Energiepreisaufschlag?

Der virtuelle Taxitreff.
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Wattwurm
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Energiepreisaufschlag?

Beitrag von Wattwurm » 20.03.2026, 11:27

Für Dieselfahrer kommt es seit den Kriegshandlungen in Nahost knüppeldick. Die Spritpreise gehen durch die Decke. Statt 1,80 €/L sind es jetzt 2,30 €/L im Schnitt. Aber auch die E-Mobilisten unter uns müssen an der E-Ladesäule, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung, demnächst mit Preissteigerungen rechnen.

Ganz grob verallgemeinert setzen sich die verschiedenen Taxitarife aus drei Komponenten zusammen: Grundgebühr, Wegstrecke und Zeit. Ein Zuschlag für sperriges Gepäck kann in den allermeisten Tarifen ebenfalls erhoben werden. Dito auch für die Anforderung einer Großraumtaxi für max. 7 Personen. Was bisher nicht erhoben werden kann, ist ein Energieaufpreis z.B. 1,50 Euro je Schaltung, der berechnet werden darf, wenn eine bestimmte durchschnittliche Preismarke beim Kraftstoff oder beim Strom überschritten wird. Was haltet Ihr von der Idee einen solchen Energiepreisaufschlag in die kommunalen Taxitarife einzubinden?

Ich bin sehr gespannt auf Eure Antworten... :wink:

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jr
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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von jr » 20.03.2026, 13:28

Das gab es vor knapp 4 Jahren schon mal in einigen Kommunen, quasi als Zusatzverordnung.

Bei 0,50 € je Liter Mehrkosten ergeben sich bei einem Durchschnittsverbrauch von 6 Liter/100 km 3 Cent höhere Kilometerkosten. 1,50 € je Fahrt sind für einen Ausgleich schon ziemlich viel.

Es gibt aber tatsächlich Dienstleistungen, wo die Spritkosten - nicht zuletzt wegen ihrer schlechten Kalkulierbarkeit - getrennt berechnet werden. Für Taxis ist das völlig unrealistisch.

Teilweise erstaunt im Augenblick der Unterschied zwischen einigen freien Tankstellen und den Markentankstellen. Ich habe gerade eben einen Unterschied zwischen 32 Cent bei Diesel und 18 bei Super in einer Stadt in Süddeutschland gefunden.

Wattwurm
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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von Wattwurm » 21.03.2026, 12:55

Moin Jürgen, bei einem Aufschlag von 1,50 Euro je Fahrt kommt es immer auf die Tourenwertigkeit an. Bei einer Überlandfahrt bei der am Ende 100 Euro auf dem Taxameter stehen, sind 1,50 Euro nicht sehr viel. Vielleicht könnte man diesen angedachten Aufschlag in zwei Teile splitten. Für eine Stadtfahrt, wäre dann ein Aufschlag von 50 Cent noch im Rahmen der Sozialverträglichkeit. Dafür hätte die Kundschaft sicherlich auch Verständnis.

Völliger Unsinn ist, das man auf die Idee kommt, eine Günstig-Tankstelle in 50 KM Entfernung anzufahren, nur um dort 4 oder 5 Cent billiger zu tanken. Das rechnet sich nicht, weil man für die Anfahrt schließlich auch Sprit verbraucht. Wer am Posten trotz Plus-Temperaturen noch immer den Motor laufen lässt, hat den Schuss ohnehin nicht gehört. Als ich anfing Taxi zu fahren, hat man am Posten seine Taxi beim Aufrücken für ein oder zwei Wagenlängen noch geschoben... :P

https://www.clever-tanken.de/

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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von jr » 21.03.2026, 22:28

War das Ende 1973?

Talbot
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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von Talbot » 23.03.2026, 20:24

Ich habe eins noch nicht verstanden, der co2 Anteil in der Luft liegt bei 0,04 %. Warum soll ich 17 Cent pro Liter Steuern zahlen um diesen eh minimalen Prozentsatz noch zu senken?

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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von Wattwurm » 25.03.2026, 09:31

Beispielrechnungen:

Spritpreis: 2,30 Euro/Liter
Spritart: Diesel

Mineralölsteuer: 31,6 Cent/Liter
Ökosteuer: 15,4 Cent/Liter
Mehrwertsteuer: 36,72 Cent/Liter
CO2-Steuer: 20 Cent/Liter

Steuerbelastung gesamt: 103.72 Cent/Liter in % des Spritpreises: 45.1%


Spritpreis: 1,85 Euro/Liter
Spritart: Diesel

Mineralölsteuer: 31,6 Cent/Liter
Ökosteuer: 15.4 Cent/Liter
Mehrwertsteuer: 29,54 Cent/Liter
CO2-Steuer: 20 Cent/Liter

Steuerbelastung gesamt: 96,54 Cent/Liter in % des Spritpreises: 52,18%

Erkenntnis: Der Staat verdient bei den jetzigen Spritpreisen ( 2,30 €/L) an der Mehrwertsteuer, nicht aber an der Öko- oder CO2-Steuer. Öko-Steuer und CO2-Steuer bleiben immer konstant. Dadurch sinkt sogar die prozentuale Steuerbelastung je Liter, obwohl wir alle für den Sprit mehr bezahlen müssen.

Aus der Politik kommt aus der sozialistischen Ecke immer wieder die Forderung nach einer Abschöpfung der "Übergewinne" bei den Mineralölkonzernen. Das ist populistische Augenwischerei. Nicht die Konzerne machen "Übergewinne" sondern der Staat durch zusätzliche Einnahmen bei der Mehrwertsteuer. Was wir gerade erleben nennt man Marktwirtschaft. In einer funktionierenden Marktwirtschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Wir haben es bei konstanter Nachfrage durch die Autofahrer, mit einem durch den Krieg in Nahost verursachten verringerten Angebot zu tun. Die Marktwirtschaft funktioniert, die Preise steigen. Obwohl Deutschland zu 75 Prozent sein Öl aus der Nordsee bezieht und nur zu 25 Prozent aus dem persischen Golf, bildet sich der Preis an den weltweiten Börsen nach den marktwirtschaftlichen Prinzipien von Angebot und Nachfrage. Das betrifft auch Öl (Brent) aus der Nordsee. Um soziale Härten zu verhindern, kann der Staat einen Teil seiner strategischen Ölreserven freigeben. Das hält aber nicht lange vor. Das ist ein Strohfeuer. Eine befristete Aussetzung der CO2-Steuer wäre daher wesentlich zielführender. Die Länder in Asien sind viel schlechter aufgestellt, als wir Europäer. Die beziehen ihr Öl hauptsächlich aus der Golfregion. Einige dieser Länder haben auch schon den Energienotstand ausgerufen und Kraftstoffe rationiert.

:arrow: https://www.mobil.org/sprit-steuerrechner-co2-steuer/

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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von KehrenTAXI » 27.03.2026, 10:21

Du zahlst Umst. auf deine Spritrechnung? Einfach mal alle Tankbelege einreichen ...

Das der Staat Übergewinne macht, wäre mir neu. Das geht auch nicht aus deiner Beispielrechnung hervor.
freundlichst ;-)

Stefan Kehren


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Re: Energiepreisaufschlag?

Beitrag von jr » 09.04.2026, 03:17


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