Offener Brief an den Oberbürgermeister

Freies Düsseldorfer Taxiforum.

Offener Brief an den Oberbürgermeister

Beitragvon TAXI Wölfi » 23.07.2004, 14:25

Nachdem heute in der Presse eindlich einmal von unseren Problemen
Notiz genommen wurde, möchte ich den original Brief an den OB hier auch noch veröffentlichen





Düsseldorf, im Juli 2004

Die Düsseldorfer Taxifahrerinnen und Taxifahrer klagen an!
( Keine Organisation oder Verein, sondern um HILFE rufende Taxifahrer. )

Offener Brief an

Herrn Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf, Joachim Erwin
Herrn Verwaltungs-Chef der Landeshauptstadt Düsseldorf, Joachim Erwin


zur Kenntnisnahme

Herrn Regierungspräsidenten Jürgen Büssow
Herrn Dornscheidt Düsseldorfer Messegesellschaft
Herrn Rainer Schwarz Flughafen Düsseldorf GmbH
Die Fraktionen im Rathaus Düsseldorf, - CDU, FDP, SPD, Grüne
Der Polizeipräsident der Landeshauptstadt Düsseldorf
Die Redaktionen der Medien, - Rheinische Post, Düsseldorfer Express, WZ Westdeutsche Zeitung,
NRZ, Düsseldorfer Anzeiger, Rheinbote Düsseldorf,
Westdeutscher Rundfunk Landesstudio Düsseldorf
Westdeutscher Rundfunk Fernsehen Aktuelle Stunde
Antenne Düsseldorf.
Taxi Düsseldorf E.G. 5 X 3

Nachrichtlich
Düsseldorfer-Taxiforum.de




Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

seit vielen Jahren unterliegt das Düsseldorfer Taxigewerbe einer ausnahmslos harschen und
negativen Kritik in der Öffentlichkeit. Es lässt sich nicht verhehlen, das sämtliche o.a.
Institutionen/Organisationen einen erheblichen Anteil daran haben, dass wir so schlecht dastehen.
Es wird aber auch nicht angezweifelt, dass fast alle angeführten Mängel und Unzulänglichkeiten auch ihre Berechtigung haben, aber wer unser Gewerbe laufend verreißt, sollte auch in der Lage und Willens sein uns bei einer Gesundung zu unterstützen.
Hilfe oder Unterstützung hat uns niemand angeboten.
Die große Messe Drupa ist vorbei, weitere Großereignisse z.B. Kunststoffmesse und
ähnliche Veranstaltungen werfen ihre Schatten voraus.
Das ist die beste Gelegenheit einmal ein Resümee zu ziehen.
Sie alle haben für sich entschieden, dass die Messe Drupa supertoll und ein einzigartiger Erfolg war. So wurde es zumindest der Öffentlichkeit suggeriert.
Dass wir von dieser Einschätzung in Wahrheit Lichtjahre entfernt sind, das wissen Sie und das wissen wir und alle anderen betroffenen auch.
Wir sind durchaus bereit die Stadt in allem zu unterstützen, damit man wieder etwas näher an Ihr Wunschdenken heran kommt. Dafür müssen aber zuerst Taten folgen.
Es ist an der Zeit, dass sich das ewig gescholtene Taxi-Fahrpersonal endlich auch einmal zu Wort meldet.




Die angesprochene Messe Drupa hat wieder einmal mehr den desaströsen Zustand im Düsseldorfer Taxigewerbe aufgezeigt.
Gehen wir einmal Stück für Stück dem Problem auf den Grund.
Fangen wir bei der Anzahl der in Düsseldorf zugelassenen Taxen an.
Wir haben momentan exakt 1337 zugelassene Taxen auf den Düsseldorfer Straßen. Das sind schlichtweg 400 bis 500 Fahrzeuge zuviel. Dieses, - unser allergrößtes Problem -, ist seit vielen Jahren bekannt, wird aber konsequent ignoriert. Es wurden munter weiter Taxi-Konzessionen zugelassen. Dass mit jeder neuen Konzession einige Unternehmer und Fahrer an den Rand des Ruins getrieben werden, interessiert die Stadtoberen anscheinend nicht. Angeblich ruht die Neuzulassung momentan.
Es gibt weltweit ein ungefähres “ Daumenmaß “ nach dem in Großstädten über 500.000 Einwohner der Anteil der Taxen bei 1 Fahrzeug pro 1000 Einwohner liegen sollte. Das ist in New York so, das ist in Hongkong so, das ist in Paris so, das ist in San Francisco so, usw. usw. nur in Düsseldorf haben wir das 2 ½ Fache der ungefähren Norm. WARUM??
Jahrelang wurde die Stadt Düsseldorf von vielen Organisationen aufgefordert, zumindest die
Neuzulassungen und den ( illegalen ) Verkauf von Konzessionen zu unterbinden. All die Bitten und Begründungen wurden mit Arroganz und Überheblichkeit abgewiesen.
Folgt man Berichten in den Medien, soll - auf Grundlage eines Gutachtens, bis zum Jahre 2007 die Anzahl der Konzessionen in Düsseldorf auf 1280 reduziert werden. 57 Konzessionen weniger in 3 Jahren. Die geplante Reduzierung ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, wird sich aber nicht bemerkbar machen. Konkret:
Ein Taxi fährt - großzügig gerechnet - im Monat einen Umsatz von ca. 5.000 € ein. Bei 57 Konzessionen die bis 2007! wegfallen sollen, verteilten sich der Umsatz
(57 X 5.000 = 28.5000 € ) auf die verbliebenen 1280 Taxen. Dies entspricht einem Mehrumsatz von ca. 223,-- € pro Monat und Fahrzeug. Bei 60 Schichten im Monat ( 30 Tag- und 30 Nachtschichten )
entspricht das einem Mehrumsatz von 3,70 € pro Schicht. Also hat jeder Fahrer rein rechnerisch
1,67 € Brutto pro Schicht mehr verdient. Nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein! Es zeigt einmal mehr, dass die Entscheidungen des Verkehrsausschusses eine reine Alibifunktion haben. Anstatt die Probleme im Düsseldorfer Taxigewerbe ernsthaft anzugehen, soll mit diesem Beschluss das Gewerbe ruhig gestellt werden.

Ca. 2 Wochen vor der diesjährigen Drupa, besann man sich plötzlich einmal mehr auf die Taxizunft und versuchte im Schnellgang das Schlimmste zu verhindern. Unser neuer Messechef Herr Dornscheidt persönlich hatte nämlich im Vorfeld äußerst schlechte Erfahrung mit dem Düsseldorfer Taxi Personal gemacht und befürchtete eine enorme Rufschädigung bei der anstehenden Drupa.
Herr Dornscheidt hatte, wie seinerzeit in der Tagespresse nachzulesen, nach einer Flugreise am Flughafen ein Taxi bestiegen um sich in sein Büro fahren zu lassen.
Zu seiner Verwunderung sprach der Taxifahrer kein einziges Wort deutsch und kannte auch die Messe Düsseldorf nicht.
Dieser Versuch, ad hoc die Notbremse zu ziehen hat nicht gefruchtet. Letztendlich sind sämtliche Versuche fehlgeschlagen, weil man immer noch nicht das Grundsätzliche begriffen hat. Herr Dornscheidt ist Chef der Messe Düsseldorf, die Messe Düsseldorf ist die Stadt Düsseldorf, die Stadt Düsseldorf ist für ein geordnetes Taxigewerbe zuständig. Die Stadt Düsseldorf vergibt die Konzessionen und nicht zu vergessen, auch die Personenbeförderungslizenzen/Scheine. Erst in zweiter Linie ist die Taxigenossenschaft und als Drittes das Fahrpersonal zuständig. Solange man immer die Vorzeichen in die umgekehrte Reihenfolge vertauscht und die Tatsachen nicht erkennt bzw. wahrhaben will, wird sich in dem Gewerbe nichts zum positiven ändern. Dieser Schnellschuss kurz vor der letzten Messe Großveranstaltung war demnach im Ansatz schon falsch und zum Scheitern verurteilt.



Womit wir jetzt bei dem 2. Punkt der unendlichen Kritiken sind:
Das Fahrpersonal:
Wie ist es möglich, das jemand der keinerlei Deutschkenntnisse vorweisen kann, geschweige denn irgendwelche Verbindung zu unserer Stadt besitzt, von der Stadt Düsseldorf einen Personenbeförderungsschein erhält und auf die Fahrgäste losgelassen wird ?
Gipfel dieser Entwicklung: Es sollen schon Anwärter mit einem Dolmetscher zur Ortskenntnisprüfung erschienen sein.
Es ist egal, wo ein arbeitswilliger und fähiger Fahrer beheimatet ist, der hier seinen Lebensunterhalt mit dem Taxi verdient. Aber wie in jedem anderen Beruf auch, müssen Mindestanforderungen an den entsprechenden Beruf erfüllt werden. Dazu gehört u.a. die deutsche Sprache in Wort und Schrift, eine fundierte Ortskenntnis, vernünftige Kleidung, gute Umgangsformen, ein gepflegtes Fahrzeug, sowie den Willen zur Dienstleistung. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Herkunft des Fahrers egal. Er hat dann in diesem Dienstleistungsgewerbe nichts zu suchen.

Die Stadt Düsseldorf aber lässt jeden Fahrer zu, der sich meldet. Das bringt am wenigsten Ärger aber Geld in die Kasse. Ärger und Beschimpfungen bleiben bei der Taxiinnung und dem ordentlichen Fahrpersonal.
Man hat zwar erkannt, dass z.B. an Flughafen und Bahnhof der Erstkontakt von Fremden mit unserer Stadt, das Taxi als Aushängeschild dient, ist aber nicht bereit diese Tatsache zu fördern und zu unterstützen.
Laut Fernseh- und Medienberichten in den letzten Wochen, (Pro7, WDR, Der Spiegel) liegt der Anteil derer, die absolut nicht geeignet sind in Düsseldorf den Beruf des Taxifahrers auszuüben bei ca. 70%. Alle haben jedoch einen Personenbeförderungsschein der Landeshauptstadt Düsseldorf. Dazu kommen noch ca. 6 – 8 % Illegale, die weder einen Personenbeförderungsschein noch einen Führerschein haben, sich aber trotzdem als Taxifahrer täglich in unserer Stadt tummeln. Diese Zahlen sind offiziell bekannt, werden aber mit der Ausrede, nicht genügend Personal zur Überprüfung zu haben, abgetan. Der klägliche Rest des ordentlichen, legalen Fahrpersonals, der Unternehmerschaft und die Taxiinnung muss sich tagtäglich mit dieser Situation herumschlagen, weil die Stadt sich ihrer Verantwortung entzieht. Wir müssen die Suppe auslöffeln, Kritik ertragen und für die schwarzen Schafe den Kopf hinhalten.
Beispiel Altstadt:
Wenn die Stadt unmäßig viele Taxen zulässt, muss auch ein entsprechender Bestand an Halte- und Auffahrplätzen vorgehalten werden. Das ist nicht der Fall (z.B. Altstadt, Hauptbahnhof). Durch immer neu dazukommende Fahrzeuge und immer schlechter werdende Auslastung, sind die Standzeiten eines Taxis in Düsseldorf unverhältnismäßig gestiegen. Vor ca. 7 Jahren reichten die Halteplätze in der Stadt noch aus, heute nicht mehr. Es gibt mittlerweile ca. 500 Taxen mehr in Düsseldorf als öffentliche Halteplätze.
Auch dieses Problem wird von der Stadtverwaltung verdrängt. Was sich z.B. in der Altstadt (Heinrich Heine Allee, Burgplatz) an Wochenenden und bei Messen abspielt ist peinlich und passt nicht in das “ schöne “ Bild der Stadt Düsseldorf. Es ist dem privaten Verkehrsteilnehmer und den Fahrgästen nicht zu vermitteln, das die komplette Altstadt in Wildwest Manier und gegen jegliche Verkehrsregeln blockiert wird.
Das Taxigewerbe in Düsseldorf ist insbesondere am Wochenende ein Tummelplatz für Illegalität und Unterwelt.
Die Wirtschaftliche Situation des Taxipersonals in Düsseldorf:
Taxifahrer bekommen im Allgemeinen keinerlei Festgehalt sondern prozentuale Anteile (meist ca. 45% Brutto des Fahrpreises) von immer jämmerlicher werdenden Umsätzen.
Davon müssen sie ihre Familien ernähren. Die Situation endet dann letztendlich bei
Wohngeld/Sozialhilfe etc..
Es gab tatsächlich einmal Zeiten, in denen sich Studenten in den Semesterferien ihr Studium mit Taxifahren verdient. Diese Zeiten sind vorbei.


• Unterm Strich kann man eine einfache Rechnung aufmachen: zu viele Taxen in Düsseldorf
• zu viel unqualifiziertes Personal
• weniger Einnahme pro Fahrzeug
• zu alte und zu schlechte Autos im Fahrgeschäft
• illegales Fahrpersonal
• Hauptsache das Auto rollt und die Kosten können gedeckt werden.


Eine neuerliche Tarifdiskussion hilft uns nicht weiter, im Gegenteil, dadurch werden potentielle Kunden/Fahrgäste nur verunsichert.

Werter Herr Oberbürgermeister Joachim Erwin, im Düsseldorfer Taxigewerbe brennt es lichterloh.
Im Interesse unserer Heimatstadt: unterstützen Sie uns. Beenden Sie die unhaltbaren und ruinösen Zustände in unserem Gewerbe. Sie haben die Möglichkeiten dazu. Sorgen Sie dafür dass,

1.) die Anzahl der in Düsseldorf zugelassenen Taxen drastisch reduziert wird
2.) nur noch ordentliches Fahrpersonal, das der deutschen Sprache mächtig ist und über eine
fundierte Ortskenntnis verfügt, einen Personenbeförderungsschein erhält
3) Fahrpersonal und Fahrzeuge öfters kontrolliert werden
4) das Düsseldorfer Taxigewerbe zur Visitenkarte unserer Heimatstadt wird

Es ist an der Zeit, dass man aufhört uns weiterhin so stiefmütterlich und abwertend zu behandeln.
Die Kommunalwahlen stehen vor der Türe. Um es unmissverständlich klarzustellen: Herr Oberbürgermeister helfen Sie uns, dann helfen wir Ihnen. Wir haben ein Wählerpotential zur Verfügung, das nicht zu verachten ist.
Gehen Sie nicht das Risiko ein auf die nicht zu unterschätzende Anzahl von Wählerstimmen
der Bürgerinnen und Bürger aus der Taxibranche zu verzichten.

Ihre Mitbewerberin von der SPD hat dies schon länger erkannt.

Taxi Düsseldorf E.G. ist sich dieser Situation auch bewusst und wird in wenigen Wochen ein
-Service Taxi- ins Leben rufen.


Wann reagieren Sie?


Mit freundlichen Grüßen
TAXI Wölfi
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Meine absolute Hochachtung !!

Beitragvon WEFahrer » 23.07.2004, 19:36

:mrgreen: Ja - "Hut Ab[ kann ich da nur sagen. Der Brief trifft, meiner persönlichen Meinung nach, genau den Kern der Sache :!: :!: :!:
Mich selber betrifft die ganze Misere zwar nur am Rande, da ich (darf ich jetzt überhaupt sagen "zum Glück"?) von meinem Hauptjob leben kann - allerdings regt mich dann doch so einiges auf ... :twisted:
`N Lacher ist ja wohl die Zahl, der zu reduzierenden Taxen, die im Gutachten vorgeschlagen wurde.
Warum ziehen die´s nicht einfach mal ganz straight durch???
mal überleg: "Die Neuerteilung von Konzessionen sofort einfrieren! Den Handel mit Konzessionen unterbinden - bzw. es zumindest schärfer kontrollieren. Apropos Kontrolle - schärfere Kontrolle draußen 'an der Front' und bei entsprechenden Erfolgen, sprich erwischten Fahrern ohne gültige Papiere, gehört der entsprechende Unternehmer zur Verantwortung gezogen. Konzession abgeben! Danke! :evil:
Und mit der Zeit vermindert sich die Anzahl der Wagen von allein!"

Tja, sind halt so Gedanken, die mir da so spontan durch den Kopf gehen...
Ich hoffe, unser OB kommt denn auch manchmal ins Grübeln :roll:

Nen knitterfreien und erfolgreichen "Flug"

wünscht der WEFahrer
Gott schütze uns vor unseren Freunden!
Mit unseren Feinden werden wir selber fertig!
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Beitragvon MikeVeltel » 23.07.2004, 23:41

Hallo WEFahrer,

in unserer Branche wird sehr viel Mist erzählt, und die Gerüchteköche schlafen nie. Viele Kollegen gehen ihnen allzu leichtfertig auf den Leim, ohne jemals die Hintergründe wirklich auszuloten und die Zusammenhänge einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.

Ich kann dir aus verlässlicher Quelle sagen: Die Vergabe der Konzessionen ist bereits eingefroren. Die Stadt hat das Problem längst erkannt. 14 Konzessionen sind inzwischen schon vom Markt genommen worden. Und diesen Weg wird die Stadtverwaltung weiter beschreiten. Nur ein wenig Geduld!

Alles, was im Offenen Brief diskutiert wird, ist - abgesehen von der extensiven Stimmungsmache - überhaupt nichts Neues. Gleichwohl begrüße ich den Offenen Brief sehr. Die in ihm angesprochenen Probleme sind aber sämtlichen beteiligten Stellen bereits seit langem hinlänglich bekannt. Die Probleme werden schon längst angegangen, aber es dauert halt alles seine Zeit.

Freundliche Grüße
MikeVeltel
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Beitragvon Gast » 24.07.2004, 03:36

"14 Konzessionen sind inzwischen schon vom Markt genommen worden."

14 ???

Die Rede ist von 500 !!!

Das Gutachten ist eh ein Witz... :twisted:
Gast
 

Beitragvon MikeVeltel » 24.07.2004, 07:24

Ich weiß, dass 400 bis 500 realistisch wären. Aber man kann hier nur im Rahmen der bestehenden Gesetze tätig werden. Immerhin ist die Freiheit des Berufes grundgesetzlich geschützt. Da kann man nun mal nicht mit der Kettensäge durchgehen.

Darüberhinaus ist interessant, Ulli, dass du ein wissenschaftliches Gutachten pauschal abqualifizierst, welches du nie gelesen hast.

Der Gutachter Thomas Krause hat konstatiert, dass unter den jetzigen Umständen die Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes nicht mehr gegeben ist. Er gibt eine eindeutige Trendempfehlung in Richtung Konzessionsabbau. Diesem Trend wird die Stadtverwaltung folgen.

Mit freundlichen Grüßen
MikeVeltel
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Beitragvon KehrenTAXI » 24.07.2004, 10:41

Der "Offene Brief" greift den Kern des Problems anschaulich auf und stellt sehr deutlich klar, wer für die Ursachen die Hauptverantwortung hat. Insofern ist der Brief beim Aufgriff und der Nennung des Kernproblems sehr wohl etwas neues. Und gerade hier ist es durchaus möglich, die Zuteilungskriterien für einen Führerschein zur Fahrgastbeförderung dahingehend zu ändern, dass es eben nicht jedem gelingt, diese zu erfüllen. Es kann nicht sein, dass ein Bewerber unendlich viele Prüfungen absolvieren darf, bis er besteht. Hier bereits wäre verantwortungsvoll abzuschätzen, ob der Bewerber geeignet ist.

Die hier auch erstmals öffentlich angesprochenen Messe-Erfolgsmeldungen sprechen mir aus der Seele. Alle Beteiligten kennen den tatsächlichen Trend. Der Vorfeld-Versuch zur DRUPA, des Messechefs Dornscheidt, "...das Schlimmste zu verhindern...", war milde gesagt ein jämmerlich, peinlicher Auftritt. Bei Kaffee und Frikadellen wurde versucht, den Fahrern zu vermitteln, dass man jetzt (nach ca. 10 Jahren Planung) die geniale Anfahrt für Taxis gefunden habe. Der Halteplatz ist jetzt genialerweise noch weiter als zuvor vom Eingang entfernt. Aber dann, der Höhepunkt war die Essenz aus der Begrüßungsrede des Herrn Dornscheidt.

--------------------------------------------------------------------------------------

Der Sinngehalt:

Die Taxifahrer sind der erste Kontakt des Messe gastes mit der Stadt Düsseldorf und für den Rest der Aufenthaltsdauer des Messe gastes verantwortlich. Also, benehmen Sie sich gefälligst. Dafür gibt es Frikadellen, Messe-Notizblöcke, Messe-Kaffeebecher, Messe-Kartenspiele, Messe-Kugelschreiber und demnächst vielleicht(!), wenn alles gut läuft, auch mal abends eine Messe-Freibierverantstaltung, wo wir das Taxi mal stehen lassen dürfen (??!!).

--------------------------------------------------------------------------------------

Dann hatte ich noch zufällig die Gelegenheit, Herrn Dornscheidt zu erleben, als er sich vor einer laufenden Kamera über das Düsseldorfer Taxigewerbe ergoß. Alleine das Mithören war mir schon so peinlich, dass ich das dort gesagte hier nicht wiedergeben möchte. Dem Redakteur wohl ganz offensichtlich auch, so das dieser Beitrag, meines Wissens nicht gesendet wurde.

Der Brief ist eine gute Vorarbeit - Danke!
freundlichst ;-)

Stefan Kehren


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Beitragvon Gast » 25.07.2004, 04:45

"Der Gutachter Thomas Krause hat konstatiert, dass unter den jetzigen Umständen die Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes nicht mehr gegeben ist. Er gibt eine eindeutige Trendempfehlung in Richtung Konzessionsabbau. Diesem Trend wird die Stadtverwaltung folgen. "

Glaubst Du, werter Kollege Stefan, eigentlich wirklich an das, was Du hier schreibst ? :o
Gast
 

Beitragvon Gast » 25.07.2004, 06:12

Schon gut... :lol:
Zuletzt geändert von Gast am 26.07.2004, 00:44, insgesamt 1-mal geändert.
Gast
 

Beitragvon KehrenTAXI » 25.07.2004, 11:08

Hallo Ulli,

in Deinem Beitrag entsteht der Eindruck, Du verwechselst die User.

Auch spielt es überhaupt keine Rolle wer einen Brief schreibt. Das könnte auch ein Fahrgast machen. Sein wir froh, dass es jemand macht. Du bist da ja beispielhaft unkonstruktiv. Verwende Deine Energie doch mal zu etwas nützlichem.
freundlichst ;-)

Stefan Kehren


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Beitragvon taxiaxel » 25.07.2004, 13:13

Hallo wölfi
da strengt ihr euch an,opfert eure Freizeit und haltet eure Birne hin und ein hier und in anderen Foren tätiger hat nichts anderes im Sinn als dich persönlich an zu greifen!
Da sieht man mal wieder wie einfach der gestrickt ist!!!
Wenn man sieht wie die Behörden uns während der Kirmes Knüppel vor die beine schlagen, uns teilweise schickanieren und wir unsere Kunden irgendwo in der Pampa aussteigen lassen müssen,dann kann man nur sagen:Es gibt hier in Düsseldorf sehr viel Arbeit und viel zu ändern. :roll:
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Berlin sieh es genau so schlimm aus

Beitragvon Hannes » 25.07.2004, 20:31

Wir haben wohl in Berlin knapp 7000 Konzessionen. Wohl in etwa 500 haben aufgegeben. In Berlin hat man en gros Arbeitslose ins Gewerbe gedrückt.

Nach Deinem Schlüssel dürften es in Berlin nur 3500 Konzessionen geben. Ist wohl zu tief gegriffen, weil wie in Berlin die Hälfte der Konzessionen bei Alleinfahrern haben, die letzten Cowboys der Straße.

Nur mal ein Beispiel vom letzten Wochenende. Wir hatten die Modemesse Bread and Butter, wirklich gute Taxikunden, und eine absolute Ausnahmesituation, ganze 400 € mit 2 Mann in 2 Schichten.

Gruß aus Berlin-Mitte Hannes
Hannes
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Beitragvon Jörn » 26.07.2004, 09:27

Wenn man darauf warten würde, daß die Behörden den 'rechtlich' einwandfreien und vorgeschriebenen Weg gehen, um endlich etwas zu ändern, werden wir alle (und das war schon immer so) bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten müssen!

Man sollte, wie ich schon des öfteren vorgeschlagen habe, mal ein paar Tage alle wichtigen Institutionen bestreiken, damit die mal merken, wozu wir eigentlich da sind!

Aber schon Lenin hat gesagt: "Wen deutsche Revolutionäre einen Bahnhof stürmen wollen, lösen sie vorher eine Bahnsteigkarte!"
Jörn
 

Beitragvon Gast » 27.07.2004, 05:05

"Da sieht man mal wieder wie einfach der gestrickt ist!!!"

Wer denn, werter Kollege Taxiaxel ???
Gast
 

Beitragvon Martin Berndt » 27.07.2004, 15:57

Als routinierter Offene-Briefe-Schreiber meine ich: Der offene Brief war abgesehen vom Kommentar zum Tarif so übel nicht. Sieht bei Euch in der Düsseldorfer Altstadt wohl auch nicht anders aus als hier auf der Reeperbahn. Die gesamte Meile ein einziger Posten! Kontrollen finden statt, wenn die Polizei sich langweilt, und die Politik merkt nichts, wenn die Presse nicht kräftig auf die Pauke haut.

Vielleicht sollte man sich mal hier und dort zwecks gemeinsamer Ortsbesichtung treffen.

PS: Ist das Gutachten schon veröffentlicht?
Zuletzt geändert von Martin Berndt am 27.07.2004, 22:23, insgesamt 1-mal geändert.
Martin Berndt
 

Tztz

Beitragvon Stephan » 27.07.2004, 16:27

Wird sich was ändern? NEIN

Aber wir wollen es mal hoffen, den ic möschte ja auch mal gut befördert werden Nachts von der Altstadt nach Hause, aber leider ist das wohl in den letzten Jahren nicht mehr möglich.

Hilft nur hoffen!

Schönen Abend noch![/u][/i][/b]
Stephan
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Beitragvon MikeVeltel » 27.07.2004, 22:29

Nein, Martin Berndt,

das Gutachten von Linne + Krause ist noch nicht veröffentlicht. Wir warten hier auf die Freigabe durch die Stadt Düsseldorf (Auftraggeberin).
MikeVeltel
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Beitragvon MikeVeltel » 28.07.2004, 06:49

Das war der entsprechende EXPRESS-Artikel vom 22.07.2004. So oder so ähnlich haben viele andere Medien darüber berichtet.

Aber auch heute, am 28.07.2004 gibt es wieder zahlreiche Zeitungsartikel zum Thema, wie zum Beispiel ---> hier und ---> [url=http://www.nrz.de/nrz/nrz.nachbarstadt.volltext.php?kennung=on3nrzPOLStaDüsseldorf38194&zulieferer=nrz&kategorie=POL&rubrik=Stadt&region=Düsseldorf&auftritt=NRZ&dbserver=1]hier[/url].
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Beitragvon Martin Berndt » 28.07.2004, 20:11

Na, da trifft mich doch der Schlag. Die Hamburger Verhältnisse werden in der NRZ als vorbildlich gepriesen. Immerhin, in diesem einen Punkt sind sie es vielleicht auch, weil hier mal nicht unsere Aufsichtsbehörde sondern die Innenbehörde zuständig ist. Übrigens ist unser Senator, der die Prüfungsordnung verschärft hat, z.Zt. arbeitslos. Nur so als Info, falls ihr Bedarf habt. 8)
Martin Berndt
 

Beitragvon TAXI Wölfi » 29.07.2004, 15:12

Nach dem Wirbel, den unser offener Brief verursacht hat, ließ nun eine Reaktion des Oberbürgermeisters nicht auf sich warten.
Heute Vormittag fand ein Treffen zwischen Herrn Erwin und Vertreter(n) der Taxiinnung statt.
Das Ergebnis ist unten zu lesen.
Ich möchte noch anmerken, das sich mit uns, den eigentlich betroffenen, außer der Presse und Fernsehen, noch niemand unterhalten hat.
Die Taxiinnung hat mal wieder für alle gedacht und gehandelt und nun ist
alles beschlossen und verkündet. HUGH



Auszug aus dem Pressebericht der Landeshauptstadt Düsseldorf vom 29.07.2004


Stadt und Taxi-Innung gemeinsam für Qualitätsverbesserungen

Die Landeshauptstadt Düsseldorf und die Düsseldorfer Taxi-Innung wollen sich gemeinsam für eine Qualitätssteigerung beim Düsseldorfer Taxiangebot einsetzen. „Schwarze Schafe" unter den Fahrern sollen aussortiert und der Service für die Kunden verbessert werden. Darauf haben sich Oberbürgermeister Joachim Erwin und Vertreter der Taxi-Düsseldorf e.G. in einem Gespräch am Donnerstagmorgen geeinigt.

Beide Seiten wollen sich dafür einsetzen, dass die für die Erteilung des Personenbeförderungsscheins notwendige Ortskundeprüfung mit dem Ziel der Erschwerung überarbeitet wird. Bereits heute fallen bei den vom Landesverband NRW des Taxigewerbes vorgenommenen Ortskundeprüfungen 60-70 Prozent der Bewerber durch. Da der Gesetzgeber bislang keine ausreichenden Deutschkenntnisse für Taxifahrer vorschreibt, will die Stadt beim Deutschen Städtetag eine Initiative starten, die die Erteilung des Personenbeförderungsschein daran knüpft. Taxi-Innung und Stadt erheben zudem erneut die Forderung, dass der Personenbeförderungsschein mit einem Lichtbild versehen werden müsse, um Missbrauch zu vermeiden und „schwarze Schafe" ohne diese Bescheinigung aus dem Verkehr zu ziehen.

Die Stadt unterstützt ausdrücklich die von der Taxi-Innung vorbereitete Zertifizierung sogenannter „Service-Taxis", bei denen besondere Qualitätsanforderungen an Fahrer und Fahrzeug gestellt werden. Diese müssten dann allerdings für die Kunden erkennbar einheitlich gekennzeichnet sein. Oberbürgermeister Erwin hält diesbezüglich auch eine einheitliche Kleidung der Fahrer für sinnvoll, wobei sowohl Messe wie Stadt durchaus als Mit-Sponsor auftreten könnten.

Hinsichtlich der Erteilung der Konzessionen wies Erwin darauf hin, dass die Stadt keine rechtliche Möglichkeiten habe, Konzessionen außerhalb einer Beanstandung des Inhabers wegen persönlicher oder wirtschaftlicher Unzuverlässigkeit einzuziehen. Die Stadt unterstütze jedoch die Initiative der Taxi-Innung, Konzessionsinhaber zum Ruhenlassen ihrer Erlaubnisse zu bewegen.

Einigkeit wurde auch beim Thema Verkehr erzielt. Um einen zügigeren Abfluss des Verkehrs aus der Altstadt zu ermöglichen und gleichzeitig die Situation auf der Heinrich-Heine-Allee zu entspannen, will die Stadt jetzt die Möglichkeit einer zusätzlichen Abbiegemöglichkeit vom Grabbeplatz in Richtung Oberkasseler Brücke prüfen.
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Beitragvon TAXI Wölfi » 29.07.2004, 16:50

Da hört sich doch alles auf.
Wischi-Waschi, BLA BLA, Sülz Laber Schwätz. Es war fast zu vermuten das so etwas passiert.
Die Innung schmückt sich hier mit fremden Federn und versucht uns
ganz gewaltig zu verladen und zu hintergehen.
So gibt das nix und so geht das nicht HERR SEBETZKI. :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted:
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