nur als "Notlösung" oder in kleinerem Rahmen.

Das Andere ist die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt. Der Unterschied zu einer "natürlichen" Wirtschaftskrise ist, dass die Basis der Wirtschaft eigentlich keinen Grund zur Krise hat. Keine übersättigten Märkte, keine Knappheit von Ressourcen, kein globaler Vertrauensverlust. Deshalb werden Firmen mit einem modernen Management oder einfach nur mit einem dynamischen Management, bereits jetzt die Starlöcher vorbereiten. Sie werden so bald wie möglich versuchen ihre Konkurrenz durch bessere Performance und Schnelligkeit zu übertrumpen (out performing).

Sicher wird es Verluste geben, aber sobald die "künstlichen" Schranken gefallen sind, wird deshalb eine rasche Erholung einsetzen. Nicht von Heut auf Morgen, aber eher im Bereich von 6 Monaten, als 6 Jahren.

Dann das Thema Uber. Uber hat gerade 6700 Leute entlassen (in 3 Monaten glaube ich). Uber lebt vom Vertrauen der Leute in eine Uber-Zukunft, Uber lebt nicht von Gewinnen. An der Börse, las ich, gibt es gerade so eine Art marodierendes Geld. Geld das angelegt werden will. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, profitiert Uber davon nicht. Will sagen, wenn Uber kein frisches Geld bekommt, obwohl es genug davon gibt, das angelegt werden will, dann könnte es dahin führen, dass Uber - naja, nicht überlebt. Aber, von Börse habe ich so viel keine Ahnung, dass meine kleine Uber-Prophezeiung auch einfach Quatsch ist.
Zuletzt geändert von CPL5938 am 24.05.2020, 04:30, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von Mamil » 24.05.2020, 13:27

Es muss dabei auch nicht zu drastischen Veränderungen in der Geschäftswelt kommen, damit es erhebliche Auswirkungen auf das Gewerbe hat. Bereits ein prozentualer Rückgang der Geschäftsreisen im unteren einstelligen Bereich, kann für den Umsatz einen Rückgang im zweistelligen Bereich bedeuten. Dafür kann pro Schicht nur ein Geschäftskunde weniger im Schnitt ausreichen. Das träfe dann auch die neuen Anbieter. Wenn deren Steckenpferd zudem tatsächlich "Pooling" sein sollte (was ich allerdings nie geglaubt habe) dann haben sie jetzt nach "Corona" und der damit verbundenen Angst vor Ansteckung ein echtes Problem. Insofern könnte also die "BZP-Taktik" einen guten Schachzug darstellen. Man muss sich klarmachen, dass die Chance auf "Verdrängung" von Daimler, VW und vor allem der Deutschen Bahn aus den Verhandlungen zur Novellierung des PBefG unrealistisch oder gar absurd ist. Wenn man Ihnen "Pooling" schenkt und dafür UBER durch die Vorbestellfrist den Hahn abdreht, dann ist das meiner Meinung nach gar kein so schlechter Kompromiss. FN kann im Zweifel auf "Ride" verzichten, wenn UBER raus ist und Daimler behält dann auch diesen Teil. Daran, dass das Gewerbe einen Teil abgeben muss, führt kein Weg vorbei. Die Vorbestellfrist ist eine unmissverständliche Kampfansage an UBER, die jetzt auch MOIA, VIA VAN und Clever Shuttle "stellvertretend" für VW, Daimler und die Deutsche Bahn unterzeichnet haben. Der Preiskorridor allein rettet UBER nicht. Ein gemeinsamer Feind, kann Feinde zur Kooperation zwingen, ohne sie dabei zu Freunden zu machen. Ohne diese Kooperation hätte das Gewerbe gegen UBER keine Chance. Ob das die "feine Englische" war, steht auf einem anderen Blatt, aber es ist nun mal, was es ist: Politik. Und ob diese Lösung oder irgendeine andere Lösung den Bestand des Gewerbes retten kann, steht ohnehin nach wie vor in den Sternen.

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Re: BZP, Moia und Clevershuttle = Freunde?

Beitrag von Mamil » 28.05.2020, 18:19

Der erste Unterzeichner verabschiedet sich vielleicht schon langsam vom Markt. Pooling im PBefG hin oder her.
https://www.gruenderszene.de/automotive ... n-sparkurs

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