Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Verlagerung der Postengespäche in das Internet.

Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon am » 03.01.2018, 07:07

Auch wenn nicht mit Zahlen unterlegt, zeigt de Erfahrung, dass Tariferhöhungen nicht zu einem Nachfragerückgang führen. Auch deutliche Erhöhungen nicht, wenn sie nachvollziehbar und begründet sind.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon E. G. Engel » 03.01.2018, 14:12

Ja, ja. Die Erfahrungen. Die Erfahrung zeigt dass man durch Auslassung wesentlicher Faktoren zu genehmen Erfahrungswerten kommt. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Marvin » 03.01.2018, 14:17

am hat geschrieben:Auch wenn nicht mit Zahlen unterlegt, zeigt de Erfahrung, dass Tariferhöhungen nicht zu einem Nachfragerückgang führen. Auch deutliche Erhöhungen nicht, wenn sie nachvollziehbar und begründet sind.

Das lässt sich so generell nicht sagen. Taxi- und Kneipengewerbe sind eine Art Konjunkturbarometer: Haben die Leute das Gefühl, es läuft schlechter, trifft es diese Gewerbezweige besonders hart. Das war bisher immer so. Jetzt ist die Stimmung gut, also juckt die Kunden auch eine Tariferhöhung wenig. Erklärbar wären erhebliche Erhöhungen auch in der Vergangenheit gewesen - aber nicht durchsetzbar.
LRKN fährt beim Hansa. Die können ihr konstant hohes Umsatzniveau nur mit einer Hilfstruppe halten, die weit weniger konstante Umsätze hat. Der Durchschnittsumsatz aller Hamburger Taxen dürfte weit darunter liegen. Für eine realistische Betrachtung müsste man den Hansa komplett herausrechnen. Da dürften dann kaum 20 EUR an Umsatz herauskommen. Das ist aber bestenfalls knapp über der Unwirtschaftlichkeit. Dazu braucht man sich nur einmal die Stundensätze von Handwerksbetrieben anzusehen. Selbst die kolportierten 30 EUR sind kein Grund zum frohlocken.
Die vermeintlich so ausgeschlafene "new economy" Konkurrenz des Taxengewerbes würde sich an unserem Geschäft nicht die Finger schmutzig machen, wenn nicht massenhaft fremde Kohle zur Verfügung stünde. Kostendeckend arbeitet von den Klugscheixxern niemand. Es geht hier eher um Schaffung von Monopolen und Kundendaten nebst deren Bewegungs- und Nutzungsprofilen als um soliden Kundendienst.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon LRKN » 03.01.2018, 15:08

E. G. Engel hat geschrieben:Ja, ja. Die Erfahrungen. Die Erfahrung zeigt dass man durch Auslassung wesentlicher Faktoren zu genehmen Erfahrungswerten kommt. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:


Welche Faktoren dürfen es denn sein?
Arbeitszeit? Ist über das ganze Jahr identisch.
Tourenanzahl? Auch identisch mit den üblichen Schwankungen wegen Ferien usw.
Was möchtest du noch wissen?

Einzige SUBJEKTIVE Veränderung gegenüber vorherigen Jahren ist ein Tourenrückgang an den Wochenenden Nachts. Grund für mich ist, dass die dann häufiger fahrenden jungen Leute eher bei mT bestellen als bei Hansa. Ist aber nur eine Vermutung und SUBJEKTIV!

Marvin hat geschrieben:
am hat geschrieben:Auch wenn nicht mit Zahlen unterlegt, zeigt de Erfahrung, dass Tariferhöhungen nicht zu einem Nachfragerückgang führen. Auch deutliche Erhöhungen nicht, wenn sie nachvollziehbar und begründet sind.

Das lässt sich so generell nicht sagen. Taxi- und Kneipengewerbe sind eine Art Konjunkturbarometer: Haben die Leute das Gefühl, es läuft schlechter, trifft es diese Gewerbezweige besonders hart. Das war bisher immer so. Jetzt ist die Stimmung gut, also juckt die Kunden auch eine Tariferhöhung wenig. Erklärbar wären erhebliche Erhöhungen auch in der Vergangenheit gewesen - aber nicht durchsetzbar.
LRKN fährt beim Hansa. Die können ihr konstant hohes Umsatzniveau nur mit einer Hilfstruppe halten, die weit weniger konstante Umsätze hat. Der Durchschnittsumsatz aller Hamburger Taxen dürfte weit darunter liegen. Für eine realistische Betrachtung müsste man den Hansa komplett herausrechnen. Da dürften dann kaum 20 EUR an Umsatz herauskommen. Das ist aber bestenfalls knapp über der Unwirtschaftlichkeit. Dazu braucht man sich nur einmal die Stundensätze von Handwerksbetrieben anzusehen. Selbst die kolportierten 30 EUR sind kein Grund zum frohlocken.
Die vermeintlich so ausgeschlafene "new economy" Konkurrenz des Taxengewerbes würde sich an unserem Geschäft nicht die Finger schmutzig machen, wenn nicht massenhaft fremde Kohle zur Verfügung stünde. Kostendeckend arbeitet von den Klugscheixxern niemand. Es geht hier eher um Schaffung von Monopolen und Kundendaten nebst deren Bewegungs- und Nutzungsprofilen als um soliden Kundendienst.


Du hast ja mit allem recht aber es geht hier ausschließlich um die Auswirkungen einer Tariferhöhung. Und ich kann aus meinen Zahlen nur berichten, dass die Auswirkung auf Tourenmenge nahezu Null ist. Die prozentuale Tariferhöhung ist bei mir komplett angekommen. Ich wage auch zu behaupten dass es auch bei den Graupen, Edelgraupen, Stadtrandfunktaxen und mT angekommen ist. Wäre doch mal schön wenn ein nicht-Hansi hier seine Zahlen kundtun würde. Und das man Tarife primär in wirtschaftlich guten Zeiten erhöhen sollte ist auch klar. Wenn wir mal wieder Lehman haben, dann spricht nichts gegen das Auslassen einer Erhöhung. Haben wir aber nicht.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon TaxiBabsi » 03.01.2018, 15:54

Ich war und bin gegen Preisehöhungen im teuren Taxi-Gewerbe, muss aber aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen bestätigen das kein Tourenrückgang und auch kein Umsatzrückgang zu verzeichnen ist. Das liegt aber auch an erhöhtem Geschäftskundenanteil insbesondere von Mytaxi Kunden mit überdurchnittlich weiten Fahrten. Daher und auch aufgrund der Klagen der Genossenschaftskollegen über schlechte Geschäfte (Umsätze von weniger als 130/ 150 Euro in einer Schicht) mag diese Einschätzung aber sehr individuell sein.

Die hier verbreitete Paranoia vor dem sogenannten Großkapital ist einfach nur dämlich.
Zuletzt geändert von TaxiBabsi am 03.01.2018, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon alsterblick » 03.01.2018, 16:23

@LRKN:
Und das man Tarife primär in wirtschaftlich guten Zeiten erhöhen sollte ist auch klar. Wenn wir mal wieder Lehman haben, dann spricht nichts gegen das Auslassen einer Erhöhung. Haben wir aber nicht.

Diese Zeilen hättest Du besser weglassen sollen, denn vorrangig scheint dir hier der Äußerungswunsch und Rechtfertigung nach jüngster Tariferhöhung zu sein, läßt Zweifel an deine Zahlen zumindest vermuten und somit sind deine postings vielmehr bei (Hansa-)Propaganda einzuordnen.
Würdest du dein Tarifansinnen ernst gemeint haben oder überhaupt von der Materie etwas verstehen, hättest Du es nämlich durchaus gut anders schreiben können und bedachter formuliert.

Es tut mir Leid, nun bin ich aber mit Statistik zur Welt gekommen und kann sowas nicht durchgehenlassen.

Als "NichtHansi" kann ich deinen Umsatz-Zahlendtrend mit lediglich 4% Zuwachs (2016 zu 2017) zwar annähernd bestätigen („MT-Sklave“), jedoch distanziere ich mich entschieden von deinem versteckten Tariferhöhungbegehren.

Zu meiner Auswertung ( Zahlenreihen 2016, 2017 im Vergleich) kann ich versichern, dass ich für jede Schicht (login/logout ab Jan 2016) konstant immer NUR 30Min „unbezahlt“ in Abzug gebracht habe, weil ich diese gesetzliche Pausenzeit nämlich präventiv immer einrichtete und auch abhielt (umsatzfrei), selbst wenn eine Schicht mal unter 6 Std. war (Hobbytaxifaher).

Meine Fahreffizienz / mein Km-Schnitt hat sich um 3% erhöht (2016, 2017 im Vergleich). Anzumerken wäre noch, dass MT in 2016 keinerlei Rabatte gefahren hatte, jedoch wieder ab Okt 2017 (geringfügig, aber mit Umsatz-Relevanz). Extravaganzen wie Unwetter-/Zugausfallfahrten waren bei mir irrelevant, da ich solche Schichten nur 1x ohne nennenswerten Mehrumsatz bediente.

Mein Fazit: Die Mitte 2017 erfolgte Tariferhöhung (rd 7%) hatte bei mir (als Nichthansi Profifahrer) entschieden wenig positiven Umsatzeffekt als die Tariferhöhung rechnerisch idealerweise ergeben hätte.
Zuletzt geändert von alsterblick am 03.01.2018, 16:36, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon RaimundHH » 03.01.2018, 16:34

MOin,

@LKRN

wenn Deine Zahlen netto sind, entsprechen sie weitesgehend auch meinen Umsatzzahlen :wink:,
wobei bei mir ein deutlicher Tourenanstieg im Vergleich zu 2016 zu vermerken ist.
Trotz geringerem Umsatz/Tour konnte ich meinen Jahresumsatz um ca. 10 000€ steigern
bei gleichzeitiger Reduzierung der Arbeitstage (-8) :!:

Außerordentlich bemerkenswert finde ich, daß ich meinen Jahresgewinn um ca. 9000€ steigern konnte :!:
und eine Umsatzrendite von über 65% erzielen konnte.

@Marvin
nix Hansa sondern MT.
Dein Vergleich zu Handwerksbetrieben ist nicht zielführend, da diese eine ganz andere Kostenstruktur haben.


Grüße
RaimundHH
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon alsterblick » 03.01.2018, 16:54

Och @RaimundHH
Wolltest Du uns da unbedingt was zum Anbeissen geben ?


.... im Vergleich zu 2016


bei gleichzeitiger Reduzierung der Arbeitstage (-8)

nur die Einsatz/Std-Zahl zählt im Vergleich, mehr nicht.


.... im Vergleich zu 2016
meinen Jahresgewinn um ca. 9000€ steigern konnte
und eine Umsatzrendite von über 65% erzielen konnte

leider unerheblich ohne Mehrangaben.
Ist z.B. Dein Taxi aus AfA raus ?
.....sind andere Kosten anders geworden ?
.....gab es im Vorjahr evtl. "erhöhte Kostenbelastung" ?

Als freiwilliger Taxi-Doppelbuchfühungsspezialist solltest Du eigentlich wissen, ungewöhnliche Zahlenänderungen im Zeitablauf immer SOFORT mitzukommentieren, um glaubwürdig zu sein / zu bleiben.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon TaxiBabsi » 03.01.2018, 18:37

Glaubwürdig und plausibel ist das Arbeiten mit dem Fiskaltaxameter, simpel, easy.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Marvin » 03.01.2018, 22:57

TaxiBabsi hat geschrieben:Die hier verbreitete Paranoia vor dem sogenannten Großkapital ist einfach nur dämlich.

Wenn Du sie dämlich findest, muss sie zutreffen.
RaimundHH hat geschrieben:MOin,
@Marvin
nix Hansa sondern MT.
Dein Vergleich zu Handwerksbetrieben ist nicht zielführend, da diese eine ganz andere Kostenstruktur haben.
Grüße

Ich habe von MT-Fahrern gehört, dass nicht alle EUR 33,- / h im Jahresschnitt fahren. Du wirst auch nicht herausbekommen, ob und warum Du besser als Deine Kollegen verdienst, weil die Vergabelogik vollständig intransparent ist. Vielleicht liegt es ja am Klang Deines Nicknames oder an Deinem hübschen Foto.

Sicher haben Handwerksbetriebe eine andere Kostenstruktur. Allerdings nicht zwangsläufig wesentlich höher. In einigen Fällen reicht ein bisschen Werkzeug und ein schedderiger Transporter. Eine Tatsache ist, dass man eine individuelle Dienstleistung nicht zum Preis von Massenware bekommt. Ein steuerehrlicher Betrieb muss den Lohn, die Sozialversicherung und die Kosten erwirtschaften. Das ist für 20,- EUR/h schlecht hinzubekommen, wenn der Mindestlohn schon knapp 9,- EUR ausmacht. Nicht zu vergessen Zuschläge und Lohnfortzahlung im Urlaubs- und Krankheitsfall.

Selbst, wenn der Unternehmer allein fährt, ist es schwer, mit Stundenumsätzen von weniger als 25 EUR/h auszukommen. 15 EUR sollten schon mindestens übrig bleiben, denn es muss auch für Urlaub, Krankheit und Sozialversicherung reichen.

In Hamburg bekommt der Fahrgast fast immer innerhalb von 10 Minuten eine komfortable Taxe, die ihn auf direktem Wege zum von ihm gewünschten Ziel bringt. Diese Leistung könnte auch kein Konzern zu einem günstigeren Preis anbieten, sofern er kostendeckend arbeitet. Ein eingeschränktes Leistungsspektrum gibt es natürlich entsprechend billiger. Aber sind den Kunden die Einschränkungen klar?
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon vasg » 03.01.2018, 23:03

Es versteht sich doch von selbst, dass bei einem Wagen einer Zentrale, die am Limit fährt und sich für die auftragstarken Zeiten noch 2 Hilfsflotten aufgebaut hat, eine Tariferhöhung zu 100% auf den Umsatz auswirkt.

Nun, bei mir ("Edelgraupe") ist ebenfalls ein deutliches Umsatzplus von ca. 10% zu verzeichnen, das zum einen zentralentechnische Ursachen haben dürfte und zum anderen an den teilweise leeren Taxiständen liegen dürfte.
Mein Umsatz teilt sich ungefähr 50:50 auf Funktouren und Anläufertouren auf.

Dumm ist nur, dass auch die Kosten deutlich gestiegen sind: 4% pro Verrechnungstour und Kartenzahlung, dazu dass bei diesen Touren häufig fehlende Trinkgeld. Die Zentrale kostet mich aktuell ca. 18% des Funktourenumsatzes (bezogen auf die letzten 365 Tage), bei 20% kündige ich.
Zuletzt geändert von vasg am 03.01.2018, 23:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon LRKN » 03.01.2018, 23:36

alsterblick hat geschrieben:
@LRKN:
Und das man Tarife primär in wirtschaftlich guten Zeiten erhöhen sollte ist auch klar. Wenn wir mal wieder Lehman haben, dann spricht nichts gegen das Auslassen einer Erhöhung. Haben wir aber nicht.

Diese Zeilen hättest Du besser weglassen sollen, denn vorrangig scheint dir hier der Äußerungswunsch und Rechtfertigung nach jüngster Tariferhöhung zu sein, läßt Zweifel an deine Zahlen zumindest vermuten und somit sind deine postings vielmehr bei (Hansa-)Propaganda einzuordnen.
Würdest du dein Tarifansinnen ernst gemeint haben oder überhaupt von der Materie etwas verstehen, hättest Du es nämlich durchaus gut anders schreiben können und bedachter formuliert.

Es tut mir Leid, nun bin ich aber mit Statistik zur Welt gekommen und kann sowas nicht durchgehenlassen.

Na da bin ich aber froh das du als Statistiker zur Welt gekommen bist. Denn als zwischen-den-Zeilen-Leser bist du echt ne Niete.

Mir gehts ausschließlich um den Vorher/Nachher Vergleich. Und der Umsatz ist Nachher höher als Vorher. Somit ist die Aussage "Tariferhöhungen sind Schädlich weil dadurch Kunden wegbleiben" meiner Meinung nach falsch. Selbst wenn man Hansis einen größeren Vorteil einräumt als allen anderen Taxen berichten doch alle zumindest von einem Plus und keiner von einem Minus. Auch die Graupen- und 6x6er-Fahrer die ich persönlich kenne.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Poorboy » 04.01.2018, 01:18

Diese Statistik bringt keinerlei Erkenntnis-Gewinn zum Thema Preiserhöhung.

In den Zeiträumen ist die Anzahl der zugelassenen Taxen weiter gesunken. Das bedeutet automatisch eine höhere Nachfrage für die weiter am Markt tätigen.

Persönlich nutze ich das Verkehrsmittel Taxi, wenn ich es brauche, unabhängig von den eh nur minimalen Preiserhöhungen. Dieses Jahr lief die bei uns obligatorische Weihnachtsfeier im großen Familienkreis bei meiner Frau und mir. Gegen 2 Uhr musste dann meine 80-jährige Mutter heim nach Pinneberg. Natürlich habe ich ein Taxi bestellt und dem Fahrer € 40,- gegeben, was ein gutes Trinkgeld beinhaltet. Da interessiert mich doch eine minimale Preiserhöhung nicht.

Ich brauche ein Taxi und bezahle es, und fertig!

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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon C.L. » 04.01.2018, 14:15

Moin,
richtig ist, dass es sogar bei mir nach der Tariferhöhung eine Umsatzsteigerung gegeben hat. Ganze 7€ brutto hatte ich pro Schicht damit mehr, weltbewegend ist das nicht.
Der Grund mich hier einzuklinken ist aber ein anderer, weil ich nicht das Zerrbild von 30€ Stundenumsatz unkommentiert stehen lassen will. Tagsüber ist das einfach nicht machbar. Stau und Baustellen sorgen für 23km/h Durchschnittsgeschwindigkeit und die Auslastung dümpelt weiterhin sogar laut Gutachen bei mageren 30% rum. Dazu gibt es immer wieder Kurztouren, die mit 7-8€ kaum adäquat vergütet erscheinen. Gegen 10.30Uhr bricht das Geschäft ein, erst nach 16Uhr (eigentlich 18Uhr) ist wieder was zu tun. Lediglich bei Messen habe ich es geschafft die 200€ zu knacken. Dazu kann ich von Kollegen aus der Spätschicht berichten, die manchmal schon Mühe hatten einen Hunderter einzufahren.

Mytaxi kann offenbar für eine satte Umsatzsteigerung sorgen, muss aber nicht. Raimund habe ich 2017 oft gesehen, steht vor mir am Posten und bekommt einen Auftrag, steht hinter mir am Posten und bekommt einen Auftrag, etc. Solange maximal intransparent vermittelt wird, gibt es wenige Profiteure und viele latent Frustrierte. Mytaxi sollte auf Gewinnspiele und Aktion verzichten und den Parameter "wie lange schon frei im Bereich" mit in die Vermittlungslogik einbeziehen.

Richtig drollig wird es aber, wenn von 9000€ Mehrumsatz 8000€ hängen bleiben sollen. Da würde ich den Steuerbescheid, auch Gewerbesteuerbescheid, erstmal abwarten. Ich bin wohl einfach zu blöd zum Rechnen, wenn ich denke 1000€ Umsatz = 3000€ netto für Konsum.

Hätte ich derartige Umsatzsteigerungen wäre der W213 längst bestellt.
Grüße C.L.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Taxi Georg » 04.01.2018, 14:19

Ist bei mir in Dus ähnlich.
Ich liege so um die 22.- €/h Umsatz
Bitte betrachtet meine Postings nicht als Verpflichtung, sondern nur als gutgemeinte Hinweise!
Diese Hinweise sollen auch keine Rechts-/Steuerberatung darstellen oder sollen diese ersetzen. ☑
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon LRKN » 04.01.2018, 14:54

Da bin ich doch froh. Allen Aussagen nach gab es nach der Tariferhöhung einen Umsatzplus. Bei allen. Das Plus ist zwar unterschiedlich ausgefallen aber trotzdem ein Zuwachs.

@Poorboy
Wenn die Fahrzeugreduktion ein Faktor für die höheren Umsätze sind, sollten dann nicht primär Graupen davon profitieren? Die meisten Fahrzeuge, die vom Markt genommen wurden sind und waren Graupen. Der Markt der Graupentaxis wurde also ausgedünnt und die verbleibenden Graupen profitieren überproportional.

Und um wieviel Fahrzeuge sank die Menge an Taxen i Hamburg im Vergleich von Jan.-Mai zu Juni-Dez.? Um 10?

@Taxi Georg
Wenn (angenommen) alle Taxen nur 22€/h Umsatz machen, ist dies nur ein Zeichen des Überangebots an Taxen. Wenn ich 30€/h mache liegt es an der Deckelung von Fahrzeugen in das Hansagenossenschaft. Wenn diese Deckelung aufgehoben würde wäre mein Umsatz auch deutlich niedriger.
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Taxi Georg » 04.01.2018, 15:07

LRKN hat geschrieben:Wenn diese Deckelung aufgehoben würde wäre mein Umsatz auch deutlich niedriger.

ja, möglich.
Bitte betrachtet meine Postings nicht als Verpflichtung, sondern nur als gutgemeinte Hinweise!
Diese Hinweise sollen auch keine Rechts-/Steuerberatung darstellen oder sollen diese ersetzen. ☑
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon RaimundHH » 04.01.2018, 17:05

MOIn,

@alsterblick
Afa identisch, Reparatur/Wartung ähnlich, Diesel der höheren Kilomoterleistung entsprechend leicht höher, jedoch prozentual geringer (5% zu 5,6%)

Der Knackpunkt ist wohl die höhere Auslastung:
Umsatz/km 2016: 1,40€ netto, 2017: 1,58€ netto

bedingt durch die Tariferhöhung und das erhöhte Tourenaufkommen:
2016: 4202 Touren bei 223 Arbeitstagen
2017: 4535 Touren bei 215 Arbeitstagen

natürlich will ich auch nicht die ca. 800€ MT-Bonus Ende des Jahres verschweigen,
die zu 100% als Gewinn hängen bleiben. :mrgreen:

Arbeitszeitbereinigt hatte ich 2017 eine Umsatzsteigerung von 15,6%, Tariferhöhung und mehr Touren :!:


@CL
bei erhöhter "Produktivität" (Auslastung) und gleichbleibenden Fixkosten sind solche Umsatzrenditen (10000€Umsatz/8200€ Gewinn[ohne MT-Bonus])
durchaus möglich, so bin ich für den Mehrumsatz von 10 000€ lediglich ca. 2000km mehr gefahren.

Es geht selbstredend um den Gewinn vor Steuern, nur der ist vergleichbar.

Grüße
RaimundHH
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Thomas-Michael Blinten » 04.01.2018, 17:43

LRKN hat geschrieben:...@Taxi Georg
Wenn (angenommen) alle Taxen nur 22€/h Umsatz machen, ist dies nur ein Zeichen des Überangebots an Taxen...

Georgs Umsatz ist der einer Graupe in Düsseldorf.
Mein durchschnittlicher Umsatz liegt bei etwa 29 €/Std.
Der Umsatz der TFZ-Fahrzeuge dürfte irgendwo dazwischen liegen.
„Alle sind irre, aber wer seinen Wahn zu analysieren versteht wird Philosoph genannt" (Ambrose Bierce)
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Re: Hamburger Schichtgejammere/-frohlocken

Beitragvon Taxi Georg » 04.01.2018, 19:00

Thomas-Michael Blinten hat geschrieben:Georgs Umsatz ist der einer Graupe in Düsseldorf.
Mein durchschnittlicher Umsatz liegt bei etwa 29 €/Std.
Der Umsatz der TFZ-Fahrzeuge dürfte irgendwo dazwischen liegen.

Korrekt.
Bitte betrachtet meine Postings nicht als Verpflichtung, sondern nur als gutgemeinte Hinweise!
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