Provision oder Lohn?

Löhne, Arbeitsbedingungen, Recht.
q

Provision oder Lohn?

Beitrag von q » 09.04.2008, 18:59

Im -> Taxiticker wird auf eine Umfrage zum Thema "Provision oder Lohn?" der Zeitschrift "Taxi Heute" verwiesen.

Dieses ist eine interessante und auch aktuelle Frage, die u. a. in einer Hamburger Zentrale ernsthaft diskutiert wird.

Welche Konsequenzen hätte ein Festlohn für die Fahrer (und in gewisser Weise auch für die selbstfahrenden Unternehmer)?

Erstmal gibt es nur psychologische Effekte. Alle Fahrer werden gleich entlohnt und wissen, was sie am Schichtende verdient haben werden. Das beruhigt den einen, andere werden sich betrogen fühlen. Ein flexibler und erfahrener Fahrer kann bekanntlich wesentlich höhere Umsätze erzeugen, als ein Otto-Normalkutscher (ich denke hier ans Taxigewrbe in grösseren Städten). Dieser Fahrertyp wird aufs Taxifahren keine Lust mehr haben, weil die "sportliche" Komponente des Jobs entfällt. Ausserdem werden diese Fahrer jetzt natürlich auch finanziell (vermutlich erheblich) schlechter dastehen.

Und wie motiviert man die Truppe jetzt?

Gar nicht! Man kontrolliert und steuert sie einfach. Das dürfte auch der eigentliche Hintergrund der Debatte sein. Die technischen Voraussetzungen sind bei uns in Hamburg bei mindestens 2 grossen Zentralen gegeben: Datenfunk + GPS-Ortung. Beispiel: Tour zum Hamburger Flughafen. Der Zentralenrechner "merkt", dass Taxi 123 am Flieger gerade frei geworden ist. Der Rechner checkt die Zahl freier Taxis in den Bereichen in der Umgebung des Flughafens, wühlt kurz in irgendwelchen Statistik-Tabellen rum, und entscheidet dann: "Taxi 123: nächster Standort in 13 Minuten Krankenhaus Heidberg". Und dort fährt Taxi 123 dann hin, genauer: er MUSS dort hinfahren. Ein Risiko, da an einem exotischen Posten hängenzubleiben gibt es nicht, denn der Fahrer bekommt ja einen Festlohn. Für die Zentrale ergibt sich eine optimale Wagenverteilung und damit wieder ein entscheidender Vorsprung vor der Konkurrenz. Der Reiz unseres Jobs (und ich beziehen mich als selbstfahrenden Unternehmer mal ein) pendelt sich auf Busfahrer-Niveau ein. Die der Vermittlung angeschlossenen Unternehmer kann man dann eigentlich nur noch als Scheinselbstständige bezeichnen. Alle Macht wird bei der (den) Zentrale(n) liegen.

So wird es kommen! Schöne neue Welt!

xi


PS: Dieser -> Link in das crazy Taxi-Forum soll natürlich nicht unterschlagen werden!

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jr
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Beitrag von jr » 09.04.2008, 23:13

Gar nicht! Man kontrolliert und steuert sie einfach.
Wenn es das ist, was am Schluß übrig bleibt, dann wird man sich schwer tun, genügend geeignete Leute für diesen Job zu finden. Wenn die Lohnberechnung nicht auf Prozenten basiert, muß das Paket für den Wechsel schon etwas größer bemessen sein.

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yellow
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Beitrag von yellow » 10.04.2008, 11:25

Na na, nu ma vorsichtig !
Die Art und Höhe der Entlohnung wird immer noch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehandelt und unterliegt dadurch dem freien Spiel der Marktkräfte.
Keine Zentrale, kein Verband oder sonstwer hat da mitzureden.
Wenn heute über Stunden- oder Festlohn geredet wird, dann ausschließlich aus dem Grund, dass der (Nacht-)Fahrer in den Genuss von steuer- und sozialabgabenfreien Zuschlägen kommt, wie sie in der gesamten sonstigen Wirtschaft üblich sind.
Dies geht aber nur über einen festen Grundlohn und nicht über prozentuale Entlohnung.
Wenn beim Hansa (und womöglich auch bei anderen Zentralen/Verbänden) über diese Frage diskutiert wird, zeigt das nur, dass diese ihre Leute beratungstechnisch nicht im Stich lassen.
Im übrigen wurden Fahrer schon immer kontrolliert. Die Kriterien Umsatz und Kilometer, bzw. deren Verknüpfung als kommunizierende Röhren hat jeder vernünftige Unternehmer im Blick, wenn er die Leistung seiner Fahrer überprüft.
Und was soll "steuern" bedeuten ?
Steuern kann eigentlich nur der, der am Ruder steht. Allerdings könnte jemand, der im Mastkorb sitzt, aufgrund seines größeren Überblicks, dem Rudergänger den einen oder anderen Tipp geben, wo die Trauben hängen - zu beiderlei Nutzen !
Und Eisberge erkennt er auch meistens vor dem Rudergänger !
Also : Keine Panik auf der Titanic ! :lol:

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Beitrag von Stern 16 » 10.04.2008, 14:38

Interresant die Argumente. Aber Postum: Die Umsätze die Fahrer/in mit ohne Stundenlohn erbringen sind in der Differenz Ertrag/Nutzen schwindend gering. Als wir noch zwei Konzess. hatten, fragte ich mich schon für wen wir arbeiten. Mittlerweile mit einer Plakette und wir zwei fahrenen "Sauwohl". Das Deffizäre bei uns wie auch anderen sind doch die Lohnnebenkosten die keiner mehr stemmen kann. Fährt Dein Tax'ler 100€ ein; und was bleibt vor Steuer übrig??? :twisted: . Meine Befüchtungen im Gewerbe das ich seit 25 Jahren betreibe haben sich so bestätigt, das ich keinen gedanken im Moment mehr daran verschwende. Traurig aber leider Realität. :(
Gruß
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Beitrag von birdie » 10.04.2008, 17:58

Hallo xi,
das ist es ja gerade, was ich seit Jahren in diesem Forum moniere und vor dessen Konsequenzen ich warne.

Der Taxijob ist einber der letzten "freien" Berufe. Man fährt wann man will, man fährt wohin man will. Wichtig ist nur dass der Chef zufrieden ist.

Es droht aber die Totalüberwachung per Datenfunk. Es wird vorgegeben, wohin man fährt, wo man sich bereitstellt. Die Funkzentralen erhalten einen erheblichen Machtzuwachs. Die Provisionsabsprache mit dem Unternehmer ist immer noch die sauberste Lösung. Deshalb Finger weg von der Totalobservation!

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Stern 16
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Beitrag von Stern 16 » 11.04.2008, 14:49

Hmmmmmmh.?
Kommste Heute oder Morgen, ist dann auch egal? Oder wie?
Gruß
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Beitrag von einfach-pingu » 11.04.2008, 15:43

Ich weiß nicht...
Ich bin ja letztes Jahr "umgestiegen" von Taxi auf Mietwagen.
Und fahre nun logischerweise ausschließlich für Zentrale.
Z sagt, pingu fährt :D
Aber ich fühle mich damit kein bißchen überwacht, oder in meiner Freiheit eingeschränkt.
Wobei ich mich die ersten paar Male tatsächlich dran gewöhnen musste, dass das mehr wie ein "richtiger" Job ist. Aber das ist dann eben der Preis dafür, dass ich tatsächlich fahre und nicht nur blöd am Bahnhof rumsteh :-)

Ich weiß ja nicht, wie das bei anderen aussieht, aber ich wäre auch im Taxi nicht auf die Idee gekommen, eine Funktour abzulehnen.
Also ist der Unterschied für mich gar nicht so groß. Nur dass es jetzt mehr Funktouren sind.

Ich glaube, diese Freiheit im Taxi ist eher eine gefühlte Freiheit. Denn ich bin sicher, dass die Unternehmen auch jetzt gucken, wer wieviel einfährt.
Die meisten fahren eben nicht wann und wohin sie wollen.

Einen Stundenlohn fänd ich trotzdem daneben. Schon allein, weil die schlechtesten Fahrer am meisten profitieren.
Mal ganz zu schweigen vom "sportlichen Aspekt"

Es gibt doch auch verschieden Mischmodelle. Das fieseste was mir da bisher begegnet ist: Eigentlich gibt es Umsatzbeteiligung. Aber bestimmte Auswärtstouren werden mit Stundenlohn vergütet (wobei natürlich ein "Zeitlimit" vorgegeben ist)
:shock:

Gut vorstellen kann ich mir Modelle mit einem Grundlohn + Umsatzbeteiligung
Humor ist, wenn man trotzdem lacht

q

Beitrag von q » 11.04.2008, 19:49

Ich kann an dem Festlohnmodell aus Sicht des einzelnen Unternehmers eigentlich nur Nachteile erkennen. Da die Fahrermotivation in den Keller geht, muss dessen Verhalten jetzt umfassend kontrolliert werden. Abgabenfreie Nacht- und Sonntagszuschläge kann man doch auch bei Entlohnung auf Provisionsbasis errechnen oder irre ich mich da? (Habe keine Fahrer).

@birdie: Die "Freiheit", die Du meinst, ist mir auch viel wert. Sie ist einer der Gründe für mein selbstständiges Treiben als alleinfahrender Unternehmer (und für meine Entscheidung gegen Hansa 311). Aber sie hat natürlich ihren Preis: die "fette Beute", die wir uns immer so wünschen, ist manchmal nicht ganz so fett. Da werden Kutscher in einer straff organisierten Zentrale oft besser bedient.

Was die Entwicklung des Taxengewerbes angeht, mache ich mir keine Illusionen. Datenfunk + GPS-Ortung und der Zwang gegen Wettbewerber zu bestehen, werden zu einem ausgefeilten Flottenmanagement führen, in dem für "Man fährt wann man will, man fährt wohin man will" kein Platz mehr sein wird. Aber ein bisschen wirds noch dauern.

xi

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pl
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Beitrag von pl » 12.04.2008, 14:41

Abgabenfreie Nacht- und Sonntagszuschläge kann man doch auch bei Entlohnung auf Provisionsbasis errechnen oder irre ich mich da?
Vor Jahren hab ich mal irgendwo Software für eben diesen Zweck gesehen.

--pl.

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Otto126
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Beitrag von Otto126 » 12.04.2008, 14:47

einfach-pingu hat geschrieben:Gut vorstellen kann ich mir Modelle mit einem Grundlohn + Umsatzbeteiligung
Wenn ich mir die Situation im Gewerbe jetzt so ansehe, kann's eigentlich nur so gehen, ja! Dann stellt sich auch die Frage nach der Motivation nicht, man arbeitet eben nicht für die Faulen mit, wenn man willig ist.

Aber damit das geht, müssen die Unternehmer steuerlich entlastet werden, so wie andere Branchen auch, die nicht die vollen Steuersätze auf Diesel zahlen, weil ihre Energiekosten infolge des Ölpreises überproportional gestiegen sind.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"

"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."

Wat woll'n die Atzen eigentlich von mir?

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Stern 16
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Beitrag von Stern 16 » 14.04.2008, 14:31

Abgabenfreie Nacht- und Sonntagszuschläge kann man doch auch bei Entlohnung auf Provisionsbasis errechnen oder irre ich mich da?
Mal Ehrlich. :oops: Unsere Aushilfe schaft es auf 43,4% vom Umsatz. Mit Sonn.-und Feiertagszuschlägen. Meine Frau sitzt dafür ca. 4 Std. am Rechner. Ich habe nochmal die gleiche Zeit im Monat um den Guru (Steuerber.) aufzusuchen. Wir sind zwar als Einwagenunternehmen an einer Zentrale angeschlossen. Aber ich muß rigoros sagen: Wir wollen keine Arbeitnehmer mehr haben, wenn unser wlli in Rente geht. Wenn ich die BWA anschaue und sehe, daß 90% nur für Abgaben fällig sind und ich in der Schicht von unserer Außhilfe ganze € 11,53, vor Steuer, ohne Unfallschäden, Verschleiß usw.. Buchen kann( ob 1.2.3..00€uro.) Spielt dabei keine Rolle....Neeeeee :roll: Und an die Angestellten Fahrer/in in diesem Tread: Denkt nicht Ihr habt nur 1000€ im Monat :!: Euer Chef hat noch nicht mal die Hälfte und muß dann für alles auch noch Bluten. Mindestlohn Ade. Scheiden tut leider Weh :oops: :oops: :oops:
Gruß
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Beitrag von opa-shadow » 14.04.2008, 22:38

Naja bei 4 taxen wären das 2000 euro. Aber mal ehrlich wer hat gesagt oder versprochen das es Selbstständigen gut gehen muß :)
Selbstständig heißt nun mal selbst und ständig oder er verdient so viel das er sich einen Angestellten leisten kann !
Das war früher so und wird immer so bleiben.

gruß shadow :lol:

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Beitrag von minol » 14.04.2008, 23:01

opa-shadow hat geschrieben:Selbstständig heißt nun mal selbst und ständig
:lol: :lol: herrlich, so kann man's also auch lesen ...! Ich liebe Wortspiele! :lol:
Heut hab ich gelernt, daß die Rechtschreibreform doch zu was taugt! Danke! ;)

q

Beitrag von q » 14.04.2008, 23:11

Selbstständig heißt nun mal selbst und ständig
Der clevere Selbstständige kauft sich nicht eine oder 4 Taxis, sondern 100. Dann sucht er sich auf dem Arbeitsmarkt noch 300 genügsame Fachkräfte aus der 3. Welt (P-Schein angenehm, aber wir helfen auch gerne bei der Ausbildung) und ab geht die Post!

xi

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Beitrag von opa-shadow » 15.04.2008, 11:07

Es ist nun mal so, meinen ersten laden hab ich damals für 300.000 DM gekauft ohne eigen kapital.
Ich hab 5 Jahre lang in meiner Disco die Kotze und was weiß ich alles selber gewischt, den Tresen gemacht und morgens die Kieler Nachrichten noch so nebenbei verteilt.
Dann hab ich mir nee Putzfrau geholt, für 15 mark die stunde, den tresen und die zeitung hab ich weiter gemacht, ein Jahr später konnte ich den nächsten einstellen.
Der wurde auch bezahlt wenn nix in die Kasse kam, weil ich Geld hatte, sonst hätte ich ihn nicht einstellen sollen.

Ich erkauf mir sozusagen meine Freizeit, so sehen die ersten Jahre aus, egal ob du kneipen machst oder Taxi, erstmal mußt du selber den Hintern hoch kriegen, erst dann kannst du dir jemanden leisten der deine Arbeit macht.
Wenn du als Chef dann in dem ersten wagen sitzt und dir dann einen 2 fahrer holst, hast du deine einnahme + ein bruchteil der einnahme des Fahrers, aber und das sollten die Chefs immer nicht vergessen, 30 oder 50 euro je Nacht die unterm Strich über bleiben (wenn überhaupt) sitzt jemand anders am steuer und schlägt sich die schicht um die ohren.
Auch der muß leben, hat Familie und Kinder, ich glaube das den Kindern das schnuppe ist wieviel geld der Chef hat, die haben hunger und sehen ihren papa 12 stunden nicht.
Also liebe Chefs überlegt euch immer 2x mal ob ihr ein Fahrer einstellen könnt, dann aber ohne gejaule :))

gruß shadow

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Re: Provision oder Lohn?

Beitrag von delfin1812 » 26.06.2008, 10:20

Die der Vermittlung angeschlossenen Unternehmer kann man dann eigentlich nur noch als Scheinselbstständige bezeichnen. Alle Macht wird bei der (den) Zentrale(n) liegen.

    :lol: :lol: :lol: :lol: Scheinselbstständig sind wir doch schon alle, oder hast du das noch nicht gemerkt?

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    Seltsame Debatte

    Beitrag von nightrider » 13.07.2008, 17:35

    Irgendwie scheint mir die Welt im Taxigewerbe was Angestellte betrifft nicht wirklich in Ordnung.

    Normalerweise sollte jedes Geschäft genug abwerfen um auch Arbeitsplätze die den Namen verdienen zu schaffen.

    Wenn ich jedoch als noch Alleinfahrer den Bleistift spitze und nachrechne was denn legal ein angestellter Fahrer realistisch verdienen kann, muss ich sagen viel zu wenig um eine Familie zu ernähren. Schließlich muss auch für den Unternehmer der ja das gesamte Risiko trägt auch noch ein Bisschen übrig bleiben.

    Die einzige Alternative wäre ein selbstständiger Fahrer der 50% plus MwSt bekommt und wie ein Unternehmer auch selbst entscheiden kann wann und wie lange er fährt.
    Er hätte in Absprache mit dem Unternehmer auch weitestgehend freie Möglichkeiten ohne auf die Uhr zu schauen und kann wie er selbst entscheiden wo und wie er sich versichert und kann ebenfalls alle seine Kosten abschreiben genau wie die USt.

    Doch dagegen wehren sich die Verbände und Zentralen, warum auch immer, denen kann es doch egal sein.
    everybodys darling is everybodys hausdepp (FJS)

    Talbot
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    Re: Provision oder Lohn?

    Beitrag von Talbot » 11.05.2022, 11:44

    Mein AG will mir 35% vom Umsatz geben, zieht aber vorher die MwSt. ab. Ist das rechtens?

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    Re: Provision oder Lohn?

    Beitrag von jr » 11.05.2022, 13:45

    Warum sollte es das nicht sein? Bei effektiv um die 32 % dürfte es allerdings schwer werden, über die Prozente ein Aufgeld zum Mindestlohn reinzuholen. Bei 9,82 € sind da schon über 30 € Stundenumsatz nötig. Und wenn die 12 € Mindestlohn kommen, gehts bei dieser Prozentrechnung schon deutlich Richtung 40 € Stundenumsatz.

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    Re: Provision oder Lohn?

    Beitrag von sivas » 11.05.2022, 15:28

    Rechtens ist, was zu Arbeitsbeginn vereinbart wurde, was durchaus auch mündlich geschehen sein kann.
    Ansonsten bedarf es einer schriftlichen, begründeten Kündigung.

    Ich kann's nicht oft genug wiederholen:
    Schreibt Euere eigene Arbeitszeitaufzeichnung und die Arbeitszeit unter die Abrechnung drunter, '8:35 Std' langt.
    Gebt Ihr diese Abrechnung ab und womöglich auch noch Geld dazu, lasst dies Euch quittieren ! in einem eigenen Schichtenbuch.
    Zuletzt geändert von sivas am 11.05.2022, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.
    Täter ...

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