Hamburger Taxifahrer sind gut

Verlagerung der Postengespäche in das Internet.

Beitragvon SindSieFrei? » 07.11.2013, 18:03

Bin ich heilfroh, das Cheffe die Dosen fast alle aus dem Fuhrpark hat! Nichts geht über Toyota! Daimler ist überteuerte Plastikinnenausstattung gekoppelt mit unwertigen Bedienelementen. Und als Taxi viel zu klein, somit am besten für die Einpersonen-Beförderung geeignet.

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Beitragvon Juskwe » 08.11.2013, 12:26

erzählte er von seinem Hauptjob, seit 16 Jahren als
Chauffeur einer Hamburger Prominenz Ausrufezeichen Sowas nennt man dann
wohl "Alte Schule". Bestnoten im Auftreten und Fahrstil.


Alte Schule ist auch, dass die Prominenz so schlechte bezahlt, dass der Chauffeur nebenbei noch Taxi fahren muss ?

Das Problem am 212er ist tatsächlich nicht der Platz an sich sondern der Einstieg, ist der Sitz relativ weit vorne tun sich die Leute schwer ins Auto zu kommen haben dann aber eigentlich genug Platz um bequem zu sitzen.

Auch der Fahrkomfort ist meiner Meinung nach bei unter 50km/h nicht besser als ein Golf, erst ab 60-70km/h spielt die E-Klasse ihre Trümpfe aus und wo andere Autos da bei Bodenwellen ruppig werden fängt die E-Klasse an zu gleiten. Generell ist mir die Federung aber zu "sportlich" ausgelegt (Warum man so ein Dickschiff sportlich abstimmt ist mir schleierhaft).

Letztens doch ne Taxifahrt gehabt, die für mich mit gemischten Gefühlen vonstatten ging.
Wagen 211er Benz mit schlag im Fahrwerk (eierte), na gut nur kurze Strecke sonst wär ich ausgestiegen. Fahrer erzählte mir, dass er schon seit 12Stunden unterwegs sei (hoppla) fuhr aber noch nicht auffällig (war ca. 25-30). War aber lustig kommunikativ (deutet aber aus eigener Erfahrung auf einen Punkt nach der starken Müdigkeitsphase hin).
Naja heil angekommen und der Fahrer hat sich über mein wie üblich hohes Kurztourtrinkgeld ehrlich gefreut.
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Beitragvon Anna Chronismus » 08.11.2013, 13:40

Juskwe hat geschrieben:Auch der Fahrkomfort ist meiner Meinung nach bei unter 50km/h nicht besser als ein Golf, erst ab 60-70km/h spielt die E-Klasse ihre Trümpfe aus und wo andere Autos da bei Bodenwellen ruppig werden fängt die E-Klasse an zu gleiten. Generell ist mir die Federung aber zu "sportlich" ausgelegt (Warum man so ein Dickschiff sportlich abstimmt ist mir schleierhaft).

Warum speziell deutsche Autobauer die Wagen so unbequem "sportlich abstimmen" = hart federn, ist mir grundsätzlich schleierhaft. Und wenn man dann € 1.000 mehr ausgeben will und für den Touran ein weicheres DCC-Fahrwerk ordern möchte, scheitert das am Bestellsystem - ist zusammen mit dem "Taxipaket" nicht orderbar. Merkwürdig, die wollen unser Geld nicht ...

Ich träume bis heute von dem Fahrkomfort meines ersten Autos. Das war eine Ente - aber sowas von gemütlich ... (schwelg) ... Diese Entkoppelung von unebenen Straßen und Schlaglöchern, verbunden mit den heutigen Sicherheit-Standards, das wär was für mich.
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Beitragvon eichi » 08.11.2013, 14:15

Sportliche Fahrwerksabstimmung ist weniger "harte Federung", sondern straffe Dämpfung.
In Verbindung mit kürzeren Federwegen durch tiefergelegte Chassis, Neigungs dämpfenden
Elementen wie Stabilisatoren entsteht dieser falsche Eindruck. Im Gegenteil, harte Federn
verhindern, dass die Räder Straßenunebenheiten zügig folgen können, hier wäre der Einsatz
von Sportstoßdämpfern (früher die legendären Koni oder Bilstein Gasdruckdämpfer) zu
empfehlen.
Mit zunehmendem Fahrzeugalter werden die Stoßdämpfer etwas weicher,
Konis konnte man nachstellen. 8)
Politische Aussagen von max. 140 Zeichen Länge beunruhigen mich.
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Beitragvon Hauke » 08.11.2013, 15:26

eichi hat geschrieben:Sportliche Fahrwerksabstimmung ist weniger "harte Federung", sondern straffe Dämpfung.
In Verbindung mit kürzeren Federwegen durch tiefergelegte Chassis, Neigungs dämpfenden
Elementen wie Stabilisatoren entsteht dieser falsche Eindruck. Im Gegenteil, harte Federn
verhindern, dass die Räder Straßenunebenheiten zügig folgen können, hier wäre der Einsatz
von Sportstoßdämpfern (früher die legendären Koni oder Bilstein Gasdruckdämpfer) zu
empfehlen.
Mit zunehmendem Fahrzeugalter werden die Stoßdämpfer etwas weicher,
Konis konnte man nachstellen. 8)
Nun ja, eine sportliche Fahrwerksabstimmung in Verbindung mit einer Tieferlegung geht aber nun mal nur mit weniger Federweg und damit verbundenen härteren Federn, denn sonst schlägt das Fahrwerk durch. Die straffen Dämpfer dürfen auf gar keinen Fall die Funktion der Federn übernehmen, denn sonst sind sie in kurzer Zeit über die Wupper.

Für ein sportlich anmutenden aber noch komfortabel fahrbaren Kompromiß werden progressive Federn eingesetzt die zuerst relativ weich sind und mit zunehmenden Federweg immer härter sind um ein Durchschlagen zu verhindern.

An der Zug und Druckstufe rumzufummeln um einen alternden Dämpfer weiter zu nutzen halte ich auch irgendwie nicht für eine grandiose Idee. Da täuscht man nur sein Popometer über die Tatsache hinweg, das der Dämpfer am Ende ist.
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Beitragvon am » 08.11.2013, 17:02

Anna Chronismus hat geschrieben: Und wenn man dann € 1.000 mehr ausgeben will und für den Touran ein weicheres DCC-Fahrwerk ordern möchte, scheitert das am Bestellsystem - ist zusammen mit dem "Taxipaket" nicht orderbar. Merkwürdig, die wollen unser Geld nicht ...


Ja, kaum zu glauben. Möglicherweise traut VW dem DCC den Taxibetrieb nicht zu? Stattdessen könnte man das Schlechtwegefahrwerk nehmen. Der etwa längere Federweg dürfte das Auto wohl auch etwas weicher machen.
Es gibt kein gefährliches Halbwissen, aber zu viele schlechte Informationen.
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keinesfalls ein guter Taxifahrer

Beitragvon alsterblick » 07.12.2017, 13:09

Gestern Nachmittag musste in Hamburg eine Busfahrerin eine Vollbremsung einlegen, weil ein Taxi verkehrswidrig auf die Busspur fuhr.
Dabei wurden, einem Polizeibericht zu Folge, elf Personen, die durch den gefüllten Bus geschleudert wurden, verletzt.
Vier der verletzten Fahrgäste mussten mit dem Rettungswagen in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Während der ärztlichen Versorgung vor Ort wurde eine der zwei Spuren stadteinwärts gesperrt. Das Taxi fuhr nach dem Vorfall ohne anzuhalten weiter. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen
http://www.taxi-times.com/taxi-faehrt-a ... verletzte/

Das war jetzt keinesfalls ein guter Taxifahrer !
Als Busfahrer hätte ich das Taxi voll weggerammt und dabei busfahrgästeschützend nur mäßig abgebremst.
Gefühlt würde ich 50% der HH-Taxifahrer den Taxischein sofort entziehen, die bestenfalls überhaupt nur zum Brötchenholen taugen würden. :roll:
„Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten. Vom Feinde bezahlt, dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk. Dann gnade Euch Gott !“
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Re: Hamburger Taxifahrer sind gut

Beitragvon SindSieFrei? » 08.12.2017, 18:26

Bei den Busfahrerkollegen, Kollege Alsterblick, besteht tatsächlich eine interne Anweisung, möglichst fahrgastschonend zu bremsen, Quelle persönlich bekannt, wenn es die Situation möglich macht. Im Zweifel wird also der Kollege immer einen Mittelweg wählen. Wird das durch Rammen unmöglich, dann ist leider durch das Fehlverhalten des Taxifahrers, dem sofort der Personenbeförderungsschein entzogen werden sollte, zumal er sich auch noch vom Unfallort entfernt hat, dieses Unglück eingetreten! Insofern volle Zustimmung du deiner Aussage!!! In diesem Zusammenhang noch eine Bitte der Kollegen der Hochbahn: Beim Halten wegen Ausladen auf Bushaltestelle bitte immer GANZ VORNE. Dann hat auch der Fahrer eines Gelenkbusses die Möglichkeit, seine FG sicher auszuladen und kriegt den richtigen Winkel für eine vollflächige Anfahrt hin zur erhöhten Bordsteinkante. :!:

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Re: Hamburger Taxifahrer sind gut

Beitragvon alsterblick » 09.12.2017, 05:16

Wenn ich nun gerade mal in der Laune bin gegen Taxifahrerfahrverhalten etwas Stimmung zu machen, so frage ich mich sogar selbst, ob ich vielleicht eine übertriebene Wahrnehmung hätte. Viele von euch werden vermutlich alles ganz anders wahrnehmen.
Aber sobald selbst ich als Zeitvertreibtaxifahrer am Steuer sitze, lenke ich eine Taxe und die Leute dürfen ab diesem Zeitpunkt mehr erwarten, als von klassischen SonntagsBrötchenholfahrkönnern.

Ich hätte mir diese Zeilen jetzt gerne auch verkniffen, wenn vor paar Stunden nicht dieses bezeichnende Taxikollegenerlebnis im Holstenwall gewesen wäre:
Nun, momentan ab J.B.Platz befindet sich in Richtung St.Pauli (2-spurig) diese Fahrbahnverengung wg. darauf stehender Baustellen-/ und Werkskränen zickzack (erst rechte dann linke Spur). Vor mir eine Taxe, die einem anderen Kleinfahrzeug folgte und beide passieren die erste Baustellenverengung meisterhaft auf die linke Spur ausweichend. Auf dieser linken Spur folgte dann die zweite kenntliche Baustelle (seit ca 1 Monat) und ein Spurwechsel wird wiederum nach rechts erforderlich.
Ich ziehe vorausschauend bereits rechts rüber und lasse beiden Vorauswagen ebenso für einen Spurwechsel allen Raum ohne zu beschleunigen. Meinen Fuß hatte ich schon längst zur Bremse für ein warnendes Bremslicht rübergeschoben, aber die Taxe hielt weiterhin ungebremst die Spur links. Ich bremste vorsichtig als das Kleinfahrzeug vor der Taxe nun den Bauzaun rammte, Dinge herumflogen, aber die schwarmintelligent gesteuerte Taxe wich nicht nach rechts aus und folgte dem Vorfahrzeug in die Baustelle. Angeschoben durch den Nachfolgeverkehr löste ich meinen Pedalbremsdruck in der Hoffnung, es wird schon nicht so schlimm geworden sein für die beiden.
Meine Fahrgäste trauten ihren Augen nicht und ich meinte nur, das wäre bezeichnende Scharmintelligenz von Taxifahrern. :roll:
Zuletzt geändert von alsterblick am 09.12.2017, 05:17, insgesamt 1-mal geändert.
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