Radfahrer - eine Klasse für sich

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Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 11.07.2019, 13:28

Stellt Euch eine zweispurige Fahrbahn vor, die auf Grund einer Baustelle auf eine Spur gemindert wird.

Autofahrer auf zwei Spuren einigen sich per Reißverschlussverfahren um das Einfädeln.
Radfahrer können das nicht. Da fährt man mit seinem Auto zunächst auf der linken Fahrbahn an einer Kolonne von 20 Fahrräder vorbei, gelangt an diesen Engpass und da lässt dich kein Radfahrer einfädeln. Wie hirnlose Lemminge wird einfach weitergestrampelt. Aber Hauptsache um breitere Radwege bläken.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon sivas » 11.07.2019, 16:43

Entweder schaffst'e die Radfahrer noch ... oder Du musst bremsen. Ist doch an jeder Engstelle so.
Als Radfahrer würde ich auch nicht bremsen, um einen Autofahrer, wo auch immer, reinzulassen.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 11.07.2019, 18:24

Danke für dein Feedback sivas. Darf ich das als Bestätigung des Klischees werten?

Natürlich soll ein Radfahrer nicht auf seine Vorfahrt verzichten. Aber bei einer Kolonne von 20 Radfahrern sind das über 500 Meter Entfernung.

Wenn man aus 500 Meter sieht, dass da jemand in die Fahrspur will, dann kann man den nicht vorlassen?
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon sivas » 11.07.2019, 20:56

Du sprachst von einer Kolonne von 20 Radfahrern, die ist maximal 80 m lang (20 x 4 m).
Du spricht jetzt von 500 m. Da wird sich doch eine Lücke finden, die man mit Rechtsblinken besetzt, um dann vor der Engstelle reinzuziehen oder auch schon vorher.

Wir haben auf vielen, auch von Radfahrern befahrenen Straßen Mittelinseln. Da heisst's jedesmal bremsen, wenn ein Radfahrer vor dir ist. Zusammen durch geht nicht.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 11.07.2019, 21:34

Gefühlt 500 Meter. Meine Rechnung ist allerdings auch etwas anders. Wenn man als Radfahrer mit 25km/h fährt, dann lässt man doch keine 2 Meter Abstand zum Vordermann.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon eichi » 11.07.2019, 21:45

Hier handelt es sich möglicherweise
um einen geschlossenen Verband.
Hierzu sagt "Recht gehabt.de" folgendes:
Sind 16 oder mehr Radfahrer auf Tour, dann bilden sie einen Verband im Sinne der Straßenverkehrsordnung. Das bedeutet, dass sie auch nebeneinander fahren dürfen (§ 27 StVO). Auch in Fahrradstraßen dürfen Radfahrer ohne weiteres nebeneinander fahren.

Der geschlossene Verband gilt übrigens als ein Verkehrsteilnehmer. Das bedeutet, dass wenn die Spitze über eine grüne Ampel fährt, der Rest des Verbandes folgen darf – selbst dann wenn die Ampel mittlerweile rotes Licht zeigt. Die einzelnen Teilnehmer müssen also nicht selbständig Halte- und Wartepflichten einhalten (LG Verden, vom 02.02.1989, Az. Ns Ds 2 Js 10396/88).

Jim Bo muss also noch mal neu rechnen.
Zuletzt geändert von eichi am 11.07.2019, 21:46, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 11.07.2019, 22:38

Nein rechnen nicht, aber jetzt wird es tricky.

Sie dürfen nebeneinander fahren. Und 16 und mehr Radfahrer.

Gut, Schlussfolgerung sie dürfen nebeneinander fahren, sie müssen es nicht. Wir Autofahrer müssen 20 Radfahrer vorbeilassen und dürfen uns dann erst in die Fahrspur einfädeln.

Autsch.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 12.07.2019, 12:37

Stutzig macht mich allerdings der Begriff auf Tour.

Das bedeutet doch, dass sich die Radfahrer kennen müssen mit gleichen Start und Ziel. Das trifft aber nicht in einer Innenstadt zu.

Der Abstand vom vorderen Verkehrsteilnehmer zum Radfahrer dahinter muss zudem mehr als 10 Meter betragen. Geringere Abstände sind für das Dazwischenfädeln ein erhöhtes Unfallrisiko. Zwei Meter Fahrrad, 10 Meter Zwischenabstand bei 20 Räder macht 240 Meter Strecke
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon eichi » 12.07.2019, 16:33

Jim Bo, google mal "Critical Mass".
Die Teilnehmer kennen sich größtenteils
auch nicht, können jederzeit zu einem
eigenen Ziel abbiegen und sind doch
ein "geschlossener Verband".

Also weiter rechnen, üben hilft!
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 12.07.2019, 17:03

Ich weiß ja nicht, wie alt dein Rechner ist, aber wenn ich Google frage zum Thema Fahrradverband, dann spuckt er mir das aus:

https://www.advocard.de/streitlotse/ver ... ge-regeln/

Ein geschlossener Verband aus mehreren Fahrzeugen ist gemäß §27 StVO als ein Fahrzeug zu betrachten. Bei einer Fahrradgruppe ist ein geschlossener Verband ab 16 Personen möglich. Die Teilnehmer dürfen auf öffentlichen Straßen jeweils zu zweit nebeneinander fahren. Ein geschlossener Verband aus Radfahrern muss laut StVO für andere Verkehrsteilnehmer erkennbar sein. Eine besondere Kennzeichnungspflicht gibt es nicht – anders als bei Kraftfahrzeugen, die einen solchen Verband bilden. Die Fahrradgruppe muss immer zusammen bleiben, einzelne Fahrer dürfen nicht einfach ausscheren oder einen zu langen Abstand zu den anderen lassen. Sie müssen jedoch auch auf ausreichenden Sicherheitsabstand zu den vor ihnen Fahrenden achten. Eine Person muss den Verband führen und dafür sorgen, dass die Verkehrsregeln eingehalten werden.

Kennzeichnungspflicht!

War nicht gegeben. Wie auch?

Gibsy du enttäuscht mich. Gerade du könntest etwas sachlicher sein.
Zuletzt geändert von Jim Bo am 12.07.2019, 17:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon eichi » 12.07.2019, 19:00

Eine besondere Kennzeichnungspflicht gibt es nicht*

* für Fahrradfahrer... ist aus deinem Zitat, Jim Bo.
Was willst du uns eigentlich sagen? Oder willst du einfach
nur mal was sagen?
Und Critical Mass hast du sicher nicht gegoogelt. Ich habe sie
mir so manchen Freitag ansehen dürfen, mit und ohne Fahrgast
und etliche Stunden Arbeitszeit damit verbracht. Es ist kein
angemeldeter Verband, wird von der Pol. aber so behandelt.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 12.07.2019, 19:34

Das ist eine angemeldete Demo.

Sagt doch alles. Ich rede von Fahrradfahrer, die rein zufällig zusammen fahren für eine kurze Distanz.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon LRKN » 12.07.2019, 19:57

Jim Bo hat geschrieben:Das ist eine angemeldete Demo.

Sagt doch alles. Ich rede von Fahrradfahrer, die rein zufällig zusammen fahren für eine kurze Distanz.


Critical Mass ist keine angemeldete Demo. Es ist eher eine lockere Zusammenkunft von Radfahrern, die sich jeden letzten Freitag im Monat zu einer Stadtrundfahrt versammeln.

Es ist ein geschlossener Verband. Autofahrer haben zu warten, bis der Verband eine Kreuzung passiert hat auch wenn sie Grün haben.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 12.07.2019, 21:20

Dann ist es eine geplante Versammlung, bei der Einer die Verantwortung trägt.

Es ist aber kein spontan ungeplantes Ereignis.

Nicht jede große Kolonne an Radfahrer ist automatisch ein Verband.

Nennt mir einfach einen Paragraphen, wo drin steht, dass das Reißverschlussverfahren nicht für Radfahrer gilt.

Macht es doch nicht immer so kompliziert.
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon eichi » 12.07.2019, 21:46

Jim Bo, es nützt nix.
Du kannst ruhig mit den Füßen aufstampfen, davon wird nicht
richtiger, was du schreibst.
Denk mal an "friday for future", wer ist denn hier Veranstalter?
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 12.07.2019, 22:50

Boah, jetzt bleib doch mal beim Thema Gibsy
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 12.07.2019, 23:47

Berlin hat 4 Mio. Einwohner. Stell dir vor 2 Mio. fahren Fahrrad. In der Innenstadt gäbe es "Verbände" von 3 Kilometer Länge. Jetzt darf ein Verband bei Rot über die Ampel und in zwei Reihen fahren. Fahrradampeln wären völlig überflüssig. Der Verkehr käme komplett zum Erliegen. Nicht einmal Fußgänger könnten die Straße überqueren.

Das Merkmal Verband ist aber schon deshalb nicht gegeben, weil jeder Radfahrer die gleiche Strecke fahren muss und sich nicht aus der Gruppe entfernen darf.

Man sieht in der Innenstadt Massen an Fahrräder, aber jeder mit einem anderen Ziel. Demnach bilden sie auch zwischenzeitlich kein Verband.

So Herr Eichi. Jetzt dein Gegenargument. Ich warte.
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Radfahrer - zeigen ihre Macht

Beitragvon sivas » 13.07.2019, 07:31

Darum geht's doch oft im Straßenverkehr: dem And'ren seine Schranken aufzuzeigen, ihm zu sagen: Bleib stehen ! Einfach gesagt: Seine eigene Macht zu geniessen.
Jeder Fahrzeuglenker verändert sich, sobald er hinterm Lenkrad sitzt, warum nicht auch mal die Radfahrer ?
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Re: Radfahrer - eine Klasse für sich

Beitragvon Jim Bo » 13.07.2019, 12:59

Hallo sivas, ich habe mich ja für deine Bestätigung des Klischees bedankt.

Es wurde behauptet, die Radfahrer müssen kein Reißverschlussverfahren einhalten. Das hatte mich anfangs irritiert, brachte mich jedoch ins Stutzen, weil es Widersprüche gibt. Würde mich ja freuen, wenn man sich mal um diese Widersprüche unterhalten könnte.

Übrigens mache ich einen Unterschied zwischen wenn sich andere Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten gilt Paragraph 1 und das konkrete Fehlverhalten bestimmter Verkehrsteilnehmer.

Versteht ihr das? Ich will keine Lösung, wie ich mich bei Fehlern anderer verhalten soll.

Mir geht es konkret um Radfahrer und deren Verhalten das nicht in Einklang mit der Straßenverkehrsordnung gebracht werden kann.

Ganz simple formuliert: Warum machen die das?

a) Sie machen es aus Prinzip
b) Sie machen es, weil sie es nicht wissen.
c) Sie machen es, obwohl sie es besser wissen, aber es gerät in Vergessenheit
Zuletzt geändert von Jim Bo am 13.07.2019, 13:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon sivas » 13.07.2019, 14:18

Das einzige Recht, welches Du im Straßenverkehr hast, ist das Recht auf materielle und körperliche Unversehrtheit. Ansonsten hast Du nur Verpflichtungen.
Vorfahrt ... gibt es nicht ! Es gibt nur eine Wartepflicht.
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