Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

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mehdisadeghpour
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Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

Beitrag von mehdisadeghpour » 24.05.2021, 21:40

Hallo,

Uber & Co setzen der Taxibranche in den letzten Jahren bekanntlich sehr stark zu.
Corona verschlechtert die Situation weiter.
Die Taxibranche wurde von Corona hart getroffen. Meiner Meinung nach sogar noch viel härter als die Gastronomie. Während die Gastronomie mit Abholung, Lieferservice und (späten) Corona-Hilfen weiterhin Einnahmen verzeichnen konnte, wurden viele Taxifahrer in die Kurzarbeit geschickt oder gar gefeuert, denn Aufträge und Fahrten blieben weitestgehend aus.
Dies führte dazu, dass die Impffahrten zu Gunsten der Taxibranche eingeführt wurden, welche allerdings auch nur einen Tropfen auf dem heißen Stein darstellen.
Die Geschichte meines Vaters beginnt mit solch einer Fahrt.
Mein Vater, welcher nun seit mehr als 16 Jahren Taxifahrer ist und sich vor ca. 3 Jahren damit selbständig (Solounternehmer) machen konnte, wurde von der beim Impfzentrum tätigen Polizei angezeigt. Vorwurf: Unterschlagung und Nötigung. Dies war jedoch nicht der Fall. Mein Vater sollte den Rollator der alten Dame, die er zum Impfzentrum gefahren hatte, im Wagen behalten, da diese Frau meinen Vater bat sie auch wieder nach Hause zu fahren.
Da es jedoch verboten ist auf dem Gelände des Impfzentrums zu warten, gab mein Vater ihr seine Telefonnummer und wartete daraufhin außerhalb des Impfgeländes.
Anscheinend befand mein Vater sich in einem Funkloch oder es gab einen Zahlendreher in der Telefonnummer. Jedenfalls konnte die Frau meinen Vater nicht erreichen und geraume Zeit später kamen zwei Beamte zu meinem Vater und warfen ihm vor, dass er den Rollator im Wagen behielt, um die Frau zu nötigen wieder mit ihm nach Hause zu fahren.
Die Beamten fragten die etwas ältere, wohl auch verwirrte Dame, ob sie meinen Vater anzeigen möchte. Als sie dies verneinte, zeigten die Polizisten ihn jedoch eigenmächtig an.
(Geschildertes kann in dem Brief seines Anwaltes an das Polizeipräsidium nachgelesen werden.)

Während mein Vater auf den Brief der Polizei wartete, ging er seiner Arbeit wie gewohnt nach.
Als er mehrere Stunden (mehr als 4) auf einen Auftrag wartete, sah er wie einer seiner Kollegen, der in der Warteschlange hinter ihm gemeldet war, einen Auftrag erhielt, der eigentlich ihm hätte zugeteilt werden müssen.
Verwundert rief er die Funkgesellschaft Taxi Berlin an. Der zuständige Mitarbeiter hatte ihm als Bestrafung für sein angebliches „Vergehen“ eigenständig seinen VIP Status entzogen.
Der VIP Status ist ein Konzept von Taxi Berlin, mit dem sie besonders gepflegten Wägen und Fahrern mehr und bessere Fahrten (90-95% aller Aufträge sind VIP Aufträge) zuteilen.
Mein Vater war schockiert.
Ohne dass er sich rechtfertigen konnte, versicherte der Mitarbeiter ihm er würde nie wieder seinen VIP Status zurückkriegen.

Einige Zeit darauf wurde die Anklage fallen gelassen. Es kam nicht einmal zu einem Gerichtsverfahren.
Der Anwalt meines Vaters wandte sich mit dieser Neuigkeit und der höflichen Bitte, den VIP Status wiederherzustellen, an die Funkgesellschaft. Dieser Bitte wurde nicht nachgegangen.

Auch ich persönlich schrieb der Funkgesellschaft, es kam keine Antwort.
Als mein Vater dann erneut anrief, schilderte derselbe Mitarbeiter in unfreundlichem Ton, dass er seinen Status nie wieder kriegen würde, obwohl die Anzeige fallen gelassen wurde. Der Mitarbeiter nannte ihm als Grund, dass mein Vater 2014 zu einem Auftrag einige wenige Minuten zu spät kam.
Weiterhin merkte der Mitarbeiter an, dass Menschen, wie mein Vater „von der Straße gehören“.
Mein Vater sei schuldig und die Gesetze von Taxi Berlin würden sich von jenen unterscheiden, auf denen unser Rechtsstaat basiert.
Bis zu diesem Tag weigert der Mitarbeiter sich den VIP Status wiederherzustellen. Jeder andere Mitarbeiter stellt uns aus unerfindlichen Gründen immer wieder zu diesem selben Mitarbeiter durch.
Mein Vater hat nicht die Mittel rechtlich gegen diese Entscheidung vorzugehen. Nicht zu Zeiten von Corona und erst recht nicht ohne Aufträge. Die Funkgesellschaft würde das Gerichtsverfahren vermutlich so lange hinauszögern wie möglich. Sollten wir bis zu einer Verhandlung Unterhaltskosten zahlen können, was zu bezweifeln ist, so kann er keine Anwalts- und Gerichtskosten zahlen.

Es macht den Anschein, dass mein Vater als Einzelunternehmer gegenüber den größeren Taxiunternehmen benachteiligt wird, die in solchen Fällen nicht mit einer „Bestrafung“ zu rechnen haben.
Taxi Berlin hat ein Monopol in Berlin. Somit ist es ihm unmöglich Aufträge einer anderen Funkgesellschaft zu erhalten.

Verzweifelt wandte er sich bereits an die IHK, die Verbraucherzentrale und Co.
Ohne Erfolg.

Mit seiner Geschichte und Hoffnung auf Gehör und Gerechtigkeit wende ich mich hiermit an Euch.


Ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und verbleibe.
Zuletzt geändert von am am 24.05.2021, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.

Pascha
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Re: Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

Beitrag von Pascha » 25.05.2021, 07:00

Eine schlimme Schilderung mit bösen Folgen für Deinen Vater und zudem einer von vielen Gründen weshalb der Mobilitätsmarkt sich verändert und andere Anbieter groß geworden sind.

Ich habe selber schon mehrmals den Rollator im Taxi bewahrt weil meine Fahrgäste mit den im Impfzentrum (nicht Berlin) bereitstehenden Rollstühlen und Hilfspersonal (Soldaten) betreut und mit dem Rollstuhl geschoben werden.
Die Gefahr den Fahrgast für die Rückfahrt zu verpassen habe ich vermieden durch Parken an extra im Impfzentrum eingerichteten Parkplätzen für Taxis (ich kann mir kaum vorstellen das das in Berlin nicht praktiziert wird) und persönliches Warten am Ausgang (auch bei Sturm und Regen). Zudem können viele Alte nicht mit Ihrem Handy umgehen, Akku ist leer etc.

Dein Vater hätte den im Impfzentrum tätigen Ordnungskräften bzw. besser dem Vorgesetzten die Problematik melden sollen, dann wäre sicher auch ein in der Nähe befindlicher Parkplatz möglich gewesen.

In Deinen Fall sehe ich 3 Möglichkeiten:

1. Suche ein Gespräch mit dem Geschäftsführer von Taxi Berlin, Herrn H.W. Ich gehe mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus das damit diese bedauerliche Angelegenheit geklärt wird.

(nur wenn 1. nicht fruchtet)
2. Der Klageweg trotz der geschilderten finanziellen Schwierigkeiten. Eventuell wird das dann angestrebte Verfahren
schon im Vorfeld beendet aufgrund einer Einigung beider Parteien.
3. Die Medien und Presse mit einbeziehen.
Zuletzt geändert von Pascha am 25.05.2021, 07:12, insgesamt 4-mal geändert.

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Re: Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

Beitrag von Pascha » 25.05.2021, 07:05

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Zuletzt geändert von Pascha am 25.05.2021, 07:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

Beitrag von sivas » 25.05.2021, 08:35

Wenn nicht genug Arbeit für alle da ist ... muss aussortiert werden.
Die Nürnberger vermitteln dazu tageswechselweise nach geraden und ungeraden Zahlen, die Berliner führen den Vip-Status ein.
Nach welchen Kriterien wurde der vergeben ? das muss doch schriftlich fixiert worden sein.
Seh' es nicht als Ordnungs- sondern als Geld-NICHT-verteilmaßnahme, was es wohl auch ist. Dagegen vorzugehen ist schwierig, wenn nicht aussichtslos.
Täter ...

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Re: Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

Beitrag von taxitaxitaxi » 25.05.2021, 16:42

Vorausgesetzt die Erzählung stimmt, sollte, wie schon der erste User schrieb, ein Termin beim Vorstand gemacht werden. Und zwar mit einem Vermittler, sprich mit einer etwas neutraleren Person. Sollte es nur diese Fakten geben, die der Sohn beschrieben hat und vorausgesetzt diese sind korrekt, dann dürfte das Thema erledigt ist.
Ich vermute aber trotzdem, es scheint da noch andere Gründe zu geben..... Es stand ja Nötigung im Raum, auch Diebstahl. Warum ist das Verfahren eingestellt worden? Wegen Freispruch oder Einstellung wegen "Belanglosigkeit"? Usw. usw.
Normalerweise verhält sich keine Firma so und ein Anwaltsschreiben würde bestimmt helfen. Fall es da überhaupt zum Prozess kommen würde, würde dieser ja gewonnen werden (Vorausgesetzt die Angaben, wie hier beschrieben, stimmen). Wenn man aber keinen Rechtsweg eingehen will, weil er zu teuer ist, dann hilft ein Hilferuf hier im Forum schon mal gar nicht!
Zuletzt geändert von taxitaxitaxi am 25.05.2021, 16:43, insgesamt 1-mal geändert.

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titanocen100
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Re: Existenzgefährdende Ordnungsmaßnahmen in Berliner Taxizentrale

Beitrag von titanocen100 » 26.05.2021, 03:30

das bringt alles nichts.
Meine Erfahrungen mit derartigen Auseinandersetzungen in 30 Jahren Taxlern hat gezeigt, daß es "Götter in weiss" sind, genau wie bei der ehemaligen WBT (grünes Dreieck), quasi einer Inquisition gleichen.
Das ist das Schlimme daran. Eine Funkgesellschaft, die meint, sie könne diktatorisch vorgehen, genau, wie unsere Regierung es seit Monaten tut.
Bis März 2020 bin ich nur noch TXL angefahren, genau, wie auch viele andere, äußerst schlaue nichtdeutsche, Kollegen, Mindestumsatz pro Stunde ca. 30E pro Tour, Aufträge von WürfelBärWBT wurden meist abgelehnt, da sie sowieso nichts taugten. Ab Fr. abend 23 Uhr stellte man sich an die Clubs/Bars in Mitte, ab 4 Uhr früh dann nur Funkaufträge, die lukrativ waren.
Ab 6 Uhr früh erneut TXL bis 23 Uhr.
Aufträge a la "fahren Sie 6 Km weit und holen Sie Kundin mit Baby aus der Ullsteinstraße ab, um sie in die Ullsteinstraße zu befördern, wurden natürlich abgelehnt.
Solche Kunden sind schwachsinnig, ebenso die Zentrale, die solche Aufträge erst annimmt.
Daher mein immer wieder Vorschlag: Festpreise
1. Einstieg vom Halteplatz (gibt es eigentlich nicht mehr bei der WürfelBärWBT): 15E FP
2. Abholung : 20E
3. VB: 30E

Das sind übrigens auch Preise, die ein Taxi hier bei mir auf dem Lande kostet (zzg. Anfahrt per Km 1.20E)
CIA - Corona-Impf-Ausweis
THEY are watching YOU !!
Noch 69 Tage bis zum Impfziel- der Kontrolle der Regierung über alle Bürger
egal, was Du tust, Deine CIA, Luca-App, Corona-Warn-App überwachen Dich.
Also ja kein Cunnilingus oder Fellatio.

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