MOIA: CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

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Ing
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MOIA: CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

Beitrag von Ing » 18.10.2019, 00:01

MOIA appeliert an die Politik, schnellstmögllich das Personenbeförderungsgesetz zu ändern.

Zum Rückzug von CleverShuttle der Bahn in Hamburg, Stuttagrt und Frankfurt hat MOIA am gleichen Tag (14.10.2019) diese Nachricht verbreitet:

"CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

14.10.2019

Die Standortschließungen von Clevershuttle sollten ein Weckruf für die Politik sein. Denn sie zeigen, dass die Zeit für eine notwendige Reform des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) drängt.

CleverShuttle zieht sich mit Hamburg, Frankfurt und Stuttgart aus drei deutschen Märkten zurück. Gründe seien Medienberichten zufolge Probleme mit dem Personenbeförderungsgesetz (PBefG) und mangelnde Wirtschaftlichkeit.

Diese Nachricht ist für uns kein Grund zur Freude. Denn wir sind davon überzeugt, dass Wettbewerb notwendig ist, um Ridepooling zu einer hochwertigen und ernsthaften Alternative zum eigenen Auto zu machen.

Die Verkehrswende in unseren Städten ist eine Herkules-Aufgabe. Seit Jahren ist der Anteil der Menschen, die ihr eigenes Auto dem öffentlichen Verkehr vorziehen, stabil. Es braucht also digitale Innovationen aus der Wirtschaft und neue Mobilitätsservices, die die Angebotslandschaft für diese Menschen verbessern. Ridepooling ist eine solche privatwirtschaftliche Innovation, die im Rahmen der PBefG-Novellierung gefördert werden muss, ohne dabei die Fehler eines vollliberalisierten Mietwagenmarktes aus Übersee zu wiederholen. Schädlich ist hingegen eine rückwärtsgewandte Debatte um einen rein wettbewerblichen Schutz bestehender Verkehrsträger.

Die Standortschließungen von Clevershuttle sollten ein Weckruf für die Politik sein. Denn sie zeigen, dass die Zeit für eine notwendige Reform des Personenbeförderungsgesetzes drängt, um Ridepooling rechtssicher in Deutschland zu genehmigen. Denn aktuell gilt für die Anbieter ein Flickenteppich an unterschiedlichen Genehmigungspraxen, die jedoch allesamt auf nur 4 Jahre begrenzt sind. Bei der dringenden Reform gilt es, Verbraucher, Umwelt und Arbeitnehmer in den Blick zu nehmen und neue verkehrsentlastende Verkehre wie das Ridepooling mit dem notwendigen Augenmaß langfristig zuzulassen und mit ausreichenden Freiheitsgraden zu fördern. Dazu zählt nicht zuletzt die Abschaffung der bestehenden Steuerdiskriminierung gegenüber den etablierten Anbietern.

`Digitalisierung‘ und ‚Neue Mobilitätsangebote‘ dürfen nicht nur Schlagworte und schmückendes Beiwerk unzähliger Reden sein. Es ist fünf vor Zwölf bei der Antwort darauf, ob Deutschland den modernen Rechtsrahmen für den Personentransport bekommt, der wünschenswerte Mobilitätsservices made in Germany möglich macht, oder ob wir im Status quo in unseren Städten verharren.
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Quellen:

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 https://www.moia.io/gutermove

eichi
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Re: MOIA: CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

Beitrag von eichi » 20.10.2019, 16:35

Ridepooling kann am Besten der ÖPNV. Einzelne Erfolge einzelner
Anbieter sind zu selten oder werden vom Kunden kaum nachgefragt,
um solche disruptive Piraterie zu rechtfertigen.
Denn Pooling können auch Taxenzentralen...

Siehe hierzu auch diesen Beitrag:
Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Immanuel Kant)

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sivas
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Re: MOIA: CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

Beitrag von sivas » 20.10.2019, 20:13

Am besten Ridepoolen kann der Kunde.
Wenn er auf dem Weg zum Taxihalteplatz in der Bahnhofshalle laut ruft: "Wer fährt mit nach St.Pauli ?"
Alle schreien: "Hier !"

Wie kann man sowas digitalisieren ? Gibt's dafür 'ne App ?

Mamil
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Re: MOIA: CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

Beitrag von Mamil » 21.10.2019, 14:06

Der Spiegel ist überzeugt davon, dass nur die mangelnde "Vermittlungstechnologie" schuld am Scheitern von Ur-MOIA war:

https://www.spiegel.de/geschichte/moia- ... 69858.html

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IK
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Re: MOIA: CleverShuttle Ausstieg verdeutlicht Handlungsbedarf beim PBefG

Beitrag von IK » 21.10.2019, 22:33

Mamil hat geschrieben:
21.10.2019, 14:06
Der Spiegel ist überzeugt davon, dass nur die mangelnde "Vermittlungstechnologie" schuld am Scheitern von Ur-MOIA war:

https://www.spiegel.de/geschichte/moia- ... 69858.html
Interessanter Bericht aber in sich widersprüchlich.

"Und doch kam das endgültige Aus: Förderungen liefen aus, Nachfragen an den Nahverkehrssystemen fehlten, der Markt zeigte kein Interesse."

Einerseits steht im Artikel, dass die Busse voll waren und andererseits wiederum dass sie leer fuhren. Wenn sie voll waren, warum schreiben sie, dass der Markt kein Interesse zeigte? Interessant bleibt die Auswirkung auf ÖPNV. Diese soll, wenn ich das richtig verstehe, darunter gelitten haben.

Und das Unwort des Ridesharings fällt auch im Artikel. Die Rede ist von Förderungen. Das klingt vertraut.
Vielleicht sollte man den Artikel an die VW Führung schicken. Lesen sie denn den Spiegel nicht?

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