Das letzte DDR Auto (nicht Taxispezifisch)

Neue Autos, Fahrberichte, Ärger und Zufriedenheit mit Marken und Typen, alternative Antriebsarten.

Das letzte DDR Auto (nicht Taxispezifisch)

Beitragvon DD 211 » 29.03.2011, 03:44

Etwas hat doch überlebt...

Irgendwie hab ichs lange nicht als solches wahrgenommen. Aber es gibt tatsächlich noch einen letzten Überlebenden der DDR Automobilindustrie. Der Multicar war für die DDR Kleinbetriebe das Nutzfahrzeug schlechthin. War er doch im Vergleich zu größeren Fahrzeugen wie dem Barkas oder den Ausländischen Produkten ZUK (Polen), TV (Rumänien) und UAZ (Russland) wenigstens erhältlich. Ausserdem gab es viel Zubehör wie z.B. Schneepflüge und sogar eher LKW-typische Deichselhänger mit höherer Nutzlast. Scheinbar hat sich das Konzept bis heute gehalten.

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Beitragvon Foxhound » 29.03.2011, 07:39

Die Fahrzeuge sind ausgezeichnet, die Firma hat überlebt weil sie zur richtigen Zeit das richtige Fahrzeug hatte, wie auch den richtigen Manager, der sich nicht wie der Rest der DDR-Autoindustrie abwickeln ließ.

IFA hätte mit dem W50/L60 auch überleben können, aber dann hätte der Unimog ernsthafte Konkurrenz bekommen. Und wenn ich dran denke, was die Sachsenring-Werke so als Trabant-Nachfolger in der Schublade hatte ist es eine Schande, wie man den Laden dichtgemacht hat.

Schlimm genug das in Zwickau heute VW ansässig ist. Vom himmelblauen Trabant zur mausgrauen KdF-Schaukel. Das nenne ich Abstieg ...
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Beitragvon scarda » 29.03.2011, 15:16

DEREGULIERUNG IST AUCH NUR REGULIERUNG. ZIELFÜHRENDE VORSCHLÄGE? NEIN? ACH SO!
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Beitragvon eichi » 29.03.2011, 19:51

Wie man Leser beeinflussen kann...
Zitat Foxhound:
"Vom himmelblauen Trabant zur mausgrauen KdF-Schaukel"

Genausogut (nach meiner Wahrnehmung sogar zutreffender) hätte man die Adjektive vertauschen können.
Und wenn nach so langer Zeit der Trabant von der "Ostdeutschen Ingenieurskunst" nicht weiter entwickelt wurde als bis zu dem stinkenden und
lärmenden Gefährt, in dem der Fahrer aus Platzmangel nicht mal eine Base-Cap aufhaben konnte,kann es nicht so dolle gewesen sein.
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Beitragvon Foxhound » 29.03.2011, 20:33

eichi hat geschrieben:Und wenn nach so langer Zeit der Trabant von der "Ostdeutschen Ingenieurskunst" nicht weiter entwickelt wurde als bis zu dem stinkenden und
lärmenden Gefährt, in dem der Fahrer aus Platzmangel nicht mal eine Base-Cap aufhaben konnte,kann es nicht so dolle gewesen sein.

Die Weiterentwicklungen waren da, das Politbüro hat sie aber verboten, zwei kurz vor der Serienreife. Man hatte mehrere Trabi-Nachfolger in Planung, von einigen gibt's die Prototypen heute noch. Das Problem lag keinesfalls bei den Ingenieuren mit eingebauter Erleuchtung sondern im Zentralkomitee mit eingebauter Verblendung.

Es gab ja mal den Spruch "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf!"

Naja, die Ochsen und Esel saßen aber in der Regierung ...

Und was VW angeht: Die Marke ist Verarsche am Kunden, vom KdF-Wagen bis zum Phaeton.
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Beitragvon reasoner » 29.03.2011, 21:06

Hmmm...

Was fährst du für ein Auto? Ist das nicht der mobil gewordene Kapitalismus?

Es ist egal, was für gute Ingenieure die DDR gehabt hatte. Du sagst es ja selbst - das Zentralkomitee stand wegen Valuta Allem im Weg. Was gut war, wurde verscherbelt.

Foxhound hat geschrieben:Naja, die Ochsen und Esel saßen aber in der Regierung ...

War es nicht auch ein wenig das Volk, welches Videorekorder, Marlboro, einen GTI, und vor allem Freiheit wollte?

Foxhound hat geschrieben:Und was VW angeht: Die Marke ist Verarsche am Kunden, vom KdF-Wagen bis zum Phaeton.

ver***t wirst du im Kapitalismus allenthalben, aber das dürfte dir bereits aufgefallen sein.
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Beitragvon scarda » 29.03.2011, 21:08

Ich wusste gar nicht, dass ich dir mal zu 100% Recht geben können würde - und weise nochmal auf meinen Link oben hin: Beutezug-Ost; wird bestimmt noch mal wiederholt.
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Beitragvon Foxhound » 29.03.2011, 21:52

reasoner hat geschrieben:Was fährst du für ein Auto? Ist das nicht der mobil gewordene Kapitalismus?

Der Spruch war ja überfällig, ich hatte schon den Countdown laufen ...

Ja, warum fährt denn der zynische Ossi ein böses imperialistisches Auto? Einen Ami kauft man nach Emotionen und Lebenseinstellung. American Way of drive ...

Ein deutsches Auto kauft man, wenn man auf Design keinen Wert legt, den technischen Overkill liebt und sich über Spaltmaße definieren muss.

reasoner hat geschrieben:War es nicht auch ein wenig das Volk, welches Videorekorder, Marlboro, einen GTI, und vor allem Freiheit wollte?

Ja, bis das Volk gemerkt hat, das WASA genauso sch*** schmeckt wie Filinchen. Und heute darf man zwar verreisen, aber die meisten können sich's kaum noch leisten. Welch Ironie.

reasoner hat geschrieben:ver***t wirst du im Kapitalismus allenthalben, aber das dürfte dir bereits aufgefallen sein.

Ich rede nicht vom Kapitalismus, ich rede von der Geschichte von VW und dem Herrn Porsche. Das es diese Marken überhaupt noch gibt, ist pervers.
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Beitragvon reasoner » 29.03.2011, 21:59

Foxhound hat geschrieben:Einen Ami kauft man nach Emotionen und Lebenseinstellung. American Way of drive ...

...sagte der Schuhverkäufer und steckte eine Hand in seine Hose :wink: .
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Beitragvon Filou » 30.03.2011, 01:01

Der ganze Krempel geht mir ganz schön auf die E.... Was ist mit dem Solidarpakt? Schon mal jemand gegen gerechnet. Ist übrigens ab 2020 vorbei. Man hat vergessen uns den Egoismus einzupflanzen, dass ist alles. Dass Schlimme ist, wer seine Preise nach der Börse macht, kann gar nicht anders, daraus jemand einen Vorwurf zu machen, ist einfach nur dumm.
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Beitragvon Thomas-Michael Blinten » 30.03.2011, 05:01

Foxhound hat geschrieben:Ein deutsches Auto kauft man, wenn man auf Design keinen Wert legt, den technischen Overkill liebt und sich über Spaltmaße definieren muss.


...ist schon Mist wenn man für sich selber Toleranz einfordert, diese aber nicht bereit ist selber zu gewähren.

Das es diese Marken überhaupt noch gibt, ist pervers.


Da fallen mir weitaus perversere Dinge ein.
Es ist erstaunlich wie viele Ur-Enkel die moralische Keule gegen die Generation der Ur-Ahnen schwingen anstatt sich um ihre eigenen und die Probleme zukünftiger Generationen zu kümmern.
Da könnte es sonst irgendwann einen selber treffen.


Ach so, ohne "diese Marken" könntest Du heute deinen persönlichen Way Of Drive eventuell gar nicht leben.
Die dunklen Seiten unserer Geschichte gehören halt auch dazu.
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Beitragvon scarda » 30.03.2011, 06:18

ok, laßt uns über Perversionen berichten.
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Beitragvon Thomas-Michael Blinten » 30.03.2011, 22:56

Du brauchst da bestimmt keine Nachhilfe :lol:
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Beitragvon DD 211 » 31.03.2011, 02:13

Schön das ihr alle Spass an dem kleinen Multicar habt. :D
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