Eure Prognose zur Zukunft des Taxis

Der virtuelle Taxitreff.
Wattwurm
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Re: Eure Prognose zur Zukunft des Taxis

Beitrag von Wattwurm » 08.10.2020, 09:00

Als idealer Taxifahrer beginnt man sein Schicht ohne die geringste Absicht irgendwelche nennenswerte Umsätze zu erzielen. Vielmehr setzt man sich hinter das Lenkrad, um seine sozialen Kontakte zu pflegen. Das ist nicht gerade klimaneutral aber es verhindert die völlige Vereinsamung in Ehren ergrauter ehemaliger Studenten der Philosophie, Althebräisch, Theaterwissenschaft bzw. anderer Studiengänge mit denen man damals und auch heute noch kein Geld verdienen kann.
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titanocen100
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Re: Eure Prognose zur Zukunft des Taxis

Beitrag von titanocen100 » 08.10.2020, 18:51

Wattwurm hat geschrieben:
08.10.2020, 09:00
Als idealer Taxifahrer beginnt man sein Schicht ohne die geringste Absicht irgendwelche nennenswerte Umsätze zu erzielen. Vielmehr setzt man sich hinter das Lenkrad, um seine sozialen Kontakte zu pflegen. Das ist nicht gerade klimaneutral aber es verhindert die völlige Vereinsamung in Ehren ergrauter ehemaliger Studenten der Philosophie, Althebräisch, Theaterwissenschaft bzw. anderer Studiengänge mit denen man damals und auch heute noch kein Geld verdienen kann.
aus welcher Perspektive definierst Du das ?
Aus der Sicht des AG sicher nicht und aus der des Fahrers ganz sicher auch nicht. Er müßte schon erheblich gaga sein. Es gibt genügend andere Studiengänge, die genauso wenig abwerfen, z.B. die eines Diplomchemikers. Eine völlige Vereinsamung, so wie Du es bezeichnest, wird wohl sehr selten zutreffend sein in Zeiten von www und all den anderen Social Medien.
Wenn man sich auf den Job eines Taxifahrers einläßt, dann hat dies ganz andere Gründe wie zeitl. Unabhängigkeit, Urlaub nehmen, wann und wie oft man will und seine Zeit mit eben den vielen anderen Dingen, z.B. der Philosphie zu verbringen, den Dingen, die einem wichtiger sind als 10h am Tag in einer Apotheke zu stehen und den Kunden erklären zu müssen:
gehen Sie zum Arzt mit Ihrem Kind, ich kann Ihnen auch nicht sagen, ob das Blatt, das Ihr Kind gerade gegessen hat, giftig war.
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Re: Eure Prognose zur Zukunft des Taxis

Beitrag von Wattwurm » 12.10.2020, 10:25

Da viele Taxifahrer ohnehin durch Aufstockung staatlich alimentiert werden, spielt bei vielen Taxifahrern der Aspekt der sozialen Kontakte tatsächlich eine große Rolle. Mal rauskommen, mit Leuten reden, mal etwas anderes sehen als nur die langweiligen Erfurter Rauhfasertapeten in der Küche, das scheint mir die Hauptmotivation zu sein, warum viele diesen Job noch machen. Gerade in den Metropolen spielt das Thema Vereinsamung eine sehr große Rolle. Da liegen Leute in der Großstadt wochenlang tot in ihrer Wohnung und nur, wenn der Verwesungsgestank zu schlimm wird und die Fruchtfliegen schon aus dem Schlüsselloch krabbeln, ruft mal einer der Nachbarn die Feuerwehr. So eine Wohnung sollte man nicht mit vollen Magen betreten.
Zuletzt geändert von Wattwurm am 12.10.2020, 10:40, insgesamt 3-mal geändert.

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Re: Eure Prognose zur Zukunft des Taxis

Beitrag von titanocen100 » 12.10.2020, 19:17

Wattwurm hat geschrieben:
12.10.2020, 10:25
Mal rauskommen, mit Leuten reden,
wenn schon die FG im Taxi nicht mehr miteinander reden, sondern simsen ?
mal etwas anderes sehen als nur die langweiligen Erfurter Rauhfasertapeten in der Küche,
sprichst Du vll. von Dir ? Also ich habe da noch ein paar mehr Zimmer zur Auswahl.
Gerade in den Metropolen spielt das Thema Vereinsamung eine sehr große Rolle.
selber Schuld, wer es nicht versteht, sich Hobbys zuzulegen. Ich denke da an meine: Kegeln, Fussball, Tischtennis, Sternwarte mit dem Erwerb der (damals) roten und blauen Berechtigungskarte für das Refraktometer und dem Planetarium (Sternwarte Munsterdamm, Berlin), Tennisverein....
Nebenher, nicht zu vergessen, den Drachen steigen lassen und dabei Latein zu lernen. Später dann noch 2 Jahre Spanisch und ein Jahr Türkisch. Die VHS bietet viele Möglichkeiten, selbst auf dem Lande hier und ganz sicher auch in Erfurt. Wem das nicht reicht, kann auch stricken lernen. So ein Wollpullover im Winter in der kalten Erfurter Küche... :D
Da liegen Leute in der Großstadt wochenlang tot in ihrer Wohnung und nur, wenn der Verwesungsgestank zu schlimm wird und die Fruchtfliegen schon aus dem Schlüsselloch krabbeln,
der ist gut :)
So eine Wohnung sollte man nicht mit vollen Magen betreten.
ist doch völlig egal ob leer oder nicht. Ob da nun der vorverdaute Mageninhalt oder nur Pepsin, Pepsinogen und hochkonzentrierte Salzsäure vomittiert werden, es stinkt gewaltig. Und wenn der Erste kotzt, dann .... :mrgreen:
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Re: Eure Prognose zur Zukunft des Taxis

Beitrag von titanocen100 » 24.01.2021, 17:01

habe keinen passenden Thread gefunden

"2000 Berliner nach B117-Ausbruch in Quarantäne

Berlins Humboldt-Klinikum steht nach einem Ausbruch mit der Corona-Mutation B117 unter Quarantäne. Das Personal pendelt nun in „Berlkönig“-Kleinbussen. Von Hannes Heine"

https://www.tagesspiegel.de/berlin/pers ... 46988.html
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Beitrag von miamivice » 25.01.2021, 11:52

titanocen100 hat geschrieben:
24.01.2021, 17:01
"2000 Berliner nach B117-Ausbruch in Quarantäne
Berlins Humboldt-Klinikum steht nach einem Ausbruch mit der Corona-Mutation B117 unter Quarantäne. Das Personal pendelt nun in „Berlkönig“-Kleinbussen. Von Hannes Heine"
Benötigt werden Taxibusse. die von in Seuchenschutz-Angelegenheiten erfahrenen Fahrern gelenkt werden. Die Administration setzt aber auf Slum (11.000 bis 15.000 Taxi/Discounttaxi-Konzessionen plus x ??), auf den gehetzten Niedriglöhner. Taxifahrer sei angeblich kein Beruf. Die Administration spielt UBER, FREE NOW, BerlKönig und Taxi gegeneinander aus, will die Ortskundeprüfung abschaffen und Taxibestellfahrten von Winkern und Einsteigern abtrennen, faktisch das Taxigewerbe zerschlagen.
RotRotGrün kann sich darauf berufen, daß es chinesische Disziplin in SARS-CoV-2-Angelegenheiten nicht wolle, da ja China keine Demokratie sei. Wie gut, daß insbesondere RotRotGrün die Definitionshoheit darüber hat was "Demokratie" ist und was nicht.

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