Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Neuigkeiten aus dem Taxigewerbe.
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Merlin
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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Merlin » 18.06.2014, 05:33

Ich finde es ist ein ernstes Thema und das sollte es auch bleiben !

Punkt 4 von IK finde ich überlegenswert wenn sich das dann so umsetzen lässt.

Wattwurm
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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Wattwurm » 18.06.2014, 06:53

Merlin hat geschrieben:Ich würde mich freuen wenn angestellte Taxler oder Unternehmer sich mal hier äußern welche Möglichkeiten wir haben/bekommen um den Mindestlohn umgehen zu können.
Und ich wüde mich freuen wenn ich hier ein paar Tipps bekomme, wie ich meinen Betrieb derart umstrukturieren und neu ausrichten muß, um den Mindestlohn bezahlen zu können! Ich bin ein seriöser Taxiunternehmer und benötige keine Tipps wie man am besten mal Gesetze bricht und welche Tricks es gibt mein Schwarzgeld am Finanzamt ungesehen vorbei zu schleusen! Wir sind ein anständiges Taxiforum und leisten keine Beihilfe zur Steuerhinterziehung und zum Abgabenbetrug!

Merlin hat geschrieben:In Berlin ticken die Uhren anders .....
Dem Gesetzgeber ist das auch schon aufgefallen. Deshalb hat der Gesetzgeber also der Deutsche Bundestag beschlossen, mit dem Mindestlohngesetz die Uhren in ganz Deutschland zu syncronisieren. Wie ich finde eine ganz ausgezeichnete Idee!
Merlin hat geschrieben: .....und hier wird ganz bestimmt kein Unternehmer 8,50 Euro Mindestlohn zahlen können.
Nach einer noch durchzuführenden Blitzumfrage des TVB, dessen Ergebnis ich mal hier und heute vorweg nehme, sind 46,79 % aller Berliner Taxiunternehmer jetzt schon in der Lage den Mindestlohn zahlen zu können. Also fast die Hälfte! Ganz erstaunlich nicht wahr?

12,35% aller Berliner Taxiunternehmer zahlen bereits schon den Mindestlohn. Also jeder 8. Taxiunternehmer. Weitere 19,45 % aller Taxiunternehmer könnten sich vorstellen bei einer Tariferhöhung von ca. 10 Prozent plus X ebenfalls den Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro zahlen zu können. 21,41 % aller Berliner Taxiunternehmer werden auf gar keinen Fall den Mindestlohn zahlen können respektive wollen.....und diese 21,41 % wollen wir weg haben. Die wollen wir platt machen, damit die 19,45 % die auf der Kippe stehen, die aber zumindest guten Willens sind den Mindestlohn bezahlen zu wollen, den richtigen Drive in die richtige Richtung bekommen!

( Alle Zahlen aus der von mir veröffentlichen und noch nicht stattgefundenen Blitzumfrage des TVB sind ohne Gewähr und zu 100 % fiktiver Natur )


Warum eine derartige Umfrage noch nicht stattgefunden hat? Das fragt bitte Reasoner....
Zuletzt geändert von Wattwurm am 18.06.2014, 06:59, insgesamt 2-mal geändert.

Wattwurm
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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Wattwurm » 18.06.2014, 07:03

Es hat noch nie eine Umfrage zu diesem Thema gegeben. Bisher haben weder der BZP noch die Landesverbände das nötig gehabt, so eine Umfrage durchzuführen! Ist das nicht merkwürdig? Solche Umfragetools findet man in jedem Homepagebaukasten von Stratos und 1 &1 und ist mit 2-3 Mausklicks eingerichtet! Das ist eine Angelegenheit von 5 Minuten!
Zuletzt geändert von Wattwurm am 18.06.2014, 07:07, insgesamt 1-mal geändert.

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Jim Bo
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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Jim Bo » 18.06.2014, 09:32

ilkoep hat geschrieben:
IK hat geschrieben: [*]Die Arbeitsbereitschaft (Rumstehen am Posten) wird man wahrscheinlich geringer entlohnen dürfen. Dieses muss dann im Arbeitsvertrag vereinbart werden. Die Arbeitsbereitschaft muss mit mindestens 50% der Vollarbeit entlohnt werden. Bei 8,50 € sind das 4,25. Diese Möglichkeit verbietet Entwurf des Gesetzes an keiner Stelle. Damit ist der Weg für eine Vereinbarung zwischen den AN und den AG (noch) frei.
Sorry, das ist Bullshit. Bereitschaftszeit ist immer Arbeitszeit. Frag mal die Ärzte, aber nicht die welche angeblich Musik machen. Minimumpause ist 15 Minuten, und bewegt sich die Karre nur 10 cm, GPS, fängt die Chose neu zu laufen an, wie die Karenzminute.

LKW-Fahrer können ganze Arien davon singen.
Ist auch mein Kritikpunkt.

Wie will man 40 Stunden Arbeitszeit zusammenbekommen? Bedeutet das 60 Stunden oder 80 Stunden Einsatz?

Bedient dann keiner mehr die Flughäfen und Bahnhöfe, weil man für das Warten auf Kunden zu 0% entlohnt wird, während andere Halten noch 50% Entlohnung bringen?

Bestimmt der Chef über Einsatz?
"Sie haben zu viele Minusstunden. Ist mir egal, dass es nicht läuft. Ich verbiete Ihnen vorzeitig Feierabend zu machen!

Talbot
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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Talbot » 18.06.2014, 10:45

Wir sind ein kleines Taxiunternehmen auf dem Land und der Mindestlohn bereitet uns wirklich Kopfzerbrechen. Aber es liegt nicht am Taxitarif!
Die Hälfte unserer Fahrten sind Krankenfahrten und die Krankenkassen kümmern sich nicht um den Tarif ( außerhalb des Pflichtfahrgebietes) sondern diktieren uns den Preis! So erhalten wir für eine Fahrt zu einer Bestrahlung Hinweg 22 km x 1,12 € (Taxitarif läge bei 1,65 € das wären dann 39,30 €) von der AOK brutto 22,40 € da bleiben netto 20,95 € . Der Fahrer holt den Patienten zu Hause ab, fährt die 22 km zur Bestrahlung, muss die erste ¼ Stunde kostenlos warten, und fährt dann mit dem Patienten zurück (kostenlos!). D.h. der Fahrer ist 1 ½ Stunden unterwegs – fahrt ca. 50 km. Er bekäme bei Mindestlohn 12,75 € Mir bleiben 8,20 € - 4,76 € Dieselkosten = 3,44 € davon bezahle ich Lohnnebenkosten, Reparatur, Versicherung usw.
Das ist ruinös. Vom BZP habe ich folgende Auskunft erhalten: Seit über 15 Jahren weigern sich die AOK-Direktionen Verträge zu schließen, in denen eine Vereinbarung aufgenommen wird, dass alle Fahrten im entsprechenden Gebiet im Rahmen des Vertrages durchgeführt werden. Bis heute ignoriert die AOK regional geschlossene Vereinbarungen sobald ein billigerer Anbieter gefunden wird. Sie werden Verständnis haben, dass ein Vertrag für das Taxi- und Mietwagengewerbe nutzlos ist, solange der Kostenträger einseitig von den vereinbarten Preisen abweicht.
Toll, wie sich unser Verband für uns einsetzt!!!!

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Talbot » 18.06.2014, 10:46

Wir sind ein kleines Taxiunternehmen auf dem Land und der Mindestlohn bereitet uns wirklich Kopfzerbrechen. Aber es liegt nicht am Taxitarif!
Die Hälfte unserer Fahrten sind Krankenfahrten und die Krankenkassen kümmern sich nicht um den Tarif ( außerhalb des Pflichtfahrgebietes) sondern diktieren uns den Preis! So erhalten wir für eine Fahrt zu einer Bestrahlung Hinweg 22 km x 1,12 € (Taxitarif läge bei 1,65 € das wären dann 39,30 €) von der AOK brutto 22,40 € da bleiben netto 20,95 € . Der Fahrer holt den Patienten zu Hause ab, fährt die 22 km zur Bestrahlung, muss die erste ¼ Stunde kostenlos warten, und fährt dann mit dem Patienten zurück (kostenlos!). D.h. der Fahrer ist 1 ½ Stunden unterwegs – fahrt ca. 50 km. Er bekäme bei Mindestlohn 12,75 € Mir bleiben 8,20 € - 4,76 € Dieselkosten = 3,44 € davon bezahle ich Lohnnebenkosten, Reparatur, Versicherung usw.
Das ist ruinös. Vom BZP habe ich folgende Auskunft erhalten: Seit über 15 Jahren weigern sich die AOK-Direktionen Verträge zu schließen, in denen eine Vereinbarung aufgenommen wird, dass alle Fahrten im entsprechenden Gebiet im Rahmen des Vertrages durchgeführt werden. Bis heute ignoriert die AOK regional geschlossene Vereinbarungen sobald ein billigerer Anbieter gefunden wird. Sie werden Verständnis haben, dass ein Vertrag für das Taxi- und Mietwagengewerbe nutzlos ist, solange der Kostenträger einseitig von den vereinbarten Preisen abweicht.
Toll, wie sich unser Verband für uns einsetzt!!!!

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Ohne Mindestlohn ist alles doof

Beitrag von reasoner » 18.06.2014, 11:16

@merlin
Ich muss nicht unbedingt everybodys darling sein. Also gibt`s auch kein Problem :wink:

Ansatz
Wenn meine Denke vor ein paar Jahren Platz gegriffen hätte, würden wir uns heute nicht über 8,50 € / h unterhalten müssen. Wir lägen darüber. Ich habe die *** gestrichen voll von gnadenlos penetranten trivacheckgymodo24held.de Marktschreiereien, die mir im Imperativ-Werbesprech mitteilen, was ich zu tun habe. „Gehe jetzt, lade jetzt, bliblablubb jetzt, bloß nicht morgen, sonst bist du megaout-bla“ gehen mir ganz erheblich auf den Sack. Auch wenn es von Sympathieträgern rübergebracht wird, die allerdings 4 Tickets kaufen müssen, um in die ach so bequemen Flüge reinzupassen.
Taxifahrer bieten eine vernünftige und von Vielnutzern auch anerkannte Dienstleistung an, wie auch die zweite IFAK-Kundenzufriedenheitsstudie im Auftrag des BZP belegt. Abfällige Lesermeinungen, bspw. in Boulevardblättern, werden vorwiegend von Leuten geäußert, die seit 2 Jahren nicht mehr mit dem Taxi gefahren sind.
Also: Mut zusammennehmen und gemeinsam überlegen, wie man auch in Berlin in Richtung der 8,50 € Mindestlohn kommen kann. Auf Dauer sollten sich Dienstleister, die einen vernünftigen Job machen, nicht mit weniger zufrieden geben. Es dankt euch kein Mensch!

Bestandsaufnahme
>> Abgabenehrliche Betriebe (und nur die sind relevant – oder sollen die auch noch pleitegehen!?), die Arbeitnehmer in nennenswertem Umfang beschäftigen, sind in Berlin momentan mit dem zu erzielenden Umsatz in der Lage, 6,50 € / h Lohn zu bezahlen. Mehr geht nicht.
>> Bei der Genehmigungsbehörde liegen Anträge für Taxi-Konzessionen vor, die es wahrscheinlich machen, dass die Anzahl der zugelassenen Taxis recht bald über 8.000 steigt.
>> In Berlin gibt es rund 15.000 P-Schein-Inhaber. So viele Mäuler wollen demnach etwa im Personenbeförderungsgewerbe satt werden. Ob sie das in einem hellelfenbeinfarbenen oder in einem schwarzen Transportgefäß versuchen, ist aus meiner Sicht nachrangig. Hier gibt es nur eine bestehende Nachfrage, die allenfalls hin- und hergeschoben wird. Nun kann aber auch ein Taxifahrer Limousinenchauffeur werden oder umgekehrt. Das ist im Übrigen nicht nur in Berlin gelebte Praxis. Gefährlich sind Markteintreter mit nahezu unbegrenzten Finanzreserven, die Gefallen daran finden, die Nachfrage auch mit Schwarzfahrern mit ungenehmigten Fahrzeugen zu bedienen. Dies führt schlagartig zu einer unvorhersehbaren Erhöhung der Anzahl der potentiellen Personenbeförderer, wohingegen die Nachfrage nicht sonderlich steigen wird.

Ziel
Der Lohn für Taxifahrer in Berlin steigt in Stufen über die vorgesehene Gnadenfrist bis Ende 2016 bei bestehenden Tarifverträgen auf 8,50 €

Maßnahmen
>> Beim BZP stinkt zurzeit nicht der Kopf, sondern der Fisch. Am 03.07.2014 erfolgt auf einer außerordentlichen MV der zweite Versuch, die für Tarifverträge erforderliche Satzungsergänzung um einen Passus zur Tarifpartei zu beschließen. Sollte das wiederum nicht klappen, hat das Taxigewerbe jeden Anspruch verloren, bei der Politik auf die prekäre Lage des Gewerbes im Zusammenhang mit der Zahlung eines Mindestlohns aufmerksam zu machen. Ich gehe fest davon aus, dass auch die Verbände und Zentralen, die a) kein Problem haben, 8,50 € zu zahlen, und b) Gewerkschaften unaufgeschlossen gegenüberstehen, dieses Mal die Weitsicht besitzen, wenigstens Gespräche mit ver.di zu ermöglichen.
>> Jeder, der Mitglied in einer Berliner Gewerbevertretung ist, sollte den jeweiligen Vorstand 3x am Tag in den Hintern treten, damit sich in Sachen Taxitarif endlich etwas bewegt. 10% müssen mindestens mal drin sein. Mir fehlt der Glaube, dass die Senatsverwaltung aus eigenem Antrieb und aus eigener Erkenntnis tätig wird.
>> Das Warten an Taxiständen zählt als Bereitschaft zur Arbeitszeit. Insofern ist die Zeit zwar als Arbeitszeit einzustufen. Allerdings muss Arbeitsbereitschaft nicht unbedingt so wie ‚normale‘ Arbeit entlohnt werden, wie IK schon richtig schreibt.
>> Die Grenze zwischen Bereitschaft (bezahlt) und Pause (unbezahlt) ist nicht völlig klar. Wo etwas (noch) nicht völlig geklärt ist, bestehen Spielräume. Natürlich muss der Arbeitnehmer hier aufpassen, dass das Warten am großen Nachrückplatz von Flughäfen nicht kurzerhand zur Pause erklärt wird! Wenn er/sie das möchte.
>> Weitere Spielräume bestehen bei Lohnbestandteilen. Einige, steuer- und sozialabgabenbegünstige Zulagen und Zuschläge können ganz gewiss nicht zum Mindestlohn gerechnet werden, wie z.B. VwL. Andere schon, wie bspw. Weihnachtsgeld. Hier kann man also gemeinsam mit einem versierten StB oder anderen Fachleuten kleinere Schätze heben.
[Wie genau die Höhe des Gehalts bestimmt wird, ob dabei nur der eigentliche Stundenlohn oder auch andere Leistungen des Arbeitgebers zu berücksichtigen sind, darüber hatte am Donnerstag der Europäische Gerichtshof (EuGH) zu entschieden und er gab sich liberal: Neben dem Stundenlohn können auch sonstige Vergütungsbestandteile berücksichtigt werden, solange diese das Verhältnis zwischen der Arbeitsleistung und der Gegenleistung des Arbeitgebers nicht verändern. Es kommt also nicht darauf an, wie die Parteien die Leistung nennen (Urt. v. 07.11.2013, Az. C-522/12).
Quelle: http://www.lto.de/recht/hintergruende/h ... eistungen/ ]
>> Im Wesentlichen hat IK also bereits aufgezeigt, was geht, wobei positiv zu bemerken ist, dass er sich gezwungenermaßen mit einem ML anzufreunden scheint.
>> Das Ganze ließe sich trefflich in einem Manteltarifvertrag fixieren, so dass Arbeitsbereitschafts- und Pausenvereinbarungen Unternehmern, aber auch den Fahrern eine gewisse Rechtssicherheit bieten.
>> Ausschreibungen der öffentlichen Hand oder anderer öffentlich-rechtlicher Organisationen oder solcher, die es de facto sind (Krankenkassen) dürfen nicht länger den billigen Jakob als Gewinner sehen. Hier gilt es, gemeinsam Türen einzutreten. Gewerbevertreter, die Rahmenvereinbarungen abschließen, mit denen nicht ansatzweise Mindestlöhne bezahlt werden können, darf es nicht mehr lange geben. Jeder kann umdenken, Rübe ab muss ja nicht gleich sein.
Liebet eure Feinde, vielleicht schadet das ihrem Ruf

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Merlin » 18.06.2014, 14:56

Danke ressoner für deine Ausführung.
Es ist schon etwas ermutigend das vermutlich Möglichkeiten vorhanden sein werden um mit dem Arbeitgeber eine für beide Seiten vernünftige Reglung zu finden.
Jetzt muss erstmal abgewartet werden bis das Gesetz verabschiedet wurde um dann zu sehen wie wir es ausgestalten können.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von ilkoep » 18.06.2014, 22:00

Jim Bo hat geschrieben: Ist auch mein Kritikpunkt.

Wie will man 40 Stunden Arbeitszeit zusammenbekommen? Bedeutet das 60 Stunden oder 80 Stunden Einsatz?

Bedient dann keiner mehr die Flughäfen und Bahnhöfe, weil man für das Warten auf Kunden zu 0% entlohnt wird, während andere Halten noch 50% Entlohnung bringen?

Bestimmt der Chef über Einsatz?
"Sie haben zu viele Minusstunden. Ist mir egal, dass es nicht läuft. Ich verbiete Ihnen vorzeitig Feierabend zu machen!
Leute, auch für Taxifahrer gilt das Arbeitszeitgesetz, http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/, hier insb. der §21a. Das hat zwar bis jetzt kaum einer für voll genommen, spätestens mit Einführung des FT wird es bussgeldbewehrter Ernst.

50% Entlohnung an der Halte setzt voraus dass der Grundlohn € 17,00 beträgt, alles andere ist Wunschdenken.

Am Flughafen kann dann die gesetzlich vorgeschriebene Pause realisiert werden.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Paul1 » 18.06.2014, 23:00

Ich habe mir die Diskussion über den Mindestlohn angesehen.
Das er kommt weiß jeder, nur haben es einige nicht begriffen, wie mann den auch bezahlen soll.

1. Vorschlag

- Könnte der Fahrer 14 Std. Fahren und 8,5Std. abrechnen.
- Die Standzeiten an den Taxiständen als Pause gelten lassen und nur die reine Taxifahrt als Arbeitszeit rechnen.
- Eine einvernehmliche Einigung zw. Fahrer und Unternehmer wird es diesbezüglich nicht geben, da die Standpunkte, wie aus dem Forum zu erkennen, zu unterschiedlich sind. Da scheinen ja einige der Fahrer sogar das Arbeitsgesetz lesen zu können und legen dies zu Ihren Gunsten aus. Wie der Unternehmer dabei weg kommt ist ihnen egal. Hauptsache er zahlt. Das der Angestellte außer Rechte auch Pflichten hat, vergißt er ganz schnell.
- Der Angestellte der alles besser weiß, warum macht er sich nicht selbständig. Weil er es nicht kann.

2. Vorschlag

- gesetzlichen Mindestlohn kann man nur dann zahlen, wenn der Umsatz stimmt.
- viele Taxen wenig Umsatz, weniger Taxen mehr Umsatz. Diese Grundregel muß eigendlich jeder Unternehmer begriffen haben. Der Kuchen wird mit mehr Taxen auch nicht größer.
- Fahrer die meinen, ich werde nach Stundenlohn bezahlt und muß deshalb nicht so viel tun, sind fehl am Platz und müssen einfach gekündigt werden.
- Wenn diese Grundregel auch der Unternehmer nicht begreift, dann ist er fehl am Platz und sollte den Laden dicht machen.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von IK » 18.06.2014, 23:28

@ Paul1

Der kommende ML wird für Fahrer fatale Folgen haben. Die Schwachen werden entlassen, die Starken werden sowohl ihres hohes Einkommen, als auch ihre Freiheiten verlieren. Die einzigen Fahrer, welche für den ML sind, sind Fahrer in den starken Zentralen, weil sie glauben mit dem Abgang der schwachen Kollegen noch mehr verdienen zu können. Das ist ein Trugschluss, aber man möchte an diesem halten.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Jim Bo » 18.06.2014, 23:45

Paul, deine Vorschläge sind für die Tonne!

Vorschlag 1 entfällt, weil nach Arbeitszeitgesetz eine Ruhephase eingehalten werden muss. Weiterhin ist er ungültig, weil das Bereithalten, das Sitzen in der Taxe und generell die Nötigung am Arbeitsplatz zu bleiben Stress bedeutet! Damit meine ich: Als Pause ist nur die Zeit anzurechnen in der absehbar ist, dass die Dienstleistung nicht in Anspruch genommen wird. Was du vorgeschlagen ist Bullshit. Das ist genauso als würde man zu einem Büroangestellten sagen: "Setzen Sie sich an diesen Schreibtisch, das Telefon wird gleich klingeln. Danach dürfen Sie Pause machen. " 2 Stunden hat das Telefon nicht geklingelt und du als Chef sagst deinem Angestellten dann: "Ach Sie sind noch hier? Das Telefon hat nicht geklingelt? Na für Pause ist jetzt keine Zeit mehr. Sie mussten ja nicht arbeiten, das war also ihre Pause."
Weißt du, was der Angestellte dann macht? Der haut dein dämliches Telefon um die Ohren und ich würde dich wegen Nötigung anzeigen.

Vorschlag 2 ebenso Bullshit. Warum soll ein Taxifahrer in Tagesschicht am besten noch ohne Funk den gleichen Umsatz einfahren wie ein Nachtfahrer mit Mehrfachfunk? Woher soll sich der Tagfahrer die gleichen Bedingungen wie Nachtfahrer herholen, wenn schon die Stadt einen ausbremst? Willst du eine Pressekonferenz halten und den Leuten erklären, dass es zu bestimmten Uhrzeiten keine Taxen gibt.
Bevor du weiter in die Richtung Mindestumsatz argumentierst, setz dich ins Taxi und fahre mal von 06:00 bis 16:00!

Die Einigung zwischen Angestellter und Unternehmer kann nur so wie in anderen Branchen erbracht werden.
Der Unternehmer kümmert sich allein um die Beschaffung von Aufträgen und leitet diese an seine Angestellten weiter. Dieser hat den Anweisungen Folge zu leisten.

Keiner dieser Anweisung darf aber lauten, dass der Angestellte für den Chef unentgeltlich arbeitet!!!

Verstanden? Dein Unternehmerrisiko hast du mal schön alleine zu tragen.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von IK » 18.06.2014, 23:49

@ reasoner
reasoner hat geschrieben:>> Im Wesentlichen hat IK also bereits aufgezeigt, was geht, wobei positiv zu bemerken ist, dass er sich gezwungenermaßen mit einem ML anzufreunden scheint.
Angefreundet sicherlich nicht. Ich habe mich mit dem ML lediglich abgefunden. Vor den Folgen des ML warne ich seit Jahren. Sollte in der Nachspielzeit ein Wunder passieren (BZP+Verdi, Entschärfung des Gesetzesentwurfes) würde ich das begrüßen. Leider passieren Wunder selten.

Noch ein Wort zu BZP: Sollten diese Flachfeilen ihre Satzung nicht ändern können, muss der gesamte Vorstand gehen. Dass sie den ML für die Taxibranche begrüßten ohne einen Konzept zu haben, wie dieser bezahlt werden soll, ist ein albernes und trauriges Schauspiel. Und dass sie die Gurtpflicht für gefährdete Kollegen begrüßen, bezeichne ich als Akt der Feindseligkeit den fahrenden Kollegen gegenüber. Wer solche Freude hat, lebt gefährlich.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Guter_Kollege » 18.06.2014, 23:59

Paul1 hat geschrieben: 1. Vorschlag

- Könnte der Fahrer 14 Std. Fahren und 8,5Std. abrechnen.
- Die Standzeiten an den Taxiständen als Pause gelten lassen und nur die reine Taxifahrt als Arbeitszeit rechnen.
- Eine einvernehmliche Einigung zw. Fahrer und Unternehmer wird es diesbezüglich nicht geben, da die Standpunkte, wie aus dem Forum zu erkennen, zu unterschiedlich sind. Da scheinen ja einige der Fahrer sogar das Arbeitsgesetz lesen zu können und legen dies zu Ihren Gunsten aus. Wie der Unternehmer dabei weg kommt ist ihnen egal. Hauptsache er zahlt. Das der Angestellte außer Rechte auch Pflichten hat, vergißt er ganz schnell.
- Der Angestellte der alles besser weiß, warum macht er sich nicht selbständig. Weil er es nicht kann.
Lieber Paul 1.
Ein Angestellter der solch hanebüchenen "Vorschläge" macht wie Du, sollte weder angestellter Taxifahrer noch Unternehmer werden. Von solchen haben wir nämlich leider schon genug.
Paul1 hat geschrieben: 2. Vorschlag

- gesetzlichen Mindestlohn kann man nur dann zahlen, wenn der Umsatz stimmt. - Diese Erkenntnis ist nicht neu. Übrigens kann der Lohnempfänger auch nur konsumieren wenn er Lohn stimmt. Taxifahren gehört auch dazu.*
- viele Taxen wenig Umsatz, weniger Taxen mehr Umsatz. Diese Grundregel muß eigendlich jeder Unternehmer begriffen haben. Der Kuchen wird mit mehr Taxen auch nicht größer.
- Fahrer die meinen, ich werde nach Stundenlohn bezahlt und muß deshalb nicht so viel tun, sind fehl am Platz und müssen einfach gekündigt werden.
- Wenn diese Grundregel auch der Unternehmer nicht begreift, dann ist er fehl am Platz und sollte den Laden dicht machen.
Du hast sowohl unter 1) wie auch 2) vergessen Deinen Vorschlag zu machen.

* Anmerkung im Zitat in rot, von mir

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Berni » 19.06.2014, 00:02

Talbot hat geschrieben:... die Krankenkassen ... diktieren uns den Preis!
Der Krankenkassenpreis ist nichts als ein Angebot, das man annehmen oder ausschlagen kann. Wer jeden Mist aus purer Gier und Konkurrenzneid annimmt, sollte sich nicht beklagen. Selbst schuld.
Talbot hat geschrieben: So erhalten wir für eine Fahrt zu einer Bestrahlung Hinweg 22 km x 1,12 € (Taxitarif läge bei 1,65 € das wären dann 39,30 €) von der AOK brutto 22,40 € da bleiben netto 20,95 € . Der Fahrer holt den Patienten zu Hause ab, fährt die 22 km zur Bestrahlung, muss die erste ¼ Stunde kostenlos warten, und fährt dann mit dem Patienten zurück (kostenlos!). D.h. der Fahrer ist 1 ½ Stunden unterwegs – fahrt ca. 50 km.
Natürlich ist das ein Verlustgeschäft. Aber solange sich immer wieder Dumme finden, die das mit sich machen lassen, wird sich an solchen ruinösen Angeboten nichts ändern. GGf. verkleinert man eben seinen Fuhrpark, wenn sich dadurch die Gewinnsituation verbessert. Ich kenne einen Unternehmer auf dem Lande, der so konsequent war, eine seiner beide Konzessionen zurückzugeben. Weniger ist manchmal mehr.

Die Krankenkasse, die keinen fairen Preis bezahlen möchte, wird dann irgendwann nachbessern müssen, um seriöse Taxiunternehmen zu finden. Oder die suchen sich, dem Preis entsprechend, irgendeinen Heiopei, mit tiefergelegtem Opel Corsa auf Slicks und ohne TÜV, der - von seiner Vermittlungs-APP verblödet - ganz geil drauf ist, endlich mal tolle Menschen kennzulernen.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Guter_Kollege » 19.06.2014, 00:08

IK hat geschrieben:Sollte in der Nachspielzeit ein Wunder passieren (BZP+Verdi, Entschärfung des Gesetzesentwurfes) würde ich das begrüßen. Leider passieren Wunder selten.
Eher geht auch ein Kamel durch ein Nadelöhr als das Dein erhofftes Wunder Wirklichkeit würde das der BZP + ver.Di den Gesetzentwurf entschärfen würde.
Hat nämlich weniger mit Wunder zu tun als der Tatsache das Ersterem die Gesetzgebungskompetenz fehlt und das Ding auch durch ist, und Zweitere daran sicher kein Interesse hat, selbst wenn sie es könnte.
Irgendwas hast Du da mißverstanden.
Zuletzt geändert von Guter_Kollege am 19.06.2014, 00:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von ilkoep » 19.06.2014, 00:38

Paul1 hat geschrieben: Da scheinen ja einige der Fahrer sogar das Arbeitsgesetz lesen zu können und legen dies zu Ihren Gunsten aus.
Das ist natürlich eine absolute Frechheit. Lege deinen Fahrern mal die Sklavengesetze des Römischen Reichs vor, damit sie wissen wie gut sie es bei dir haben.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Poorboy » 19.06.2014, 02:53

Merlin hat geschrieben:Danke ressoner für deine Ausführung.
Es ist schon etwas ermutigend das vermutlich Möglichkeiten ...
Der hat hier auch schon ausgeführt, dass Apps so beliebig seien und niemanden interessieren würden.

Ob sich der BZP für tariffähig erklärt oder in China fällt ein Sack Reis um, ist gleich.

Bislang gehörte es jedenfalls nicht zu den Aufgaben einer Gewerkschaft, Dumpinglöhne zu legalisieren, damit "Unternehmer" ohne Geschäft aus Überkapazitäten risikofrei Profit generieren können.

Poorboy
Zuletzt geändert von Poorboy am 19.06.2014, 03:05, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Merlin » 19.06.2014, 05:14

Guter_Kollege hat geschrieben: Lieber Paul 1.
Ein Angestellter der solch hanebüchenen "Vorschläge" macht wie Du, sollte weder angestellter Taxifahrer noch Unternehmer werden. Von solchen haben wir nämlich leider schon genug.
Rainer , es wäre schön wenn jeder seine Vorstellungen äußern darf ohne das du/wir voraussetzen das er/sie so im "Geschäft" sind wie wir halbtote Hasen ... :mrgreen:
Guter_Kollege hat geschrieben:* Anmerkung im Zitat in rot, von mir
Ich freue mich für dich das du nun hier Adim/Moderator bist und mit Rot schreiben darfst..... 8)
Poorboy hat geschrieben:
Merlin hat geschrieben:Danke ressoner für deine Ausführung.
Es ist schon etwas ermutigend das vermutlich Möglichkeiten ...
Der hat hier auch schon ausgeführt, dass Apps so beliebig seien und niemanden interessieren würden.
Ob sich der BZP für tariffähig erklärt oder in China fällt ein Sack Reis um, ist gleich.....
Wen meinst du mit "Der" ?
Falls du Ressoner meinst dann ist das für mich ein Mensch und "Der" gibt uns Einblicke in das aktuelle Geschehen in Berlin wie wohl kein Zweiter.Ich vermute mal das du hier nicht gezwungen wirst auf alle Postings zu antworten....nur mal so sag.

Und weil wir gerade dabei sind : @ilkoep , du solltest gemerkt haben das wir uns nicht mehr von dir provozieren lassen , die Zeiten sind vorbei. :!:

ansonsten Allen einen schönen Donnerstag

Paul1
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Re: Angestellter und Mindestlohn,was nun ?

Beitrag von Paul1 » 19.06.2014, 08:11

Liebe Koll.
ilkoep, Guter_Kollege, Ik und JimBo

Eure Entrüstung über meinen Beitag kann ich gut Verstehen, man müßte auch mal zw. d. Zeilen lesen können.
Das kann, wie es aussieht, nicht jeder.

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