ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Verlagerung der Postengespäche in das Internet.

ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon HTV-Vorstand » 15.01.2018, 02:01

ENTWURF einer

Stellungnahme im Anhörverfahren gemäß § 14 PBefG
Ihr Aktenzeichen: RV 211 / § 2 Abs.7 PBefG


Sehr geehrter Herr Meyenborg,

mit Schreiben/eMail vom 21.12.2017 baten Sie um Stellungnahme zu dem Änderungsantrag der Fa. CleverShuttle Hamburg GmbH. Die Firma strebt eine Erweiterung von 20 auf 50 Fahrzeuge sowie eine Verlängerung der vorhandenen Genehmigung um zusätzliche gut 2 Jahre und viereinhalb Monate an.

Im Gegensatz zum Zeitpunkt der ersten Beantragung sowie der Genehmigung vom 03.02.2016 handelt es sich bei der von der Antragstellerin betriebenen Verkehrsform nicht mehr um eine neue Verkehrsart gemäß § 2 Abs.7 Personenbeförderungsgesetz (PBefG), welche es erst noch zu erproben gilt und für die von den Vorschriften des PBefG ausnahmsweise abgewichen werden kann.

Tatsächlich werden die wichtigsten Punkte des CleverShuttle-Konzeptes mittlerweile von den beiden größten Taxiflotten in Hamburg, namentlich der mytaxi-Flotte und der Flotte von Hansa Funktaxi, seit Dezember 2017 regelhaft angeboten. Es handelt sich um dabei um

a) „Tür-zur-Tür-Beförderung“ ohne Fixpunkte und feste Abfahrtszeiten;
b) Konzessionierte Fahrzeuge, angestellte Fahrer mit Personenbeförderungsschein
c) Fahrgstanfragen per „App“ - Bündelung durch computergestützten Algorithmus
d) Gemeinsamer Transport von Personen mit ähnlichen Routen in einem Fahrzeug

(entsprechen den Punkten 1 - 4 des Konzeptes von CleverShuttle aus dem Erstantrag).

Der Betrieb einer elektromobilen Flotte ist wiederum kein tragendes Argument für die Annahme einer neuen Verkehrsart im Sinne des Personenbeförderungsgesetzes. Hinzu kommt, dass die Hamburger „Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation“ mit ihrer Stellungnahme zur Elektromobilität selbst auf die faktische Unmöglichkeit eines wirtschaftlichen Einsatzes im Gelegenheitsverkehr hinweist (Drucksache HH-Bürgerschaft 21/10349 über Sachstand Elektromobilität, Kapitel 3.1.2. „Taxen“). Die dort von der Behörde selbst aufgeführten Gründe sind:
- Ein Mangel an erforderlicher Reichweite (akkugepufferte Elektromobilität) bzw. mangelnde
Tankinfrastruktur (Brennstoffzellen-gespeiste Elektromobilität)
- längere Ladezeiten bringen wirtschaftliche Nachteile
- Anschaffungspreise für Elektro-Fahrzeuge zu hoch
- es fehlen attraktive Fahrzeugmodelle
- es mangelt an spezifischer Kundennachfrage

Der Grund, dass CleverShuttle trotz der angeführten Gründe Brennstoffzellen-Fahrzeuge mit einem Listenpreis von rund EUR 80.000,- einsetzen kann, liegt ausschließlich an der Gesellschafter­struktur. Mit Daimler und vor allem der Bahn hat CleverShuttle bzw. die dahinter stehende Fa. GHT Mobility GmbH zwei potente Investoren, welche das ökonomisch fragwürdige Geschäftsmodell finanzieren. Insbesondere bei dem letztgenannten Gesellschafter mit einem Alleinaktionär „Bundesrepublik Deutschland“ stellen sich nicht zuletzt europarechtlich Fragen im Hinblick auf ein Subventionsverbot. Dieses scheint die BWVI bisher nicht oder nicht in ausreichendem Maße geprüft zu haben.

Aus hiesiger Sicht werden mittels millionenschwerer Subventionen sowohl der ÖPNV als auch das Taxigewerbe, welches selbst subventionsfrei und selbsttragend arbeitet, einer in wettbewerbs­rechtlicher Hinsicht unzulässigen Konkurrenz ausgesetzt, welche mit unrealistisch niedrig angesetzten Preisen einen unfairen und rechtswidrigen Verdrängungswettbewerb betreibt. Es ist ausgeschlossen, dass das jetzt erprobte Geschäftsmodell jemals auch nur in die Nähe von Kostendeckung kommen kann und wird. Gegenteilige Berechnungen hat die Antragstellerin weder zum Zeitpunkt der Erstbeantragung noch bei den jetzigen Erweiterungs- und Verlängerungs-Anträgen angestellt oder zumindest nicht angeführt.

Der unfaire Wettbewerb gegenüber den Mobilitäts-Grundversorgern ÖPNV und Taxi zeigt sich auch in dem sowohl geografisch als auch zeitlich eingeschränkten Fahrbetrieb, bei dem der Vorwurf der Rosinenpickerei nicht erpart werden kann. Das Gebiet, in dem CleverShuttle seine Dienste anbietet, umfasst nicht mehr als ca. ein Viertel des Gebietes der Freien und Hansestadt Hamburg, und an immerhin 54 Stunden pro Woche, also einem (knappen) Drittel der Wochenzeit, wird überhaupt kein CleverShuttle-Service angeboten. Es ist bemerkenswert, dass in dem der Erstgenehmigung zugrundeliegenden Konzept in Punkt 6 angekündigt wird: „Nach spätestens 12 Monaten wird der Service täglich an 24 Stunden angeboten“, und es ist erst Recht bemerkenswert, dass die Genehmigungsbehörde weder solche zeitlichen Aussagen noch solche zu der Angebots-Fläche in ihrem Genehmigungsbescheid aufgegriffen hat. Dadurch wird die Möglichkeit eines öffentlichen Erkenntnisgewinns im Hinblick auf eine „neue Verkehrsart“ stark geschmälert.

Die aus Sicht der Antragstellerin bisher nicht ausreichenden Erfahrungswerte hat sie zu einem gehörigen Anteil selbst zu verantworten, weil es nach Konzessionserteilung noch ca. 1,5 Jahre gebraucht hat, bevor der CleverShuttle-Betrieb gestartet wurde. Hierauf muss die Genehmigungs­behörde im Hinblick auf die Zuverlässigkeit der Antragstellerin Konsequenzen ziehen.

Im Ergebnis wird die Grundversorgung mit Mobilität im Rahmen der Daseinsvorsorge gefährdet, was sowohl der Intention des PBefG als auch gültiger Rechtssprechung, auch höchstrichterlicher, widerspricht. Die Güterabwägung der Genehmigungsbehörde muss erfolgen zugunsten der zuverlässigen Befriedigung des Grundrechtes auf Mobilität für breite Teile der Bevölkerung. Diese Grundversorgung wird ausschließlich durch den Linienverkehr des ÖPNV sowie den Gelegenheitsverkehr mittels Taxis gewährleistet, und zwar im gesamten Stadtgebiet und zu jeder Stunde des Jahres. Das privatrechtliche Ausprobieren neuer Geschäftsmodelle muss dort Grenzen finden, wo es, wie hier bei der von CleverShuttle geplanten Erweiterung um 150% an Fahrzeugen, zu einer zunehmenden Gefährdung von Mobilitätsangeboten als Daseinsvorsorge kommen würde. Dumpingpreise und der einhergehender Verdrängungswettbewerb sind zudem von der BWVI konsequent zu unterbinden, weil diese später, nach Zurückdrängen der ÖPNV- und Taxi-Konkurrenz, zu teils deutlich höheren Konsumenten-Preisen für die Personenbeförderung führen würde.

---------------

Die Stellungnahme zu dem CleverShuttle-Antrag auf Konzessionserweiterung und -verlängerung ist eine von zweien, welche zu Freitag 19.01.2018 terminiert sind. Beiden gemein ist eine Konzentration auf das Thema "Sammelbeförderung". Die zweite Stellungnahme thematisiert den Konzessionsantrag der VW-Tochter Moia für bis zu 1.000 Fahrzeuge alleine in Hamburg. Ein Entwurf für die zweite Stellungnahme folgt in Kürze.

Wir erbitten von den Mitlesern Hinweise für Verbesserungen an dem vorgelegten Entwurf. (Redaktion Entwurf: Clemens Grün)
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon sivas » 15.01.2018, 08:04

Hallo Clemens Grün,

ich frage mich, welches Glied in der Personenbeförderungskette CleverShuttle zugedacht ist. Sollen sie die Langstrecke bedienen - also vorhandene Angebote ausbauen / ersetzen - ? oder die letzte Meile befördern - z.B. durch Bereitstehen an ÖPNV-Schnittstellen - ? oder einen Start- Ziel-Verkehr betreiben, der durch keinen Linienverkehr ausreichend abgedeckt ist - Hotel-Shuttle zu Veranstaltungsorten / Firmen, Kurzfahrten für Menschen mit Behinderung - ?

Ich setze dies einfach mal hier so rein, vielleicht hilft es ja, den zusätzlichen Bedarf für CleverShuttle näher zu begründen.

Sollte der Bedarfsschwerpunkt mit der Sammelfahrt-Nachfrage begründet sein, müssten ja mittlerweile genügend Dokumentationen vorliegen, die dies bekräftigen.

Eine neue Antriebsart allein ist nicht geeignet, den ÖPNV umzukrempeln, da kann man auch die Bestandsfahrzeuge nachrüsten.

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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon E. G. Engel » 15.01.2018, 17:18

Na ja. Ist halt ein Entwurf. Und bis zum 19.01.2018 ist ja auch nicht mehr lange. Kommt mir vor wie das Sondierungspapier von SPD CDU CSU.
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Ahoi oder der Zug ist abgefahren.

Beitragvon TaxiBabsi » 15.01.2018, 19:40

Oder einfach gesagt: der Subventionszug ist schon abgefahren.

Fegebanks Ferrari-Geständnis: http://www.bild.de/regional/hamburg/par ... .bild.html

Es fällt schwer in Hamburg beim Thema zu bleiben. :D

Ahoi.
Zuletzt geändert von TaxiBabsi am 15.01.2018, 20:09, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon sivas » 16.01.2018, 12:30

Auch für Moia gilt: Ist der Bedarf für dieses Angebot überhaupt vorhanden ? Wenn ja, wer hat diese Fahrten bisher durchgeführt ?

poorboy und alsterblick berichten, dass die CleverShuttle-Fahrzeuge meist leer herumfahren und Anläufer aufnehmen, die gar nicht bestellt haben ... da kann doch was nicht stimmen. Bei myTaxi werden zwar Sammelfahrten durchgeführt - jedoch mit nur einem Fahrgast ! Die kriegen's nicht hin, einen Zweiten zu finden ... und geben dem Ersten trotzdem Rabatt.

Auch würde ich die Einkommenssituation des Fahrpersonales hinterfragen. Welche Einkommenshöhe erreichen die ? Wer alles gibt Lohnzuschüsse ? Kann man mit dem Geld ein in Hamburg auskömmliches Leben führen ?

Arbeitsplätze sind nicht Alles, eine gute Zukunfts-Vorsorge muss damit gleichfalls finanziert werden - oder sollen zukünftige Generationen dies übernehmen ? sozusagen die heutigen CleverShuttle- und Moia-Fahrten 'nach'finanzieren ? langt schon, wenn sie dies für Taxi-Fahrten tun MÜSSEN.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon E. G. Engel » 16.01.2018, 18:39

Also, mir erscheint die Stellungnahme ziemlich zusammen geschustert. Da mangelt es an allem. Beispiel Konzessionen. Ich gehe mal davon aus dass es sich um eine Mietwagenkonzession handelt. Ergo sind Bezüge zum Taxi nur bedingt herstellbar. Abwehr von Wettbewerb dürften nicht zielführend sein. Damit dürften viele der angeführten Argumente gegenstandslos sein.

Ohne jetzt tiefer in die Materie einsteigen zu wollen sehe ich als Ansatzpunkt lediglich die Eigenwirtschaftlichkeit von Personenbeförderungsleistungen. Um das zu beurteilen wäre eine Kalkulation mit nachvollziehbaren Geschäftsaussichten erforderlich. Insofern hat sich die Sachlage für Clevershuttle nachhaltig verändert infolge des Verlustes des Alleinstellungsmerkmals infolge von Taximatching seit geraumer Zeit.

Ein anderer, wesentlicher Gesichtspunkt dürfte das eigentliche Geschäftsmodell von Clevershuttle sein. Das Ziel von Clevershuttle ist ein Franchisunternehmen aufzubauen und somit ist der derzeitige Auftritt als eigenständiger Mietwagenunternehmer lediglich ein Zwischenschritt um die Marke zu etablieren. Anschliessend wird sich Clevershuttle aus dem Markt zurück ziehen und folglich auch aus jeder Verantwortung. Der Franchisenehmer wird dann der Not gehorchend versuchen abseits der Clevershuttle Vermittlung Abwinker zu befördern.

So. In den letzten Sätzen bin ich etwas schriftstellerisch geworden. Aber wie gesagt, ich will mich hier nicht zu weit hinein bemühen.

Die hier vorliegende Stellungnahme erscheint mir aber in vielerlei Hinsicht zu dünn um eine rechtliche Selbstbindung der zuständigen Behörde zu bewirken.

Viel Spaß :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon KutscherForFun » 16.01.2018, 20:15

Herr Engel, Sie scheinen die Anträge von MOIA und CleverShuttle nicht richtig gelesen zu haben.
Die Anträge bestehen aus mehreren Einzelanträgen, die freundlicherweise von einem Kollegen zu jeweiligen Gesamtanträgen (der besseren Lesbarkeit wegen ) zusammengefasst wurden.
Hier nochmal für Alle die Links dazu:

CleverShuttle:
http://hamburgertaxenverband.de/media/2 ... 017-12.pdf

Moia:
http://hamburgertaxenverband.de/media/2 ... 017-12.pdf
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon Markasch » 16.01.2018, 21:42

Der HTV ist im Untergang!
Clemens Grün hat den einst angesehenen Verein durch seine jüngsten, auch im hier DAS! bekannten verbalen Bomben,
(siehe auch: Re: OFFENER BRIEF Beitragvon jr » 24.01.2014, 01:45) ins Abseits manövriert.

Der HTV ist durch das beleidigende und herabwürdigende Verhalten von Clemens Grün gegenüber allen Mitgliedern der ARGE der HH-Taxiverbände aus allen Gremien in Hamburg ausgeschlossen worden.

Langjährige Mitglieder mussten den Verein verlassen, um sich selbst vor den Anfeindungen durch den 1. Vorsitzenden zu schützen.

2 Karteileichen sind seit Jahren nicht mehr aktiv gewesen. 1 Kritiker wurde wurde sofort mit einem Ausschlussverfahren überzogen.

Der HTV besteht nach derzeitigem Kenntnisstand nur noch aus einem einsamen Vorstand und einem Gefolgsmann.

Dieser Gefolgsmann wurde von Clemens Grün ohne rechtliche Grundlage in den Vorstand berufen.

Der Verein ist so nicht handlungsfähig, kann also auch nicht als HTV hier schreiben.

Es ist eine einzelne Meinung des Clemens Grün.

Nach meiner Kenntnis hat dieser User und seine vielen Pseudonyme wegen diverser Verfehlungen hier keine Schreibrechte.


Das zur allgemeinen Info, verbunden mit der Bitte, dem "HTV" sofort den Zugang und die Schreibrechte zu entziehen.

Markus
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon alsterblick » 16.01.2018, 21:51

Die Behörde wird es sich nicht entgehen lassen 150% mehr Wasserstoffautos (=50 Mirai) auf MOIA (200 Akkuwagen für Ende 2018 angekündigt) aufprallen zu lassen. Vielleicht klappt es sogar rechtzeitig zu Sylvester und wir erleben ein neuartiges Feuerwerk auf den HH-Straßen. :mrgreen:

Denke, selbst für clevershuttle kommen die 200 MOIA-Akkus etwas überraschend und wollen es eben mit deren Wasserstoff mal richtig knallen lassen bei „Strich 50“ :mrgreen: . Bei clevershuttle wird sich die „Einsicht“ wohl etwas verdunkeln und läßt Toyota fortan ebenso vollverdunkelte Scheiben liefern. Soll ja nicht jeder genau sehen können, wie "hoch" gepokert wird. 8) :mrgreen:
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon AsphaltRunner » 16.01.2018, 23:43

Genau in die Wunde gelangt.
Wasserstoff- und Elektroautos werden in dem Genehmigungsverfahren lediglich als Vehikel benutzt, um in den Taxi-Markt reinzudrängen. Auf jeden Fall sollte CleverShuttle das Fahrgebiet erweitern müssen, wenn die Wagenanzahl erhöht wird.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon Poorboy » 17.01.2018, 01:47

Nach § 49 Ziffer 4 des Personenbeförderungsgesetzes:

https://www.gesetze-im-internet.de/pbefg/__49.html

dürfen Mietwagen, und um die handelt es sich bei Clevershuttle, nur im ganzen gemietet werden.
Das "Sharing" wäre demnach illegal.

Dass irgendwelche Behörden, die schon "Fiskaltaxameter" erfinden, dies aufheben dürfen, ist mir nicht bekannt.

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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon Marvin » 17.01.2018, 02:17

E. G. Engel hat geschrieben:Also, mir erscheint die Stellungnahme ziemlich zusammen geschustert.

Welche Ansprüche stellst Du? Ich vermute mal, dass die Stellungnahme vom LHT Vorsitzenden nicht wesentlich besser sein wird. Oder ist er etwa ausnahmsweise seiner Aufgabe nicht nachgekommen.
E. G. Engel hat geschrieben:Da mangelt es an allem. Beispiel Konzessionen. Ich gehe mal davon aus dass es sich um eine Mietwagenkonzession handelt. Ergo sind Bezüge zum Taxi nur bedingt herstellbar. Abwehr von Wettbewerb dürften nicht zielführend sein. Damit dürften viele der angeführten Argumente gegenstandslos sein.

Es geht nicht um Abwehr von Wettbewerb, sondern um unlauteren Wettbewerb. Es wird offensichtlich ein taxiähnlicher Verkehr ohne Einhaltung einer Rückkehrpflicht angestrebt. Stehen sie bereit? Nehmen sie Anläufer mit? Die Behörde ist dazu verpflichtet, die Funktionsfähigkeit des Taxiverkehrs zu gewährleisten, denn nur den kann sie steuern und überwachen. Mit Betrieben, auf die sie keinen Einfluss nehmen kann, lässt sich ihre Kernaufgabe nicht realisieren: Die zuverlässige Versorgung der Bevölkerung mit Beförderungsdienstleistungen.

E. G. Engel hat geschrieben:Ohne jetzt tiefer in die Materie einsteigen zu wollen sehe ich als Ansatzpunkt lediglich die Eigenwirtschaftlichkeit von Personenbeförderungsleistungen. Um das zu beurteilen wäre eine Kalkulation mit nachvollziehbaren Geschäftsaussichten erforderlich. Insofern hat sich die Sachlage für Clevershuttle nachhaltig verändert infolge des Verlustes des Alleinstellungsmerkmals infolge von Taximatching seit geraumer Zeit.

Gerade die derzeitige Genehmigungspraxis - abseits geltender Gesetze - die vermeintlich unplausiblen Betrieben (Indikator: mangelnde Wirtschaftlichkeit) die Existenzgrundlage entzieht, verbietet die Genehmigungserteilung unter Voraussetzungen, die auf Jahre einen kostendeckenden Betrieb ausschließen. Welchen Sinn ergäbe eine Konzessionspflicht, wenn nicht auf weitreichende Wettbewerbsverzerrungen geachtet würde.
E. G. Engel hat geschrieben:Ein anderer, wesentlicher Gesichtspunkt dürfte das eigentliche Geschäftsmodell von Clevershuttle sein. Das Ziel von Clevershuttle ist ein Franchisunternehmen aufzubauen und somit ist der derzeitige Auftritt als eigenständiger Mietwagenunternehmer lediglich ein Zwischenschritt um die Marke zu etablieren. Anschliessend wird sich Clevershuttle aus dem Markt zurück ziehen und folglich auch aus jeder Verantwortung. Der Franchisenehmer wird dann der Not gehorchend versuchen abseits der Clevershuttle Vermittlung Abwinker zu befördern.

Ähnlich wie bei Uber, sehe ich ein gravierendes Problem hinsichtlich einer unerlaubten Kartellbildung. Es verstößt gegen das Kartellrecht, wenn Betriebe ihre Preise nicht selber festlegen, sondern diese von einer übergeordneten Stelle bestimmt werden. Die behördliche Festsetzung des Taxitarifes ist etwas Anderes. Aber selbst die ist den Kartellwächtern ein Dorn im Auge.
E. G. Engel hat geschrieben:So. In den letzten Sätzen bin ich etwas schriftstellerisch geworden. Aber wie gesagt, ich will mich hier nicht zu weit hinein bemühen. Die hier vorliegende Stellungnahme erscheint mir aber in vielerlei Hinsicht zu dünn um eine rechtliche Selbstbindung der zuständigen Behörde zu bewirken.
Viel Spaß :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:.

Besser dünn Stellung nehmen, als die Scheixxe gutgelaunt zu fressen.

Die Umweltargumentation ist völlig substanzlos: Elektroautos sind umweltpolitisch noch unsinniger als in Kugelform gepresste Leuchtstoffröhren.
Zuletzt geändert von Marvin am 17.01.2018, 02:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon E. G. Engel » 17.01.2018, 08:36

@ marvin

Man kann politisch argumentieren, sachlich oder rechtlich. Oder alles Kreuz und Quer. Kreuz und Quer macht sich immer gut. Ob es hilft?
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon am » 17.01.2018, 08:46

Entscheidend ist, dass überhaupt erstmal diskutiert wird. Der Ansatz, die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit in Frage zu stellen, ist gut und gerechtfertigt.

Das Problem: Carsharing wird seit Jahren propagiert, auch wenn es sich hier gar nicht um
ein solches handelt. Es ist politisch gewollt. Also wird man Recht biegen oder es sich schaffen.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon E. G. Engel » 17.01.2018, 09:48

Ok. Dann diskutiert mal. Ich komme dann später wieder. Oder auch nicht :mrgreen:.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon alsterblick » 17.01.2018, 12:45

Carsharing wird seit Jahren propagiert, auch wenn es sich hier gar nicht um
ein solches handelt. Es ist politisch gewollt. Also wird man Recht biegen oder es sich schaffen.

Ganz genau.

In den Städten läßt sich bessere Luft (eAuto) nicht nur zu den Wahlen "politisch gut verkaufen".
Nun ausgerechnet die Taxen dieseln aber überwiegend preiswert gewinnwirtschaftlich, aber eben zu hohen Fahrpreisen herum, damit Geld zum Leben übrig bleibt (Gewinn/Löhne).
eTaxi ist betriebswirtschaftlich offenbar auch schwierig im Alltag und selbst zum hohen Taxipreis (langes Wiederaufladen, km-Reichweite).

Teilen sich Leute nun ein Taxi / Mietwagen, ist aufgrund Fahranteilskosten ein niedriger Fahrpreis plausibel. Genau hier eröffnet sich ein (kalkulatorisches) großes Einfallstor zur neuen Fahrgastgewinnung für Clevershuttle (+ MOIA).

Dann hat der hoch-subventionslastige ÖPNV der Kommunen zeitweise kaum besetzte Busse fahren.

Die Kommunen können/wollen keine eFlottenwirtschaft organisieren und lassen lieber (privatwirtschaftlich) organisieren ohne vorerst einen Ct. dazuzugeben.
Später könnten sich diese eFlotten auch im Dienste des ÖPNV teils andienen.

Die Kommunen werden unter eigener erdrückender Subventionslast dann mit Clevershuttle (+ MOIA) über Fahrkostenbeteiligungen verhandeln, um deren riesigen Öffi-Busse abschaffen zu können - jedoch ohne dass Leute Mobilität einbüßen müssen (zu welchem Fahrpreis auch immer).

Wie wollte man / die Kommunen sowas mit Taxi denn bitteschön organisieren ?
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon E. G. Engel » 17.01.2018, 15:49

Uuuuuuppppsssss. Ich hab's mir überlegt. Nachdem dem ein oder anderen Heissluftballon vielleicht etwas Substantielles.

Wie dem Text von Herrn Grün zu entnehmen ist ist u.a. die DB zu 19% beteiligt. Dies könnte ein reines Investment oder strategisches Investment in eigener Sache sein. Ich befürchte letzteres.

Neben carsharing, hier CleverShuttle, gibt es ja noch den Wunsch oder Bedarf nach einer von Tür zu Tür Mobilitätskette. Ich denke dass die DB mit CS daran strickt. CS wäre für die DB die Schlüssellösung, ergänzend zu schon vorhandenem Carsharing und Fahrrad aus DB Hand. Nein, CS könnte sich sogar als Renner entwickeln im eigenen Wettbewerb mit anderen Personenbeförderern wie bsw.Luftverkehr.

Die DB hat fast überall eigene (Stell-)Flächen rund um Ihre Bahnhöfe. So könnte hier in Hamburg bsw. der Hachmannplatz an CS vergeben werden.

Technisch könnte das Matching (sharing) schon beim Fahrkartenverkauf losgehen. Während der DB Kunde auf dem Weg nach Hamburg ist wird gemacht. Vielleicht werden dann noch kurzfristig S-Bahnkunden, Terminals innerhalb des Bahnhofs, dazu gematcht werden. Ganz schön clever dieses Clevershuttle. Lauf-, Appkundschaft wird am Rande mitgenommen.

Alles eine Frage von Algorithmen.

Dies betrifft natürlich auch die beim Hansafunk so beliebten DB-Touren bei besonderen Vorkommnissen.

Den Rest überlasse ich eurer Phantasie.

Resümee.

- Fahrzeug wasserstoffbasierter Vollhybrid
- Gerade im Zuge der Dieselaffäre hohe gesellschaftliche Akzeptanz
- günstiger Fahrpreis durch caresharing
- Teil einer Mobilitätskette von Tür zu Tür
- Integration in bestende Fahrplan, -preis App schnell möglich

Also nicht übel.
Zuletzt geändert von E. G. Engel am 17.01.2018, 16:43, insgesamt 2-mal geändert.
E. G. Engel
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon AsphaltRunner » 18.01.2018, 00:53

Marvin hat geschrieben:
Die Umweltargumentation ist völlig substanzlos: Elektroautos sind umweltpolitisch noch unsinniger als in Kugelform gepresste Leuchtstoffröhren.

Schieß mal nicht so flott aus der Hüfte, Marvin.
Vor ca. hundert Jahren gab's mal nen Kollegen, der mit seinen Gäulen nach Paris kutschiert ist, um gegen die Automobile zu protestieren.
Elektroautos gehören zumindest in den Großstädten die Zukunft. CleverShuttle nutzt mit ihren Nissan Leafs ziemlich clever die Gunst der Stunde. Und was machen wir :?: Das Gewerbe steht treu zu ihren Dieselkutschen von Daimler&Co., die allesamt mit ihren Mobilitätskonzepten am Taxigewerbe sägen. Ich finde, die haben unsere Dieselunterstützung nicht verdient.

Aber Wasserstoffautos, die sind völliger Schwachsinn. Auch hier gilt, das CeverShuttle, den Zeitgeist ziemlich clever bei den Hörnern packt. Wir müssen sie zwingen, die Wirtschaftlichkeit solcher Fahrzeuge zu beweisen.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon alsterblick » 18.01.2018, 03:58

Bei Clevershuttle bin ich mir nicht so ganz sicher, ob die voll auf DieBahn zugeschnitten abfahren werden. Zwar hat auch Daimler via movell DieBahn mit im Programm und "doortodoor" ist nicht ganz unsinnig, jedoch steckt auch die Familie von Peter Unger (AutoteileUnger) finanziell ebenso mit drin. Nun ja, also das schnelle Geld wird es kaum werden können.......

DieBahn hat bereits eine eigene Tochter „Ioki“ // Input Output Künstliche Intelligenz (KI) und soll eigens auf ondemand-DB-Belange "doortodoor" zugeschnitten werden (Quelle nachfolgend unten).

Da wird ganz ganz lange Geld reingepumpt werden, ohne vielleicht jemals profitabel zu werden, weil es ja auf ein funktionales „KI“ setzt. Jedoch ist „KI“ bisher lediglich Sience Fiction. Angenommen „KI“ würde es bald real geben, also denken steuern als „best of von 1000 Rockford-Hobbyfahrern" wie mich :) , dann wäre eine solche Technik ja noch lange nicht lenkend in einem jeden Auto und überhaupt zu welchen realen Kosten überhaupt ? Sowas würde redundant (schützend vor Ausfällen von Komponenten und Daten) sau sau teuer :!:

Und Clevershuttle verwendet u.a. neuerdings eben diese Wasserstoffautos (Toyota „Mirai“ e-Motor), weil diese kein aufwendiges Akkuladen benötigen und 24/7 unterwegs sein können wie normale Autos auch nur einfach betankt werden brauchen (5Min). Eventuell bekommt Clevershuttle sogar einen superirren Rabatt auf den „Mirai“, um Praxisfeedback „life“ ebenso von Fahrgästen ab sofort und ständig zu liefern. Clevershuttle benötigt "stadtsaubere" e-Mobilität, sonst wird das nix mit den Stadtvätern und Kooperationen / Subventionen ÖPNV (gilt ebenso auch für MOIA).

alsterblick » 12.10.2017, 17:24
viewtopic.php?f=47&t=11137&p=224386&hilit=ioki#p224386
Deutsche Bahn drängt auf die Straße

Das neuste Vehikel „Ioki“, einer "künstlichen Input, Output Intelligenz" wird mit Millionen von EUR ausgestattet, um in ferner Zukunft nicht nur Zugpassagiere günstiger als Taxi zu Bahnhöfen zu befördern, sondern überhaupt auch noch fahrerlos/vollautonom von Tür zu Tür.

Nebenher beteiligt sich die DB bereits an „Clevershuttle“ einem jungen Ridesharing-Dienst mit Elektroautos. Dafür nutzt das Startup einen selbstlernenden Algorithmus, der die kürzeste Reise-Strecke berechnen soll. Solch ein System will die Deutsche Bahn künftig auch in ihre Dienste integrieren.

Quelle 11.10.2017: https://www.gruenderszene.de/allgemein/ ... om-shuttle
Zuletzt geändert von alsterblick am 18.01.2018, 04:01, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: ENTWURF Stellungnahme CleverShuttle

Beitragvon Poorboy » 20.01.2018, 02:13

Auch gegen diesen Satz aus § 49 Personenbeförderungsgesetz:

Den Taxen vorbehaltene Zeichen und Merkmale dürfen für Mietwagen nicht verwendet werden.

verstößt Clevershuttle.

Die Dinger sind in der Farbe Hellelfenbein, welche in Hamburg für Taxen zwingend vorgeschrieben ist.
Der Kunde soll also getäuscht werden, damit auch Abwinker gefahren werden können.

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