Die Taxianzahl in Berlin

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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon miamivice » 21.09.2018, 01:49

Löwenzahn hat geschrieben:Ja Gott hat es so gewollt, dass der Taximarkt Konkurrenz bekommt. Und mal ganz ehrlich, es ist schon dummdreist den Fahrgästen verbieten zu wollen, sich per App ein Mietwagen zu bestellen.

Damit wechseln Sie in das Lager von Travis Kalanick über: "Ein A.rschloch namens Taxi." Ein Mietwagen, der im Vergleich zu Taxen etwas billiger Taxidienstleistungen erbringt, ist ein Billig-Taxi. Ein Kunde, der ein Billigtaxi per App an den regulären Taxen vorbei ordert, profitiert von Gesetzesdeformationen. UBER funktioniert u.a. dadurch, weil es A.rschlöcher gibt, die das Taxigewerbe verraten und ausverkaufen.

Das Taxigewerbe bekommt normalerweise dadurch Konkurrenz, daß neue Taxikonzessionen ausgegeben werden und mit denselben modernste Fahrzeuge angeschafft werden. Als "dummdreist" erscheint vielmehr anzunehmen Kalanick hätte Taxifahren neu erfunden.

Gott will nicht, daß das Taxigewerbe Elendskonkurrenz bekommt, damit das Taxigewerbe weiter destabilisiert. Gott haßt Dumping und Verslumung.

Warum sollten Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Bus, Bahn Elendskonkurrenz bekommen? Worin liegt der evolutionäre Vorgang?
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon Löwenzahn » 21.09.2018, 10:29

Und Sie befinden sich in das andere Lager, welches Konkurrenz auslöschen will.

Es ist dummdreist Konkurrenz zu vernichten. Es ist intelligenter sich gegen Konkurrenz zu behaupten. Das tun Mietwagen Apps derzeit ziemlich erfolgreich.
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon Löwenzahn » 21.09.2018, 11:56

Die Stärken der Taxifahrer liegen vor allem in der Ortskunde. Solange dieses Merkmal in den Köpfen jedes Fahrers hängen bleibt, wird das Gewerbe auch Beständigkeit haben.

Für Kunden bleibt Taxi deshalb attraktiv, weil vor allem Terminfahrten eingehalten werden. Ein Mietwagenfahrer hat ein wesentliches Defizit: Er lernt nicht aus seinen Touren. Er merkt sich nicht, welche Strecken man schneller fahren kann und welche nicht. Er merkt sich keine Baustellen. Er merkt sich auch keine Bodenbeschaffenheiten wie Kopfsteinflaster und wie man diese komfortabel bewältigt. Er merkt sich nicht wann man sich in welche Fahrspur einreiht um noch schneller Folgekreuzungen zu bewerkstelligen. Und er wird sich bestimmt auch nicht merken, wann man bremst und wann man beschleunigt.

Kurzum: Der Verkehr wird einen Mietwagenfahrer ausbremsen. Zügig und dabei angenehm fahren nur Taxifahrer.

Es gilt also Qualität zu sichern.
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon miamivice » 21.09.2018, 12:07

Löwenzahn hat geschrieben:Es ist dummdreist Konkurrenz zu vernichten. Es ist intelligenter sich gegen Konkurrenz zu behaupten. Das tun Mietwagen Apps derzeit ziemlich erfolgreich.

UBER ist kein klassischer Konkurrent, sondern Raubtaxi in Form der Taxitarifunterbietung. Taxigewerbe sieht keine Konkurrenz im Sinne einer billigen Raubkopie vor. Taxigewerbe steht auch ohne Konkurrenz unter Erfolgsdruck, weil es ÖPNV ist. Warum sollte Taxi verschwinden und UBER nachrücken? Weil es für Geiz-ist-geil-Kunden billiger ist? Verleiht eine internationale Taxibestell-App das Recht alteingesessene Taxifunkzentralen auszuschalten? Eine Mietwagen-App, welche Billigtaxis herbeiordert, ist eine Billig-Taxi-App. Es ist neuerdings "Recht" und "Gesetz" als Billigheimer-Taxi das offizielle Taxigewerbe "herauszufordern" bzw. zu "ergänzen". Taxitarif-Unterbietung sei innovativ, sei der Inbegriff fairen Wettbewerbs. Soll das offizielle Taxigewerbe "Innovations"-Weltmeister werden indem es wiederum UBER-Raubtaxen unterbietet? Ist das Inbegriff von "Behauptung" gegen "Konkurrenz"? In einem funktionierenden Rechtsstaat sollte eine internationale Heuschrecke nicht in den ÖPNV eingreifen können.

Lieber Löwenzahn, Kalanick bzw. Nachfolger sind Meister im Umgang mit dummdreisten Besserwisser-Deutschen. Erstere verspeisen letzere zum Frühstück.
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon miamivice » 21.09.2018, 12:28

Löwenzahn hat geschrieben:Ein Mietwagenfahrer hat ein wesentliches Defizit: Er lernt nicht aus seinen Touren. Er merkt sich nicht, welche Strecken man schneller fahren kann und welche nicht. Er merkt sich keine Baustellen. Er merkt sich auch keine Bodenbeschaffenheiten wie Kopfsteinflaster und wie man diese komfortabel bewältigt. Er merkt sich nicht wann man sich in welche Fahrspur einreiht um noch schneller Folgekreuzungen zu bewerkstelligen. Und er wird sich bestimmt auch nicht merken, wann man bremst und wann man beschleunigt.

Kurzum: Der Verkehr wird einen Mietwagenfahrer ausbremsen. Zügig und dabei angenehm fahren nur Taxifahrer.

Interessante Theorie, Löwenzahn. Kurzum, Mietwagenfahrer seien dümmer als Taxifahrer. Für die Heute-Show erscheint es nicht witzig genug, für den Praxisalltag ist es unsinnig, für Juristen aber könnte es Inspirationsquell sein. Vielleicht lernt der Jurist aufgrund Ihrer grundlegenden Feststellungen besser zwischen Mietwagen und Taxi zu unterscheiden.
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon Löwenzahn » 21.09.2018, 17:12

Dümmer vielleicht... Bequemer auf jeden Fall!

Ein Taxifahrer muss die Ortskundeprüfung ablegen. Ein Taxifahrer muss wissen, wie man am schnellsten zum Sektor kommt. Warum? Weil die Kunden spontan bestellen.

Du glaubst doch nicht etwa allen Ernstes, dass sich ein Mietwagenfahrer das Wissen aneignet, was sich ein Taxifahrer im Vorfeld aneignen muss.

Es wäre mir auch neu, dass sich ein Mietwagenfahrer Strategien entwickelt, wie er den Tag bestreitet.

Man darf die Intelligenz durchaus mal vergleichen. Aber Fakt ist, dass Taxifahrer engagierter sind. Und dieses Engagement ist ein weiteres Qualitätsmerkmal.
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Beitragvon miamivice » 27.06.2019, 08:46

Ein Kontrolle der Taxameterstände in einem Mehrwagenbetrieb am 24.6. und 27.6.19 lieferte u.a. folgende Ergebnisse für ein und dasselbe Taxi:

    Gesamte Arbeitszeit----13 Stunden 58 Minuten
    Taxameterpausen--------5 Stunden 32 Minuten
    Gesamtkilometer--------163
    Besetztkilometer---------93
    Touren----------------------18
    Bruttoumsatz-------------244,40 €

    Gesamte Arbeitszeit----13 Stunden 32 Minuten
    Taxameterpausen--------4 Stunden 46 Minuten
    Gesamtkilometer--------170
    Besetztkilometer--------111
    Touren----------------------15
    Bruttoumsatz------------264,90 €
Mit dem Kopf durch die Wand könnte man sagen. Solche Schichtabschreiber sieht man nun öfters in rechtsfreien UBER-Zeiten. Auf den ersten Blick scheinen die Umsätze nicht schlecht. Tatsächlich schafft der Fahrer (es dürfte sich mit einiger Wahrscheinlichkeit bei beiden Schichten um denselben Fahrer handeln) in beiden Schichten nicht einmal 20 Euro Bruttoumsatz pro Stunde, er erreicht damit nicht den Mindestlohn. Die Zwangspausen von 5 Stunden 32 Minuten und 4 Stunden 46 Minuten haben mit einem geregelten Arbeitsalltag nichts zu tun. Solchermaßen staatlich verordnetes Siechtum erfüllt diverse Straftatbestände. Der Taxameter zeichnet auch die Schichtenanzahl auf, welche hier nicht angegeben wird. Offenbar waren mit diesem Taxi vom 22.6.19 oder 23.6.19 bis 27.6.19 früh eben nur diese zwei Schichten absolviert worden. Es ist anzunehmen, daß der Fahrer die Marathon-Schichten nicht an aufeinanderfolgenden Tagen gefahren ist.
Zuletzt geändert von miamivice am 27.06.2019, 08:48, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon sivas » 27.06.2019, 09:57

Kilometerpfennig: 150 | 156 Cent
Hin-Rück Verhältnis: 1,33 | 1,88
Fahrtstrecke pro Tour: 5,17 | 7,40 km
Umsatz pro Stunde: 17,50 | 19,57 €

Die Fahrdaten sind ok, eher sogar sehr gut. Die dafür aufgebrachte Zeit ist allerdings viel zu lang > die meiste Zeit gestanden ? > Hinweis auf Taxen Über-Angebot.
Dem können die Unternehmer dergestalt entgegensteuern, dass sie weniger Taxen auf die Straße setzen. Nur, wer fängt damit an ? ... gibt womöglich Konzessionen zurück.
Das Siechtum ist nicht staatlich verordnet ! Die Unternehmer bestimmen darüber, der Staat lässt es nur zu. Warum wohl ?

Die Taxameterpausen sind zu hinterfragen, waren es tatsächliche Pausen ? in welcher Stückelung ?

Interessant ist auch die Beantwortung folgender Fragen:
- Wo kamen die Fahrten her ?
- Wieviel davon waren (von Kassen bezahlte) Krankenfahrten ?
Zuletzt geändert von sivas am 27.06.2019, 10:29, insgesamt 8-mal geändert.
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon Jim Bo » 27.06.2019, 23:55

Welcher Taxifahrer arbeitet denn freiwillig knapp 14 Stunden? Hat der kein Privatleben?
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon taxipost » 01.07.2019, 07:57

miamivice hat geschrieben:Ein Kontrolle der Taxameterstände in einem Mehrwagenbetrieb am 24.6. und 27.6.19 lieferte u.a. folgende Ergebnisse für ein und dasselbe Taxi:

[list]Gesamte Arbeitszeit----13 Stunden 58 Minuten
Taxameterpausen--------5 Stunden 32 Minuten
Gesamtkilometer--------163
Besetztkilometer---------93
Touren----------------------18
Bruttoumsatz-------------244,40 €

Gesamte Arbeitszeit----13 Stunden 32 Minuten
Taxameterpausen--------4 Stunden 46 Minuten
Gesamtkilometer--------170
Besetztkilometer--------111
Touren----------------------15
Bruttoumsatz------------264,90 €
...

was willst bei diesen temperaturen auch sonst machen, ausser
4 stunden mittagssiesta...

die berliner sen.verwalt.finanz. hat bereits vor jahren bestätigt,
taxameter ist kein gerät der arb.zeiterfassung.
wenn sich der AN nicht beschwert,
dass ihm arbeitszeit als pause angerechnet wurde,
dann wird er wohl pause gemacht haben.

in der heutigen zeit ist es normal,
dass AN sich zur pause am system abmelden, zb. raucherpausen,
und diese dann von der arb.zeit abgezogen werden.

der eugh erwartet sogar,
dass sowas durchgeführt wird.

oder vermutest du unter den 4-5 std. etwas anderes ?
betonung liegt auf "vermutest du".
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon KlareWorte » 01.07.2019, 08:55

Ich kenne keine Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor, die solche Pausenzeiten freiwillig machen bzw. tatsächlich nicht arbeiten. Da solche Pausenzeiten eher ungewöhnlich sind, werden diese im Arbeitsvertrag auch sicherlich erfasst sein.......
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Re: Die Taxianzahl in Berlin

Beitragvon taxipost » 03.07.2019, 06:25

welche pausen meinst du ?
miamivice hat hier nur "irgendwas" aus dem taxameter gepostet.
wir wissen nicht, welche pausenzeiten dem AN vom gehalt abgezogen wurden.

4-5 ist nur eine vermutung.
eine naheliegende vermutung.

ich vermute,
dass taxifahrer im "nachrückbereich airport DUS " pause machen.
Zuletzt geändert von taxipost am 03.07.2019, 06:26, insgesamt 1-mal geändert.
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