Eine kleine Anekdote

Der virtuelle Taxitreff.
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titanocen100
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Re: Eine kleine Anekdote

Beitrag von titanocen100 » 15.09.2022, 09:05

Hier mal einige kleine neue Anekdoten:

Funkauftrag Bahnhof Köpenick, Kaulsdorfer Str xx
Ich suche noch, da springt mir eine junge Frau gegen mein Auto.
"Ich habe Sie gerufen, Sie müssen den Rollstuhlfahrer nach Hause fahren, er wohnt gleich um die Ecke.
Schon zerrten zwei Personen (nachts, dunkel, Regen) am Rollstuhlfahrer, der prompt auf die Strasse fiel. Er wurde aufgehoben , wieder in seinen Rollstuhl gesetzt und erneut zu meinem Auto gezerrt. Er fiel erneut aus dem Rollstuhl.
Mein Kommentar:
"Den befördere ich nicht mehr. Sie holen jetzt einen Notarzt und ich die Polizei und erstatte Anzeige wegen schwerer KV."

oder:
Bahnhof Köpenick, Funkauftrag.
an der Strasse x Hausnummer y fand ich an einer Bushalte eine Frau vor, deren ? Kind ich mal kurz um die Ecke zum Festpreis fahren sollte.
"Klar doch, macht 15E"
Kundin:
"Dann nehmen wir doch lieber den Bus"

Eine VB "Salvadore-Allende-Str., Köpenick" nach Karow !
Nach 15 Minuten Wartezeit, nach der ich erst das Taxameter einschalten darf, und weiteren 10 Minuten stellte es sich heraus, dass es die Salvador-Allende-Str. zwar war, aber in Glienicke-Nordbahn.
Fehlfahrt.

Ich notiere mir inzwischen all diese von der FZ verursachten Fehlfahrten, denn wenn ich mal wieder gesperrt werden sollte:
"Du böser Taxifahrer, hast den Kunden vom Supermarkt nicht abgeholt mit seinen 20 Tüten, die er die 500m nach Hause nicht tragen wollte"
dann brennt es in der FZ, natürlich nur verbal. :D
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Jim Bo
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Re: Eine kleine Anekdote

Beitrag von Jim Bo » 16.09.2022, 14:46

titanocen100 hat geschrieben:
15.09.2022, 09:05

Ich notiere mir inzwischen all diese von der FZ verursachten Fehlfahrten, denn wenn ich mal wieder gesperrt werden sollte:
[...]
dann brennt es in der FZ, natürlich nur verbal. :D
Vielleicht ist das für Einige amüsant, für mich jedoch auf keinen Fall. Das ist das Resultat, wenn man über Jahre nach Provision bezahlt wird. Wenn man darauf angewiesen ist, möglichst viele Touren zu fahren.

Das genaue Gegenteil erlebe ich in meiner Branche. Viele Touren und lange Anfahrtswege wie beispielsweise von Lichterfelde nach Biesdorf, weil die Zentrale zu inkompetent ist die Routen sinngemäß zu planen. Das Resultat sind unzufriedene Fahrgäste, die uns Fahrern kein Trinkgeld geben.

Und dabei bleibt es nicht. Was ich hier erlebe ist Unhoflichkeit und Respektlosigkeit der Fahrgäste im vollen Umfang.

Wir werden nach Zeit bezahlt. Wir müssen uns keine Gedanken machen, wieviele Touren wir am Tag machen. Aber auch wir sind auf Trinkgelder angewiesen.

Ich bin deshalb durchaus mit den Gedanken bei titanocen. Aber wir lassen niemanden auf der Straße stehen, wir lassen uns einfach nur mehr Zeit als es normalerweise dauern würde und weil wir Stammgäste haben, wissen wir, wer kein Trinkgeld gibt, wer respektlos ist... usw.

Tja und die warten halt länger. :mrgreen: :P

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Re: Eine kleine Anekdote

Beitrag von titanocen100 » 16.09.2022, 15:14

Jim Bo hat geschrieben:
16.09.2022, 14:46
Das genaue Gegenteil erlebe ich in meiner Branche. Viele Touren und lange Anfahrtswege wie beispielsweise von Lichterfelde nach Biesdorf, weil die Zentrale zu inkompetent ist die Routen sinngemäß zu planen. Das Resultat sind unzufriedene Fahrgäste, die uns Fahrern kein Trinkgeld geben.
Wer fährt denn leer von Lifel nach Biesdorf ? Das habe ich als Kurier gemacht, als ich Berlin kennenlernen wollte, sozusagen als Vorbereitung für meinen P-Schein. Das hat fast meine Moto Guzzi geschrottet.
Und dabei bleibt es nicht. Was ich hier erlebe ist Unhoflichkeit und Respektlosigkeit der Fahrgäste im vollen Umfang.
Du solltest weg von UBER oder Bolt. Aber UBER kann es eigentlich nicht sein, denn die sollen doch Gelder zahlen, da träumen einfache Taxler nur von. Zumindest, bis das ÖPV-Taxi geschlachtet wurde. Dann gibt es für die Fahrer nur noch Mindestlohn, wer einen Prius fährt. Aber man kann sich ja hocharbeiten, immer schön das Auto putzen, kein Stäubchen, keine Tierhaare, alles muss perfekt sein, gestylt, gegeelt, und immer schön den Schuhsteg putzen, dann darf man auch irgendwann mal einen Lambo fahren.
Wir werden nach Zeit bezahlt. Wir müssen uns keine Gedanken machen, wieviele Touren wir am Tag machen. Aber auch wir sind auf Trinkgelder angewiesen.
Noch ein Grund mehr, den Job zu wechseln.
Also ich finde es gut , so, wie es bei mir läuft. Ich bleibe zu Hause, wann ich will, wie oft ich will. Fahre in Urlaub, wann und wie oft ich will. Ziehe mein Urlaubsentgelt selber ab von dem, was mein Chef bekommt. Das Auto stimmt.
Umgerechnet bekomme ich wahrscheinlich auch nur Mindestlohn, aber habe dafür enorme Vorteile.
Vielleicht ist das für Einige amüsant, für mich jedoch auf keinen Fall. Das ist das Resultat, wenn man über Jahre nach Provision bezahlt wird. Wenn man darauf angewiesen ist, möglichst viele Touren zu fahren.
Also ich kann damit leben. Du jedoch scheinst mir ein wenig frustriert zu sein, verständlicherweise.
Ich bin deshalb durchaus mit den Gedanken bei titanocen. Aber wir lassen niemanden auf der Straße stehen, wir lassen uns einfach nur mehr Zeit als es normalerweise dauern würde und weil wir Stammgäste haben, wissen wir, wer kein Trinkgeld gibt, wer respektlos ist... usw.

Tja und die warten halt länger. :mrgreen: :P
Wie lange braucht man im Stadtverkehr von Lifel nach Biesdorf ?
Und unser aller Telomere verkürzen sich ständig...
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Re: Eine kleine Anekdote

Beitrag von Jim Bo » 28.09.2022, 07:53

Mach dir um mich mal keine Sorgen :wink:

Deine Freiheiten sind Zwangsfreiheiten.

Über die Ausstattung deines Fahrzeugs hast du kein Mitspracherecht. Welches Auto du bekommst, hast du auch kein Mitspracherecht, es wird eine sein, welches sowieso gerade rumsteht.
Die Zeit, die brauchst um vom letzten Auftrag nach Hause zu fahren, kostet dem Unternehmer lediglich Benzin und ist selbst wenn er die Fahrzeit mitbezahlt im erbrachten Umsatz mit drin, weil der Tarif entsprechend angepasst wurde. Sobald das Fahrzeug aber abgestellt wurde, braucht der Unternehmer dir nichts mehr bezahlen, weil dank GPS er weiß, wo das Auto steht und er das als Feierabend deklarieren kann.

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Re: Eine kleine Anekdote

Beitrag von titanocen100 » 28.09.2022, 08:09

Jim Bo hat geschrieben:
28.09.2022, 07:53
Mach dir um mich mal keine Sorgen :wink:

Deine Freiheiten sind Zwangsfreiheiten.

Über die Ausstattung deines Fahrzeugs hast du kein Mitspracherecht. Welches Auto du bekommst, hast du auch kein Mitspracherecht, es wird eine sein, welches sowieso gerade rumsteht.
Die Zeit, die brauchst um vom letzten Auftrag nach Hause zu fahren, kostet dem Unternehmer lediglich Benzin und ist selbst wenn er die Fahrzeit mitbezahlt im erbrachten Umsatz mit drin, weil der Tarif entsprechend angepasst wurde. Sobald das Fahrzeug aber abgestellt wurde, braucht der Unternehmer dir nichts mehr bezahlen, weil dank GPS er weiß, wo das Auto steht und er das als Feierabend deklarieren kann.
Das stimmt nicht.
Ich bekomme immer mein gewünschtes Standardauto, VW Touran, 6-Sitzer, ich habe alle Kindersitze (0-3), kann Starthilfe (Kabel stellt der Chef) geben. Ziehe mein Urlaubsentgelt alle drei Monate selbst ein. Was ich mehr will ?
Nun, eine Kaffeemaschine im Büro. :D
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