Die Hamburger Stau-Illusion

Verlagerung der Postengespäche in das Internet.

Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon jr » 01.02.2019, 18:34

An schlechten Tagen in Hamburg ist es wie an normalen in München

https://www.zeit.de/2019/06/autoverkehr ... -autostadt
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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon am » 01.02.2019, 21:54

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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon jr » 02.02.2019, 00:12

Als ich den Link setzte, stand noch kein Z+ darüber.

Kurz: Aus Navidaten werden Geschwindigkeitswerte für Hauptverkehrsstraßen errechnet. Der Artikel vergleicht Hamburg, München, Wolfsburg und Münster. In HH liegen die Werte nachts zwischen 40 und 50 km/h und tagsüber zwischen 30 und 40. München liegt in der Regel 10 km/h darunter. Heißt: Nacht in München ist Tag in Hamburg. Einen Haken haben die Zahlen im Artikel allerdings: In Wolfsburg liegt der Schnitt danach nachts über 50 km/h - das ist völlig unrealistisch, sofern nicht Autobahnen oder Schnellstraßen mitgewertet werden. Sollte das der Fall sein, sind die Schnitte zumindest im Städtevergleich wenig wert.

Für HH wird festgestellt, daß die Durchschnittsgeschwindigkeit in den letzten Jahren gestiegen ist. Beispielhaft wird auf den Klosterstern verwiesen oder auf die Steigerung auf der A 7 südlich des Elbetunnels trotz Senken der zulässigen Geschwindigkeit.

Die Datenmengen bzw. Geschwindigkeitsschnitte erlauben einen guten Blick auf die Auswirkung von Baustellen. Es wird festgestellt, daß Probleme südlich der Elbe sich auch im Stadtnorden auswirken.
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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon am » 02.02.2019, 04:45

Naja, da wird es eine ziemliche Unschärfe geben.

Der ÖPNV verursacht nämlich jede Menge virtuellen Stau, insbesondere an Haltepunkten, wo sich einerseits Menschen sammeln und zusätzlich regelmässig Busse und Bahnen mit grossen Mengen Menschen halten. Das interpretiert Google Maps ebenfalls als Stau.
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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon ilkoep » 02.02.2019, 16:50

Google Maps kann man in Großstädten getrost in die Tonne treten.

In B haben wir mit der Taxe im Zweischichtbetrieb eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 km/h.

Wer Stau erleben will sollte mal nach Stuttgart fahren. Der Schaffer beim Daimler hat auf seiner 10 km-Fahrt zur Schicht die Süddeutsche komplett durchgelesen und nebenbei das Kreuzworträtsel gelöst. Für die Rückfahrt nach Hause hat er ein Buch mit dabei.

Alles andere ist jammern auf hohem Niveau.
Zuletzt geändert von ilkoep am 02.02.2019, 16:51, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon alsterblick » 02.02.2019, 17:55

Von diesem 4-Seiten/Zeitartikel habe ich gestern lediglich die Hälfte lesen können, bevor es anschließend zum Z+/Abo wurde. Der Autor schreibt von einer Analyse aufgrund von INRIX-DATEN-RESEARCH, die es seit 2016 gibt (Quelle/n). Von „virtuellem Googlestau“ wird in diesem Zusammenhang jedoch nicht gesprochen.

Bezüglich Hamburg im Vergleich zu anderen Städten, wurden wesentliche Unterschiede der Daten nach einem besonderen Schlüssel "umgerechnet/geglättet", um die dt- Großstädte z.B. „mehr/weniger Stadtautobahnen“ hinsichtlich der erzielten Durchschnittsgeschwindigkeit überhaupt besser vergleichen zu können.
An einer Autobahnflanke (HH-West) wurde nach Herabsetzen der Höchstgeschwindigkeit auf 80km/h mehr Flüssigkeit im Verkehr festgestellt, u.a. weil z.B. Lkw sich folglich deutlich besser ohne größere Nebenwirkungen auf die AB einordnen können.

Gefühlt regional erweckt das Stauaufkommen bei Betroffenen durchaus den Eindruck gerade in der „Stauhauptstadt“ unterwegs zu sein. Nach den Messreihen von INRIX RESEARCH liegt Hamburg hinsichtlich Fließgeschwindigkeit zwar ziemlich hinten, aber die immer gefühlte allergrößte Staustadt ist mehr eine "Illusion". Auch die erzielten Durchschnittsgeschwindigkeiten zu unterschiedlichen Tageszeiten wurden hervorgehoben. Vermutlich wurde auch auf Tempo 60/30-CityZonen (teils temporär) eingegangen und vielleicht bekomme ich den Artikel schon bald als Hardcopy bei meiner Schwester zu Gesicht.

---------------------------------------------------------------------
(Quelle/n): INRIX RESEARCH | INTELLIGENCE THAT MOVES THE WORLD
Seit seiner Gründung im Jahr 2016 nutzt INRIX Research die internen Big-Data-Ressourcen und die spezielle Expertise von INRIX, um den Personen- und Güterverkehr effizienter, sicherer und komfortabler zu machen.
mehr über INRIX https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2 ... recard.pdf
und http://inrix.com/press-releases/scorecard-2017-ger/
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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon jr » 02.02.2019, 22:02

ilkoep hat geschrieben:In B haben wir mit der Taxe im Zweischichtbetrieb eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 km/h.

Als Schnitt inkl. Wartezeiten am Stand oder unter Volllast?
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Re: Die Hamburger Stau-Illusion

Beitragvon alsterblick » 14.02.2019, 02:15

Nun ist zu dieser amerikanischen Traffic Score Firma INRIX auch ein kürzerer Artikel erschienen (als zuvor in DIE ZEIT: Übrigens war an den weiteren Textseiten 3+4 inhaltlich nicht mehr so viel dran, die ich als „print“ später noch zu lesen bekam).

Nachfolgend lediglich ein Auszug aus der aktuellen SZ:
Bundesweit verloren die Deutschen im Jahr 2018 durchschnittlich 120 Stunden im Stau, was für das Land Kosten von 5,1 Milliarden Euro beziehungsweise 1052 Euro pro Fahrer verursachte. Bei dieser wirtschaftlichen Analyse der Gesamtkosten sind direkte, durch Verschwendung von Zeit und Benzin entstehende Kosten berücksichtigt, sowie indirekte Kosten, die etwa betroffenen Unternehmen entstehen - und die sie in Form von höheren Preisen an die Haushalte weitergeben.
12. Februar 2019, Stau-Ranking https://www.sueddeutsche.de/auto/stau-r ... -1.4322792


Es werden hier also volkswirtschaftliche Kosten/Schäden beziffert. Unter anderem eben auch gewerbliche Transportstaukosten, die auf die Verkaufsprodukte umgelegt werden (müssen).

Was ich mir gerade vorstellen kann, dass insbesondere die Staustädte (Berlin, München, Hamburg...) sich mit Daimler/ VW (Berlkönig, MOIA) etwas in Richtung mehr Fließgeschwindigkeit ausdenken, um einen Teil der Leute insbesondere von deren Privatfahrten abzuhalten, indem Berlkönig, MOIA im ÖPNV als „ridesharing“ (Fahrzeug/Sitzbelegung bis 6 Plätze) integriert quasi nahezu als „flatrate“ gefahren werden können. Zur Kostendeckung und Profit von Berlkönig, MOIA u.a.m. stellen die Städte satte Subventionen der Industrie in Aussicht.

Immerhin in einem anderen Artikel (Q....Daimler/BMW.....anderer Thread) stand, dass die Autobauer über Jahrzehnte ca 40% weniger Autoverkauf in Dtl. kalkulieren und durch Mobilitätsdienste wettmachen wollen. Dem Steuerzahler wird es als "Städte-Rettung mit Komfort" verkauft und die Städte werden noch mehr besiedelt......eines Tages bis zu 90%.
Zuletzt geändert von alsterblick am 14.02.2019, 02:18, insgesamt 1-mal geändert.
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