Der neue norwegische Taxitarif seit dem 1.9.2011

Neuigkeiten aus dem Taxigewerbe.
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Der neue norwegische Taxitarif seit dem 1.9.2011

Beitrag von homer » 10.09.2011, 17:44

Norwegen hat seit dem 1.9.2011 einen neuen,
erstmals landesweit gleichen Taxitarif


Seit dem 1.September 2011 gilt in Norwegen landesweit ein neuer Taxitarif.
Die Einführung des neuen Systems wurde seit vielen Jahren vorbereitet,
der erste amtliche Vorschlag dazu stammt aus dem Januar 2008.

Zwei nationale Besonderheiten gegenüber Deutschland

Neben den sicherlich nicht ganz uninteressanten Preisen gibt es vor allem
zwei Details, wo die Unterschiede zu Deutschland gigantisch sind :
das erste ist der auch für Norwegen neue "Paralleltakst", das andere sind
diverse pauschale Zuschläge für alles mögliche, vor allem aber auch noch
prozentuale Zuschläge für Zeiten mit höherer Nachfrage. Beide Punkte finde
ich grundsätzlich auch für Deutschland zumindest sehr überdenkenswert und
deshalb erkläre ich zunächstmal ausführlicher unter 1. den "Paralleltarif",
unter 2. die Grundpreise, Zuschläge, km- und Zeitpreise
und unter 3. die zeitabhängigen %-Zuschläge.
Die konkreten Gesamtpreise von Vergleichstouren gibt´s dann am Ende unter 4.
Damit ihr Euch nicht mit Fremdwährungen quälen müsst, sind alle von
mir angegebenen Preise (gerundet) zum heutigen Kurs in € umgerechnet.
Um ein kompliziertes System nicht noch unübersichtlicher zu machen,
bleibe ich bei allen Preisangaben immer beim ganz normalen Taxi,
also einer Limousine, die bis zu vier Fahrgäste transportieren kann.
Genau dieses Grundpreis-Beispiel verlangt übrigens auch das neue Gesetz
deutlich in jedem Taxi ausgeschrieben, einen "Vergleichspreis", dem immer
eine Tour von bis zu vier Fahrgästen zugrundeliegt, mit dem jeweiligen
Grundpreis, acht Kilometern Fahrtstrecke und einer Dauer von 13 Minuten.

Was wird genau geregelt, was ist die gesetzliche Grundlage des Tarifs ?

- Vorgeschrieben wird eine Obergrenze, ein Höchstpreis, der insbesondere
zum Schutz des Kunden nicht überschritten werden darf.
Abweichungen vom Tarif sind also nur nach unten zulässig, allerdings nicht im Sinne eines wilden Feilschens
im Taxi um den Preis jeder einzelnen Tour, sondern so, dass die jeweilige örtliche Taxizentrale sich selbst
für alle angeschlossenen Taxen einen eigenen Tarif geben kann.
Dieser Tarif ist dann im Taxameter einprogrammiert und es muss alles nach Taxameter abgerechnet werden.
Er muss auch umfassend bekannt gemacht werden, u.a. durch Aushang im Taxi.
Das gesamte Regelwerk ist nationales Gesetz, verantwortlich ist "konkurransetilsynet",
d.h. die (relativ neue) nationale Wettbewerbsbehörde.
Nachzulesen auch hier :
:arrow: http://www.lovdata.no/for/sf/fa/ta-2010 ... 7-002.html

Ausnahmen gelten grundsätzlich nur für zwei Bereiche :
1. dürfen für längere, feststehende Strecken Pauschalpreise angeboten werden
(das gilt in der Praxis vor allem für Zubringerfahrten zu Flughäfen und Fährhäfen
und für Fahrten ins Ausland).
Solche Preise sollen von den Taxenzentralen transparent über Preislisten angeboten
werden, der Preis muss dem Kunden vor Fahrtantritt mit allen evtl. Zuschlägen bekannt sein.
2. Fahrten aufgrund vertraglicher Vereinbarungen mit öffentlichen Stellen (also den
Kommunen und Distrikten, dem Gesundheitswesen, den Schulträgern, Einrichtungen
für alte Menschen, Behinderte etc.) können zu einem anderen Preis abgerechnet werden,
der dann allerdings langfristig vertraglich geregelt sein muss.
Für die Auftragsvergabe und Ausschreibung gelten dabei besondere Regeln.

Es gibt, das soll nicht verschwiegen werden, noch eine dritte Ausnahme - die Behörde
kann bestimmte Kommunen oder Distrikte völlig von diesem Maximaltarif ausnehmen,
wenn sie nach ihrem Erkenntnisstand der Ansicht ist, dass dort ohnehin genug Wettbewerb besteht.
Konkurransetilsynet nennt dazu als Voraussetzung u.a. dass mehrere Taxizentralen
nebeneinander bestehen müssen und prüft die Wettbewerbslage laufend. Aktuell sind nur
einige der grösseren Städte ausgenommen (Oslo, Bergen, Trondheim, Stavanger, Fredrikstad,
Sarpsborg, Moss, Drammen, Kongsberg, Kristiansand sowie eine Handvoll direkt daran
angrenzender Kommunen). In der Praxis habe ich jedoch auch dort nicht eine Zentrale finden
können, die es riskiert, höhere Preise zu fordern, sowas gibt der Markt auch offensichtlich
nicht mehr her. Regelfall ist vielmehr, auch in diesen "freien" Regionen nach unten abzuweichen.

1. Der neue "Parallel-Tarif"

Auch in Norwegen hat der Taxameter bislang den Fahrpreis zusammengerechnet aus Grundpreis
und Zuschlägen sowie der zurückgelegten Wegstrecke. Bei Stillstand des Autos wurde anstelle der
Wegstrecke die Wartezeit berechnet, selbstverständlich ohne diese seltsame "Karenzzeit" (diese
Idee ist in Norwegen bislang offenbar völlig unbekannt). Jetzt ist mit dem neuen Maximaltarif erstmals
verbindlich für alle vorgeschrieben, dass immer beides gleichzeitig gezählt und berechnet wird.
Selbst wenn das Taxi kein einziges mal anzuhalten braucht, beispielsweise auf der Strecke vom
Stadtzentrum Trondheim zum auswärts gelegenen Flughafen, so wird trotzdem die gesamte Dauer der
Fahrt zusätzlich zu den zurückgelegten Kilometern berechnet - immer, egal, welche Geschwindigkeit.

2. Grundpreis, Zuschläge, Km- und Zeitpreise (alle Preise inklusive Mehrwertsteuer)

Der Grundpreis (Startpreis) jeder Tour beträgt 5,- €.
Für eine Bestelltour steigt der Grundpreis auf 9,- €.
Diese Grundpreise enthalten keine Fahrtstrecke.
Für eine Vorbestellung auf einen festen Zeitpunkt kann dazu noch ein Zuschlag von 2,- € erhoben werden.
Es kann ausserdem die Anfahrt berechnet werden, vorausgesetzt die Startadresse liegt entweder
ausserhalb der Betriebssitzkommune und/oder die Anfahrt überschreitet 10 Kilometer. Wird eine
Anfahrt berechnet, so kostet der Anfahrtkilometer 1,90 €. Es darf aber höchstens die Anfahrt vom
nächtgelegenen Taxenhalteplatz berechnet werden.

Der Kilometerpreis der Besetzttour beträgt für die ersten 10 km pro km 1,10 €. Ab dem elften
Kilometer steigt der Kilometerpreis auf 2,- € pro km.
Der Zeitpreis jeder Tour (siehe 1 - beides immer parallel berechnet !) beträgt pro Stunde 46,- €.
Dieser Preis gilt auch für vom Kunden zu vertretende Wartezeiten, also z.B. Fahrtunterbrechungen.

Grundsätzlich kann für jede Tour ein Mindestpreis von 11,50 € (plus Zuschlägen) verlangt werden (Kurzstrecken).

Für den Transport von Personen im Rollstuhl sitzend kann ein Zuschlag von 6,- € erhoben werden.
Für liegende Transporte und Patienten mit ansteckungsgefährdenden Krankheiten kann ein Zuschlag
von 15,- € erhoben werden (für die Desinfektion des Fahrzeugs).
Zusatzkosten für Maut-, Fähren- und Parkgebühren können 1 zu 1 vom Kunden als Zuschlag verlangt
werden, ausgenommen die innerstädtischen Mautgebühren in Oslo, Bergen und Trondheim (genauer :
alle innerstädtischen Gebiete, in denen eine "City-Maut" erhoben wird - die müssen die Taxen selbst
tragen, im Unterschied zu den reinen Benutzungsgebühren für einzelne Tunnels oder Brücken).

Für Langstrecken kann im Bedarfsfall die Übernahme der Übernachtungskosten für das Fahrpersonal
verlangt werden, in Anlehnung an eine Tabelle für Dienstreisen im Öffentlichen Dienst.

Weitere Zuschläge etwa für Gepäck, Tiere, Kinderwagen, faltbare Rollstühle etc. sind unzulässig.
Sonderabsprachen für speziell hergerichtete Fahrzeuge etwa für Hochzeiten, Taufen, Begräbnisse,
Feiern, Events, Stadtrundfahrten, Ausflugsfahrten u.ä. sind zulässig, müssen aber natürlich vorab
getroffen werden.

3. Die zeitabhängigen Zuschläge (prozentuale Aufschläge)

Alle genannten Grund-, Mindest-, Kilometer- und Zeitpreise gelten nur Montag bis Freitag zwischen
06 und 18 Uhr, also tagsüber. Für die anderen Zeiten - abends, nachts, am Wochenende sowie zu den
hohen Feiertagen kommen prozentuale Aufschläge hinzu (das macht der Taxameter automatisch).

Montag bis Freitag von 18 Uhr bis Mitternacht kommt ein Aufschlag von 21% auf die Preise drauf,
nach Mitternacht bis 06 Uhr früh steigt dieser Aufschlag auf 35%.
Samstags von 06 bis 15 Uhr beträgt der Aufschlag 30%, für den kompletten Rest des Wochenendes
steigt der Aufschlag (bis Montag früh 06 Uhr) auf 35%.
Absoluter Spitzenreiter sind alle höheren Feiertage - am Neujahrstag, am Gründonnerstag, Karfreitag,
den Ostertagen, Pfingsten, am 1.Mai, 17.Mai (Nationalfeiertag in Norwegen) sowie an Weihnachten
steigt der prozentuale Aufschlag dann mit 45% auf das Maximum.

So, letzteres ist nun leider noch etwas fiese Rechnerei.
Deshalb (und weil ich blöde Fehler darin vermeiden möchte)
müsst Ihr auf den vierten Teil noch ein wenig warten, sorry.
Aber das kommt, zügig (in neusprech : "zeitnah")
:)
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Beitrag von homer » 11.09.2011, 00:01

So hier jetzt der versprochene vorläufig letzte Teil :

4. Konkrete Vergleichspreise ein und derselben Tour zu verschiedenen Zeiten.

Ich übernehme als Beispieltour mal die norwegischen Vorgaben für den
amtlich vorgeschriebenen Vergleichspreis - diese Vorgaben sind :
Fahrtstrecke acht Kilometer, Dauer dreizehn Minuten, maximal vier Fahrgäste.

Jetzt haben wir fünf Zeit- oder besser auslastungsabhängige Aufschlagstufen :
A - "normale" Zeit, Montag bis Freitag tagsüber, kein Aufschlag
B - abends, zwischen 18 Uhr und Mitternacht, 21% Aufschlag
C - nachts, zwischen Mitternacht und 06 Uhr früh, 35 % Aufschlag
D - Samstags, zwischen 06 und 15 Uhr, 30 % Aufschlag
E - die speziellen Feiertagstarife, 45 % Aufschlag
Das komplette Wochenende ab Samstag 15 Uhr fällt in die Stufe C, also wie nachts.

Damit kostet unsere Muster-Vergleichstour :
in der Zeitstufe A 23,80 €, wenn´s vom Halteplatz oder als Anhalter losgeht.
Als Bestelltour kostet die Tour 27,80 €, als feste Vorbestellung sogar 29,80 €.

Diese drei Vergleichspreise steigen in Zeitstufe B auf 28,80 € , 33,60 € oder 36,- €,
in der Zeitstufe C (nachts und am Wochenende) auf 32,10 € , 37,50 € bzw. 40,20 €
in der Zeitstufe D (samstags tagsüber ) auf 31,- € , 36,10 € bzw. 38,80 €
in der Zeitstufe E (Feiertagstarif) auf solide 34,50 € , 40,30 € bzw. 43,20 €


Berichtigungen/Ergänzungen/Erläuterungen :

Drei kleine Ungenauigkeiten haben sich in den oberen Teil eingeschlichen :

- die Anfahrt bei einer Bestelltour darf immer erst ab dem 11ten Kilometer berechnet
werden, die ersten 10 km sind auf jeden Fall frei.

- Es gibt auch in den "freien" Tarifgebieten, also dort, wo der Maximaltarif ausdrücklich
nicht gilt eine gewisse Preisbeschränkung. Diese ergibt sich aber nicht aus dem Tarif
selbst, sondern aus anderen Vorschriften und ist deswegen nicht sehr präzise, zudem ist
die Regelung ja noch relativ neu und es gibt offenbar noch keine Rechtsprechung dazu.
"Konkurransetilsynet" weist aber ausdrücklich auf das Verbot des Wuchers hin,
bzw. das Verbot "unverhältnismässiger" Preise. Ansprechpartner für alle Problemfälle
ist die Polizei als Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörde. "Konkurransetilsynet" gibt
nur den Ordnungsrahmen vor, befasst sich aber nicht mit der Ahndung von Verstössen.

- Bei aller beginnenden Deregulierung bleibt das Regionalprinzip erhalten, d.h. Taxen dürfen Fahraufträge
nur ausführen, die in ihrer Konzessions-/Betriebssitzgemeinde entweder beginnen oder enden.
Spezielle Ausnahmen können (wie in Deutschland) für die Bereitstellung an Flughäfen gelten.
Es ist zulässig, auf der unbesetzten Rückfahrt in die Konzessionsgemeinde überall Fahrgäste aufzunehmen,
es bleibt aber verboten, Fahrten auszuführen, welche die Konzessionsgemeinde überhaupt nicht berühren.
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Beitrag von homer » 11.09.2011, 07:50

Ergänzung zum Vergleich mit aktuellen deutschen Taxipreisen :

Die oben unter Punkt 4 aufgeführte Vergleichspreis-Tour kostet
in Hamburg
nach aktuellem Tarif 17,90 €, immer.
Zuschläge für die Bestellung/Vorbestellung oder Spitzenzeiten gibt´s nicht.
Nach meiner vorsichtigen Berechnung kostet die gleiche Tour :
In Berlin 16,10 €.
In Düsseldorf 15,70 €
In München 16,10 €, als Bestelltour 17,30 €
In Stuttgart 16,90 €
In Oldenburg 15,50 €, nachts bzw. sonntags 16,30 €
In Dresden 14,60 €, nachts bzw. sonntags 15,60 €
In Neumünster 14,90 €
In Kiel 12,70 €

Berechnet auf Grundlage der Tarifübersicht des Oldenburger "Innenspiegel".
Eventuelle Rechenfehler bzw. Nicht-Verstehen der Tarife wären jedoch nicht
dem Innenspiegel anzulasten sondern alleine mir
:oops:
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Wattwurm
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Beitrag von Wattwurm » 11.09.2011, 09:50

Das sind ganz schön gepfefferte Preise in Norwegen! Die man allerdings mit der dortigen Kaufkraft vergleichen sollte....! Einen direkten Vergleich deutscher und norwegischer Taxitarife halte für unfair! Es berücksichtigt nicht die jeweilige Kaufkraft! In Norwegen verdient eine Krankenschwester doppelt soviel wie eine deutsche Krankenschwester! Dafür kostet in Norwegen eine Flasche Bier auch 5.- Euro! Also das kann man nicht 1:1 auf Deutschland übertragen, das geht nicht!

Das Lohnniveau ist in Norwegen deutlich höher als bei uns in Deutschland! Norwegen ist eine Erdöl exportierende Nation! Ohne das Nordseeöl wäre Norwegen nicht so ein wohlhabendes Land! Das Norwegen so gut da steht verdanken sie ihren Nordseeöl!

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Beitrag von homer » 11.09.2011, 22:09

Wattwurm hat geschrieben:Einen direkten Vergleich deutscher und norwegischer Taxitarife halte ich für unfair!
Es ging mir ja gar nicht in erster Linie um die genauen Preise, sondern um die grundlegenden Unterschiede.

Die höheren Preise erklären sich nämlich keineswegs in erster Linie durch den tatsächlich höheren Lebensstandard.
Richtig ist allerdings, dass Norwegen nicht annähernd mit so einem Niedriglohnsektor und vergleichbarer Armut
gesegnet ist wie Deutschland. Das hat wenig mit dem Öl, aber viel damit zu tun, was man unter "Sozialstaat" versteht.

Es spielen vor allem auch ganz andere Rahmenbedingungen des Gewerbes selbst eine Rolle :

- es gibt in Norwegen NULL Mietwagen, nur Taxen.
- es gibt (im Prinzip) keine Graupen, bislang ist der Anschluss an eine Vermittlungszentrale fast überall Pflicht,
in der Folge erreichen die meisten Taxen ganz erheblich bessere Auslastungen als der Durchschnitt in Deutschland
- es gibt (bislang) keine grossen Mehrwagenunternehmen, im Regelfall ist bei der 2ten Konzession Schluss
- es gibt auch kaum "gemeinnützige" Anbieter im Personentransport (wie DRK, ASB, Johanniter usw.) und wenn solche
Unternehmen irgendwo eine Rolle spielen, so jedenfalls nicht mit Zivis oder Billiglohnkräften
- es gibt mit der Verbindung von Taxen und Kleinbussen bis zu 16 Fahrgastplätzen eine deutlich grössere Vielfalt
- nachts und am Wochenende ist die Auslastung so gut, dass die Kunden nicht nur die erheblichen
prozentualen Aufschläge hinnehmen, sondern obendrein auch noch stundenlange Wartezeiten
- Taxen und Taxizentralen sind tatsächlich viel stärker Teil des ÖPNV und viel besser damit vernetzt.
Zu letzterem mal einige konkrete Beispiele :
Meine bisherige "Lieblingstaxizentrale" ist Halden Taxi im Østfold, direkt an der schwedischen Grenze.
In dem Zusammenschluss kommen auf 23 normale Taxen aktuell sieben Busse (16-Sitzer allesamt).
Ab etwa 18 Uhr übernehmen diese mittlerweile fünf von den sieben kommunalen Buslinien in der Gemeinde.
Bei Bedarf, also wenn die Busse nicht ausreichen, kommen ggf. noch Taxen dazu.
Früh morgens und tagsüber sind die gleichen Fahrzeuge mit Schultouren und Behindertenfahrten gut ausgelastet.

Auch die Preisgestaltung ist teilweise kurios bzw. gewöhnungsbedürftig :
Kurze Strecken kosten pro km deutlich weniger als sehr lange, das entspricht der Wertung der Taxe als ein lokales
Verkehrsmittel innerhalb des steuerbegünstigten ÖPNV.
Genau das gleiche gilt auch für Kurierfahrten und Spezialtransporte, vor allem was die Steuern angeht :
Die grösste Taxizentrale Oslotaxi etwa führt auch allerlei Kurieraufträge durch, diese sind aber wegen
der höheren Steuersätze nochmals deutlich teurer als der Personentransport
.
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Beitrag von bjoern » 12.09.2011, 02:58

Jedenfalls nicht uninteressant, diese Preise, und auch sonst.
Wie werden die Fahrer bezahlt, Umsatzprovision oder eher Festlohn?
Sie wollen sich doch bloss über mich lustig machen.
Nein, Madam. Wir vom FBI wüssten von keinerlei Humor, den wir haben könnten.

Mille Kopp
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Beitrag von Mille Kopp » 12.09.2011, 13:21

Die Preise sind den sonstigen Preisen angemessen. Ich war mal in Bergen. Nie wieder mit dem eigenen Auto. Die Spritpreise! Und das Essen! Wenn mit dem eigenen Auto, dann nur mit vollen Vorräten in Kofferraum!

Aber wie die Basis der Fahrerbezahlung ist interessiert mich auch?

Auch interessiert mich, welche technischen Systeme die Skandinavier bevorzugen? Gibt es noch Sprechgeräte?

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Beitrag von homer » 12.09.2011, 17:57

Zur Bezahlung des lohnabhängigen Fahrpersonals :

Es gibt einen landesweit gleichen Lohntarifvertrag, der im Prinzip für alle gilt.
Die meisten Arbeitgeber/Unternehmer sind Mitglied des einzigen norwegischen Taxiverbands.
Sehr viele Fahrer sind Mitglied einer der beiden Fachgewerkschaften, die Tarifvertragspartner sind.

In einigen Einzelheiten ist dieser Tarifvertrag sehr trickreich und das macht ihn etwas kompliziert.
Ich arbeite schon länger an einer Übersetzung und werde das demnächst auch als Thema hier einstellen.
:arrow: Das norwegische Original als pdf, Laufzeit bis April 2012
Der Lohntarif schreibt eine prozentuale Umsatzbeteiligung vor, zieht aber zugleich eine
Untergrenze ein, die als effektiver Stundenlohn keinesfalls unterschritten werden darf.


Die wichtigsten Details sind, grob zusammengefasst :
- Umsatzbeteiligung mindestens 42% vom Umsatz (ohne MWSt.)
- kein Stundenlohn unter 141 Kronen, das sind ca. 18,65 €
- wöchentliche Regelarbeitszeit festgeschrieben auf 35,5 Stunden :shock:

Auch in Norwegen sind Trinkgelder ein sehr wichtiger Teil der Bezahlung.
Theoretisch müssen die in den Steuererklärungen der Fahrer angegeben werden, theoretisch :)
Dagegen ist die Erfassung bzw. Kontrolle der Taxameterumsätze und der Arbeitszeiten umfassend,
Mogelei ist also zumindest sehr viel aufwändiger als in Deutschland, kommt aber natürlich vor.

Zur Vermittlungstechnik :

Alle grösseren Zentralen vermitteln mit Datenfunk, in der Regel Volldatenfunk plus GPS-Ortung.
Die Kommunikation zwischen Zentrale und Fahrzeug kann wahlweise über Betriebsfunk bzw. GPRS/UMTS erfolgen.
Letzteres schafft in Verbindung mit dem Notruf mehr Sicherheit und fast unbegrenzte Funkabdeckung.
Meine "Lieblingszentrale" in Halden verwendet ein Volldatenfunksystem von Transport Data Systems.
Neben dem Volldatenfunk gibt es da noch einen konventionellen Sprechkanal.
Weil die Zentrale vollautomatisch vermittelt, ist das in erster Linie ein Wagen-Wagen-Kanal.

Bei anderen Zentralen habe ich auch Syteme von frogne, fms und mir unbekannte gesehen.

Andere, noch kleinere Zentralen arbeiten teilweise noch mit dem konventionellen Sprechfunk in
Kombination mit Mobiltelefon (Weiterschaltung der Kundenanrufe ins Auto), vor allem in den weiten,
eher dünn besiedelten Gegenden. Bei nur einer Handvoll Autos ist das sicher auch günstiger so.

Um die grösseren Städte bilden sich langsam Kooperationen bzw. Übernahmen heraus.
So vermittelt z.B. Drammen Taxi gleich acht lokale Umlandzentralen per Datenfunk mit.
Noch eine etwas unsichere Grösse ist der wachsende schwedische Anbieter mit seinem Franchisesystem -
in Norwegen tritt der unter dem Namen Norgestaxi an.
Obwohl bisher nur in fünf Städten vertreten, arbeiten die mit einer einzigen Telefonnummer und
einer einzigen Zentrale für das ganze Land und z.B. mit sehr aggressiven Rabatten
(aktuell machen die z.B. eine heftige Kampagne mit bestimmten Kreditkartenanbietern,
da bekommt der Kunde 25% Rabatt auf die Tour bei Kartenzahlung mit Eurocard oder Diner´s Card.
Dahinter steht offenbar als Nutzniesser die SEB-Bank und diese beiden Karten sind in Norwegen
bislang eher sehr, sehr ungebräuchlich).
Eigentlich müsste ja jedem klar sein, wer sowas bezahlt, trotzdem wächst deren Imperium.
Die Firma selbst betreibt keine Taxen, nur alle Geschäfte drumrum und bezeichnet sich selbst als Konzern.
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Beitrag von taxijule » 13.09.2011, 22:32

Hört sich alles sehr interessant an. Besonders der Bestellpreis bzw. Zuschlag für Vorbestellungen finde ich gut. Zuschläge für nachts sind ja auch in Berlin wohl Thema.
Tja, da haben die es in Norwegen nicht so weit kommen lassen mit dem Mietwagengewerbe. Insofern werden die Taxen auch gut ausgelastet sein.

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Beitrag von Otto126 » 14.09.2011, 13:04

Die wichtigsten Details sind, grob zusammengefasst :
- Umsatzbeteiligung mindestens 42% vom Umsatz (ohne MWSt.)
- kein Stundenlohn unter 141 Kronen, das sind ca. 18,65 €
- wöchentliche Regelarbeitszeit festgeschrieben auf 35,5 Stunden
Bemerkenswert.

Nach dem, was man hier von den Unternehmern in der Mindestlohndebatte hört, müssten sämtliche norwegischen Taxiunternehmer längst pleite sein.
"In der Lebenswelt gibt es drei Kategorien, das Essbare, das Kopulierbare und das Gefährliche"

"Mir gefällt Ihr Benehmen nicht."
"Macht nichts. Ich verkauf's ja nicht."

Wat woll'n die Atzen eigentlich von mir?

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Beitrag von homer » 14.09.2011, 13:43

Otto126 hat geschrieben:Nach dem, was man hier von den Unternehmern in der Mindestlohndebatte hört,
müssten sämtliche norwegischen Taxiunternehmer längst pleite sein.
Zu dem Lohntarifvertrag muss ich ergänzen, dass dort die absolute Untergrenze des Lohnes festgeklopft ist.
Ähnlich ist das bei den anderen Bereichen des gesamten Transportgewerbes.
Nach meiner eigenen Erfahrung löst - jedenfalls bei soliden Spediteuren - die Frage nach dem Lohntarif so eine
Mischung zwischen kopfschüttelndem Erstaunen und leichtem Entsetzen aus.
Originalton : "Selbstverständlich bezahlen wir nicht nach Tarif, sondern wir bezahlen unsere Mitarbeiter anständig.
Also zahlen wir .... mehr."

Ich habe noch keine sicheren aktuellen statistischen Zahlen zu den Taxen in Norwegen.
Hier aber mal die gesicherten Rahmendaten vom Jahresende 2007 :

In 2007 gab es in Norwegen landesweit 8.620 Taxikonzessionen.
Im Durchschnitt kommen ca. 1,8 Konzessionen auf 1.000 Einwohner, allerdings ungleich verteilt :
in der Metropolregion Oslo tummeln sich aufgrund der Nachfrage
mit fast 4.000 Taxen beinahe 50% aller norwegischen Taxen,
in den weiten lændlichen Regionen ist der Faktor dagegen oft næher
bei nur 1 Taxe pro 1.000 Einwohnern.
Insgesamt erzielte das Taxengewerbe gut 760.000.000 € Jahresumsatz,
also pro Wagen im Schnitt ca. 88.200,- €.

Beschäftigt waren im Jahr 2007 gut 16.000 Vollzeitkräfte einschliesslich der Unternehmer.
Damit erreichten die Taxen rund 12% vom gesamten Umsatz des Transportgewerbes im Lande
und beschäftigten dabei rund 24% der Vollzeitkräfte im Transportsektor.

Im Verhältnis zu anderen Bereichen des Transportsektors geht es den Taxenbetrieben also auch
in Norwegen vergleichsweise wirklich nicht gut.
In vielen Bereichen werden Fahrer gesucht und in den Städten ist das auch in Norge ein typischer Einwandererjob.
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Beitrag von Ben » 14.09.2011, 13:57

Otto126 hat geschrieben:Nach dem, was man hier von den Unternehmern in der Mindestlohndebatte hört, müssten sämtliche norwegischen Taxiunternehmer längst pleite sein.
Weil die meisten Unternehmer zwar betriebs-, aber nicht volkwirtschaftlich rechnen können. Der Effekt ist ein einfacher: Stärkt man die unteren Einklommensschichten (hier: Taxifahrer), stärkt man die Binnennachfrage. Angehörige aus höheren Einkommensschichten "bunkern" ihr Geld auf Konten, in Immobilien, in Wertpapieren. Leute mit weniger Geld haben deutlich geringere Sparquoten, die geben das Meiste bis alles wieder aus. In einer so gestärkten Binnenwirtschaft lassen sich auch die Umsätze und Gewinne erzielen, die zum Zahlen höherer (Grund-) Löhne benötigt werden.

Wenn man anfangen will, das Rad gen "stärkerer Binnennachfrage" zu drehen, muss man anfangen, die Einkommen der Wenigverdiener anzuheben. "Mindestlohn" ist ein Konjunkturprogramm.

Bei der norwegischen Situation kommt eine Besonderheit dazu: Die hohen Erlöse aus der Erdöl-Förderung haben dem Land einen europäischen Spitzenplatz bei Einkommen und Wohlstand beschert. Kurz: Norwegen ist teuer. Da sind auch Armut und bescheidene Verhätlnisse auf einem monetär höheren Niveau angesiedelt als hier.

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Beitrag von homer » 14.09.2011, 23:13

Ben hat geschrieben:Bei der norwegischen Situation kommt eine Besonderheit dazu: Die hohen Erlöse aus der
Erdöl-Förderung haben dem Land einen europäischen Spitzenplatz bei Einkommen und Wohlstand beschert.
Kurz: Norwegen ist teuer.
Da sind auch Armut und bescheidene Verhältnisse auf einem monetär höheren Niveau angesiedelt als hier.
Richtig und falsch zugleich :
Die staatlichen Öl-Einnahmen fliessen tatsächlich in einen Generationen-Fonds, der ausdrücklich
nicht für kurzfristige Effekte wie Haushaltssanierung oder dergl. verwendet werden darf.
Nur sehr wenige Prozentpunkte daraus fliessen schon heute in langfristige Projekte wie etwa die Infrastruktur.
Indirekte Auswirkungen der Ölindustrie und der positiven Zahlungsbilanz helfen natürlich eine Menge,
aber man darf nicht übersehen, dass die Norweger den grössten Teil ihres relativen Wohlstands hart
erarbeitet haben und es verstanden haben, Arbeit und Gewinne recht vernünftig zu verteilen.
So zahlen Geringverdiener und Familien einkommensabhängig eher weniger Steuern, wer allerdings
ordentlich verdient, der zahlt in Norwegen erheblich mehr Steuern als in Deutschland.
Seit über 40 Jahren hat sich Norwegen massiv vom Auswanderer- zum Einwanderungsland verwandelt
und trotzdem, trotz erheblicher Einwanderung, eine Arbeitslosenquote von weit weniger als 4%.
Und die Lebenshaltungskosten sind relativ. Deutsche schimpfen in Norge oft über die Preise für Bier,
Tabakwaren, Luxusartikel, Benzin. Was man selten nennt, sind die Dinge, die sogar billiger sind als
in Deutschland. Absolute Spitzenreiter sind da zum Beispiel die Preise für Haushaltsenergie und Telekommunikation.
Die haben sich echt sehr aufgeregt in Norwegen, als im Frühjahr der Preis für die Kilowattstunde über 6 Cent stieg 8)
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Beitrag von scarda » 15.09.2011, 08:58

Ich mag Norwegen. Besonders ab den Lofoten aufwärts. Ewige Sonne. Und überall Skiunfälle - vor 1.000en von Jahren in Stein gekratzt. Lebensmittelpreise erinner ich als ca. dreimal so hoch wie hier, erinner ich das richtig? Und welche Einkommen stehen dem gegenüber? Doppelte wie hier oder dreifache?

Ist es Norwegen gewesen, wo jeder die Steuererklärung von jedem einsehen kann?
DEREGULIERUNG IST AUCH NUR REGULIERUNG. ZIELFÜHRENDE VORSCHLÄGE? NEIN? ACH SO!
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http://www.yumpu.com/de/document/view/2 ... toi-studie#

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Beitrag von homer » 15.09.2011, 14:17

Zu den Lebensmittelpreisen :

Ja, Norwegen hat mit die höchsten Lebensmittelpreise Europas, in absoluten Preisen gerechnet.
Andererseits gehören die Norweger zu den Bevölkerungen Europas, die relativ am wenigsten
von ihrem Gesamteinkommen für Lebensmittel ausgeben, nur 11% vom jährlichen Einkommen des Haushaltes.
Nur in Österreich, Luxemburg, Grossbritannien und Irland gibt man noch einen niedrigeren Anteil
des Haushaltseinkommens für Lebensmittel aus. Vor 50 Jahren ging in Norwegen durchschnittlich
40% des Einkommens zum Lebensmitteleinkauf weg, heute also nur noch 11%
(Quelle: Dagsavisen von 20.7.2009; Alkohol und Tabak im Vergleichen der Länder nicht miteingerechnet).
Obwohl die relativen Preise also eigentlich gering sind, finden auch viele Norweger, dass sie immerhin allzu hoch sind,
wohl weil andere Güter des Alltags, wie Alkohol und Tabak, sehr teuer sind (2,5 mal so hoch wie in Deutschland).
Ein direkter Vergleich der Preise scheitert schon an den sehr verschiedenen Wohnlagen und
der eben völlig anderen Infrastruktur und Logistik. Gibt´s auf Helgoland frische bayrische Weißwürste ?
Abgesehen vom boomenden (und extrem teuren) Sonderfall der Metropole Oslo (wo fast alles zu kaufen ist)
lebt die Mehrzahl in Norwegen sehr ländlich, ruhig, weit vom Schuss, in dünner besiedelten Regionen.
Da sind die Eingeborenen manchmal beim Schwund der Bevölkerung auf dem Lande schon froh, überhaupt
noch einen Einkaufsladen zu haben. Und es ist völlig logisch, dass die Auswahl geringer und anders ist als in D.

Eine Folge der hohen Preise ist auch ein enorm boomender Grenzhandel mit Schweden, ist ja für die
meisten Norweger nicht weit. Fleisch z.B. ist in Schweden 30-40% billiger zu haben.
Es gibt aber eine Zollvorschrift, nur 10kg pro Nase sind erlaubt, ergo greift der Zoll fast täglich
Leute mit hunderten von Kilo Aas im Kofferraum :?


Zu der Transparenz der Steuererklärungen :

Ja, das stimmt, die Steuererklärungen sind aufgrund alter Gesetze öffentlich einsehbar.
Mittlerweile führt das dazu, dass jeder per Internet gucken kann, was denn der Nachbar oder
irgend ein Prominenter so angegeben hat bei Vermögen und Einkommen und was der ablatzen darf.
Die Zeitungen veröffentlichen jedes Jahr die Hitlisten, wer das höchste Einkommen oder Vermögen hat.
Gewöhnungsbedürftig, fördert aber die Steuerehrlichkeit :wink:
So gesehen würde ich das in Deutschland auch nicht doof finden.
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Beitrag von scarda » 15.09.2011, 14:42

Ich erinnere das: oben in Norge gabs nur Angeliefertes; fiesen schmierigen Käsekrams z.B. Einmal hab ich irgendwo einen handtuchgroßen Acker mit kniehohen Halmen geshen. Ein ganzer Wald, in dem du dich wie Riese himself fühltest, weil dir die Baumkronen nur bis in die Kniekehlen reichten. Klar kostet das raufschleppen was.

Transparente Steuererklärung. Da würde hier aber jeder maulen! Und dann erst die Auswanderung, der Verlust an Arbeitsplätzen... Die Mitglieder FDP würden komplett abwandern, der kleine und der Ehren-Lambsdorff vorne weg... ;-) . Das würde Volkssport: was hat mein Nachbar verdient. Heute muss ich mich ja damit begnügen bei Google Streetview nach zu sehen, was mein Nachbar zur Zeit der fahrenden Kamera so nicht an hatte. Vielleicht könnte man das mit dem Fiskaltaxameter verbinden! :? Aber in Deutschland spricht man ja nicht mal übers Gehalt mit den Kollegen. Höchstens Halbwahrheiten hinter vorgehaltener Hand. Du sollst nicht wissen - aber schufften! Und wenn was öffentlich gemacht werden soll, dann gleich nicht um eine Hitliste zu machen, sondern zu sehen um wieviel schlechter der Nachbar seinen Job macht, und das er dessenthalben an zu stehen hat. Mein Lieblingsbeispiel: die angedachte Ampel an Restaurants und die Fahrerbewertung mT.

Wie geht das in der Arbeitswelt zu? Wie wirkt sich das Wissen aus? Kollegialer? Als Touri hat man da ja einen falschen Blick. Ich erinnere das überhaupt nicht vorhandene Personal vor irgendwelchen gammeligen Hauses. Stattdessen Lebensmittel frisch vom Strauch bereitgestellt und immer Berge von Waflas und für Spende einfach so mit zu nehmen. Und wenn dann jemand kam, waren es meistens Schüleraushilfen auf Ferien.
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Beitrag von homer » 15.09.2011, 15:05

scarda hat geschrieben:Und wenn dann jemand kam, waren es meistens Schüleraushilfen auf Ferien.
Hört sich sehr danach an, dass Du in den Sommerferien da warst.
Wo das möglich ist, machen da schon mal ganze Betriebe sechs Wochen zu.
Bei Saisongeschäften, also denen mit den Touris oder etwa bei Diplom-Is oder Coca Cola geht das natürlich nicht.
Aber da gilt dann schon öfter "sie können im Moment leider weder mit dem Cheffe sprechen,
noch mit jemand, der sich hier auskennt - die sind in Ferien" :lol:
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Beitrag von scarda » 15.09.2011, 15:17

Und dann die ewige Sonne genießen!
:lol:

Oder fahren die alle in den Süden?
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Beitrag von homer » 15.09.2011, 15:59

Egal wohin, Hauptsache weg :wink:
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