Vor meiner jetzigen Tätigkeit war ich ja nun auch 2,5 Jahre in einer
großen Zentrale mit sieben Annahmeplätzen beschäftigt und kann
nur sagen, dass auch die Halter mit Schuld sind an dem Problem,
denn die Personalkosten sind in Deutschland unbestreitbar sehr hoch.
Die Zentralen (bei Zusammenschlüssen der Halter), finanzieren sich
aus den Beiträgen der angeschlossenen Halter.
Diese möchten aber möglichst wenig Beiträge zahlen, andererseits
aber auch eine ständig mehr als ausreichend besetzte Zentrale haben,
das ist doch schon ein Widerspruch in sich.
Zu meiner damaligen Zeit in der Zentrale wurden mir ca. 50 Stunden
im Monat gekürzt, weil die Kosten der Zentrale zu hoch seien und wir
in der Nacht überbesetzt sind (waren).
Resultat daraus ist jedoch, dass bei "Auftragsspitzen", die in der Nacht
zwar recht selten vorkommen, das Personal fehlt.
Ab 2 Uhr nachts sind nur noch zwei Personen in der Zentrale, was
bedeutet, dass einer Rückfragen bearbeitet (Funk ist automatisiert)
und Touren annimmt und einer nur Touren annimmt.
Hat nun einer eine Rückfrage und der zweite Kollege nimmt eine
Einkaufstour auf, hängt der ein oder andere Anrufer in der Leitung
und legt ggf. wieder auf.
Zusätzlich wurden aber immer mehr Dienstleistungen angeboten, wie
z.B. Hausnotruf usw.; alles gute Ideen, die das Geschäft ankurbeln, aber
diese Dinge nehmen auch Zeit in Anspruch, wodurch wieder mehr Kunden
warten müssen.
(Wohl gemerkt, nicht immer, aber ein verärgerter Kunde
ist einer zuviel, gerade in der Flaute, die das Gewerbe ja nun schon seit
ein paar Jahren erlebt)
Aber immerhin spart das ja ein paar Euro!
Früher nannte man das Milchmädchenrechnung
P.S. Trotz allem habe ich den Job seeehr gerne gemacht und vermisse
ihn sogar recht häufig. Leider verdient man zu wenig, sonst würde ich
es wohl immer noch machen.

Ich möchte schlafend sterben wie mein Opa, nicht kreischend und schreiend wie sein Beifahrer.