Herausforderungen des Taxigewerbes in Hamburg diskutiert. Bericht Taxi Times.
Herr Orhan Tasbilek ist ein netter junger Mann. Ist mir persönlich bekannt. Aber ob er die richtige Besetzung ist das Gewerbe in entscheidenden Zukunftsfragen zu vertreten bezweifle ich sehr. Wenn jemand in Schuhe steigt die ihm nicht passen dann ist es seine Entscheidung. Insofern kritisiere ich auch nicht seine Person sondern die Anmaßung diese Funktion ausfüllen zu können. Der einzige Grund warum Herr Tasbilek in diese Funktion gelangte ist sein „Wahlkampf“ der natürlich in seinem sozialen Umfeld für die entsprechenden Stimmen gesorgt hat. Zumindest scheint Herr Tasbilk wie auf dem Foto zu sehen einen guten Stylingberater zu haben.
Folgende Zitate (kursiv) sind der Taxi Times entnommen (
http://www.taxi-times.com/herausforderu ... iskutiert/ )
Jens-Michael May (Hamburger Hochbahn AG) berichtete von dem schnellen Wachstum der Stadt Hamburg und das daraus resultierende Wachstum der Fahrgastzahlen. Daraus entstehe für ihn die Notwendigkeit, „dem Kunden einen neuen Mobilitätsmix“ anzubieten.
Diese Logik mag verstehen wer will. Für mich ergibt sie keinen Sinn. Geht es um Mobilität, oder geht es ums mixen derselben? Ist mixen ein Wert an sich?
Orhan Tasbilek (Taxiunternehmer im Plenum der HK Hamburg) stellte dann auch die zwangsläufige Frage, was denn das Taxigewerbe davon habe.
Ich denke in dieser Runde ging es nicht darum was das Taxigewerbe davon hat. Es geht wohl mehr darum dass die anderen etwas haben wollen was bisher das Taxigewerbe hat, in Zukunft wohl hatte.
Der Geschäftsführer des privatwirtschaftlichen Forschungs- und Beratungsinstituts IGES, Cristoph Gipp, stellte Unsicherheiten bei der Beurteilung von Kundenwünschen dar, ...
Dies sehe ich ähnlich. Mittlerweile leben wir in einem überwiegend medialen Hype, ähnlich der dot.com – Zeit. Alles muss sharing sein, digitalisiert. Dabei wird unterstellt dass dies nur disruptiv geht, wobei keiner mehr fragt ob dies unter Umständen nur noch destruktiv ist, d.h. bestehende, bewährte Systeme zerstört. Dabei wird suggeriert dass dann alles billiger und besser sein könnte. Aber alles was billiger ist wird einen Preis haben. Mir erscheint es als wenn laufend eine Sau durch’s Dorf getrieben wird und wenn auf der einen Schweinebacke sharing und auf der anderen Schweinebacke Digitalisierung steht dann sollen die Leute glauben hier läuft ein Steaklieferant durch’s Dorf. Ein anderes Beispiel. Alle, Digitalisierung und sharing hin oder her, kochen letztendlich mit Wasser. Natürlich kann man auch Wasser mit 80 C anstatt mit 100 C zum Kochen bringen. Ich will hier nicht auf den physikalischen Vorgang eingehen. Man braucht nur in einem geschlossenen Gefäß einen Unterdruck erzeugen dann kocht Wasser in Abhängigkeit vom Unterdruck auch schon bei niedrigeren Temperaturen als 100 C. Man kann dies dann den Leuten als Fortschritt beim Energieverbrauch verkaufen und dabei geflissentlich unterschlagen dass die Unterdruck erzeugende Pumpe zusätzlich Geld kostet und ebenfalls Energie verbraucht. Billiger Trick. Aber genauso wird den Leuten suggeriert Mobilität könnte besser und billiger sein als dass derzeitige ÖPNV/Taxisystem.
drückte seine Skepsis aus und benannte konkrete Punkte, in denen es Nachholbedarf beim Taxigewerbe gebe.
Der Taxi Times Artikel wird sicher noch ausführlicher erscheinen. Auf die konkreten Punkte bin ich mal neugierig.
Tasbilek und Gipp wiesen daraufhin, dass Taxi-Unternehmen der Zugang zu den Technologien wie autonome Fahrzeuge oder Mobilitäts-Apps der ÖPNV-Anbieter ebenso ermöglicht werden muss – andernfalls drohe der Markt von einigen wenigen Anbietern beherrscht zu werden.
Das möchte ich doch einmal genauer erklärt haben.
Hier jetzt endlich mal ein Punkt der mir einerseits Hoffnung macht, andererseits aber auch klar macht dass das Gewerbe unweigerlich auf der Verliererstraße ist:
Eine weitere Wortmeldung bekam ebenso Applaus: „Wenn das hier nicht nur vertane Zeit sein soll, dann müssen sich die Beteiligten jetzt zusammensetzen, und die Erkenntnisse auch in die Tat umsetzen!“ Hier seien vor allem die Verbände gefragt, von denen zu wenig käme, erläuterte der Sprecher. Ihre Vertreter wären schließlich für ihre Arbeit freigestellt und bezahlt – und müssten jetzt auch liefern.
- Genau hier liegt das Kernproblem. Wir haben es mit einer diffizilen, komplexen Materie zu tun. Es geht hier um:
- Allgemeine verwaltungsrechtliche Kompetenzen (Verwaltungsakt, Ermessen, etc.)
- Spezielle verwaltungsrechtliche Kompetenzen (PbefG)
- Volkswirtschaftliche Kompetenzen (Markt, Preise, etc.)
- Betriebswirtschaftliche Kompetenzen (Stichwort Eigenwirtschaftlichkeit, etc.)
- Spezielle Kompetenzen über das Taxengewerbe (Stärken, Schwächen, etc.)
- Allgemeine Fähigkeiten wie logisches, abstrahierendes, analytisches Denken, Umgang mit gängigen Werkzeugen wie Word/Excel, sprachlich, schriftsprachlich usw. usw.
- Persönliche und darstellende Überzeugungskraft.
Mehr fällt mir im Moment nicht ein. Aber eines ist klar. Im Prüfungsausschuss für die OKP zu sitzen oder sonst irgendwo wo es Aufwandsentschädigungen gibt reicht definitiv nicht mehr. Sich für irgendeine Funktion wählen zu lassen weil man ein guter Kumpel ist auch nicht mehr. Insofern macht es Hoffnung dass wohl mittlerweile einige Kollegen begriffen haben dass etwas passieren muss, andererseits aber auch die Erkenntnis aus Erfahrung dass es diese Kompetenzen in der notwendigen Qualität in den bestehenden Gewerbestrukturen nicht gibt und die Funktionen besetzenden Personen ihre Position nicht aufgeben werden.
Und zum Abschluss:
Tatsächlich machte die Veranstaltung der Handelskammer recht deutliche Handlungsempfehlungen für die Verantwortlichen im Taxigewerbe.
Das würde mich ebenso mal brennend interessieren. Aber ebenso wie bei den Äußerungen von Herrn Gipp (siehe oben) wird hier deutlich dass das Gewerbe in der Ecke steht.