Fast bin ich soweit...

Der virtuelle Taxitreff.

Fast bin ich soweit...

Beitragvon thedriver » 13.04.2018, 14:28

Hallo zusammen!

Habe mich hier mal angemeldet, da ich schon seit Jahren immer wieder mal an den Punkt komme, dem Taxijob eine Chance zu geben. Und nun stehe ich wirklich ganz kurz davor, den P-Schein zu machen. Ich würde in einer Kleinstadt (70.000 Einwohner) arbeiten. Nun hab ich ein paar Fragen und es wäre top, wenn ihr mir den einen oder anderen Rat geben würdet :)

Also ich komme eigentlich aus nem komplett anderen (kaufmännischen) Bereich. Bin mir aber sicher, dass ich das nicht mehr machen möchte. 2 Jahre lang saß ich nun als "Bonsaitrucker" auf dem Sprinter und bin Nacht für Nacht ca. 1.000 Km für UPS & Co. quer durch Deutschland gefahren. Hat mir auch großen Spaß gemacht, weil ich einfach sehr gern Auto fahre und die Stimmung (Nacht, für mich sein...) sehr mochte. Aber meine alte Firma hat´s komplett übertrieben mit Schichten bis zu 18 Stunden, was mir einfach irgendwann zu brenzlig wurde.

Meine Fragen an euch (müsst natürlich nicht auf alles antworten, pickt euch was raus ;)

- Es hörte sich für mich so an, als seien die Arbeitszeiten auf der Taxe "relativ" flexibel. Ich würde sehr gern z.B. 4 x 12 Std. (meinetwegen auch 14 Stunden) arbeiten, hätte dafür aber nur eine 4-Tage-Woche. Einfach, um auch noch Lebenszeit für eigene Projekte / andere Dinge zu haben. Wie ist da eure Erfahrung so: Kann man da mit den meisten Chefs reden oder sind die Arbeitszeiten sehr straff?

- EIGENTLICH bin ich eine totale Nachteule und mir hat auch der Job als Overnight Kurier gut gefallen. Aber erstens ist das wohl auf Dauer nicht gesund und dann hab ich auch ehrlich gesagt etwas bedenken, Nachts als Taxler unterwegs zu sein. Das Klientel ist ja doch ein anderes. Ist es üblich, dass manche nur tagsüber fahren oder eher nicht?

- Ich bin jetzt kein total ängstlicher Typ, aber auch kein "Kampfsportler". Komme mit den meisten Leuten wirklich gut aus und hab auch irgendwie ein gewisses Talent, mich auf die Leute einzustellen / keine Konflikte entstehen zu lassen. Dass man ab und zu mit "komischen" Fahrgästen zu tun hat, ist mir klar. Aber wie oft kommt es tatsächlich vor, dass ihr richtig gefährliche Situationen erlebt, bedroht werdet usw.? Ist das eher selten oder gehört das zum Taxifahrer-Alltag?

- Stimmt es, dass die Mindestlöhne regelmäßig umgangen werden und wenn ja, wie sehr? Ich meine, wenn´s sich dabei um 3-4 Stunden pro Woche handelt... okaaaay^^ Aber für 7 € die Stunde arbeite ich im Jahr 2018 sicher nicht mehr.

- Gibt es so einen groben Richtwert, wie viel ein (freundlicher, zuvorkommender) Taxifahrer so an Trinkgeld "macht"? Klar, das hängt von der Anzahl der Fahrten / Schichten usw. ab. Aber könnt ihr mir so einen Anhaltspunkt nennen, ob es z.B. eher 10 oder eher 25 € in einer 12-Stunden-Schicht sind?

- Dann würd mich zuletzt noch interessieren, wie ihr euch so die Wartezeit vertreibt. Kommt es hin, dass der Job locker zu 50 % aus Wartezeit besteht? Also ich würde gern die Zeit nutzen, um an einem eigenen, nebenberuflichen Projekt zu arbeiten. Dass man während des Wartens mitm Lappi / Tablet in der Taxe hockt oder mal zwischendurch telefoniert, ist doch sicher möglich, oder? Falls man nicht grad mit den Kollegen ein Schwätzchen hält :)

Danke euch schon mal.

Schönes Wochenende und allzeit gute Fahrt!

Sebastian
thedriver
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Sascha1979 » 14.04.2018, 06:48

thedriver hat geschrieben:Aber meine alte Firma hat´s komplett übertrieben mit Schichten bis zu 18 Stunden, was mir einfach irgendwann zu brenzlig wurde.

Hast du nur deinen eigenen A*** gerettet oder wenigstens die Behörden darüber informiert?

thedriver hat geschrieben:Es hörte sich für mich so an, als seien die Arbeitszeiten auf der Taxe "relativ" flexibel. Ich würde sehr gern z.B. 4 x 12 Std. (meinetwegen auch 14 Stunden) arbeiten, hätte dafür aber nur eine 4-Tage-Woche. Einfach, um auch noch Lebenszeit für eigene Projekte / andere Dinge zu haben. Wie ist da eure Erfahrung so: Kann man da mit den meisten Chefs reden oder sind die Arbeitszeiten sehr straff?

Ich weiß nicht wie flexibel die Chefs sind, aber die Deutschen Gesetze sind da SEHR unflexibel.

Code: Alles auswählen
Arbeitnehmer dürfen grundsätzlich an einem Werktag nicht mehr als acht Stunden arbeiten (§ 3 Satz 1 ArbZG).


Code: Alles auswählen
In besonderen Ausnahmefällen darf der Arbeitgeber den Arbeitstag auf maximal zehn Stunden verlängern. Diese Zehn-Stunden-Grenze darf keinesfalls überschritten werden.


thedriver hat geschrieben:EIGENTLICH bin ich eine totale Nachteule und mir hat auch der Job als Overnight Kurier gut gefallen. Aber erstens ist das wohl auf Dauer nicht gesund und dann hab ich auch ehrlich gesagt etwas bedenken, Nachts als Taxler unterwegs zu sein. Das Klientel ist ja doch ein anderes. Ist es üblich, dass manche nur tagsüber fahren oder eher nicht?

Natürlich ist es - systembedingt - üblich, dass manche nur tagsüber fahren.



thedriver hat geschrieben:Stimmt es, dass die Mindestlöhne regelmäßig umgangen werden und wenn ja, wie sehr? Ich meine, wenn´s sich dabei um 3-4 Stunden pro Woche handelt... okaaaay^^ Aber für 7 € die Stunde arbeite ich im Jahr 2018 sicher nicht mehr.

Inoffiziellen Gerüchten nach bekommt nahezu niemand "echten" Mindestlohn, der ihn vorher nicht sowieso schon bekommen hat.

Offiziellen Artikeln nach sind über 50% der Taxi-Betriebe unplausibel.

thedriver hat geschrieben:Gibt es so einen groben Richtwert, wie viel ein (freundlicher, zuvorkommender) Taxifahrer so an Trinkgeld "macht"? Klar, das hängt von der Anzahl der Fahrten / Schichten usw. ab. Aber könnt ihr mir so einen Anhaltspunkt nennen, ob es z.B. eher 10 oder eher 25 € in einer 12-Stunden-Schicht sind?

Dir ist sicher klar, dass das von 0 bis unendlich schwanken kann. Aber nur, dass du mal überhaupt 'ne Zahl hast:
"Offizielle" Zahlen sagen, dass der Taxi-Fahrer pro Stunde im Schnitt 1,1 Fahrten à 11 € Umsatz hat, also ca. 12 € Umsatz / Stunde.

Je nachdem wann was und wie du fährst, hast du vielleicht 10% Trinkgeld auf den Umsatz.
Somit kommst du auf 1,20 € Trinkgeld / Stunde.

Von den 12 € Umsatz / Stunde darfst du häufig 40 - 45% behalten. Kannst also von ca. 5,40 € Arbeitslohn / Stunde + eben 1,20 € Trinkgeld ausgehen.

Du sagst Mindestlohn? Der wird dann auf dem Papier hingerechnet.


thedriver hat geschrieben:Dann würd mich zuletzt noch interessieren, wie ihr euch so die Wartezeit vertreibt. Kommt es hin, dass der Job locker zu 50 % aus Wartezeit besteht? Also ich würde gern die Zeit nutzen, um an einem eigenen, nebenberuflichen Projekt zu arbeiten. Dass man während des Wartens mitm Lappi / Tablet in der Taxe hockt oder mal zwischendurch telefoniert, ist doch sicher möglich, oder? Falls man nicht grad mit den Kollegen ein Schwätzchen hält :)

Korrekt, man sagt, dass Taxen im Schnitt weniger als die Hälfte ihrer Zeit besetzt fahren.
Du musst - beispielsweise am Taxi-Posten - unmittelbar abfahrbereit sein.
Da ist ein Tablet oder vielleicht sogar Laptop wohl kein Problem, solange du im Fahrzeug bist und ihn direkt zuklappst / wegsteckst.
Freundliche Grüße, ein TAXI-Kunde!
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon am » 14.04.2018, 06:56

@thedriver

Der User Sascha ist Privatier und nicht aus dem Taxigewerbe.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon ilkoep » 14.04.2018, 07:54

thedriver hat geschrieben:Ich würde in einer Kleinstadt (70.000 Einwohner) arbeiten. Nun hab ich ein paar Fragen und es wäre top, wenn ihr mir den einen oder anderen Rat geben würdet :)


Geh zum Bahnhof und frag die Kollegen :lol: . Dort gibt es Infos aus erster Hand.

Gewerbefremde Klugscheisser aus Dörfern am anderen Ende der Welt werden Dir hier nicht weiterhelfen.
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Sascha1979 » 14.04.2018, 08:07

am hat geschrieben:@thedriver

Der User Sascha ist Privatier und nicht aus dem Taxigewerbe.

Jo. Steht ja extra in meiner Signatur (zumindest dass ich kein Fahrer bin).

Aber von den Fahrern hat ihm ja keiner geantwortet.
Freundliche Grüße, ein TAXI-Kunde!
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Jim Bo » 14.04.2018, 08:47

Hallo Sebastian,

Was du erlebt hast, ist ja schon schlimm, aber wenn du einen ernstgemeinten Rat haben willst: Kein Job ist perfekt! Und du wirst immer Schwierigkeiten haben, wenn du nicht weißt, was du wirklich willst.

Und so erging es mir bis zu meinem 27. Lebensjahr. Nach Schule dachte ich mir Hauptsache Ausbildung. Nach der Ausbildung Hauptsache Job und mit dem Job Hauptsache Geld. Diese Denkweise brachte mich in die Arbeitslosigkeit, denn was war wirklich passiert. In der Schule hatte ich keine Ahnung, welcher Job überhaupt der Richtige für mich ist. Ich sah mir auf dem Zeugnis die Fächer an, in denen ich sehr gut war und entschied mich daraufhin, dass es irgendwas mit Naturwissenschaften sein muss. Der erste Arbeitsplatz war über eine Zeitarbeitsfirma mit Chance auf Übernahme in der Firma, wo ich beschäftigt war. Das Angebot kam auch, der Stundenlohn war auch höher, aber die Anzahl der vereinbarten Stunden deutlich weniger. Dass ich das abgelehnt habe, brachte mich zu ALG I und dann zu ALG II.

Dass ich den Personenbeförderungsschein gemacht habe, war kein Wunsch. Es war eher so eine Notlösung am schnellsten vom Arbeitsamt wegzukommen.

Taxi fahren ist zum Großteil eine psychische Belastung. Die ist genauso schlimm wie die körperliche beim Krankentransport und die psychische, wenn man zu lange arbeitet. Aber vor allem auf das Denken und Durchhaltevermögen kommt es an.

Du musst darüber nachdenken, was auf der Straße gerade passiert und was passieren könnte: Beobachtung und Reaktion auf das Verkehrsgeschehen

Du musst darüber nachdenken, wo Du in Deiner Arbeitszeit viele Touren bekommst.

Und du musst darüber nachdenken, dass die Kunden auch bezahlen. Das bestimmt unter anderem, dass du ein Feingefühl bekommst, wie der Kunde zufrieden ist und wie man einen Kunden zufrieden bekommt. Nicht jeder Kunde gewährleistet dir Umwege und wieder andere Kunden wollen nicht den kürzesten Weg. Zufriedene Kunden geben Trinkgeld. Unzufriedene dagegen wollen von dir Geld zurück.

In erster Linie geht es beim Taxi wirklich nur darum so viele Touren wie möglich und umso weniger unzufriedene Kunden. Das bestimmt, wie erfolgreich du bist. Um Geld sollte man sich keine Gedanken machen, denn wenn du eine unlukrative Tour ablehnst, könntest du weitere lukrative Touren verpassen, da du nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort warst.

Ich bin kein Taxifahrer mehr, weil ich ein Mittelmaß zwischen körperliche und psychische Belastung gefunden habe. Zugegeben den Sonderfahrdienst gibt es nur in Berlin, aber vielleicht hast du Interesse am Schülertransport. Das ist so ähnlich.
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Grossraum » 14.04.2018, 09:37

Sascha und TaxiBabsi sind ein und dieselbe Person, meiner Vermutung nach.
Es waren beide noch nie zur selben Zeit online.
Mal war Sascha angemeldet, TB war weg, dann andersrum TB da und Sascha weg.
Naja, mir ehrlich gesagt wurscht.
Gute Nacht Mrs. Ochmonek, wo immer Sie sein mögen
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon AsphaltRunner » 14.04.2018, 10:02

thedriver hat geschrieben:
- Stimmt es, dass die Mindestlöhne regelmäßig umgangen werden und wenn ja, wie sehr? Ich meine, wenn´s sich dabei um 3-4 Stunden pro Woche handelt... okaaaay^^ Aber für 7 € die Stunde arbeite ich im Jahr 2018 sicher nicht mehr.

Wie überall gibt es im Taxigewerbe auch geschriebene und ungeschriebene Geetzte. Gehe in deiner Stadt zu einem Taxiunternehmer und stelle ihm die Gretchenfrage: Totmanntaste oder nicht?
Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Sascha1979 » 14.04.2018, 11:33

Grossraum hat geschrieben:Sascha und TaxiBabsi sind ein und dieselbe Person, meiner Vermutung nach.
Es waren beide noch nie zur selben Zeit online.
Mal war Sascha angemeldet, TB war weg, dann andersrum TB da und Sascha weg.
Naja, mir ehrlich gesagt wurscht.

Und das ist dein Indiz, ehrlich?

Soll ich als Gegenbeweis mit 10 von mir erstellten Profilen gleichzeitig online gehen?
Mit verschiedenen Browsern?

Oder einmal auf dem iPad, einmal auf dem iPhone und einmal auf dem Laptop?

Ich bin Seite Monaten in anderen Zeitzonen als ihr.
Wenn ihr abends online geht, schlafe ich,

Wenn ich morgens hier rein schaue, schlaft ihr!
Freundliche Grüße, ein TAXI-Kunde!
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Grossraum » 14.04.2018, 13:11

Ist mir sch*** du billiger ***.
Aber halte dich doch einfach hier raus.
Das schont unser aller Nerven.
Sowas wie dich primitive Kreatur hat bis jetzt, glaube ich, noch keiner erlebt.
Grossraum
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Sascha1979 » 14.04.2018, 13:49

Grossraum hat geschrieben:Ist mir sch*** du billiger ***.
Aber halte dich doch einfach hier raus.
Das schont unser aller Nerven.
Sowas wie dich primitive Kreatur hat bis jetzt, glaube ich, noch keiner erlebt.

Ignoriere mich oder blockiere mich.

Im Gegensatz zu (fast) allen anderen hier habe ich inhaltlich dem
Frage steller weiter geholfen.
Freundliche Grüße, ein TAXI-Kunde!
Sascha1979
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Guter_Kollege » 15.04.2018, 16:18

Entschuldige bitte mal, wenn ich mich wieder hier anmelde (was nur noch sehr selten vorkommt) um einen Kommentar auf Deinen Post loszuwerden.
Aber bei sowas geht mir echt die Hutschnur hoch....
Zitat "Aber meine alte Firma hat´s komplett übertrieben mit Schichten bis zu 18 Stunden, was mir einfach irgendwann zu brenzlig wurde."

Wann irgendwann wurde Dir das zu brenzlig? Als Du das erste Mal in deinem Leben vom Arbeitszeitgesetz gehört hast, oder als es Dir nach jahrelanger Praxis
irgendwann schlicht zuviel Arbeit wurde, Dir bis dahin der gute Verdienst aber wichtiger war?
Und nun möchtest Du wieder 12 bis 14-Stunden-Schichten fahren? Ja, GEHÖRT hast Du vielleicht mal vom Arbeitszeitgesetz; GELESEN hast Du es sicher nicht.

"Stimmt es, dass die Mindestlöhne regelmäßig umgangen werden und wenn ja, wie sehr? Ich meine, wenn´s sich dabei um 3-4 Stunden pro Woche handelt... okaaaay"

Wie sehr hätte der Herr denn gerne das MiLoG zurechtgebogen, damit es noch so eben in seine Vorstellungen passt?
Dein Verhalten und Deine Denke ist leider mit dafür verantwortlich das es sowenig Solidarität und so unhaltbare Zustände in der KEP Branche - aber nicht nur da - gibt.
Ich fürchte, als Arbeitnehmer bist Du kein Gewinn für die Taxibranche.
Guter_Kollege
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Sascha1979 » 15.04.2018, 19:21

Guter_Kollege hat geschrieben:Entschuldige bitte mal, wenn ich mich wieder hier anmelde (was nur noch sehr selten vorkommt) um einen Kommentar auf Deinen Post loszuwerden.

Auch ich erlaube mir mal etwas, was ich nahezu immer vermeide, Off-topic:

Lieber Guter Kollege,
ich würde deine häufigere Rückkehr sehr begrüßen!
Deine Beiträge waren immer eine Bereicherung hier und dein Fehlen fällt deutlich auf.
Freundliche Grüße, ein TAXI-Kunde!
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Löwenzahn » 15.04.2018, 21:15

Guter Kollege hat geschrieben:Ja, GEHÖRT hast Du vielleicht mal vom Arbeitszeitgesetz; GELESEN hast Du es sicher nicht.


Das Problem ist die Praxis. Arbeitet man zum Beispiel in der Produktion, dann leistet man 8 Stunden ab, hat aber zwischendurch seine 45 Minuten Pause und ist damit 8 Stunden und 45 Minuten am Arbeitsort. Ein Taxifahrer, der 10 Stunden auf der Taxe sitzt, muss nach eigenem Ermessen mindestens 45 Minuten Pause machen. Die Arbeitszeit liegt dann bei 9 Stunden und 15 Minuten, was nach Arbeitszeitgesetz noch in Ordnung wäre, wenn es mal vorkommt. Der Taxifahrer muss also selbst abschätzen können, wann er eine Schicht beginnt, wann er eine Schicht beendet und wann er eine entsprechend lange Pause einlegt. Sitzt ein Taxifahrer also 12 Stunden ab, muss er am besten nach 4 Stunden Arbeit 4 Stunden Pause einlegen und anschließend wieder 4 Stunden arbeiten. Auch das System wäre nach Arbeitszeitgesetz denkbar, da nach der letzten kurzen Schicht weitere 12 Stunden Ruhezeit vorhanden sind.

Der Knackpunkt liegt darin, wem man es denn ankreiden will, wenn der angestellte Taxifahrer diese Pausenzeit nicht einhält.
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Re: Fast bin ich soweit...

Beitragvon Löwenzahn » 15.04.2018, 21:50

Und überhaupt sollte eine Pausentaste am Taxameter so programmiert sein, dass sie bei einmaligen Drücken eine Pause beginnt und bei erneuten Drücken diese wieder beendet.

Wer ist also Schuld daran, dass bei Nichtbetätigen nach Zeitintervall das Taxameter automatisch auf Pause springt, dadurch die erbrachte Arbeitszeit manipuliert werden kann und der Mindestlohn unterschritten wird?

Mangel an Solidarität unter Fahrern ist nur eine Hälfte dieses Desaster.
Löwenzahn
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