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Ich lehne Touren ab!!
Verfasst: 10.12.2005, 08:31
von Poorboy
Hi @ all,
provozierende Headline, nicht wahr??
Aber mal im Erst, heute habe ich wieder einen schwarzafrikanischen Kollegen aufgeschrieben, den ich zu Anzeige bringen werde (mit Zeugen), weil er vom Bahnhof eine Kurztour zu einem Hotel abgelehnt hat. Fahrgäste waren ankommende Touristen mit Gepäck, die dann nach seinen Anweisungen brav zu Fuß loslatschten. Die Tour hätte etwa € 5,- gebracht.
Aber ich selbst lehne jetzt auch Touren ab. Und zwar von jungen Männern, vorwiegend Ausländer, bekleidet mit billigsten Wall-Mart-Plunder, die von der bekannten Hamburger Vergnügungsmeile in weit entfernte Asozialen-Siedlungen gefahren werden möchten.
Zwar bin ich noch nie überfallen worden, aber Türken (einmal auch Deutsche), die aus dem Auto springen und wegrennen kenne ich zu Genüge. Wohl gemerkt, es dreht sich hier nur um optisch erkennbare "Strategen", die dann auch noch in übelste Stadtviertel wollen.
Zeiht mich also nicht des Rassismus!!!
Besonders liebe ich schwarzafrikanische Asylanten, die nicht einmal die Polizei fürchten, weil von ihrem Taschengeld ohnehin nichts zu pfänden ist.
Die Krönung war ein "Held" aus Ghana, der, nachdem ich nach einer Irrsinnsfahrt durch die Stadt die Weiterfahrt ohne Vorkasse verweigert habe, mich auch noch bei der von mir gerufenen Polizei anzeigen wollte,
weil ich ja "beförderungspflicht" hätte.
Eure Meinungen bitte
Poorboy
Re: Ich lehne Touren ab!!
Verfasst: 10.12.2005, 09:42
von homer
Hei Poorboy -
in der Tat zu beiden Problemen meinerseits weitgehende Zustimmung weil beides ganz oben auf die Liste der Dinge gehört die mir einen derart dicken Hals verursachen daß ich - jedenfalls für Hamburg unter den aktuellen Bedingungen - in Sachen Taxifahren erstmal das Handtuch geworfen habe.
Der erste Punkt - Ablehnung von Touren, vor allem vom vom Halteplatz aus unter den fadenscheinigsten Gründen - ist da wohl noch am Einfachsten abzuhandeln. Ich halte es für vollkommen richtig und notwendig diese Sorte von Kollegen per Anzeige und Beschwerde auszusortieren soweit das möglich ist und würde mir wünschen daß mehr Leute sich diese Mühe machen. Teilweise scheint mir das aber gar nicht so einfach zu sein. Am Posten ZOB beispielsweise habe ich mehr als einmal erlebt daß nicht etwa ein Kollege eine "zu kurze" Tour verweigerte sondern gleich drei, vier Kollegen hintereinander. In dem Fall war denen ein Funktaxi hinter ihnen sehr recht für die Entsorgung der zu billigen Tour und sie waren sich offensichtlich auch nicht im mindesten im Klaren darüber wie asozial und ordnungswidrig ihr Verhalten war. Ganz im Gegenteil bestand da offensichtlich die tiefe Überzeugung mit mehreren Stunden Wartezeit nun auch einen Anspruch erworben zu haben sich eine lukrative Tour aussuchen zu können. Es ist mir an dem Posten sogar schon aufgefallen daß frei vorbeifahrende Taxen von den dort postierten "Experten" angehalten wurden um so eine Kurztour abzuschieben und selbst in der "Pole Position" auf dem Posten zu bleiben.
Gerade bei solchem Verhalten zeigt sich m.E. besonders deutlich in wie hohem Masse in diesem Sektor des Gewerbes funktionierende Ordnungsgremien vor allem auch des Gewerbes selbst fehlen. Wer solche Schoten bei einer vernünftigen Funkzentrale probiert kann sich im allgemeinen ziemlich schnell ein anderes Betätigungsfeld suchen, auf jeden Fall wenn er eine Reihe derartiger Beschwerden auslöst. Das gilt keineswegs nur für den Hansi sondern wird bei praktisch allen Funkvermittlungen so gehandhabt - nur die lieben Kollegen aus der Graupenfraktion können sich das erlauben und sicher sein daß ihnen die Behörde sowieso kaum etwas tun kann zumal sie das ja letztlich auch kaum will. Obendrein reagieren die richtig Abgebrühten unter den Kollegas auf solche Anzeigen nicht etwa mit korrektem Verhalten sondern nur mit etwas geschickteren Ablehnungs-Strategien : Da hat dann am Posten Hachmannplatz der Kollege leider noch nie gehört von einer Adenauerallee in Hamburg...
Das zweite Problem würde ich etwas differenzierter sehen wollen. Ein besonders hohes Überfallrisiko sehe ich gerade bei der Klientel zum Beispiel aus Asylbewerberunterkünften eher nicht und würde da zwischen der Zechprellerei und der wesentlich schlimmeren Raubkriminalität schon ganz deutlich unterscheiden. Gerade bei langen, teureren Fahrten habe ich und würde ich bei konkretem Verdacht regelmässig eine Vorauszahlung verlangen - bei Touren nach außerhalb sowieso immer.
Solche Dinger wie der Fahrgast der einem Nürnberger Taxifahrer in der Stresemannstraße ohne Bezahlung abhanden kam sind eigentlich nur möglich wenn der Kutscher dem Zechpreller da ganz ausserordentlich dusselig den Weg ebnet. Mein Eindruck ist allerdings daß dieses Delikt vor allem bei jüngeren Leuten einen verdammt heftigen Aufwärtstrend hat.
Die zweite Erfahrung brutal und heimtückisch überfallen zu werden habe ich dummerweise auch hinter mir. Zum einen ist das wirklich ein völlig anderes Level, zum anderen gibt es gegen schnelle, überraschende Gewalt gegen den Taxifahrer nahezu keine wirkliche Gegenwehr. Die beiden "lieben Jungs" die mich überfallen und schwer verletzt haben wußten genau was sie taten und hatten das trotz ihres jugendlichen Alters auch vorher schon wiederholt erfolgreich gemacht - aber das ist eine Klientel gegen die m.E. ohnehin nur wesentlich aufwändigere Sicherheitstechnik ein wenig helfen kann (Videoüberwachung, Funk- und GPS-gestütze Ortung des Taxis in Verbindung mit einer Funk-Alarmanlage, vor allem aber eine solide, gut funktionierende Taxenzentrale die sich nicht nur als Tourenmakler versteht). Eine absolute Sicherheit gegen Gewaltkriminalität gibt es aber nunmal nicht, man kann lediglich Vorsorge treffen (zum Beispiel alles tun um die Bargeldbestände im Auto zu verringern - auch ein sehr wesentlicher Grund Kartenzahlungen und Verrechnungsfahrten zu akzeptieren) und sich vorsichtig verhalten. Das Risiko bleibt.
homer
Verfasst: 10.12.2005, 11:53
von birdie
Hey poorboy,
du hast zwei Problemsituationen angesprochen.
Ad 1: Diese Beförderungsverweigerung (oder auch nur das Gemurre wegen der Kurtfahrt, das reicht auch schon) ist m.E. das schlimmste Vergehen eines Fahrers überhaupt. Viel schlimmer als die Präsentation eines verschmutzten oder alten Taxis zum Beispiel.
Ad 2: Da kann ich nicht ganz konform gehen mit dir. Das ist zweifellos nicht korrekt. Ich erinnere mich an arme Hunde, die am Münchner HBF ankamen ohne Geld und mit nichts als einem Zettel "Exil", weil sie offenbar "Asyl" nicht schreiben konnten. Diese habe ich nicht selten gratis gefahren, und selbst wenns die falsche Asylunterkunft war, habe ich sie noch zu einer anderen gefahren.
Verfasst: 10.12.2005, 14:15
von yellow
Ich habe auch schon Kollegen bei der Ablehnung einer Kurztour erwischt und bei der Taxenstelle angezeigt. Und ich werde das weiterhin machen.
Des weiteren habe ich volles Verständnis dafür, wenn man bestimmte Fahrgäste nicht befördern will. Denn jeder macht so seine Erfahrungen - und wer seine Erfahrungen nicht auswertet ist eigentlich ziemlich blöde. Wahrscheinlich macht das jeder, spricht aber nicht drüber - vielleicht auch besser so.
Verfasst: 10.12.2005, 21:12
von obtaxi
Genau, diese Türken zahlen nicht und schwarze haben nichts. Gibt es eigentlich nicht solche Aufkleber fürs Auto, wo man von weiten sieht das diese Gestalten bzw. Rassen unerwünscht sind? Die könnten wir uns doch auf die Scheiben kleben, oder ?
Manchmal, wenn ich euch schreiben oder andere reden höre, wundere ich mich nicht, wie wir Taxifahrer in der Öffentlichkeit gesehen werden. Nähmlich als Arbeitslose die nichts anderes gefunden haben und nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.
Ich fahre seit 7 Jahren Taxi und bisher haben mir 4-5 Fahrgäste die Kohle nicht bezahlt oder sind abgehauen. Und es waren ausschliesslich Deutsche.
Wünsche euch schnelle Genesung, denn ganz gesund seit ihr ja wohl nicht.
Verfasst: 10.12.2005, 23:13
von yellow
Ja ja, jeder macht so seine Erfahrungen.
Verfasst: 10.12.2005, 23:33
von birdie
Yellow, es kommt nicht auf die Erfahrungen an, sondern auf das Beispiel, das man gibt. Außerdem besteht nun mal Beförderungspflicht.
In München war ich immer bekannt für nächtliche "Risikofahrten", die Kolllegen gerne an mich abgetreten haben. Gerade die sind immer gut gegangen, und mit diesen "suspekten" Fahrgästen hatte ich auch immer die größte Gaudi. Und auf letztere kommts in unserem job doch letztendlich an.
Verfasst: 10.12.2005, 23:49
von homer
Dem Kollegen obtaxi muß ich ein Stück weit Recht geben daß man mit Pauschalierungen ganz vorsichtig sein sollte. Da ist nach meinem Geschmack dem Kollegen Poorboy auch in früheren Beiträgen schon ein bueschen der Vorwurf einer gewissen Ausländerfeindlichkeit zu machen gewesen.
Dummerweise hat er aber eben auch ein gutes Stück weit Recht mit dem was er sagt und da macht eben mit der Zeit jeder so seine Erfahrungen. Auch mir sind im Laufe jahrzehntelanger Fahrertätigkeiten einige Fahrgäste entfleucht ohne zu löhnen - der erste dicke Hund war ein Bundeswehrsoldat in Uniform und das waren imerhin nette 75,- DM, das war ja durchaus mal richtiges Geld.
Vor allem in Hamburg habe aber auch ich leider mit der Zeit die Erfahrung machen müssen daß aus einer bestimmten Szene besonders viel derartige Versuche kommen und da sind nunmal leider ausländische Jugendliche überrepräsentiert. Auch und gerade bei aller politischen Korrektheit ist nicht wegzudiskutieren daß beispielsweise schwarzafrikanische "jugendliche" Drogenhändler in Hamburg massiv in den Bereichen St.Georg und Sternschanze auftreten - das zu leugnen tut niemandem einen Gefallen, am wenigsten anderen Schwarzafrikanern.
Außerdem muß man sich selbstverständlich als Kutscher allen seinen Fahrgästen gegenüber gleichmässig korrekt benehmen. Das darf nun allerdings nicht heißen daß man es Gangstern wie den beiden heranwachsenden Drogenabhäbgigen die mich und noch zwei weitere Kollegen sowie etliche andere Opfer platt gemacht haben auch noch leicht machen sollte - und dabei ist es im übrigen völlig egal ob solche Gestalten nun einen ukrainischen und einen mazedonischen Pass besitzen wie in meinem Fall oder ob sie aus Norwegen, Sri Lanka, Bayern, Oberhausen, Hamburg oder von mir aus vom Melmac stammen
homer
Verfasst: 11.12.2005, 00:07
von yellow
Na ja, wie gesagt, jeder macht seine Erfahrungen und reagiert darauf auf seine Art.
Verfasst: 11.12.2005, 12:32
von obtaxi
Also, ich fahre auch nicht gern Schwarzafrikaner oder Albaner. Doch anders behandeln tue ich Sie nicht, wenn die sich unterhalten wollen tue ich das auch. Aber man kann doch als Taxifahrer nicht einfach die Fahrt ablehnen. Wo führt so eine Haltung denn hin?
Verfasst: 11.12.2005, 21:44
von homer
Die Hamburger Taxenordnung kann natürlich eine Ablehnung einer Tour nicht grundsätzlich erlauben.
Das ist prinzipiell nur zulässig soweit das Gesetz (PBefG) da Einschränkungen der Beförderungspflicht macht.
Insofern ist der Titel dieses Threads natürlich eine beabsichtigte "Provokation". Ich denke aber nicht daß der Kollege Poorboy als angehender Unternehmer da wirklich die Beförderungspflicht als solche in Frage stellen möchte, ich denke er weiss sehr gut daß man damit den ÖPNV-Ast absägen würde auf dem nahezu das gesamte Gewerbe sitzt oder an dem es sich zumindest gerne festklammern möchte
Es ist aber wie Poorboy völlig richtig schreibt möglich sich zur Sicherheit vor Fahrtbeginn eine Vorauszahlung durch den Fahrgast geben zu lassen wenn man es mit unsicheren Kandidaten zu tun hat.
In der Hamburger Verordnung heisst es dazu wörtlich :
§ 4 Zahlungsweise
(1) Das Beförderungsentgelt ist nach Beendigung der Fahrt zu entrichten.
Die Taxifahrerin oder der Taxifahrer kann jedoch bei konkretem Verdacht der Zahlungsunfähigkeit des Fahrgastes schon vor Antritt der Fahrt als Vorauszahlung die Entrichtung eines dem voraussichtlichen Beförderungsentgelt entsprechenden Betrages verlangen.
homer
Verfasst: 11.12.2005, 23:28
von N8tfahrer
Guter Hinweis ! ...aber je länger du auf´m Bock sitzt, desto mehr Menschenkenntnis eignest du dir an......Touren die mit erheblichen Stress verbunden sind oder mit der Flucht des Fahrgastes enden bewegen sich bei mir im Promillebereich (2003-2005 gar keine). Besser is nicht jeden einzuladen...oder bei 5 Euro rauszuschmeissen.
Verfasst: 12.12.2005, 03:26
von Poorboy
Es ging mir nicht um Promillebereich oder nicht.
In meiner gut einjährigen Taxifahrer-Karriere (Ja, "Tampontaxi" ich komme auch aus einem anderen Job) hatte ich fünf Mal das Gefühl, es würde Probleme bei der Bezahlung geben. Und genau vier Mal lag ich richtig.
Meine Frage: Wie gehen andere Taxifahrer damit um.
Übrigens beurteile ich Menschen nicht nach ihrer Hautfarbe, bin also kein Rassist. Auch Ausländerfeindlichkeit kann mir niemand unterstellen. Ich habe absolut nichts gegen Dänen, Franzosen, Schweden, Norweger etc.
Allerdings hasse ich gewisse Kulturkreise. Einmal die "Ehrenmänner", die mit einem albernen Götzen als Vorwand ihre Frauen und Töchter wie persönliches Eigentum behandeln und dann Menschen, die den Begriff "Sozialpartner" nur auf die paar Stammesgenossen aus den Nachbarhütten anwenden.
Was jenseits der Dorf- oder bestenfalls Stammesgrenze lebt, gilt affengleich und darf belogen und betrogen werden.
Poorboy
Verfasst: 12.12.2005, 03:57
von Perutz
Gute einstellung Poorboy!
Dann fahr ich eben deine Fahrgäste, denn ich bin ein Taxifahrer und keine Memme.
Vieleicht bist du auch nur noch nicht professionell genug um mit "Ehrenmännern und Hüttenbewohnern" umzugehen.
Allerdings hasse ich gewisse Kulturkreise
Im übrigen würde ich dich schon als rassisten bezeichnen.
Verfasst: 12.12.2005, 04:25
von Poorboy
Mag sein,
aber letzte Woche war ich immerhin schon professionell genug, sechs Neo-Nazis zur ihrer Sonnenwend-Feier zu fahren und Stunden später auf Handy-Ruf auch wieder abzuholen.
Da waren sie aber schon so besoffen, dass ich sie einzeln einsammeln musste. Bei dieser Aktion habe ich mir erlaubt, die Uhr einzuschalten.
Die Hinfahrt hat also € 35,-, die Rückfahrt € 62,- gekostet.
Dennoch erlaube ich mir, auch dieses *** zum Kotzen zu finden!!!
Mir ist eben Rasse oder Nationalität sch***,
Mir liegt der Philosoph Emanuel Kant. Seine Weisheit: "Behandle jeden Menschen so, wie du selbst behandelt werden möchtest!"
Nicht tolerierbar sind für mich Stammesdenken à la Neandertaler und finsterer mittelalterlicher Aberglaube.
Poorboy
Verfasst: 12.12.2005, 15:24
von birdie
Dringende Bitte an poorboy: denk noch mal drüber nach.
um bei Kant mal zu bleiben
Verfasst: 12.12.2005, 15:29
von der Clown
lieber poorboy,
Deine Einstellung mag vielleicht nicht so extrem ausfallen wie es Deine Formulierungen hier tun, aber unterzieh doch gerade diese mal der praktischen Vernunft. Bei der Bewertung der Fahrgäste unterscheide ich nicht so sehr zwischen den Kategorien, sondern versuche so weit es geht jeden einzend zu bewerten. Ich kann ja auch nicht behaupten, dass alle detschen Taxifahrer rechtsradikal sind, nur weil einzelne dazu tendieren, beziehungsweise gelegentlich durch gewisse Äußerungen damit in Verbindung gebracht werden können. Auch wenn gewisse beobachtbare Verhaltensweisen sich bei den verschiedenen Kundensegmenten oder auch -kategorien sich häufen und sich zu einem vorläufigen Urteil hervorheben können, sollte meines Erachtens eine Einzelfallbewertung immer Vorrang haben. Schon desöfteren habe ich auch Kunden im Taxi gehabt, die nach Fahrtende meine Vorurteile widerlegt haben. Dann kommen wieder welche aus derselben Kategorie ins Taxi und enttäuschen ich wieder. Den richtigen Umgang mit Kunden (auch mit denjenigen, die es eigentlich gar nicht wert sind) erlerne ich immer aufs neue prozeßhaft. Das stetige Ausbalancieren zwischen Respekt dem Kunden gegenüber und dem notwendigen Respekt mir gegenüber ist für mich eines der spannensten Momente beim Taxifahren. Und wenn jemand rausfliegt, dann hat er selber dafür gesorgt und nicht seine Herkunft. Im Falle vom Vorbeifahren oder dem Ablehnen bei zweifelhaften Personen entscheide ich aus der Situation heraus. Dabei spielen gewisse kategorische Eindrücke auch eine Rolle. Sie sind aber nicht alleinentscheidend und ich würde diese bei meiner Bewertung auch nicht sonderlich hervorheben, sondern diese immer im Kontext zur Situation sehen wollen. Manchmal muß ich spontan entscheiden und kann anschließend nur über die Situation und meine Entscheidung nur resümieren. Daraus kann ich aber auch schon Erfahrungswerte fürs nächste Mal sammeln.
Wichtig sind für mich folgende Punkte:
bei schnellen Entscheidungen: Achte auf dein Gefühl, ein gesunder Instinkt ist lebensnotwendig und so auch immer begründbar
wenn ein zweifelhafter Fahrgast schon drin ist: bau eine Beziehung zu diesem auf und ziehe jede Information aus seinen Reaktionen und seinen Verhaltensweisen. Bekomme ich nicht den notwendigen Respekt eines Dienstleisters (klingt etwas paradox) und stellt für mich eine Gefahr oder ein Arbeitshindernis dar, werde ich ihn damit konfrontieren müssen. In dieser Konsequenz gibt es natürlich wieder graduelle Abstufungen. Wenn ich ihn mit meinem Vorwurf konfrontiere, habe ich noch die Hoffnung auf Besserung. Sehe ich keine Hoffnung, wandel ich meinen Vorwurf gleich in eine entsprechende Handlung um, teilweise auch ohne den Vorwurf ihm gegenüber geäußert zu haben. Priorität hat für mich die Unversehrtheit und eine schnellstmögliche Wiederaufnahme der Arbeit. Erst danach kommt mein Anspruch auf zu leistender Aufwandsentschädigung seitens des Fahrgasts
Verfasst: 12.12.2005, 15:48
von N8tfahrer
@ Clown....
.....dem habe ich nix hinzuzufügen, ausser.....
desweiteren gibt es zahlreiche Polizeireviere die unsereins unauffällig ansteuern kann um dort die "Problemfälle" zu entsorgen. Ich habe damit beste Erfahrungen gemacht. Oder wenn die Zeit nicht reicht einen der noch breiter gestreuten Taxenstände ansteuern.....
Verfasst: 13.12.2005, 16:54
von yellow
Ja, immer die Reihenfolge einhalten : Erst das Loch graben, dann reinfallen, dann den Deckel drauf.
Allerdings, wenn man die, auf Grund gewisser Erfahrungen denkbaren Löcher umgeht, macht man vielleicht den einen oder anderen kleinen Umweg, lebt aber irgendwie gesünder.
Oder andersrum ausgedrückt : Ein Liberaler ist ein Konservativer, der noch nicht überfallen wurde.
Verfasst: 14.12.2005, 03:02
von N8tfahrer
Lieber Weihnachtsmann, wie belieben ?!?