MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Der virtuelle Taxitreff.
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alsterblick
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von alsterblick » 16.05.2019, 17:22

alsterblick hat geschrieben:
Mamil hat geschrieben: Hat irgendjemand ernsthaft angenommen, dass Milliardenbeträge als Risikokapital in UBER und Co geflossen sind, um ins Taxigeschäft einzusteigen?
Es ging nie um das Taxengewerbe. Das ist ein Ablenkungsmanöver/Kollateralschaden.
Für Schäden ist aufzukommen !
Dieses ganze mobilitysharing ist wohl nicht nur fake und wird seine Besonderheit, Notwendigkeit in naher Zukunft erst entfalten, wenn es in Städten zu Fahrverboten, Mautgebühren etc. kommen wird (müssen), um die Verkehrsbelastung erträglicher zu reduzieren. Immerhin auch anderswo ist viel in Planung und in China sollen vereinzelt sogar 50-Sitzer++ÖPNV Busse „on demand“ verkehren, um es den Leuten teils bequemer „TürzuTür“ zu machen, das Privatauto oder Auto-/Chauffeur stehenzulassen (Q: unten).

Den/unseren Autokonzernen interessiert es einen Dreck, wie dick die Luft wirklich ist, solange legal verkauft werden kann und wird. Anders lassen sich die Abgasskandale/Überschreitungen gar nicht erklären, Abgase werden einfach ein Problem für alle, teils vermehrt mit Einschränkungen.

Auf den Fall HH (MOIA) bezogen wird MOIA bei rd 1000 Wagen (irgendwann) vermutlich mit jährlich ab rd 50 Mill. Subvention dem Rathaus rechnen können (grob selbst kalkuliert *), um zumindest in Stoßzeiten sogar fast kostenlos zu verkehren und Leute aus Ihren privaten Autos heraus hinein in Sammelfahrzeuge anzulocken. Wer dennoch einzeln im Auto fährt, zahlt bei der Maut höhere (Straf-) Gebühren, wer mit PKWs über 2Tonnen fährt, muß den Ladefaktor 3+ in Stoßzeiten vorweisen (vollautomatischer livevideoscan, stichprobenartig). Wer elektrisch in die Stadt fährt bleibt vorerst von Einschränkungen befreit (in Amerika gibt es das teils schon ... „poolinglane“ usw./ich berichtete).

Und was Kolateralschäden angeht, hätte VW-MOIA / die Stadt HH es sich bequemer machen können und Taxi z.B. 500Mill. "zugesteckt", versuchsweise einzelne Betriebe stufenweise entschädigt vorzeitig aufzugeben. Geld ist bei VW immerhin nahezu unbegrenzt vorhanden und MOIA hätte ungehindert voll durchstarten können.

*) derzeit subventioniert HH den ÖPNV mit knapp 200Mill/jährlich (= ca 50% ) inkl S-Bahnanteile, Hafenfähren etc.

Nachfolgend nur einige Webfunde/Diskussionen zu vehicle-sharing.......
1) Free the Road Phoenix Marketcity takes art route to highlight need for “Car Pooling''
https://www.youtube.com/watch?v=fG0_L4f2suE
2) Breaking News - Beijing introduces 'bus-pooling'
https://www.youtube.com/watch?v=bSxYj68A6hY
3) Why Waze Carpool? Ask our community
https://www.youtube.com/watch?v=lrAUZ_5dyRk
4) On-Demand Shuttle Networks: Die Zukunft der Urbanität.
https://www.youtube.com/watch?v=Z6Eza_Lxk-k
Zuletzt geändert von alsterblick am 16.05.2019, 17:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von alsterblick » 30.05.2019, 18:39

Von Beginn an schrieb ich in der MOIA Diskussion bereits von Abermillionen an Subventionen, auf die VW zukunftsausgerichtet scharf ist in HH, um seine eKarren auf unseren Straßen dauerhaft zu „zementieren“.

MOIA, Berlkönig und Co werden auf zukünftig verhängte Fahrverbote, City-Mautgebühren angewiesen sein, um in der Folge den Privat-/Berufs-/Pendlerverkehr bei drohendem Verkehrskollaps zu dezimieren. Um dann jedoch individuelle Fahrmöglichkeiten (möglichst TürzuTür) für Jedermann zu ermöglichen, werden solche eFahrshareservices (MOIA, CS und Co...) tageszeit-/verkehrsabhängig stark bezuschußt werden, um den Leuten individuellen Mobilitätsbedarf auch finanziell zu ermöglichen bis hin zu Freifahrten (ich berichtete und dokumentierte u.a. in diesem Thread).

Das perfide daran ist nun, dass z.B. MOIA beim Aufbau der geplanten Kapazität von 1000Wagen in HH selbst erheblich zum Verkehrskollaps beiträgt, sofern deren relativ ausgelastete Fahrangebote aus diversen Gründen wenig Akzeptanz finden. Erst diverse Fahrverbote, MOIA-Freifahrten u.a.m. würden die MOIA-Auslastung steigern und nur mithilfe von Subventionen überhaupt ertragreich machen.

Das wundergepriesene wirtschaftlichere "Zukunft-Vollautonomfahren" von z.B. MOIA ist lediglich ein Blender-Fake-Argument an die Subventionskasse und an die Öffentlichkeit, es mit der Vorkalkulation / den Betriebskosten immer gut gemeint zu haben. Denn ein theoretisches „Auto-Roboterfahren“ wird bereits JETZT preislich auf das Doppelte an Kosten hochgerechnet und ist schon anhand einer ersten wissenschaftlichen Studie (USA) nachvollziehbar belegt.

------------------------
Textquellen nachfolgend :arrow:
29. Mai 2019 Uber, Stauforschung, BerlKönig und die TU Berlin,von Yvonne Schleicher Kommentar verfassen
https://www.taxi-times.com/uber-staufor ... tu-berlin/
Dazu sei eine Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT) vom Dezember 2018 erwähnt, über die am 17.5. auf „24/7 Wall St., LLC“ ein Artikel veröffentlicht wurde. Dieser kommt zu dem gegenteiligen Schluss: Der Kilometerpreis bei autonomen Autos würde aus verschiedenen Gründen ungefähr doppelt so hoch liegen wie bei herkömmlichen Taxis.
--
Nebenbei erfahren wir vom Schweizer Tagesanzeiger, dass Prof. Dr. Kai Nagel von der Technischen Universität Berlin (Fachbereich Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik) zusammen mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) die Auswirkungen des BerlKönig-Projektes untersucht, um Entscheidungsgrundlagen für Politik und Verwaltung herauszuarbeiten. Herr Nagel wird folgendermaßen zitiert: „Auch unsere Modelle zeigen, dass dann Fußgänger und Radfahrer zu den neuen Verkehrsmitteln wechseln und so der Verkehr weiter zunimmt“. Er schlägt laut Tagesanzeiger vor, Staugebühren auf „anfälligen Strecken“ zu „stauträchtigen Zeiten“ zu erheben. Die Computersimulationen hätten ergeben, dass Menschen diese Gebühren vermeiden wollten und sich Staus so reduzieren ließen.
--
Anmerkung der Redaktion: Die Idee, bestimmte Verkehrsmodelle erst zuzulassen und dann mit Hilfe von Staugebühren die negativen Auswirkungen eindämmen zu wollen, ist schlicht absurd.
--------
10. Mai 2019 Fahrerlose Robotaxis kosten zweimal so viel pro Meile wie menschlich angetriebene Autos: MIT-Studie
(PDF-4S./engl) Driverless-Robotaxis-Cost-Twice-As-Much https://seekingalpha.com/article/426260 ... udy?page=1
---------
24,05,2019 Alternative zu Fahrverboten
Grüne und FDP ziehen Citymaut in Betracht
Gegenüber der Citymaut zeigen sich nun auch die Grünen und die FDP offen. Die Einführung der Gebühr soll das Fahren in der Stadt künftig "unattraktiver" machen. mehr... [ Forum ]
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/cit ... 69081.html
---------
Forderung des Städtetags. Kommunen sollen City-Maut testen dürfen
Wer in die Innenstadt fährt, zahlt. Der Deutsche Städtetag will, dass Kommunen eine City-Maut einführen können. Baden-Württemberg will Autofahrer dagegen anders zur Kasse bitten.
https://www.spiegel.de/auto/aktuell/sta ... 64305.html
------
Pilotprojekt in Hamburg: Bahn will Autofahrer von der Straße locken
SPIEGEL ONLINE - 18.07.2018
https://www.spiegel.de/reise/aktuell/ha ... 19025.html
Zuletzt geändert von alsterblick am 30.05.2019, 18:53, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von TaxiBabsi » 30.05.2019, 19:54

Steckt Eure Energien in die Modernisierung des eigenen Gewerbes anstatt sich um die anderen zu kuemmern.

Grotesk und aberwitzig, die knatternden Dieselstinker stehen unverändert an den Halteplaetzen und warten, warten und warten, erhöhen deswegen zudem die Tarif damit der Kunde das eigene Unvermögen weiter finanzieren soll.

Wer wundert sich hier noch ueber die invasionsartige Entstehung alternativer moderner Personenbefoerderer?
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von am » 30.05.2019, 22:04

Tja, Babsie. Taxi kostet, was es kosten muss.

Ich habe Gespräche mit Verkehrspolitikern geführt, die bereit wären, einen E-Taxitarif durchzusetzen, der spürbar über dem konventionell Angetriebener liegt.

Und nun kommst du
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Sascha1979 » 30.05.2019, 22:17

am hat geschrieben:Tja, Babsie. Taxi kostet, was es kosten muss.

Ich habe Gespräche mit Verkehrspolitikern geführt, die bereit wären, einen E-Taxitarif durchzusetzen, der spürbar über dem konventionell Angetriebener liegt.

Und nun kommst du
Vermutlich wird er dir erzählen:

„Verstehe. Andere Anbieter schaffen es alle mit ausschließlich E Autos UNTERHALB des Taxitarifes zu fahren.

Und Taxi möchte dafür MEHR Geld haben.“

Und ich würde dann sagen:
Korrekt. Weil der Tarif die tausenden Fahrer abdecken muss, die täglich 6-8 Stunden an den halteplätzen stehen um einen Auftrag zu bekommen.

Davon abgesehen.
E Taxis.
Für Taxi Fahrer.

Eine riesige Mehrheit der Taxi Fahrer lässt in Winter Stunden lang an der halte den Motor laufen um die Heizung zu nutzen, und exakt gleiches im Sommer für die Klima...
Zeige einem schlauen Menschen einen Fehler und er wird sich bedanken, zeige einem dummen Menschen einen Fehler und er wird dich beleidigen.
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von LRKN » 30.05.2019, 22:58

am hat geschrieben:Tja, Babsie. Taxi kostet, was es kosten muss.

Ich habe Gespräche mit Verkehrspolitikern geführt, die bereit wären, einen E-Taxitarif durchzusetzen, der spürbar über dem konventionell Angetriebener liegt.
Was eine absolute Katastrophe wäre. Wenn ein E-Taxi deutlich teurer wäre als ein normales kannst du das gleich knicken. Außerdem gibt es keinerlei Gründe dafür. Es gibt genug E-Taxis in Deutschland die unter den gültigen Taxitarifen wirtschaftlich arbeiten. Das wird dann auch in Lübeck gehen,

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Marvin
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Marvin » 30.05.2019, 23:32

TaxiBabsi hat geschrieben:Steckt Eure Energien in die Modernisierung des eigenen Gewerbes anstatt sich um die anderen zu kuemmern.

Grotesk und aberwitzig, die knatternden Dieselstinker stehen unverändert an den Halteplaetzen und warten, warten und warten, erhöhen deswegen zudem die Tarif damit der Kunde das eigene Unvermögen weiter finanzieren soll.

Wer wundert sich hier noch ueber die invasionsartige Entstehung alternativer moderner Personenbefoerderer?
Kinders, Kinders.
Das ist offenbar der gleiche Bot, der auch die meisten Zeitschriften schreibt. Überall das gleiche substanzlose Geschwafel. Von keinerlei Sachkunde getrübtes pseudogrünes Gute Laune Bla Bla. Perfektes Neusprech.

Mein Diesel knattert nicht und emittiert nicht mehr als eine Elektrokiste. Wenn ich Wartezeiten habe sind die in betriebsschwachen Zeiten. Das würde auch der beste (Achtung Zauberwort für alle die modern sein wollen) Algorithmus nicht verhindern, solange eine halbwegs akzeptable Verfügbarkeit angestrebt wird.

Es gibt außer den Taxen kein tragfähiges und kostendeckendes Konzept für Personenbeförderungen mit einem annähernden Komfort und annähernd umfangreichen Verbraucherrechten. Die „invasionsartig entstehenden alternativen, modernen Personenbeförderer“ (wuerg) sind lediglich Heuschrecken, die mit fremder Leute Geld eigentlich unbezahlbare Dienstleistungen derzeit zu Dumpingpreisen anbieten, um rechtschaffene Kleinunternehmer zu vernichten. Eine Wette auf das zukünftige Oligopol mit Seifenblaseninnovationen.

Die stumpfe Masse konsumiert, wo es am billigsten ist, ohne sich irgendwelche Gedanken über Konsequenzen zu machen. Nur die absoluten Deppen glauben an den Unsinn mit der neu erfundenen Mobilität. Surge pricing ist nicht modern, sondern im sensiblen Personenbeförderungssektor unmoralisch. Der Moia Kunde muss bis zu einer Viertelstunde bei Wind und Wetter draußen auf die Elektrokarre warten, bis er gnädigerweise stornieren darf. Wenn die kommt, sitzt er – sollte das Angebot annähernd kostendeckend sein - mit einem Haufen mehr oder weniger kompatiblen Gestalten auf Tuchfühlung. Kein Gepäck, keine Tiere und Schnauze halten. So steht es in den Geschäftsbedingungen. Das alles ist ungefähr so innovativ, wie die Einführung von Ventilatoren in modernen Schweinetransportern.

Sollte der alternative, moderne Personenbeförderer VW es irgendwann schaffen, kostendeckend zu fahren, wird das Angebot weder besonders günstig, noch komfortabel sein. Umweltfreundlich sind die Dreitonner ohnehin nicht. Dafür könnte es alternativlos sein, weil die Disruption des Kleingewerbes der simpelste Teil an dem Plan mit der größten Erfolgswahrscheinlichkeit sein dürfte.
"Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert."

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Pirat » 30.05.2019, 23:48

Überzeugungen brauchen Mehrheiten, so läuft das in der Demokratie...

Nur zu, Du schaffst das...
Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern... Konfuzius.

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Marvin » 31.05.2019, 00:17

Pirat hat geschrieben: Nur zu, Du schaffst das...
Ich bin zuversichtlich.
"Ich könnte dir deine Überlebenschancen ausrechnen, aber du wärst nicht begeistert."

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von am » 31.05.2019, 06:27

LRKN hat geschrieben:
am hat geschrieben:Tja, Babsie. Taxi kostet, was es kosten muss.

Ich habe Gespräche mit Verkehrspolitikern geführt, die bereit wären, einen E-Taxitarif durchzusetzen, der spürbar über dem konventionell Angetriebener liegt.
Was eine absolute Katastrophe wäre. Wenn ein E-Taxi deutlich teurer wäre als ein normales kannst du das gleich knicken. Außerdem gibt es keinerlei Gründe dafür. Es gibt genug E-Taxis in Deutschland die unter den gültigen Taxitarifen wirtschaftlich arbeiten. Das wird dann auch in Lübeck gehen,
Zur Zeit gibt es noch kein für den großstädtischen Schichtbetrieb wirtschaftlich darstellbares E-Taxi. Hinzu kommen Kosten für die Schaffung der Lademöglichkeiten, so diese dann am Betriebssitz des Unternehmers technisch überhaupt geschaffen werden können.

Im übrigen ist ein erhöhter E-Taxi Tarif natürlich widersinnig, das Angebot war jedoch ernst gemeint und es gab diesbezüglich sogar eine politische Anfrage bei der Lübecker Genehmigungsbehörde. So gab es auch die Idee, beispielsweise am Bahnhof, Vorzugstaxistände für E-Taxis vorzuhalten und konventionelle Taxis in die zweite Reihe abzuschieben.
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von am » 31.05.2019, 06:34

Sascha1979 hat geschrieben:
am hat geschrieben:Tja, Babsie. Taxi kostet, was es kosten muss.

Ich habe Gespräche mit Verkehrspolitikern geführt, die bereit wären, einen E-Taxitarif durchzusetzen, der spürbar über dem konventionell Angetriebener liegt.

Und nun kommst du
Vermutlich wird er dir erzählen:

„Verstehe. Andere Anbieter schaffen es alle mit ausschließlich E Autos UNTERHALB des Taxitarifes zu fahren.

Und Taxi möchte dafür MEHR Geld haben.“

Und ich würde dann sagen:
Korrekt. Weil der Tarif die tausenden Fahrer abdecken muss, die täglich 6-8 Stunden an den halteplätzen stehen um einen Auftrag zu bekommen.

Davon abgesehen.
E Taxis.
Für Taxi Fahrer.

Eine riesige Mehrheit der Taxi Fahrer lässt in Winter Stunden lang an der halte den Motor laufen um die Heizung zu nutzen, und exakt gleiches im Sommer für die Klima...
Falsch, siehe auch mein vorstehender Beitrag. In HH hat die „Prima Clima Mobil“ alle E-Taxen bereits wieder eingestampft, da wirtschaftlich nicht darstellbar. E-Taxen werden derzeit bestenfalls aus Imagegründen betrieben und durchgeschleppt.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.

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Jim Bo
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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Jim Bo » 31.05.2019, 12:38

Der Werbeslogan von MILES Mobility:
https://www.facebook.com/36202828747077 ... 530504680/
Damit du vorher weißt, was du bezahlst: Abrechnung nach Kilometer statt nach Minuten.
Nun ja, das Taxigewerbe macht es seit Jahren so und man sieht ja, dass die Taxi Preise variieren. Eine wirkliche Garantie auf feste Preise gäbe es nur, wenn man die Entfernung der Luftlinie misst und entsprechend danach einen Fahrpreis aushandelt.

Wäre natürlich eine dritte Möglichkeit einen Taxitarif zu erstellen. Entfernung ermittelt und pro 100 Meter 40 Cent, ergibt für 5 Kilometer 20 Euro Umsatz. Für 5 Kilometer braucht man 15 Minuten. Man hat also pro Stunde noch 45 Minuten Zeit weitere Touren zu erhalten. Man kann ja noch eine Grundgebühr von 5 Euro draufklatschen.

Da können die Taxifahrer fahren wie sie wollen.
Zuletzt geändert von Jim Bo am 31.05.2019, 12:43, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von eichi » 31.05.2019, 14:51

Zitat marvin:
Es gibt außer den Taxen kein tragfähiges und kostendeckendes Konzept für Personenbeförderungen mit einem annähernden Komfort und annähernd umfangreichen Verbraucherrechten. Die „invasionsartig entstehenden alternativen, modernen Personenbeförderer“ (wuerg) sind lediglich Heuschrecken, die mit fremder Leute Geld eigentlich unbezahlbare Dienstleistungen derzeit zu Dumpingpreisen anbieten, um rechtschaffene Kleinunternehmer zu vernichten. Eine Wette auf das zukünftige Oligopol mit Seifenblaseninnovationen.
Thumbs up!
Auf DINA7 drucken und jedem Fahrgast
nach der Fahrt in die Hand drücken!
Es ist so bequem, unmündig zu sein. (Immanuel Kant)

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Mamil » 01.06.2019, 21:45

Am geometrischen Problem kommt keiner vorbei...

https://twitter.com/PatKempBOCC/status/ ... 4219137024

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von LRKN » 02.06.2019, 11:53

am hat geschrieben: Zur Zeit gibt es noch kein für den großstädtischen Schichtbetrieb wirtschaftlich darstellbares E-Taxi. Hinzu kommen Kosten für die Schaffung der Lademöglichkeiten, so diese dann am Betriebssitz des Unternehmers technisch überhaupt geschaffen werden können.

Im übrigen ist ein erhöhter E-Taxi Tarif natürlich widersinnig, das Angebot war jedoch ernst gemeint und es gab diesbezüglich sogar eine politische Anfrage bei der Lübecker Genehmigungsbehörde. So gab es auch die Idee, beispielsweise am Bahnhof, Vorzugstaxistände für E-Taxis vorzuhalten und konventionelle Taxis in die zweite Reihe abzuschieben.
Was weißt du, was die Tesla Taxi Unternehmer in Deutschland nicht wissen?

http://harsefeld-taxi.de/tesla-taxi
https://www.welt.de/motor/petrolheads/a ... empft.html
https://www.autobild.de/artikel/tesla-m ... 93409.html (2013!)
https://www.teslataxi-bremen.de/
https://www.mittelbayerische.de/region/ ... 68106.html
https://www.tag24.de/nachrichten/zukunf ... esla-71629
https://www.teslataxi-aschaffenburg.de/

Meinst du wirklich, die sind alle zu dumm um wirtschaftlich zu arbeiten?

Das man Infrastruktur schaffen muss ist klar. Aber die Kosten sind extrem überschaubar. Einen 3-phasen Wechselstromanschluß kann dir jeder x-beliebige Elektriker in ein paar Stunden legen. Das reicht um ein E-Auto in 4-6 Stunden aufzuladen. Und die meisten Taxis stehen 4-6 Stunden irgendwann rum.

Aber die Aussage, dass es nicht wirtschaftlich nicht darstellbar ist, ist schlichtweg Falsch.

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Jim Bo » 02.06.2019, 12:24

LRKN hat geschrieben: Das man Infrastruktur schaffen muss ist klar. Aber die Kosten sind extrem überschaubar. Einen 3-phasen Wechselstromanschluß kann dir jeder x-beliebige Elektriker in ein paar Stunden legen. Das reicht um ein E-Auto in 4-6 Stunden aufzuladen.
Familienausflüge mit dem Auto gehören dann wohl der Vergangenheit an. Sehr fragwürdig, dass man auf diese Art die Luft in Städten sauberer machen will, aber die Pendler von außerhalb müssen darunter leiden. Von Berlin zum Bayrischen Wald ist mit einem E - Auto nicht möglich.

Mir fehlt bei dieser Problemlösung schlichtweg die familienorientierte Herangehensweise.
Zuletzt geändert von Jim Bo am 02.06.2019, 12:25, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von LRKN » 02.06.2019, 16:06

Jim Bo hat geschrieben:Familienausflüge mit dem Auto gehören dann wohl der Vergangenheit an. Sehr fragwürdig, dass man auf diese Art die Luft in Städten sauberer machen will, aber die Pendler von außerhalb müssen darunter leiden. Von Berlin zum Bayrischen Wald ist mit einem E - Auto nicht möglich.

Mir fehlt bei dieser Problemlösung schlichtweg die familienorientierte Herangehensweise.
Doch es ist möglich von Berlin in den bayrischen Wald zu fahren. Es gibt E-Auto Fahrer die fahren nach Südfrankreich mit ihren E-Autos. Es gibt Tesla Fahrer die sind von LA nach NY gefahren. 3500km...

Nur weil die die Vorstellung und offensichtlich auch die Kenntnisse fehlen heißt es nicht, dass es nicht geht. Und auch Pendler können E-Autos fahren. Für die ist es sogar noch viel einfacher als für Städter, weil die ihre Autos meist im eigenen Carport laden können.

Und echt mal: wie fragwürdig ist denn bitte die Aussage, dass es unzumutbar ist ein E-Auto aufzuladen aber für die Mitmenschen (Kinder, Säuglinge, Senioren, Atmenwegserkrankte) ist es absolut zumutbar, hochgiftige Schadstoffe von Verbrennungsmotoren einzuatmen?! Also das ist ja mal eine sehr fragwürdige familienorientierte Herangehensweise.

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von det » 02.06.2019, 18:27

LRKN hat geschrieben:
am hat geschrieben: Zur Zeit gibt es noch kein für den großstädtischen Schichtbetrieb wirtschaftlich darstellbares E-Taxi. Hinzu kommen Kosten für die Schaffung der Lademöglichkeiten, so diese dann am Betriebssitz des Unternehmers technisch überhaupt geschaffen werden können.
Im übrigen ist ein erhöhter E-Taxi Tarif natürlich widersinnig, das Angebot war jedoch ernst gemeint und es gab diesbezüglich sogar eine politische Anfrage bei der Lübecker Genehmigungsbehörde. So gab es auch die Idee, beispielsweise am Bahnhof, Vorzugstaxistände für E-Taxis vorzuhalten und konventionelle Taxis in die zweite Reihe abzuschieben.
Was weißt du, was die Tesla Taxi Unternehmer in Deutschland nicht wissen?
Meinst du wirklich, die sind alle zu dumm um wirtschaftlich zu arbeiten?
Das man Infrastruktur schaffen muss ist klar. Aber die Kosten sind extrem überschaubar. Einen 3-phasen Wechselstromanschluß kann dir jeder x-beliebige Elektriker in ein paar Stunden legen. Das reicht um ein E-Auto in 4-6 Stunden aufzuladen. Und die meisten Taxis stehen 4-6 Stunden irgendwann rum.
Aber die Aussage, dass es nicht wirtschaftlich nicht darstellbar ist, ist schlichtweg Falsch.
Sorry, aber das Überwiegende von Deinem Beitrag ist leider realitätsfern. Das wird sicherlich daran liegen, dass Du kein Taxiunternehmer bist und hier nur im theoretischen Raum argumentierst.
Was mir hier im Forum weiterhin aufgefallen ist, dass außer "Poorboy", keiner konkretes Zahlenmaterial geliefert hat. Was meinst denn Du, wie die Rechnung mit einem 80.000 Euro teuren Tesla aussieht? Meinst Du wirklich, man kann mit einem Tesla wirtschaftlich arbeiten? Das muss Du mir vorrechnen, da Du ja der Meinung bist, dass die Aussage, dass es wirtschaftlich nicht machbar ist, schlichtweg falsch ist. Ich wäre schon interessiert und würde mich auch gern überzeugen lassen. Aber dann bitte mit ganz konkreten Zahlen.

Du zeigst ja wenigstens schon mal die Einsicht, dass man die entsprechende Infrastruktur schaffen muss. Aber so wie Du Dir das vorstellst, gehst Du auch hier an der Wirklichkeit vorbei. Ein dreiphasiger Wechselstromanschluss für ein größeres Mietshaus, es muss ja noch nicht einmal ein Hochhaus sein, ist schlicht dummes Zeug. Allein die Physik wird Dich in Deinem Vorhaben aufhalten, wenn Du nicht rotglühende Leitungen haben willst. Und wie sollen diese Leitungen installiert werden? Irgendwie hast Du hier nicht zu Ende gedacht. Oder Du erklärst mir schlüssig, wie ich ohne Garagenstellplatz an meiner Straße, in der es keine öffentlichen Ladestationen gibt, das Ganze bewerkstelligen soll. Auch hier sehe Deiner Antwort mit Spannung entgegen.

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Beitrag von LRKN » 02.06.2019, 18:59

det hat geschrieben:
Sorry, aber das Überwiegende von Deinem Beitrag ist leider realitätsfern. Das wird sicherlich daran liegen, dass Du kein Taxiunternehmer bist und hier nur im theoretischen Raum argumentierst.
Was mir hier im Forum weiterhin aufgefallen ist, dass außer "Poorboy", keiner konkretes Zahlenmaterial geliefert hat. Was meinst denn Du, wie die Rechnung mit einem 80.000 Euro teuren Tesla aussieht? Meinst Du wirklich, man kann mit einem Tesla wirtschaftlich arbeiten? Das muss Du mir vorrechnen, da Du ja der Meinung bist, dass die Aussage, dass es wirtschaftlich nicht machbar ist, schlichtweg falsch ist. Ich wäre schon interessiert und würde mich auch gern überzeugen lassen. Aber dann bitte mit ganz konkreten Zahlen.

Du zeigst ja wenigstens schon mal die Einsicht, dass man die entsprechende Infrastruktur schaffen muss. Aber so wie Du Dir das vorstellst, gehst Du auch hier an der Wirklichkeit vorbei. Ein dreiphasiger Wechselstromanschluss für ein größeres Mietshaus, es muss ja noch nicht einmal ein Hochhaus sein, ist schlicht dummes Zeug. Allein die Physik wird Dich in Deinem Vorhaben aufhalten, wenn Du nicht rotglühende Leitungen haben willst. Und wie sollen diese Leitungen installiert werden? Irgendwie hast Du hier nicht zu Ende gedacht. Oder Du erklärst mir schlüssig, wie ich ohne Garagenstellplatz an meiner Straße, in der es keine öffentlichen Ladestationen gibt, das Ganze bewerkstelligen soll. Auch hier sehe Deiner Antwort mit Spannung entgegen.
Du machst den klassischen Fehler und betrachtest nur den Anschaffungspreis. Für jeden Unternehmer sollte klar sein, dass dann noch Folgekosten kommen. Und die sind beim E-Taxi geringer als beim Diesel. Weniger Verschleiß, weniger "Spritkosten", weniger Unterhaltskosten.

Du hättest dir auch einfach die Mühe machen können die verlinkten Artikel zu lesen. Steht alles drin. Aber ich lass mal zusätzlich die Tesla-Unternehmer sprechen:

https://www.youtube.com/watch?v=59OD9Gjk4PY
https://www.youtube.com/watch?v=il-2s8KmA0k

Aber die haben natürlich alle keine Ahnung und machen dicke Verluste....


Und wenn du mir sagst, wo du wohnst, dann sage ich dir auch wo die nächste Ladestation ist. Oder ist dir nicht zuzumuten, von der Ladestation nach Hause zu gehen?

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Re: MOIA & Co Plattformen: Perspektiven / Hintergründe

Beitrag von Jim Bo » 02.06.2019, 20:41

LRKN hat geschrieben: Oder ist dir nicht zuzumuten, von der Ladestation nach Hause zu gehen?
Und genau hier liegt ein Denkfehler. Wenn ein Auto 6 Stunden zum Laden braucht, dann sind das am Tag 4 Autos, die sich eine Ladestation teilen. Und du musst nicht davon ausgehen, dass diese 4 Autos auf einer Ladestation auch exakt so ihre Ladezeiten abgestimmt haben. Und du musst auch nicht davon ausgehen, dass ein Autofahrer sagen wir mal noch 2 Stunden wartet, bis der andere fertig ist.

Du kannst praktisch keine Infrastruktur schaffen, dass es soviele Ladestationen gibt, dass sich 4 Autos eine Ladestation teilen. Wenn du gut bist, kommst du auf 20 Autos pro Ladestation.

Mensch bei so vielen Ladestationen sieht man ja die Stadt schon aus dem Weltall heraus flimmern und flackern.

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