Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Der Bereich für Fragen rund um das Taxigewerbe.

Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon parlox » 19.05.2017, 13:15

Hallo Freunde

Nachts mit einem Fahrgast über die Ampel gefahren. Sie sprang im denkbar ungünstigsten Moment um.

Bin der Meinung es war gelb oder unter 1 Sekunde rot

Angehalten von 2 Polizisten, die sich versteckt hatten explizit wegen Rotlichtverstoß (ohne Kamera)

Mein Fahrgast hat mir seine Nummer gegeben, und würde mich unterstützen, dass es gelb oder knapp rot war

Die beiden Polizisten meinten, es waren 5 Sekunden rot. Völliger Humbug.

Das wird richtig teuer mit Fahrverbot.

Hat jemand Erfahrung in einem ähnlichen Fall?

Tips? Lohnt es sich die Extrakosten mit Anwalt und Gericht? Habe keine Rechtsschutzversicherung.

Eintragungen in Flensburg sind 3 vorhanden. 2 Mal Handy in der Hand und 1 x Rotlicht. Letzteres war ich überhaupt nicht und wurde verwechselt, hat alles nichts genützt.
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon alsterblick » 19.05.2017, 13:32

Ampel bei schon länger als 1 Sekunde leuchtendem "Rot" überfahren
200 € ++Gebühren
2 Punkte
-----
Dann hättest Du bereits 5 Punkte
Mit 7 Punkte kannst noch fahren.
Bei 8 Punkte ist Lappen weg.

Sollte ein Fahrer jedoch die Maximalgrenze von 8 Punkten in Flensburg erreichen, ............
Aus diesem Grund ist es wichtig, den eigenen Punktestand und den Verfall der Punkte in Flensburg immer im Auge zu behalten.
http://www.bussgeld-info.de/wann-verfallen-punkte/

Wann verfallen denn die anderen 3 Punkte ?

Ordnungswidrigkeiten (1 Punkt): verfallen nach 2,5 Jahren
Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten (2 Punkte): verfallen nach 5 Jahren
https://www.bussgeldrechner.org/punkteverfall.html
„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott !“
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon casi » 19.05.2017, 15:43

parlox hat geschrieben:Eintragungen in Flensburg sind 3 vorhanden. 2 Mal Handy in der Hand und 1 x Rotlicht. Letzteres war ich überhaupt nicht und wurde verwechselt, hat alles nichts genützt.


Das wären demnächst also 2 x Handy und 2 x Rote Ampel.

Vielleicht braucht eure Zentrale noch einen Disponenten oder nen Hausmeister. Irgendwas ohne Führerschein.

:mrgreen:
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon Löwenzahn » 19.05.2017, 17:21

Der schleichende Tod :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Der Traumberuf für Parlox: Fahrradkurier
Da kann er fahren wie eine "bes. S." Punkte in Flensburg egal und die paar Strafgebühren zahlt er locker aus seinem Verdienst. Fahrgäste gibt es auch keine mehr, die ihn bequatschen.

Das wäre doch was für ihn.
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon TaxiBabsi » 19.05.2017, 17:34

Das alte 18 Punktesystem war sünderfreundlicher.
Zuletzt geändert von TaxiBabsi am 19.05.2017, 17:35, insgesamt 1-mal geändert.
Lieber MyTaxi Kunde,

wenn Sie zufrieden sind geben Sie Ihrem Fahrer und dem Auto bitte unbedingt 5 Sterne.

Jede andere Bewertung, auch eine 4-Sterne Bewertung, ist eine Bestrafung für den Fahrer.

TaxiBabsi@gmx.com
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon ilkoep » 19.05.2017, 18:17

parlox hat geschrieben:Hat jemand Erfahrung in einem ähnlichen Fall?

Tips? Lohnt es sich die Extrakosten mit Anwalt und Gericht? Habe keine Rechtsschutzversicherung.

Eintragungen in Flensburg sind 3 vorhanden. 2 Mal Handy in der Hand und 1 x Rotlicht. Letzteres war ich überhaupt nicht und wurde verwechselt, hat alles nichts genützt.


Bei Punktefreiheit kann schon mal "Augenblicksversagen" unterstellt werden und das Fahrverbot in eine "höhere" Geldbuße umgewandelt werden. Wiederholungstäter haben aber i.d.R. schlechte Chancen vor Gericht, da die Einsichtsfähigkeit in Frage gestellt wird.

Eine BT-Freisprechanlage kostet keine € 60. Wer einmal erwischt wurde sollte eigentlich beim nächsten Mal schlauer sein.

Sorry, kein Mitleid. Und als Taxifahrer keine RSV zu haben...nun ja, muss jeder selber wissen.
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon Dschungeltaxi » 20.05.2017, 00:04

ich wurde auch schon , augenscheinlich , von polizei gestoppt und angezeigt , weil ich angeblich , bei rot gefahren sei...
auf meine aussage , es war gelb .... wurde ich von Polizisten belehrt , das ich mich nicht selbst belasten müsse....
es ist also möglich , das gelb fahren , auch als rot fahrt (unter 1 sekunde) gewertet werden kann ...

jedenfalls habe ich einspruch über https://www.geblitzt.de eingelegt...
leider ohne freispruch...
es blieb bei rot fahrt , unter 1 sek.

https://www.geblitzt.de ist kostenlos...
ich denke mal...mit zeugen , das es nicht 5 sekunde rot fahrt war....
hat man gute chancen , das man auf unter 1 Sekunde verurteilt wird...
und somit um ein Fahrverbot drumherum kommt....

edit:
hier noch der brief von geblitz.de
http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/geblitztsep140yu9tvx7dj.jpg
Zuletzt geändert von Dschungeltaxi am 20.05.2017, 00:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon parlox » 22.05.2017, 18:26

alsterblick hat geschrieben:Wann verfallen denn die anderen 3 Punkte ?


In 1,5 Jahren

hatte noch nie im Leben Punkte. Alles kam innerhalb weniger Monate, wie verflucht
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon parlox » 22.05.2017, 18:32

ilkoep hat geschrieben:Eine BT-Freisprechanlage kostet keine € 60. Wer einmal erwischt wurde sollte eigentlich beim nächsten Mal schlauer sein.

Sorry, kein Mitleid. Und als Taxifahrer keine RSV zu haben...nun ja, muss jeder selber wissen.


Handy in der Hand ist mir einmal im Stand an einer roten Ampel nachts um 3 passiert. oh mein gott!
Seitdem habe ich eine Halterung.

Das 2. Mal ist mir das passiert, als ich am Taxistand war, und da spielt man natürlich am Handy. Eine Frau ist eingestiegen, und hat eine Adresse angegeben, die ich ins Handy eingetippt habe. Dabei bin ich 5 meter angerollt (!) und wurde angehalten.

Bin also alles andere als ein Rowdy und nix anderes als Pech.

Die rote Ampel, bei der ich verwechselt wurde, tut natürlich ihr übriges. Ich habe die Richterin um eine Videoaufnahme gebeten, denn es hat sich direkt am Hamburger Hauptbahnhof ereignet. Dan hätte sie gesehen, dass ich überhaupt nicht die Ampel angefahren habe, um die es geht.

Toller Rechtsstaat.

Die RSV ging genau dafür raus, für diesen Fall mit der roten Ampel, wo ich verwechselt wurde. Ging bis ins gericht. Anschließend wurde ich von der RSV gekündigt.
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon sivas » 22.05.2017, 19:46

Während des Besprechens der Einzelheiten einer 60€-Fahrt streikte die Freisprecheinrichtung. Natürlich raus mit dem Händi und ans Ohr gehalten. Dem Straßenverlauf nach rechts gefolgt und wer stand da? - die Polizei !
"Bitte verstehen Sie, Herr Wachtmeister ... " usw. als dieser plötzlich sagte: "und angeschnallt waren Sie auch nicht !"
"aber Herr Wachtmeister, den Gurt habe ich eben erst gelöst." Er: " Sie verstehen mich anscheinend nicht." Ich: "bitte um Entschuldigung, dass ich nicht angeschnallt war." - zwei Wochen später sind meine 8 Punkte verfallen :wink:
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon SindSieFrei? » 23.05.2017, 16:10

parlox hat geschrieben:...
Die rote Ampel, bei der ich verwechselt wurde, tut natürlich ihr übriges. Ich habe die Richterin um eine Videoaufnahme gebeten, denn es hat sich direkt am Hamburger Hauptbahnhof ereignet. Dan hätte sie gesehen, dass ich überhaupt nicht die Ampel angefahren habe, um die es geht.

Toller Rechtsstaat.

Die RSV ging genau dafür raus, für diesen Fall mit der roten Ampel, wo ich verwechselt wurde. Ging bis ins gericht. Anschließend wurde ich von der RSV gekündigt...


Also Kollege, tut mir leid, ich glaube dir das so leider nicht ganz. Eine Richterin darf dich bei Rotlicht nur verurteilen, wenn die Sachlage klar ist. Augenzeugenbeweis in Form der Rennleitung oder Foto/Video. Ich glaube auch nicht, das Polizisten bei sowas bewußt lügen, das würde ihnen ein DIsziplinarverfahren einbringen und sehr viel Ärger. Deine RSV wird dir auch nicht beim ersten Einsatz sofort gekündigt haben, das wird sie erst tun, wenn du ein "zu teurer" Kandidat bist, d.h. sich die Vorfälle und Rechtsstreitigkeiten häufen! Das ist aber bei VRSV selten, da Flensburg ein natürliches Limit setzt, irgendwann kann man halt nicht mehr streiten. Ich hätte, wäre es so gewesen, gegen die Verurteilung die nächst höhere Instanz angerufen. Sich hinzustellen und zu sagen, toller Rechtsstaat, ist mir zu einfach, sorry, aber ist so.

LG
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon parlox » 23.05.2017, 19:57

Hey,

Mal ne Frage, was genau habe ich davon hier Quatsch zu erzählen? Weder ein vor- noch einen Nachteil.

Es werden tausende Todesstrafe ausgeführt, bei denen nachweislich jemand schuld war, es sich aber herausgestellt hatte, dass nicht der Fall war.

Da ist meine Behauptung keine große.

Ich habe auch nicht gesagt, dass die beiden Polizisten das absichtlich gemacht haben. Ich habe gesagt, dass sie mich verwechselt haben.

Behauptet wurde, dass ich aus dem Hauptbahnhof rausgefahren sei, und dann illegal gewendet um ernst in den Hauptbahnhof reinzufahren (völlig sinnlos), und dabei über rot.

Als ich angehalten wurde, bin ich diese Route in keinster weise gefahren. Faktisch habe ich noch nie im meinem Leben an besagter ecke gewendet, weil das wahnsinnig gefährlich und sehr eng ist.

Ich habe nichts davon, dich davon zu überzeugen. Es macht mich aber jedes Mal sehr wütend, wenn ich nur daran denke.

Und ja, die RSV der Württembergischen funktioniert genauso.

Abgeschlossen, halbes Jahr später wegen diesem genannten Fall in Anspruch genommen.

Am Ende von Ihnen die kündigen zum Ablauf des einen Jahres erhalten, mit beiliegenden Rechnung, dass sie insgesamt 800 Euro zahlen mussten für Anwalt, Gericht.

Ist so.

Dachte das ist normal, weil rechnet sich für die ja nicht.
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Re: Rotlicht mit Fahrgast vs Polizei. Chance?

Beitragvon Löwenzahn » 23.05.2017, 20:18

parlox

Wenn du Einspruch einlegen kannst, dann lege Einspruch ein. Achte jedenfalls darauf, wie du etwas sagst. Richter bilden sich nämlich auf Basis deines Auftretens ein Urteil.
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